No Mercy ist ein Spiel, das in seiner kurzen Zeit auf Steam für reichlich Aufregung gesorgt hat. Das Spiel wurde keinen Monat nach Release von Valve entfernt.
Bei dem Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild, nicht um Assets zum Spiel.
Was ist das für ein Spiel? „No Mercy“ beschreibt sich als „Entscheidungs-getriebene Visual Novel in 3D für Erwachsene“. Der Fokus liegt laut den Entwicklern auf „Inzest und männlicher Dominanz.“ Es gibt auch so etwas wie eine Handlung: Nachdem der Spiel-Charakter die Untreue seiner Mutter aufgedeckt hat, begibt er sich auf eine Quest, sich alle Frauen „anzueignen“.
Das Spiel erschien am 22. März 2025 auf Steam, was scharf kritisiert wurde. Eine Petition, um No Mercy weltweit von der Plattform zu verbannen, sammelte mehr als 18.000 Unterschriften auch change.org. Peter Kyle, Minister für Wissenschaft, Innovation und Technologie des Vereinigten Königreichs bezeichnete das Spiel als „zutiefst beunruhigend“ und verlangte die sofortige Entfernung des Spiels.
Valve kam der Aufforderung augenscheinlich nach, denn das Spiel verschwand zunächst im Vereinigten Königreich sowie Australien und Kanada von Steam. Am 10. April 2025 gaben die Entwickler schließlich ganz auf.
Entwickler verteidigen ihr Spiel
Was sagen die Entwickler? In einem Statement auf der Steam-Seite von No Mercy verteidigten die Entwickler ihr Spiel. Echter Inzest sei zwar „ekelhaft“, bei den im Spiel behandelten Themen handle es sich dennoch um beliebte „Kinks“, also von der Norm abweichende sexuelle Vorlieben für bestimmte Themen.
„Leute sollten wirklich tun, was sie wollen, solange sie niemandem schaden“, so Zerat Games.
Wenn ihr nach dem Lesen [unserer Erklärung] immer noch der Meinung seid, dass ein solches Spiel nicht hätte entwickelt werden dürfen, dann entschuldigen wir uns aufrichtig bei euch. Gleichzeitig möchten wir euch bitten, etwas offener für menschliche Fetische zu sein, die niemandem schaden, auch wenn sie euch ekelhaft vorkommen. Dies ist nach wie vor nur ein Spiel, und obwohl viele Leute versuchen, mehr daraus zu machen, bleibt es ein Spiel und wird es auch weiterhin bleiben.
Zerat Games via Kotaku
Die Entwickler bestätigten auch, dass das Spiel von Steam entfernt werden: „Wir haben nicht vor, gegen die ganze Welt zu kämpfen.“ Weiter heißt es, man wolle keine Probleme für Valve und Steam verursachen.
Die Steam-Seite und somit auch das Statement ist in Deutschland nicht mehr verfügbar.
Das ist aber wohl auch kein allzu großer Verlust, denn wie 404 Media schreiben, handelte es sich bei No Mercy überwiegend um Shovelware, die aus steifen 3D-Modellen und unzähligen Zeilen unsinniger Dialoge zusammengeschustert wurde. Shovelware ist eine abfällige Bezeichnung für Software minderer Qualität, die in großen Massen ihre Produktionskosten wieder einspielen soll.
Der einzige Grund, aus dem man überhaupt über das Spiel rede, sei, dass die Figuren eben als „Mutter“ und „Sohn“ beschriftet seien.
Laut SteamDB erreichte No Mercy am Donnerstag-Abend einen Peak von 487 Spielern, die wohl von der Aufregung um das Spiel angezogen wurden. Auch jetzt sind noch 167 Spieler eingeloggt (Stand: 11.04.2025, 9:45 Uhr). Trotz der Entfernung aus dem Store ist das Spiel auch weiterhin in den Bibliotheken der Spieler, die es bereits gekauft haben, verfügbar.
Valve gilt bereits als überaus großzügig, was explizite Inhalte auf Steam angeht, außer in Deutschland, wo es hohe Hürden gibt. Dennoch gibt es immer wieder Spiele, die es doch noch schaffen, die Grenzen des Erlaubten zu überschreiten. Gerade in Deutschland verschwinden Spiele mit erwachsenen Inhalten recht schnell von der Plattform – eines davon hat sogar MeinMMO-Dämon Cortyn verstört: Succubus ist das verstörendste Spiel, das ich je gespielt habe
“Zu krass” ist vllt. etwas milde formuliert.
Ich halte zwar auch nichts von kinkshaming oder vom totschweigen irgendwelchenr fetische, allerdings hat ein Vergewaltigungsspiel keine Daseinsberechtigung.
Ich bezweifle allerdings, dass das Spiel ein Einzelfall ist. Auf steam vllt, aber in anderen Bereichen des Internets wird es sowas sicherlich zu hauf geben.