MMO-Kultur: Von Fanbois und Hatern, von Bashern und Whiteknights

Das MMO besteht nicht aus dem Spiel allein, sondern auch aus der Diskussion darüber – genau wie beim Fußball. Wir werfen heute einen Blick auf Fanbois und Hater, auf Basher und Whiteknights, kurz auf den ganz alltäglichen Wahnsinn rund um die schönste Nebensache der Welt. Und damit meinen wir weder Sex noch Fußball.

Als dritte Halbzeit bezeichnen manche Fans die Diskussionen nach einem Spiel in der Vereinskneipe. Gott und die Welt und vor allem der Fußball werden da besprochen. Gamer brauchen dafür weder Bier noch Kneipe. Sie nuckeln an Energy-Drinks und treiben sich in Foren, auf Webseiten und in den Sozialen Medien herum. Und es geht auch nicht um Fußball, um Gott oder gar die Welt, sondern um MMOs.

In unserer Kolumne „MMO-Kultur“ wollen wir bei Mein MMO heute mal einen Blick auf die verschiedenen Typen in so einer Diskussion werfen und wie sehr sie sich ihrem Spiel verbunden fühlen.

Wir haben dafür an einer Skala gebastelt, die das Verhältnis des Spielers zum Game beschreibt und wie bereitwillig er es in Diskussion angreift oder verteidigt. Diese höchstwissenschaftlich erstellte Skala geht dabei von -3 (absoluter Hass) bis +3 (bedingungslose Hingabe). Natürlich gibt es neben den 7 Punkten, die wir uns gezielt rauspicken, noch einige Grautönen, in die sicher jeder fällt, der das hier liest und der seine MMOs natürlich leidenschaftslos und absolut objektiv analysieren kann.

Also bitte … nicht so ernst nehmen. Alles nur Satire.

Punkt Null auf der Skala: Der Neutrale: Jo … hab ich schon mal von gehört – ist ein MMO, oder? Wie ist das so?

Hierunter fällt jetzt nicht gerade die Oma, die mit Videospielen überhaupt nichts zu tun hat, sondern jemand, der potentiell Kunde für das Spiel ist, um das es geht. Aber er ist neutral wie die Schweiz, hat sich noch keine Meinung zu dem Game gebildet. Und ob er sich mal richtig dafür interessieren wird, ist auch noch nicht klar.

Normalerweise hat der Neutrale das Spiel bisher noch nicht erworben – außer es war in einem Humble Bundle, zusammen mit 8 anderen Spielen, von denen er 2 schon hat und über 2 andere gehört hat, das sie ungefähr genauso sind.

Kaum einem Zocker gelingt es, neutral zu bleiben, noch während er das Spiel zockt. Entweder kippt es in die eine oder in die andere Richtung.

HDRO: Diskussion
Wir bei Mein MMO haben dieser Diskussion gelauscht: Der kräftige Mann mit dem Bart versucht seine Freundin von Herr der Ringe Online zu überzeugen.

Ein Neutraler nimmt normalerweise nicht an Diskussionen zum Game teil – ironischerweise geht es allen anderen aber oft um ihn. Denn er ist die „schweigende Mehrheit“, die es von der eigenen Position zu überzeugen gilt. Der Neutrale ist also der Hauptpreis in Diskussionen zu Games: Er hat noch keine Meinung und kann entweder davon überzeugt werden, das Spiel sofort zu kaufen und Anhänger des Kults zu werden oder er kann erfolgreich vertrieben werden.

Punkt +1: Typen, die das Spiel mögen: War ganz okay, aber … das geht mir dann doch zu weit

Der Typ, der das Spiel mag, ist jemand, der das Spiel gerade zockt oder bereits gezockt hat. Und er hat es genossen oder zumindest allgemein okay gefunden.

Bei +1 auf der Skala kann aber auch ein Fan liegen, dem das Spiel wahnsinnig gut gefallen hat, der aber in seinem Naturell eher introvertiert ist und für den ein „Schlecht ist es net“, schon das höchste Lob bedeutet.

Solche Spieler halten sich für gewöhnlich aus Internet-Debatten heraus. Wenn es eine Möglichkeit gibt, das Spiel zu supporten, ohne in irgendeine heftige Diskussion verwickelt zu werden, nehmen sie das gerne an. Sie liken Posts auf Facebook, beteiligen sich an Umfragen, schauen sich Videos und Guides zu ihrem Spiel an und kaufen ziemlich wahrscheinlich auch den Folge-Titel.[pullquote]Es ist doch nur ein Spiel![/pullquote]

Typen, die das Spiel mögen, sind – wie die meisten Menschen – eher konfliktscheu. Sie müssen sich nicht unbedingt an einer Debatte um ein Spiel beteiligen. Tun sie es doch, versuchen sie sachlich zu bleiben. Sie sehen ihr Spiel in der Regel objektiv, aber durchaus mit Wohlwollen. Es sind Leute, für die das Game auch keinen wahnsinnig hohen Stellenwert einnimmt. Es ist ein Spiel, man hat es gespielt, jetzt geht es zum nächsten.

Beim Fußball wären das Leute, die ihrem Team vorm Fernseher die Daumen drücken.

Punkt -1: Der Typ, der das Spiel einfach nicht mag: Pfff, mir doch egal

Der Typ, der das Spiel einfach nicht mag, ist das Gegenstück zu einem Fan. Er hat sich das Spiel vielleicht gekauft und rasch wieder deinstalliert. Oder er mag das ganze Genre nicht oder hat sich mit einem früheren Titel des Herstellers mal den Spiele-Magen verdorben.

Wenn er an das Spiel denkt, verzieht er vielleicht ein bisschen das Gesicht, so als hätte er in eine Zitrone gebissen oder, was wahrscheinlicher ist, an einem Drops mit Zitronengeschmack gelutscht. So richtig kann er sich nicht erklären, warum überhaupt einer das Game zockt, wo es doch so klare Schwächen hat. Aber andererseits weiß der Typ, der das Spiel einfach nicht mag, dass jeder einen anderen Geschmack hat.

The Elder Scrolls Online
Kaum ein MMORPG spaltet die Spielerschaft so wie The Elder Scrolls Online. Es ist eben nicht jedermanns Sache.

Der Typ, der das Spiel einfach nicht mag, wird sich normalerweise nicht an Diskussionen zum Game beteiligen. Er wird nicht auf Beiträge klicken, die das MMO zum Thema haben, er wird einfach versuchen, das Game zu ignorieren. Wenn es ihm zu bunt wird und er auf das Spiel angesprochen wird, sagt er vielleicht mal: „Hat bei mir einfach nicht gezündet“ oder „Ich kann damit einfach nichts anfangen.“

Er wird aber nicht versuchen, andere von seiner Meinung zu überzeugen. Maximal wird er muffelig. Aber das ist auch schon das höchste der Gefühle.

Punkt +2: Der Fanboi oder das Fangirl: Rosarote Schwärmereien in C-Dur

Der Fanboi oder das Fangirl li-li-liiiiebt das Spiel. Es ist ein bisschen so, wie wenn man frisch verliebt ist. Eigentlich ist es genauso! Man will die Liebe zum Game in die Welt hinausschreien! Natürlich ist man dabei ein wenig irrational, das weiß man selbst. Aber es ist einem auch grade egal. Der Fanboi liket Beiträge, er kauft Merchandise und er gibt Geld aus.

Am liebsten informiert er sich auf Fanseiten zum Game. Er schreibt selbst Guides, twittert und ist auf Facebook, verfasst vielleicht Fan-Fiction, geht auf Cons und ist Teil des Fandoms. Er mag das Game einfach wirklich. Es ist ein Teil seines Leben, durch den er sich wohlfühlt und der ihn freut.

GW2 Jubel
Fanboys lieben ihr Spiel und wollen es auch zeigen, indem sie sich aktiv in die Community einbringen! (Bild aus Guild Wars 2)

In der Regel bleibt ein Fanboi in der Nähe zu seinem Game. Er ist in den dazugehörigen Foren oder sozialen Medien, entfernt sich mit seiner Meinung aber nicht so wahnsinnig gern davon. Denn er weiß, dass er in der harten, rauen Welt da draußen doch Gegenwind zu spüren bekommt, der ihm nicht so schmeckt und der ihm den Spaß vermiesen könnte.

Natürlich sieht auch das Fangirl die Fehler im Spiel und die Dinge, die nicht so gut laufen. Aber sie glaubt, dass die Entwickler es ganz sicher besser machen werden – gleich morgen schon oder im nächsten Patch, immerhin haben sie das gesagt und sie würden doch niemals lügen! Jemand, der in ihr Wohnzimmer kommt, und dort über das Spiel lästern möchte, kann sie gar nicht verstehen.

Eine Unter-Art des Fangirls ist das „reflektierte Fangirl“. Das sind Fans, die gern wieder so ungeteilt lieben möchten wie das reine Fangirl, aber dafür zu nüchtern bleiben. Sie schreiben oft Guides und bringen sich aktiv in die Community ein.

Andere Unterarten der +2-Typen sind der „Hilfs-Sherriff“ oder „die Mutter der Kompanie“ – das sind Spieler, die gerne Teil einer Gemeinschaft sind und hier eine übergeordnete Rolle spielen, ob als Moderator, Gildenleiter einer wichtigen Gruppe oder als Leiter von Fanseiten.

All diese verschiedenen Variationen der Spieler, die mit +2 für ein Spiel entflammt sind, sehen das Game als einen wichtigen Teil ihres Lebens. Ihnen gelingt es, das MMO als positive Kraft in ihrem Leben zu begreifen. Selbst wenn sie auf Außenstehende manchmal so wirken, als hätten sie den Kontakt zur Realität verloren, wenn sie auch grobe Schwächen in ihren Lieblingsspielen verleugnen.

Das Fußball-Äquivalent zu Fanbois und Fangirls sind Ultras. Sie denken sich Choreographien aus, treten in Kontakt mit den Vereinsverantwortlichen, organisieren die Fankultur und bilden, in ihren Augen, das Rückgrat des Vereins. Dafür wollen sie allerdings auch respektiert werden. Sie möchten, dass ihre Leistung für den Verein gewürdigt wird.

Punkt -2: Der Hater: Militanter Ex-Fan mit schlechter Laune

Der Hater war oft mal ein Fan oder sogar ein Fanboi, bis die Liebe dann in blanken Hass umschlug. Dabei hat sich das Spiel geändert, nicht der Hater selbst. Der Antrieb ist: „Was hat man nur aus meinem geliebten Spiel gemacht? Wie ist das alles so schlecht geworden? Früher – ja, früher – als ich das noch gespielt hab, da war das ja alles so – aber jetzt, wie kann man heute nur noch!“

Der Hater möchte häufig, sich selbst und seinen Platz im Gamer-Leben dadurch herausarbeiten, dass er auf andere hinabblickt. Er ist dem Game lange entwachsen. Der Vorwurf ist dann: Warum hat sich das Game eigentlich nicht meinen Bedürfnissen angepasst?

World of Warcraft
Nein, das entspricht leider nicht der Realität. In der Regel sind es erbitterte Kämpfe, bis einer nachlässt. Entweder World of Warcraft ist tot oder es ist das beste Spiel auf dem Markt. Eine Meinung, die ein Hater auch zu gerne in den Chats von Betas anderer MMOs deutlich macht: „Euer MMO ist scheiße, WoW ist viel besser“. Und tschüss!

Dieser Typ des Haters ist ungefähr so militant und beliebt wie ehemalige Nicht-Raucher, die jedem gleich mit Krebsbildern kommen, oder ein „Ts-ts-ts, ich war auch mal so ein willensschwacher Suchtling, bis ich das überwunden habe“-Gesicht machen.

Hater brauchen nicht unbedingt Gegenwind, sondern möchten lieber von anderen Spielern in ihrer Meinung unterstützt werden, daher halten sie sich eher in „neutralen“ Foren auf, die keinem Game zugeordnet sind. Im Gegensatz zu den Spielern mit -1 äußern sie dort allerdings negative Kritik am Spiel.

[pullquote]Hater lassen kein gutes Haar am Spiel[/pullquote]Dabei kann die Kritik durchaus differenziert sein. Je weiter der Hater vom Typ, der das Spiel einfach nicht mag, weg ist und je näher er sich dem Basher nährt, desto undifferenzierter wird seine Kritik. Harte Hater lassen kein gutes Haar am Spiel, um das es geht. Sie diskutieren leidenschaftlich und sind auf Krawall gebürstet. Persönliche Anfeindungen sind Teil ihrer Rhetorik.

Manchmal können Hater eines Spiels auch Whiteknights für ein anderes sein. Dann lieben sie ihr eigenes Spiel so sehr, dass sie in die Welt hinausgehen, um andere Games schlecht zu machen. Gerade im Konsolen-Sektor scheint es unmöglich zu sein, ein Fan der X-Box oder der Playstation zu sein, ohne gleichzeitig die andere Konsole bis ins vierte Glied zu hassen.

Der Eindruck täuscht allerdings. Ein „normaler“ Fan der Xbox oder Playstation ist irgendwo zwischen -1 und +1 und geht daher gar nicht in solche Foren. Dort sind Kollegen, die sich näher am Ende der Skala aufhalten oder die mit der Zeit im Forum dorthin gewandert sind Solche Foren kontaminieren nämlich ihre Mitglieder und ziehen sie immer mehr zum Rand hin. Sozusagen ein … Extremisten-Bootcamp!

Punkt Plus 3 – Der Whiteknight: Auch der Zorn über Unrecht macht die Stimme heiser

Whiteknights sind Fanbois mit einer Agenda. Sie sind es leid, dass Hater oder gar Basher zu ihnen in die Foren kommen und dort Stunk machen. Wer sowas macht, der kriegt es mit ihnen zu tun! Sie können nicht verstehen, dass einer irgendwohin geht, um da dem Rest das Spiel zu vermiesen! Mit dem stimmt doch was nicht? Also sind sie es leid, die andere Wange hinzuhalten, graben das Kriegsbeil aus (oder den Phaser) und gehen zum Gegenangriff über.

SWTOR Whiteknight
In der Anfangszeit von Star Wars: The Old Republic wurden Spieler in Diskussionen regelmäßig als „bezahlt“ bezeichnet.

Leider fallen viele Whiteknights mit der Zeit in dieselben Muster wie ihre Kontrahenten und werden destruktiv und unsachlich. Die vergeblichen Versuche, Andersdenkende doch von der allein gültigen Wahrheit zu überzeugen, machen Whiteknights mit der Zeit frustriert und gallig, bis ihr Tonfall dem eines Trolls entspricht. Für Außenstehende sind Gespräche zwischen Bashern und Whiteknights ungefähr so angenehm wie der Ehestreit der Nebenmieter oder das Geräusch eines sich drehenden Zahnarztbohrers.

Das Schlimmste, was man einem Whiteknight vorwerfen kann, ist es, dass er ein bezahlter Social Media Agent des Unternehmens ist, für dessen Sache er streitet. Denn er ist mit Herzblut dabei … wenn er auch davon träumt, dass ihm mal so ein Job angeboten wird. Dass ihn der Social-Media-Vorwurf so hart trifft, hindert ihn nicht im Mindesten daran, bei Kritikern zu vermuten, sie seien sicher von einer Konkurrenz-Firma bezahlt! Im MMO-Sektor ist der Schurke fast immer Blizzard. Im Konsolen-Sektor wahlweise Sony oder Nintendo. Je nachdem für welches Game der Whiteknight streitet, formt sich eine neue Achse des Bösen.

Neben Bashern gehören Gaming-Seiten und Journalisten, die sich kritisch zum Spiel äußern, zu den natürlichen Feinden der Whiteknights. Besonders auf weibliche Kritikerinnen haben sie es abgesehen. So manche Gaming-Journalistin soll deshalb schon den Beruf gewechselt haben. Warum es so ist, dass gerade Frauen ihren Zorn erregen – das wäre ein Fall für die Psychologen. Whiteknights sind übrigens fast ausschließlich ein männliches Phänomen.

Punkt Minus 3 – Der Basher: Troll auf Speed

Der Basher oder der Troll ist ein Hater auf Speed. Er hat es zu seiner Lebensaufgabe gemacht, die Community eines Spiels zu zerstören. Einem Basher geht es nicht um die Sache oder um das Spiel an sich, sondern um die Aufmerksamkeit, die er daraus zieht, gegen alle zu sein.

Trollface
Don’t feed the troll!

Am liebsten dringt er daher in die Höhle des Feindes vor, auf Fanseiten des Games oder in die sozialen Netzwerke, um da Stinkbomben zu zünden. Wer ihm widerspricht, kann sich den Rest des Tages freinehmen; der Basher hat Zeit und geradezu neurotische Energie.

Oft kennt er sich mit dem Game viel besser aus als normale Fans. Er hat Statistiken parat, die den genauen Niedergang belegen. Er spricht immer nur in Superlativen, absolutiert alles und lässt kein Widerwort gelten. Wer ihm widerspricht, muss verblendet, geistig zurückgeblieben oder einfach noch „sehr, sehr jung und unerfahren“ sein (oder auf der Gehaltsliste des Betreibers!).

Auf eine Frage hat auch er allerdings keine Antwort: „Warum er denn so viel Zeit auf etwas verwendet, das ihm so viel Missvergnügen bereitet?“

Das Äquivalent zu Bashern beim Fußball, ihr ahnt es sicher, sind die Hooligans. Denen geht es schon lang nicht mehr um den Fußball, sondern um eine zünftige Schlägerei danach.

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Alex

Haha guter Artikel schön zu sehen das ich mal überall rein passe vom ,mindset würde ich wohl am ehesten White knight sein, aber der Frauenfeindliche Aspekt passt nicht, naja gut der Artikel hat ein paar graue Haare heute weis manman einfach man=trash. ^^ hmmm… immer diese Grauzonen lustig ist auch wie ich in Anthem eher +3 bin und bei Destiny 2 mittlerweile -2.. sehr interessant. ^^

Koronus

Ich habe keine Ahnung was ich bin nur weiß ich eines genau. Wieso soll bitte Nintendo die Achse des Bösen sein?

Elikal Ialborcales

Es ist einfach unglaublich schwer den vernünftigen Mittelweg zu halten, weil man sofort von den Fanbois als Hater und von den Hatern als Fanboi beschimpft wird. Vielen scheint es offenbar total unverständlich, dass man einige Dinge in einem Spiel mögen und andere trotzdem hassen kann.

EDIT: Huch sorry war der Post so alt? Thread Necroing! :O

Antiklimax

„Dieser Typ des Haters ist ungefähr so militant und beliebt wie ehemalige Nicht-Raucher“

*Ehemalige* Nicht-Raucher wären dann aber doch wieder… 😉

Gerd Schuhmann

Vor dieser messerscharfen Logik muss ich kapitulieren. Das stimmt. 🙂

Koronus

Wobei ehemalige Nichtraucher auch nicht nur Nichtraucher sein können die mit dem Rauchen aufgehört haben aber daran gescheitert sind sondern auch Gehirn gewaschene Nichtraucher die man Erfolgreich zur Tabakindustrie konvertieren konnte.

Hoto

Naja, vor ein paar Wochen noch hätte ich mich selbst darüber amüsiert. Aber ehrlich gesagt ist das Genre inzwischen für mich gestorben. Es lohnt sich nicht mehr wirklich sich über Dinge aufzuregen, die ich weder ändern kann noch sich jemals wieder ändern werden. Sowohl die Branche als auch die Spieler haben das Genre zu Grunde gerichtet. Der Großteil der heutigen Spieler sieht einfach etwas komplett anderes in dem Genre als viele Spieler damals lange vor WoW und für diesen Großteil wird nun mal entwickelt, obwohl die im Grunde kein MMORPG wollen. Und daher ist es auch nicht so einfach Spieler in Gruppen zu stecken, wie es hier im Artikel gemacht wird.

Ich denke das wird auch einer meiner letzten Kommentare hier gewesen sein. Ich mache es nun vielen anderen älteren MMOlern nach und gebe das Genre endgültig auf. Gibt noch andere Dinge mit denen man sich beschäftigen kann und da widme ich lieber meine Zeit sinnvollerem, wie meiner zweiten Leidenschaft zu Virtual Reality (die im übrigen wesentlich älter ist). Wenn es um MMORPG geht besteht alles was ich von mir gebe eh nur aus endlosen Wiederholungen und am Ende kriege ich eh bloß Zustimmung von den Leuten, die eh schon auf meiner Seite standen, was so gar nichts bewirkt. Vom Rest werde ich wohl automatisch aus Bequemlichkeit direkt in die „Hater“ Schublade geschoben, um erst gar nicht darüber nachdenken zu müssen ob nicht doch etwas wahres dran ist. Und das bin ich inzwischen einfach leid, kein Bock mehr, ein Kampf den man nur verlieren kann.

Gerd Schuhmann

Das ist Schade, Hoto. Hoffentlich hat dich jetzt die Kolumne nicht noch zusätzlich verärgert.

Du weißt, dass Dawid und ich deine Beiträge hier schätzen. Wir haben dir eine Kolumne auf der Seite angeboten -das Angebot steht nach wie vor noch. Also in unseren Augen bist du natürlich kein Hater, sondern formulierst da Gedanken und an Ansprüche an das Genre, die auch wir für wertvoll halten.

Aber wenn einen das Auseinandersetzen mit dem MMO-Genre immer mehr ärgert, dann kann ich gut nachvollziehen, wenn man sich dann was anderes sucht. Das ist wahrscheinlich dann fürs Gemüt und die Magenwände das beste.

Um das mal zu sagen: Wir sind im Team von den Kommentaren unter den Beiträgen und von der Community, die sich so langsam auf der Seite bildet, sehr angetan. Das ist für uns natürlich toll, wenn Artikel, die wir schreiben, durch eine lebhafte Diskussion weiter aufgewertet werden.

Hoto

Nein, das hat nichts mit dem Artikel hier zu tun. Der ist ja an sich auch nicht falsch, vor 10 Jahren gab es solche Spielergruppen ja auch schon, heute ist dann nur noch mehr so einfach zu trennen und die Allgemeinheit steckt generell zu gerne Kritiker direkt in den Hater Topf, nur um sich ja nicht mit den Problemen auseinander setzen zu müssen und zu merken, dass man selbst mit seiner Einstellung nicht ganz unschuldig an der Entwicklung der letzten Jahre war. Statt dessen kommt dann halt ein „die Zeit für MMORPG ist halt um“… eine Äußerung, die mich richtig auf die Palme bringt, weil mehr könnte man die Wahrheit gar nicht verdrehen. Erst für alle kaputt machen und dann sagen es will halt Niemand mehr. Und so etwas liest man doch öfters mal als einem lieb ist, teilweise direkt, teilweise indirekt und zu oft von Leuten, die sich in das Genre gedrängt haben, nur weil es gerade in war.

Ne, mich darüber aufzuregen ist es einfach nicht wert und das könnte ich mich ständig aufs neue. Solche Spieler werden sich aber nie ändern.

Coreleon

Lach ja sehr netter Artikel! 😀
Also die ESO Foren sind inzwischen schon ziemlich heftig, da gibts offenbar nur noch -3 & +3 , das dauert nicht mehr lange und die Spieler gründen Terroristische Vereinigungen Oo
Auch immer schön,wenn die Leute mit RL kommen, alle die „besser“ sind sind Hartz IV Empfänger und alle die „schlechter“ sind Kacknoobs . Das kann sogar in einer Unterhaltung wechseln lol

Vor Jahren DoW2 – Last Stand gespielt, etwas unglückliche Runde ,einer war…naja nicht so gut, der dann im Chat angefangen hat zu Flamen wie ein großer mit allem drum und dran L2P … ect…wir versuchten ihm zu erklären das ,was er sich so vorstellt nicht klappt…dann kam der amüsante Teil … „Ey ich hab 2M Punkte, ihr habt keine Ahnung vom Game ihr Noobs“
Mein Kommentar dazu war… guck mal ins Ranking mein guter, denke wir haben das Spiel verstanden (War was bei 20M und #3 im Worldranking lol ) kurze Pause und dann kam… Ich hab wenigstens nen RL ! Scheiß Nerdsuchtis… .
Zu geil haben uns fast ne halbe Stunde kaputt gelacht, vom „Progamer“ zum armen „Casual“ in 30 sek! 😀
Passt zwar nicht ganz zum Thema schlägt aber in die selbe Kerbe (mal ab davon das da immer noch grinsen muss obwohl das bestimmt 5 Jahre her ist lol)

MfG

Gerd Schuhmann

Das ist ein tolles Beispiel für „Jeder, der schlechter als ich ist, ist ein Kacknoob, der keinen Plan von gar nix hat. Und jeder, der besser als ich ist, ist ein Hartz-IV-Empfänger ohne Leben.“ Ich glaub so hat das Barlowe mal in einem seiner Klassen-Casts zu WoW wunderbar formuliert.

Das ist ja das Schöne an MMOs. Was drumrum passiert, im TS, mit den Leuten, im Chat. Darüber wird dann noch Jahre später gelacht und nicht über eine Spiel-Situation.

Bei ESO find ich’s auch krass. Aber das ist auch ein Spiel unter Feuer, da setzt dann so eine Bunker-Mentalität ein. Von Anfang an schon, ich kann mich erinnern, ich hab das letzte Open Beta Wochenende gespielt, da haben Leute 30 GB Spiel gezogen, nur um einzuloggen und im Chat zu brüllen, wie scheiße das Spiel ist und wie viel besser WoW ist.

Von außen fallen uns aber auch die extremen Spieler viel stärker auf als die normalen.

Coreleon

Hihi ja da hab ich das auch her =)

Denke in den Foren findet man ohnehin nur einen gewissen „Typus“ viele Spieler lesen die gar nicht oder wenn dann mal ein Guide oder fragen wegen nem Bug nach. Der ganze Rest bekriegt sich dort mehr, zu den Pro & Contra für ein Spiel Leuten kommen ja noch:

Die „ProGamer“ – die bei jeder Gelegenheit L2P Posten und klar stellen das SIE an der Spitze der Gamer Evolution sind, haben bei allen Referenz Spielen,die in einem Thema auftauchen alles Erreicht und waren DIE #1 . Man fühlt sich allgemein auch sehr „belästigt“ von den ganzen Dummen Fragen und Meinungen der niederen Gamer Kaste, also unterlasse sie dieses gefälligst!

Die „Whiner“ – sie beschweren sich im Grunde über…ALLES Klasse X ist zu OP, die Grafik zu Bunt,zu Fad , überhaupt vorhanden… . Instanzen zu schwer,zu leicht, überhaupt vorhanden… . Und wehe es wird an der Klasse von einem Whiner was gepacht was kein Boost ist! Dann geht die Welt unter, ja das ganze Spiel, wenn nicht sogar die ganze Gaming Industrie!!!
Und während sie mit Tränen in den Augen ihre Entrüstung Posten, argwöhnt mancher Leser , das die Autoren ganz gewiss eines Tages an Dehydrierung sterben werden.

Der „Ragequittter“ – er unterscheidet sich vom Whiner dadurch das er mit dem Spiel abgeschlossen hat,naja mehrmals , im Grunde min. 1x die Woche und nun noch ein Letztes Mal die Stimme erhebt! Es gibt dafür mal einen oder sogar viele Gründe oder einfach ohne konkrete Begründung, wenn bei den ganzen Abo Stornierungen keine Zeit ist das auch noch zu begründen!
Bezeichnend ist dabei das er sich zu dem Thema meist nur 1-2x noch äußert und bis zu seinem nächsten „Abschied“ ist von ihm nix zu hören. Diese Themen werden zumeist sehr bald geschlossen, da die Fanbois und Hater diese Topics sogleich Kapern und ihre Gefechte dort austragen!

Wären so die mir auf Anhieb noch einfallen 😀

MfG

Gert-Joachim Weyer

Wenn man heute noch unbeschwert spielen möchte und einem ein MMO auch wirklich gefällt sollte man ernsthaft Foren meiden.

Man lässt sich wirklich zu schnell mitreißen,habe ich zumindest feststellen müssen.

Auf das Progamer Geschwaffel gebe ich gar nichts.Bei Wow hat mich das Gearscore Gepose schon mächtig genervt.Die Leute tun meist so als seien sie die Spitze der Nahrungskette und bilden sich was ein.Auf was eigentlich?Aufs spielen?

Eigenartigerweise sind nahezu alle Checker,Progamer oder was auch immer.Vermutlich nur mit Worten,aber sieht man sich die meisten dann Ingame an,vor allem in BG’s bei WoW wars oft so,ich sag nur Warsong,stellt man fest die meisten haben keinen Plan.

Fazit:Wie ich schon zuvor geschrieben habe,solche Threads am besten gar nicht lesen.Seine Meinung zu vertreten ist wie gegen Windmühlen kämpfen und endet meist in Beschimpfungen.

Vor allem kann man sich so selbst den Spielspaß versauen.

Antiklimax

Anstatt einen längeren Text zu schreiben, möchte ich mich dem einfach anschließen.

Coreleon

Interessant ist, das vom Eindruck her, die Com bei EvE mit eine der angenehmsten ist, die meisten Fälle bei denen es ausartet sind Externe Seiten , bei denen sie nicht mit ihrem Nick schreiben müssen oder halt die, dann doch durchaus unterhaltsame Propaganda der Powerblöcke. Das könnte allerdings auch daran liegen das der Altersdurchschnitt dort erheblich höher ist. Die paar Spieler U20 die ich mal dort antraf waren meist auch sehr schnell wieder weg. Vieleicht gibt es da ja doch ein bisschen einen Zusammenhang mit dem Alter 😉

MfG

Gorden858

Man sollte es auf jeden Fall nicht all zu ernst nehmen. Aber mit etwas Abstand haben solche Diskussionen doch ein erhebliches Unterhaltungspotenzial.

Ich habe mir vor einer Weile auch mal die ganzen ESO & Wildstar Rezensionen durchgelesen und mich köstlich amüsiert 😀

Bei ESO gibt es grundsätzlich die Gruppen:
– Skyrim war super aber hier wird man ja ständig von diesen nervigen anderen Spielern aus dem Spiel gerissen…
– Habe bisher jedes MMO gespielt und finde es gut, wenn mal etwas abseits vom Weg Innovationen probiert werden, aber was soll denn diese merkwürdige Steuerung mit Fadenkreuz. Ist doch kein „Konsolenshooter“ (Bei dem Wort habe ich besonders gelacht) und warum kann ich NPCs nicht per Klick ansprechen, gibt doch viel zu viele Tasten.
– Ihr spielt ja sowieso alle das falsche Spiel, wenn ihr Ahnung hättet würdet ihr Wildstar spielen

Bei Wildstar finden wir dann:
– Die WoW-Vertreter, die sagen, es wäre ja eh alles geklaut.
– die ESO-Spieler, die gefühlt nur vorbeischauen, um sich dafür zu rächen, dass die Wildstarfans damals „ihr“ Spiel so schlecht geredet haben.

Finde es schon sehr interessant was diese beiden Spiele für Fronten geschaffen haben…

Gerd Schuhmann

Ja, ich erleb das auch so. Und es ist anstrengend, JEDESMAL das gleiche zu lesen. 🙂

Die meisten nehmen sich ja null Zeit, um über irgendwas nachzudenken, und sagen dann das erste, was ihnen in den Sinn kommt – und das ist GENAU dasselbe, was halt jedem als erstes in den Sinn kommt.

Und dann liest man aber auch x-mal dasselbe … das macht schon keinen Spaß mehr. Also wie oft ich jetzt gelesen hab: WildStar – Grafik – Quests! – langweilig! – gequält! – mit Stufe 12 aufgehört.

Da stell ich mir immer Leute vor, die schon, bevor sie es installieren, das Gefühl haben: Das wird jetzt ein Scheiß aber. Was soll denn da dann bei rumkommen?

Das ist so wie wenn man ein Date hat und von der Freundin in einen Frauenfilm geschleppt wird und man schon mit verschränkten Arm vor der Brust in dem Kinosessel hängt. Wie wird man den Film denn dann finden? Hat der eine faire Chance?

So ein bisschen „open-minded“ muss man schon sein, denke ich. Und auch Spiele so annehmen, wie sie sein möchten. Und dann kann man ja sagen: Danke, Nein. Ist ja völlig okay. Aber diese vorgefertigte Meinung, ohne dass das Spiel eine Chance hatte, das stört mich auch.

Antiklimax

Also ich habe schon häufiger mal niedrige Erwartungen gehabt, z.B. an einen Film, um dann doch positiv überrascht worden zu sein. Das ist vor allen Dingen viel besser, als der umgekehrte Fall 😉

Ansonsten kann ich mich nur wiederholen, wenn das Produkt einem gefällt, sollte man die Kommentare dazu, gerade in den „Meine Meinungs“-Threads einfach nicht lesen. Es sei denn, man kann nicht anders (weil man z.B. ein Mod ist) oder hat genügend Abstand zu der Sache.

Gert-Joachim Weyer

Na ja Unterhaltsam ist es dann wenn man den „Abstand“ waren kann.Ich bin ehrlich,mir gelingt das nicht immer ^^

Antiklimax
Gert-Joachim Weyer

Netter Artikel und eigentlich sehr aktuell.Siehe TESo oder Wildstar.Dort geht es ja mehr oder weniger in beiden Foren rund.Nun weiß ich aber auch endlich was ein White Knight ist.Hab mich gewundert was Weiße Ritter im Forum zu suchen haben 🙂

Entwickelt sich so langsam zu einem „Glaubenskrieg“ das Ganze…fast wie bei den Fußballfans.

Am besten gefällt mir das Topic Bild.“Der Flame ist stark in dir junger Hater“ 🙂

Edit: Wo wir schon dabei sind – ich finde WoW $%§$ ;)…just kidding.

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