Nachrichten aus New York in der Corona-Pandemie erinnern mich an The Division 2

Das Videospiel The Division 2 spielt in der neuen Erweiterung in New York. Die aktuellen Nachrichten aus New York wecken beunruhigende Parallelen – auch wenn sich die Realität erheblich von der Fiktion unterscheidet, sagt unser Autor Schuhmann.

Das ist die Situation in der echten Welt: New York gilt manchem als Hauptstadt unserer modernen Welt. In den letzten Tagen entwickelt sich die Stadt, die man als pulsierendes Zentrum kennt, aber auch zur Welthauptstadt der Corona-Pandemie:

  • In den USA sind mehr als 200.000 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert – 4.800 Todesfälle sind bekannt
  • In New York sind 83.889 Corona-Fälle registriert – es gab 1.941 Tote

Das sind die aktuellen Daten der „The New York Times“. Die Zahlen und das Schaubild mit dem großen roten Kreis im Nordosten der US-Karte machen klar: New York ist das Epizentrum des Virus in den USA.

Parallelen und Unterschiede im echten New York zum fiktiven

Diese Nachrichten kommen aus den USA: Der Gefängnis-Komplex Riker’s Island ist stark vom Corona-Virus betroffen. Wie die Times berichtet, waren 167 Insassen und 137 Mitarbeiter des Gefängnisses bis Montag, den 30. März, positiv auf Corona getestet worden. Das Gefängnis wird als „unsauber“ und „überbevölkert“ beschrieben.

Bei The Division 2 sind die „Rikers“ eine Gruppe von Gefangenen, die ehemals auf Riker’s Island inhaftiert waren:

  • Im Spiel sind das skrupellose Gegner, die New York in Teil 1 und in der „The Division 2“-Erweiterung „Warlords of New York“ unsicher machen und die Macht an sich reißen wollen
  • In der „echten Welt“ sind es Opfer des Virus. Sie müssen die Pandemie unter noch schwierigeren Bedingungen überstehen als die meisten anderen von uns.
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Die Rikers sind Standard-Gegner in The Division und The Division 2.

Feldlazarett im Central Park

Im Central Park von New York wurde gerade ein Feldkrankenhaus mit 68 Betten eingerichtet. Das provisorische Krankenhaus soll Patienten aufnehmen, die das Mount Sinai Hospital nicht mehr unterbringen kann.

In The Division 2 sehen die Spieler häufig solche Noteinrichtungen, in denen zum Höhepunkt der Dollar-Grippe die Patienten versorgt wurden. Das „Madison Field Hospital“ war etwa die Einstiegs-Instanz in The Division 2.

In der fiktiven Welt von The Division wurde der „Madison Square Garden“, das berühmte Sportzentrum von New York, in ein Feld-Lazarett umgewandelt. Den Central Park kann man in The Division nicht betreten.

Mobile Leichenhallen

Wie die Times berichtet, hat New York City 45 mobile Leichenhallen bereitgestellt. Außerdem hat man den örtlichen Krematorien erlaubt, rund um die Uhr zu arbeiten. Das sind notwendige Maßnahmen, weil die hauseigenen Leichenhallen der Krankenhäuser überfordert sind.

In The Division 2 begegnen Spieler, wenn sie durch New York laufen, „Body Bags“, Leichensäcken, die sich türmen je näher man den kontaminierten Zonen kommt.

Beides sind Sinnbilder dafür, dass die Zahl der Toten innerhalb einer kurzen Zeit so weit steigt, dass die normale Praxis zur Bestattung eines Leichnams nicht mehr eingehalten werden kann.

Das ist wohl die traurigste Geschichte, die The Division 2 erzählt

Das steckt dahinter: Es ist klar, dass sich die Fiktion aus The Division 2 erheblich von der Realität der USA unter dem Corona-Lockdown unterscheidet. Man sollte Realität und Fiktion trennen.

Dennoch wird sich der ein oder andere Spieler von The Division 2 gerade seine Gedanken machen, wenn er durchs fiktive New York läuft und danach die aktuellen Bilder aus den USA sieht.

Ich hatte etwa ein mulmiges Gefühl, als ich im Fernsehen sah, dass die USA ein Lazarett-Schiff nach New York schickt. Denn am Tag vorher hatte ich in The Division 2 eine Mission auf einem Schiff abgeschlossen, das in New York auf Grund gelaufen ist und das nun einer Terroristin als Basis diente.

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Die Entwickler von The Division 2 waren vorm Ausbruch der Pandemie auf die Parallelen zum Corona-Virus und dem Virus in The Division 2 eingegangen. Sie sagten, die Spiele der „Tom Clancy“-Reihe befassten sich mit realen Bedrohungen. Zudem habe man intensiv recherchiert, wie die Behörden und Helfer auf den Ausbruch einer solchen Pandemie reagieren würden.

Quelle(n): Forbes, NY Times (Rikers), NY Times (Mobile Morgues)
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Casi.
2 Monate zuvor

Es gibt bestimmte Pläne, die in Kraft treten, wenn es zu einer Pandemie kommt. Massive hat gut recherchiert und umgesetzt… Parallelen zum Spiel sind also nicht ungewöhnlich… Direktive 51 ist die letzte Maßnahme der US Regierung, wenn alle andern Institutionen nicht mehr arbeiten… davon sind wir aber noch etwas entfernt…

Würde Ebola ausbrechen, sieht das anders aus! Dann möchte ich nicht in den USA leben… ^^

DerWashbr
2 Monate zuvor

Ich finde es ähnelt eher dem ersten Teil und nicht dem 2., aber der 2. ist wohl lukrativer in einem Artikel. Neh?

Denn ein „Zitat aus Wiki“ zu dem ersten Teil.

Spoiler
In den USA bricht von New York City ausgehend eine Epidemie aus, die als Dollar-Grippe bezeichnet wird. Viele Menschen sind schwer erkrankt und sterben an den Folgen des Virus, bereits nach wenigen Tagen ist das Leben in der Stadt zum Erliegen gekommen. Im Vorfeld kam es zu einem problematischen Domino-Effekt. Zunächst brach die Infrastruktur komplett zusammen, die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Ressourcen zum Überleben wurde unterbrochen und das totale Chaos brach aus. Die am schlimmsten betroffenen Teile der Stadt wurden vollständig abgeriegelt, um sie zu isolieren

Denn der 2. Teil findet durchaus auch in Washington, D.C statt – warum legt man denn den Artikel nicht direkt auf das Spiel aus, sondern auf den 2. Teil?

Jedox
2 Monate zuvor

Jau, diese Gedanken sind mir kürzlich auch durch den Kopf gegangen, als ich durch die fiktive Welt von TD2 spaziert bin.

BavEagle
2 Monate zuvor

Gewisse Beziehungen zwischen TD2-Szenario und derzeit realer Virus-Bedrohung sehe ich schon auch, allerdings kommt bei mir kein mulmiges Gefühl auf, wenn ich ingame durch New York laufe und Berichterstattungen aus den USA verfolge. Dafür ist die Trennung zwischen Game und Realität dann doch (noch) zu groß wink

Wenn aber auch im Freundes- und Verwandtenkreis von Diebstählen in deren klinischen und sozialen Einrichtungen hierzulande betreffs Atemschutz-Masken und Desinfektionsmitteln berichtet wird, dann frage ich mich schon: wie weit geht der moderne Mensch schon ? Haben Anstand und Moral tatsächlich gar keinen Stellenwert mehr in unserer Gesellschaft und am Ende ist sich doch bereits jeder selbst der Nächste ? So manche derzeitige Aussage hinsichtlich Solidarität verkommt dann zur Farce und dann denke ich ungern an das TD2-Szenario. Dann stellst sich mir tatsächlich die Frage: was kam nach „Plündern“ ? Würden Menschen heutzutage wirklich so weit gehen ? Glaubt man einigen Aussagen von Idioten zu ihren Vorschlägen der Virus-Bekämpfung, dann lautet die traurige Antwort „Ja“.

Es bleibt aber nur die Hoffnung, wir kriegen das in weltweiter Zusammenarbeit geregelt. Persönlich sehe ich positive Entwicklungen zu einem baldigen Mittel gegen Corona in der Zusammenarbeit Schweiz/USA. Warum man hierzulande aber immer pauschalisierend pöse mit dem Finger auf die USA zeigen muß, ist mir sowieso ein Rätsel. Nehm ich z.B. die Zahl der Infizierten, liegt unsre „pro Kopf-Zahl“ immer noch deutlich höher. Wir sollten erstmal unsre eigenen Probleme lösen bevor wir naiv und blind mit dem Finger auf andere zeigen.

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