LoL: Chef von Riot Games wird wegen sexueller Belästigung verklagt

Eine ehemalige Angestellte von Riot Games (League of Legends) hat den CEO Nicolo Laurent wegen sexueller Belästigung verklagt. Seine eigene Assistentin sagt: Der CEO hätte sie über die Jahre mehrfach belästigt und sie wurde gefeuert, als sie sich weigerte, eine Affäre mit ihm einzugehen. Von Riot Games heißt es: Die Frau sei wegen einer Vielzahl von Beschwerden entlassen worden.

Das sind die Vorwürfe: Sharon O’Donnell ist eine ehemalige Angestellte von Riot Games. Sie arbeitete knapp dreieinhalb Jahre als „Executive Assistant“ für Nicolo Laurent.

Die ehemalige Angestellte hat am 7. Januar eine Klageschrift wegen sexueller Belästigung vor einem Gericht in LA County eingereicht (via documentcloud.org). Sie fordert Schadensersatz. Die US-Seite Vice hat diese Vorwürfe nun aufgegriffen und publik gemacht.

Zu den Vorwürfen gehören etwa:

  • Laurent habe O’Donnell eingeladen, zu ihm nach Hause zu kommen, als seine Frau weg war – dabei soll er den Ausdruck „cum“ verwendet haben, was die Einladung klar sexuell konnotiert
  • Der CEO soll die Größe ihrer Unterwäsche mit ihr besprochen haben
  • er soll ihr gesagt haben, seine Frau sei eifersüchtig auf wunderschöne Frauen
  • er soll sich über ihren Tonfall beschwert und ihr gesagt haben, sie solle sich „weiblicher“ verhalten
  • Laurent soll weiblichen Angestellten geraten haben, doch ein Kind zu bekommen, um mit dem Stress durch Covid besser umzugehen
  • Riot Games pflege eine „männlich dominierte Kultur“. Weibliche Angestellte würden diskriminiert, belästigt und als Bürger zweiter Klasse behandelt. Es gebe sehr wenige weibliche Führungskräfte bei Riot Games.

Wie ging das mit der Angestellten bei Riot Games aus? In der Anklageschrift heißt es: Als die Angestellte nicht auf diese Avancen einging, soll das zu ihre Entlassung geführt haben.. Nachdem sie sich geweigert hatte, ins Haus des Chefs zu „cummen“, sei der Umgang mit ihr feindselig und ärgerlich geworden. Sie wurde angebrüllt, ihr wurden Aufgaben entzogen und letztlich wurde sie entlassen.

Sie glaubt, die Entlassung sei falsch und liege daran, dass sie sich geweigert hatte, eine Affäre mit dem CEO einzugehen.

Außerdem sei sie nicht für alle Stunden bezahlt worden, die sie gearbeitet hat, und ihr wurden keine Essenspausen genehmigt.

Die Angestellte sagt, sie sei jetzt in medizinischer Behandlung aufgrund der sexuellen Belästigung.

LoL: Riot zahlt 10 Mio $ an 1000 Frauen, die dort gearbeitet haben

Riot Games widerspricht dem angeblichen Kündigungs-Grund

Das sagt Riot Games: Die LoL-Entwickler sagen in einem Statement zu Vice: Sie untersuchen die Vorwürfe, aber im Moment arbeite Laurent normal weiter. Weil die Vorwürfe den CEO betreffen, überwache ein spezielles Komitee die Untersuchung, die von einer externen Kanzlei durchgeführt wird.

Der CEO hat volle Unterstützung und Kooperation zugesichert.

Eins könne Riot Games schon jetzt sagen: Die Angestellte sei vor 7 Monaten entlassen worden aufgrund von „vielen gut dokumentierten Beschwerden von einer Vielzahl von Leuten.“ Irgendwelche anderen Behauptungen seien einfach falsch.

Linkedin-Sharon-O'Donnell
Auf ihren Social-Media-Kanälen teilt O’Donnell viele Artikel zu Frauen in Führungs-Position und zu sexueller Belästigung.

Wie tritt O’Donnell öffentlich auf? Laut ihrer Linkedin-Seite arbeitete Sharon O’Donnell von Oktober 2017 bis Juli 2020 als „Executive Assistant to Chief Executive Officer“ bei Riot Games (via linkedin). Das dürfte eine Position sein, die man früher als Chefsekretärin bezeichnet hätte.

Auf ihrer Twitter-Seite schreibt sie von sich „Wunderschön, dickes Fell, ehemalige Executive Assistant bei Riot Games, im Juli 2020 gefeuert worden, weil sie ein „Tone“-Problem hatte“ (via twitter). Auf Twitter teilt sie Artikel zu Frauen in Führungs-Positionen und Artikel über Vorfälle zur sexuellen Belästigung, vor allem bei Riot Games.

In der Zeit, als Sharon O’Donnell bei Riot Games war, fielen weitere Vorwürfe gegen die LoL-Entwickler. Die sollen ein frauenfeindliches Klima erschaffen haben:

League of Legends: 2 Frauen verklagen Riot – Das sind die Vorwürfe

Quelle(n): Vice, gamesindustriy.biz, Klageschrift, Riot Games (TItelbild)
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chack

Aufgrund der Tatsache das sie scheinbar viel über Frauen in Führungspositionen spricht und teilt und aufgrund ihres “Tone” nach eigener Aussage gefeuert wurde, hat die Frau sich sehr wahrscheinlich aufgeführt als hätte sie als Chefsekretärin was zu melden. Klar das da sich die Leute in ähnlichen Positionen über die Frau beschweren bei solch einem Verhalten. Sie konnte es einfach nicht auf sich sitzen lassen und macht eine auf “Fake”anschuldigung um es es den “Boys” heimzuzahlen. Weil das alles ist ja nur wegen ihres Geschlechts passiert und nicht etwa weil sie sich falsch verhalten hat. Da war wohl jemand einfach zu Ehrgeizig und hat sich und die eigene Position überschätzt. Und klar ist sie zusätzlich jetzt so Traumatisiert das sie in Psychologische Behandlung muss, das nenn ich maximale Hingabe. Die Frau ist völlig over the top, deswegen wurde sie ja auch gefeuert. Wahrscheinlich redet sie sich auch ein wenn sie bei was failed, es aufgrund ihres Geschlechts ist und nicht etwa weil sie Fehler gemacht hat etc.

Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten von chack
DDuck

Naja es wird ziemlich schwer das zu beweisen. Wenn ich mal an meine eigene englische Aussprache denke, würde ich behaupten, dass “cum” und “come” phonetisch nahezu identische Worte sind. Sollte man das nicht irgendwie schriftlich haben (Mail, Whatsapp, SMS, whatever) wird man damit gegen eine Wand laufen. Was den Rest angeht wird es ähnlich schwer, wenn die Einladungen nachhause, weil Frau nicht daheim und die Kommentare zur Unterwäsche nicht schriftlich oder unter Zeugen getätigt wurden.
So primitiv, pietät- und respektlos solche Sachen auch seien mögen (sofern sie denn wahr sind), wird das wohl leider wie so oft auf eine klassische “Aussage gegen Aussage”-Situation hinauslaufen, wenn schriftlich nichts belegt werden kann.

Was mich allerdings etwas wundert: Warum arbeitet eine Frau, die sich öffentlich so für Empowerment, Diversity, moralische und ethische Werte, Frauen in Führungspositionen und gegen sexuelle Belästigung einsetzt, überhaupt so lange bei Riot Games?!

Gerade in den Jahren nach 2017 (wo sie ihre Arbeit dort ja aufgenommen hat) kamen ja immer wieder Beschwerden und auch Klagen gegen das Unternehmens an die Öffentlichkeit, gerade WEIL dort so ein frauenfeindliches Klima herrscht…und die haben sogar zu Urteilen geführt. Wenn man doch ein so starkes (und ehrenwertes) Credo hat, warum schenkt man seine Arbeitskraft dann überhaupt solange einem Unternehmen mit stellenweise so fragwürdigen Umgangsformen gegenüber Frauen?

Thyril

Alle Vorwürfe klingen eher als ob sich zwei gute Freunde unterhalten 🤣 .

  • „er soll ihr gesagt haben, seine Frau sei eifersüchtig auf wunderschöne Frauen“

OH NEIN

Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten von Thyril
YaNein

thyril, willste mal bei mir vorbeikommen? am besten wenn meine frau nicht da ist… und wir das haus für uns haben 🙂

btw, was trägst du so wie unterwäsche? ich mag es ja, wenn es etwas enger ist.

ja, ganz normale gespräche unter kollegen, wobei einer der vorgesetzte der anderen ist.

ganz normal.

?

Thyril

weiß ja nicht in was für einer verklemmten bude du arbeitest lmao

Grinsekatze

OHne (!) den Artikel gelesen zu haben: die Anschuldigungen (egal ob neue oder alte) sind bereits JAHRE alt…soll heißen, dass hat so lange gedauert? Uff. Aua.

ImInHornyJail

Die Angestellte sei vor 7 Monaten entlassen worden aufgrund von „vielen gut dokumentierten Beschwerden von einer Vielzahl von Leuten.“

Würde mich mal interessieren was das für Beschwerden sind…

Zuletzt bearbeitet vor 9 Monaten von ImInHornyJail
Frank

überhaupt nicht. Ich sage nur, dass es sehr schwer wird das zu beweisen. Siehe meine Aussage

Denke nicht dass die Frau damit erfolg haben wird. Selbst wenn es stimmt.

Und das “selbst wenn es stimmt” ist auch korrekt da es bisher ja nur Anschuldigungen sind. Es gibt keine Täter und Opfer sondern mutmaßliche Opfer und mutmaßliche Täter. Man kann der Frau ja gerne glauben oder eben auch nicht. Ich persönlich möchte dazu keine Aussage treffen. War ja nicht dabei. Aber wie du da eine Täter-Opfer-Umkehr reininterpretierst weiß ich wirklich nicht.

YaNein

darüber nachgedacht und kommi gelöscht.

Frank

Laurent habe O’Donnell eingeladen, zu ihm nach Hause zu kommen, als seine Frau weg war – dabei soll er den Ausdruck „cum“ verwendet haben, was die Einladung klar sexuell konnotiert

Und wie will sie das beweisen? Cum und come bzw. cumming and coming klingt ausgesprochen exakt gleich. Solange das nicht als Text oder Email oder dergleichen vorliegt kann das ja jeder behaupten. Ich weiß jetzt nicht ob es ein generelles Tabu ist, eingestellte zu sich privat einzuladen. Aber besonders diese Anschuldig lässt sich nur sehr schwer beweisen bzw. sehr einfach abschmettern. Wenn den Rest kein Anderer gehört hat genau so. Denke nicht dass die Frau damit erfolg haben wird. Selbst wenn es stimmt.

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