Die beliebte deutsche Twitch-Streamerin Mau hört auf: „Ich habe das Gefühl, alle zu enttäuschen“

Die beliebte deutsche Twitch-Streamerin Mau hört auf: „Ich habe das Gefühl, alle zu enttäuschen“

Die Streamerin und Content Creatorin Maureen „MaceZayuri“ Gaich alias „Mau“ (26) zieht sich vorerst von Twitch zurück, um sich auf ihre Gesundheit zu konzentrieren. In einem emotionalen Abschieds-Stream wendet sie sich an ihre Fans und spricht Probleme mit der Streaming-Plattform an.

Wer ist das?

  • Mau ist seit 2016 auf Twitch und hat dort 115.000 Follower
  • Erste Bekanntheit erlangte sie vor allem mit Cosplays, sie zeigte aber auch gerne Shooter wie PUBG
  • Neben Twitch ist Mau auch auf viel auf anderen Plattformen unterwegs
  • Jetzt zieht sie sich von Twitch zurück, doch der Abschied fällt ihr nicht leicht

Mau hat keine Freude mehr am Streamen

Am 29. August wendete Mau sich mit ihrem „vorerst letzten“ Stream an ihre Fans. Sichtlich emotional verkündete sie, dass es erstmal keine Streams mehr von ihr geben werde.

Darum hört Mau auf: Mau hat offenbar einfach keinen Spaß mehr am Streamen. Habe sie früher noch voller Vorfreude den Countdown bis zum Beginn ihres Streams abgewartet, säße sie nun mit Bauchschmerzen vorm PC.

Sie habe das Gefühl, sich zum Streamen zu zwingen. Dabei müsste sie das gar nicht, denn finanziell sei sie schon lange nicht mehr angewiesen auf Twitch. Dennoch fühlt sie sich verpflichtet: Sobald sie das Streamen etwas zurückstelle, um sich auf andere Sachen zu konzentrieren, käme das schlechte Gewissen.

Dann würden auch die Zuschauer merken, dass die Motivation fehle. Mau kommt es so vor, als würde sie alle enttäuschen, inklusive sich selbst. Doch die Entscheidung fällt ihr nicht leicht: Schließlich definiere sie sich auch über Twitch und hat immerhin 6 Jahre auf der Plattform verbracht.

Den ganzen Abschieds-Stream könnt ihr euch auf dem Twitch-Kanal von Mau anschauen.

Diese Auswirkungen hat Twitch auf Mau: Die Streamerin leidet unter dem Druck, ständig auf Zahlen achten zu müssen. Sie würde sich mit anderen vergleichen, habe das Gefühl, anderen nichts mehr gönnen zu können. So ein neidischer Mensch wolle sie nicht sein.

Das Ego von Mau würde es aber nicht zulassen, die Zahlen zu ignorieren. Und selbst wenn, gäbe es da immer noch die Kooperationspartner, die über die aktuellen Statistiken auf dem Laufenden gehalten werden wollen.

Darunter leidet ihre mentale und physische Gesundheit: Mau habe diverse Diagnosen, die nie vollständig gestellt worden seien. Dafür müsse sie eigentlich Arzttermine vereinbaren, doch sie hat weder die Zeit noch den Kopf dafür.

Falls euch dunkle Gedanken plagen: Ihr seid nicht allein. Holt euch bitte Hilfe. Zum Beispiel bei der Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder der Online-Seelsorge, bei der ihr auch einen Chat nutzen könnt. Das ist kostenlos und gilt bundesweit.

Erleichterung für die Fans: Mau bleibt ihnen teilweise erhalten

So geht es für die Streamerin weiter: Mau sagt ausdrücklich, sie wolle sich nicht vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Jedoch will sie sich vermehrt auf die Sachen konzentrieren, die ihr wirklich Spaß machen. Das seien gerade die Fotografie und das Modeln.

Auch Streams soll es nach einer einmonatigen Pause wieder geben. Allerdings soll es sich dabei hauptsächlich um Koch-Streams handeln. Mau lebt selbst vegan und hat Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Sie möchte gerne Rezepte zeigen und über Nahrungsmittel aufklären und informieren.

Ob die „normalen“ Streams zu Games oder in der Kategorie „Just Chatting“ irgendwann einmal zurückkommen, möchte Mau noch nicht versprechen.

Mau hat vor, weiterhin ihre Accounts auf TikTok, Twitter, instagram und Patreon zu betreiben. Sie könne sich auch vorstellen, wieder aktiver auf YouTube zu werden.

Mentale Belastung wird zum Problem auf Twitch

Das sind die Probleme: Im Zusammenhang mit Twitch wird in letzter Zeit mehr über die psychische Gesundheit von Content Creatorn gesprochen. Das Streaming kann für manche zur Selbstausbeutung einladen, da das Gefühl entsteht, immer live, immer präsent sein zu müssen:

Twitch frisst seine Kinder – Ein deutscher Streamer sagt „Mich macht das kaputt“

Andere kommen mit dem Erfolg und den steigenden Erwartungen der Zuschauer nicht zurecht. Der amerikanische Twitch-Streamer jorbs sagte sogar, er habe Angstzustände und regelrechte Panikattacken bekommen.

Selbst eine der erfolgreichsten Streamerinnen, Pokimane, kündigte kürzlich eine Pause an, um sich mental zu erholen.

Für viele junge Menschen ist eine Karriere als Influencer oder Social-Media-Star der Traumberuf schlechthin. Die deutschsprachige Gamerin Jasmin alias Gnu hat es geschafft, doch der Weg dorthin war keineswegs einfach. In einem ehrlichen Buch hat Gnu ihre negativen Erfahrungen mit der Gaming- und Influencer-Industrie verarbeitet.

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Leya Jankowski

Liebe Community,

es zeichnet sich gerade ab, dass hier ein höherer Moderationsaufwand nötig wäre, den wir so nicht gewährleisten können.

Ich persönlich finde es sehr schwierig, wenn der Tenor „soll sich mal nicht so anstellen“ ist. Gerade, wenn jemand in der Öffentlichkeit über mentale Probleme spricht.

Deshalb haben wir uns entschlossen, die Kommentare hier zu schließen.

Vielen Dank für euer Verständnis.

DeejayDMD

ab wann ist den ein streamer beliebt? mit knapp 500 zuschauern im schnitt ist MaceZayuri glaube ich wenn man nicht zufällig über sie gestolpert ist, relativ unbekannt. hab ihren abschied gesehen. mental breakbown, weil sich druck gemacht wird und privaten vernachlässigt wird, haben so viele, kann man fast jeden tag eine news drüber schreiben. nicht nur über streamer. da musste ich schon über kommentar von GeT_R3kT lachen. sie ist ja nicht mal von twitch abhängig, weil sie noch andere einnahmequellen hat, sich da also zu vergleichen und auf zahlen zu achten ist mir ein rätsel, weil sie es nicht nötig hat. dann soll sie keine partnerschaften auf twitch eingehen, um zahlen liefern zu müssen. sein privatleben sollte man allerdings auch nicht all zu sehr vernachlässigen, wenn sie es nicht mal schafft zum arzt zu gehen, ist das schon traurig, wo man sich da die prioritäten setzt, immerhin ist sie ihr eigener chef und hätte es auch reduzieren können.

Leya Jankowski

Puh, der Kommentar ist aus meiner Sicht schon recht rücksichtslos geschrieben. Natürlich gibt es mehr Leute, die Probleme und Burnouts haben. Wir beschäftigen uns hier aber gezielt mit dem Umfeld Gaming und Gaming Culture. Streaming gehört zur Gaming Culture mittlerweile dazu. Darum berichten wir auch über solche Fälle. Wir fanden, dass Mau das in ihrem Abschiedsvideo gut erklärt hatte, woher der Druck in diesem Berufszweig kommt.

Und jeder der schonmal selbst mit mentalen Problemen zu kämpfen hatte oder jemandem im Umfeld, der weiß, dass man nicht mal eben auf Knopfdruck funktioniert, wenn alles zu viel wird und auch der Gang zum Arzt dann eben nicht so einfach klappt.

DeejayDMD

das sollte nicht rücksichtslos klingen. ich sehe es nur bei vielen freunden und bekannt die selbst streamen und auch in der berufswelt von bekannten. viele merken ihre grenzen einfach nicht bis es entweder zu spät ist oder sie jemand darauf hinweist. ich finde es gut das sie sich eine auszeit gönnt um mal ihr zeug zu machen. ich folge ihr ja selbst seit etlichen jahren. es ist halt nur schade das sie es erst jetzt macht.

Mustafa Koc

500 Zuschauer ist deutsche Verhältnisse ganz gut und man kann davon nicht leben. Das sagt alles über twitch aus finde ich.

Im übrigen eine andere deutsche Streamerin „Selphy“ hat sich eher still und heimlich verabschiedet (also gar nicht). 😀

GeT_R3kT

Ein Arbeitskollege von mir, der auch sehr gerne zockt macht nun auch 3 Wochen Urlaub und zockt danach vermutlich ein neues Spiel (vielleicht auch nicht). Eventuell könnte MeinMMO auch darüber berichten? Für ein Interview wäre ich auch bereit 😉

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von GeT_R3kT
Schuhmann

Der Sinn solcher Artikel ist nicht, jemandem Internet-Punkte zu geben, sondern die Schattenseite des Influencer-Lebens darzustellen. Denn das ist interessant.

Dass man: „Hier hört jemand mit dem Streamen auf, weil der Stress zu groß wird“ mit „Da macht einer 3 Wochen Urlaub“ gleichsetzt, ist genau ein Teil des Problems. Es gibt in der Öffentlichkeit gar kein Verständnis dafür, dass dieser Lebensweg auch Probleme mitbringt.

Und wenn man darüber nie spricht, bleibt das auch so.

Und ja, diese Probleme haben Streamer nicht exklusiv. Auch andere Selbstständige haben in ihrem Job einen bestimmten Druck, auf jeden Fall.
Aber auf Twitch gibt es einige Mechanismen, die diesen Druck verstärken. Etwa das Abo-System oder die ständige Vergleichbarkeit mit allen anderen.

GeT_R3kT

Dann sollte eben das Thema in so einem Artikel thematisiert werden und verschiedene Streamer nur als Beispiel herangenommen werden. Das ist aber nicht in diesem Artikel der Fall (es gibt immer wieder solcher Artikel bei euch von verschiedenen Streamer die Pause machen oder sich schlecht fühlen). Ich bin im Consulting tätig und habe bereits 3 Kollegen mit Burnout erlebt in kurzer Zeit. Daher sollte eben dein angesprochenes Thema Hauptbestandteil des Artikels sein und wie schon erwähnt Berufszweige (unter anderem Streamer) und einigen Beispielen einfließen lassen. Ansonsten ließt es sich eher nach „Unbekannter Streamer hat es nicht leicht“

Leya Jankowski

Wir greifen das Thema immer mal wieder auf und eben auch in solchen Einzelfällen. Es melden sich auch immer mehr zu Wort, dass eben bei Twitch und im Streaming nicht alles glänzt. Was spricht dagegen dann auch mal Einzelsituationen aufzugreifen? Es sind auch einige Beispiele noch in diesem Artikel verlinkt, wer sich mehr damit beschäftigen möchte.

Agravain

Ja was denn nun?
In der Headline steht sie hört auf und weiter unten wiederum steht dann sie mache nach einer einmonatigen Pause wieder Streams aber halt hauptsächlich Kochstreams.

Also macht sie ne Pause und ändert dann lediglich was sie streamt.

Huehuehue

Na, so schwer verständlich ist es jetzt aber nicht: Bisher streamt sie regelmässig (aka. „nach Zeitplan“) und durch die Bank alles Mögliche. Damit hört sie jetzt auf, streamt erstmal einen Monat gar nicht mehr und danach nur noch unregelmässig und nach Lust und Laune und nur noch Kochenstreams. Sie hört also auf, das „beruflich“ zu machen, sondern macht es zukünftig nur noch gelegentlich. Auch Profifußballer, die ihre Profikarriere beenden, „hören auf“, obwohl die meisten von ihnen halt hobbymässig noch in irgendwelchen Kreis-, Senioren- oder Hobbyligen Fußball spielen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
Ooupz

Wer? Noch nie gehört

Mustafa Koc

Ist ok, sie hat wie viele Streamer, nur dreistellige Zuschauerzahlen. Ist für Twitchverhältnisse ganz gut.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Mustafa Koc
Agravain

Gehört glaube zu der Clique von Kutcher und Co.

Ooupz

Also so Mittelklasse Streamer die man nicht kennen muss, ich verstehe

Mustafa Koc

Das seien gerade die Fotografie und das Modeln.

Also kann man jetzt so oder so interpretieren. 😀 Ohne es absichtlich böswillig zu interpretieren zu wollen.

Es fällt schon auf, dass twitch eigentlich nur für die „unteren“ Streamer eine profitable bzw notwendige Sache ist. Ab einer gewissen Schwelle des Bekantheitgrades bringen andere Sachen mehr Geld ein. Wie in ihrem Fall Patreon/Onlyfans, oder wie bei Monte oder anderen die Werbeeinnahmen. Ab dieser Schwelle braucht man twitch nicht mehr so dringend.

Und für die Streamer die noch weniger Zuschauer haben ist twitch auch nur netter Nebenverdienst.

Das kann alles eigentlich nicht im Interesse von twitch sein. So wird man nämlich nie sowas wie Youtube.

Huehuehue

das Streaming kann für manche zur Selbstausbeutung einladen, da das Gefühl entsteht, immer live, immer präsent sein zu müssen:

Das ist nicht nur „ein Gefühl“, sondern der Algorithmus von Twitch erfordert das auch – je weniger du streamst, desto seltener landest du auf den Vorschlagsseiten und umgekehrt und, angeblich, merken Streamer, nach eigenen Aussagen (zumindest welche im mittleren dreistelligen Zuseherbereich) sofort und das dann über Wochen, wenn sie nicht nach einem Zeitplan streamen oder, noch schlimmer, mal Tage auslassen (müssen), den Rückgang sofort und dann auch noch wochenlang. Wenn das deine Haupteinahmequelle ist, ist das natürlich ganz bitter.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
N0ma

soll der Algorithmus was anderes machen?

Huehuehue

Ich wüsste nicht, was. Es halt bloß nicht nur ein Gefühl, sondern „das System“ verlangt das auch von den Streamern.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
Compufreak

Ja.

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