Individualisierung – Das große Steckenpferd von WoW
Wie euer Charakter in der Spielwelt dargestellt wird, liegt gänzlich bei euch. Das entscheidet sich nämlich nicht nur dadurch, welche Ohren, Frisur, Volk, Klasse oder Hautfarbe ihr wählt, sondern auch in zahlreichen anderen Möglichkeiten, mit denen man sich im Spiel ausdrücken kann. Ein paar Beispiele:
- Die Ausrüstung eures Charakters kann per Transmogrifikation angepasst und verändert werden. Ihr könnt zahllose Sets sammeln, eigene erstellen und sogar Situationen vorgeben, bei denen euer Charakter die Kleidung automatisch wechselt – etwa ein gemütliches RP-Set in der Hauptstadt oder ein funkelndes Paladin-Set in Dungeons.
- Es gibt viele Hunderte Kampf-Haustiere („Pets“), die ihr an eure Seite beschwören könnt. Von niedlichen Schäfchen über kleine Dämonen oder wabbelnde Tentakel. Was immer eben zu euch passt.
- Über 1.000 Reittiere sorgen dafür, dass ihr garantiert eines findet, das genau zu eurer Heldin oder eurem Helden passt. Die Auswahl ist gigantisch.
- Titel geben eurem Charakter noch etwas mehr Persönlichkeit. Seid ihr „Herbert, Schlächter der Sin’dorei“ oder doch „Josefine, die Suppenaufseherin“?
- Eine Kiste mit über 1.000 Spielzeugen hat sicher das Passende, um eurem Charakter noch einen coolen, optischen Effekt zu verleihen – oder einfach einen kleinen Wurf Welpen zu beschwören, die jedes Herz zum Schmelzen bringen.
Diese Entscheidungen sind übrigens nicht permanent. Ihr könnt euren Charakter bei einem Barbier nachträglich anpassen, ihm neue Gesichtszüge, Hautfarbe, Ohren, Frisuren und mehr verpassen. Sogar das Geschlecht könnt ihr hier nachträglich ändern – weshalb man vielleicht einen neutralen Namen wählen sollte.
Ebenfalls viel Individualisierung ist bei der Gestaltung der Benutzeroberfläche möglich. Ihr könnt den vorgefertigten Standard nehmen oder euch am Bearbeitungsmodus richtig austoben. Alle Elemente des Interface können verschoben, in ihrer Größe skaliert und in ihrem Informationsgehalt angepasst werden. So wollt ihr als Heiler vielleicht die Lebensbalken der Verbündeten besonders groß sehen, während sie euch als DPS-Charakter nicht so wichtig sind.
Wenn euch die Einstellungen des Spiels nicht reichen, könnt ihr auch noch Addons installieren – kostenfreie Zusatz-Modifikationen, die von der Community erstellt wurden. Sie erlauben noch mehr Individualisierung.
Ein frischer, neuer Punkt der Individualisierung sind die Spielerbehausungen („Player Housing“ oder einfach „Housing“). Alle können sich ein eigenes Haus zulegen, in eine Nachbarschaft mit anderen Spielerinnen und Spielern ziehen und ihr Haus nach belieben dekorieren, einrichten und gestalten.
Die Möglichkeiten des Housings sind in WoW schier endlos und nach Meinung vieler ist es das beste Housing-System, das aktuell auf dem MMORPG-Markt existiert. Falls ihr einen kleinen Einblick wollt, was Leute mit ihren Häusern gemacht haben, schaut doch mal in diese Artikel hier rein:
- Mein Nachbar hat das beste Haus von allen
- Ich habe 2 Wochen einen Magierturm gebaut – hier ist das Ergebnis
- Eine Freundin hat aus ihrem Haus eine finstere Höhle gebaut
Auch wenn die Grafik von World of Warcraft inzwischen ein wenig angestaubt ist: Die Möglichkeiten der Individualisierung und Anpassung nehmen immer weiter zu. Es fällt leicht, einen Charakter zu erschaffen, der voll und ganz das darstellt, was ihr sein wollt – vom gewählten Reittier über die Optik bis hin zum kleinen gemütlichen Eigenheim oder prunkvollem Palast.
Lediglich manche Völker haben etwas zu wenig Anpassungsmöglichkeiten bei der Charakter-Erstellung.
Cortyn meint: Meine Charaktere genau nach meinen Wünschen zu formen ist ein weiterer Grund, der mich WoW so lange spielen lässt. Ich fühle mich mit meiner Draenei-Schattenpriesterin und meiner Nachtelfen-Magierin so verbunden wie in keinem anderen Spiel jemals zuvor. Ich kann ihren Stil so weit beeinflussen, dass sie regelrecht ein Teil von mir geworden sind. Etwas, das andere Spiele nur schwer erreichen. Besonders durch das Housing hat diese Individualisierung nochmal eine neue Facette gewonnen, in die man Stunden und Tage an Zeit stecken kann.
Die aktuelle Erweiterung „Midnight“
Die neuste und damit aktuelle Erweiterung ist Midnight. Das ist der zweite Teil der dreiteiligen Weltenseelen-Saga und spielt in den Elfenländern von Quel’thalas und deren Hauptstadt Silbermond.
Wer World of Warcraft seit vielen Jahren nicht mehr gespielt hat, wird eine Menge Nostalgie erleben. Denn Silbermond und der Immersangwald, also die Heimat der Blutelfen, hat sich weiterentwickelt, ohne dabei seinen Charme zu verlieren. Das Gefühl der neuen Gebiete ist wunderbar nostalgisch und dennoch frisch und wird von vielen Seiten gelobt.
Ungewohnt ist auch, dass Midnight nicht mit einem einzelnen Raid gestartet ist, sondern gleich mit drei. Das passt aber gut zur Erzählstruktur, da die Raids stärker in die Story eingebunden sind.
Die erste Saison von Midnight („Mythisch+“) gilt als etwas leichter als vorherige Saisons. Das mögen zwar nicht alle, aber es bietet einen großen Vorteil: Der Einstieg ist leichter. Wer bisher nicht in M+ reingeschaut hat, wird es mit Midnight deutlich einfacher haben. Das liegt daran, dass die Entwickler auch eine Mechanik eingebaut haben, die speziell den Einstieg für Tanks viel einfacher macht. Falls ihr also bisher Angst vor den harten Dungeons der Kategorie M+ hattet – vielleicht ist genau jetzt der Zeitpunkt gekommen, um 4 Freunde einzupacken und es einfach mal zu versuchen.
Der einzige Nachteil für Neulinge ist, dass Midnight eben Teil 2 einer Trilogie ist. Es wird dringend empfohlen, die Zusammenfassung der vorherigen Erweiterung („The War Within“) zu spielen oder sich auf YouTube über die Handlung aus The War Within zu informieren. Denn sonst wird man kaum verstehen, worum es in der Hauptstory eigentlich geht und wer all die Charaktere sind, die dort auftauchen.
Cortyn meint: Die 3 Raids zum Start von Midnight möchte ich besonders loben. Jeder einzelne Kampf ist interessant, hat spannende Mechaniken und es gibt einen schönen Anstieg der Schwierigkeit über die Raids hinweg. Die unterschiedliche Menge an Bossen pro Raid sorgt auch dafür, dass man mit weniger Zeit am Abend leicht eine Gruppe findet, die genau die Aufgabe erfüllt, der man sich gerade stellen will.
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Bin jetzt auch seit 20 Jahren dabei und habe mich mittlerweile einfach satt an WoW gesehen. Ich hab im neusten Addon die die ersten beiden Gebiete durchgequestet, ein paar Dungeons gemacht, etwas Housing und anschließend die Beutejagden gespielt. In dem Moment, in dem ich im Maxlevel angekommen war, war die Luft für mich raus. Nicht weil das Addon schlecht ist, sondern weil ich mich einfach nach neuartigen Spielerlebnissen sehne.
Ich spiele WoW seit Vanilla und werde es wohl auch bis zu meinem oder seinem Tod spielen, je nachdem was früher geschieht.
Ich würde jetzt jedoch nicht mehr damit anfangen: die Grafik (finde ich bei anderen MMOs besser), die Quests (macht für mich Eso viel besser), das Ruf grinden (Ultra nervig) und jetzt auf einmal das schnelle Updates bringen (vorher gefühlt 6 Monate kein Update, jetzt gefühlt alle 2-3 Monate.
Ich weiß, ich bin in meinem Trot gefangen, aber es ist OK für mich.
Nur als neuer Spieler würde ich damit nicht mehr anfangen.
Ich spiele seit über 20 Jahren WoW und muß gestehen das mir diese Erweiterung überhaupt nicht gefiel.
Hauptgeschichte und diverse Nebenquests waren teilweise wirklich für 6jährige designt worden.
Für mich beinhaltet das Spiel zu viele Filme während ich questen möchte.
Die Entscheidung seitens Blizzard den XP Stop zu deaktivieren ist für mich und meine Spielweise überhaupt nicht toll…da ich noch nie so schnell am Ende es Spiels angekommen bin.
Ich kann nicht in Ruhe questen ohne mit XP zubombardiert zu werden.
Was mir eben besonders auffällt, da ich kurz vor Midnight und jetzt auch wieder in BC Classic unterwegs bin.
Ich muß gestehen Classic BC ist für mich das bessere MMORPG.
Es sind ja auch zwei völlig verschiedene MMORPGs.
Im übrigen haben mich die neuen Questgebiete richtig enttäuscht…..fällt Blizzard nichts neues mehr ein?
Im letzten Gebiet ( Leerensturm ) hatte ich das Gefühl Blizzard hatte keinen Bock mehr auf das Designen einen Questgebiets…..
Vom Versprechen seitens Chris Metzen Warcraft zurückzubringen ist aus einem Blizzard nur ein Lüftchen geblieben.
Für mich ist Midnight trotz mega Grafik eine Enttäuschung.
Zu schnell im Endlevel…..zu wenig neues was Questgebiete angeht.
Mit am schlimmsten ist die Hauptgeschichte…zu seicht und nicht einmal einer Seifenoper würdig.
Nirgends im Spiel findet man noch Warcraft!
Das Spiel beinhaltet “zu viele Filme” während du questen willst?
Es gab während der rund 40 Spielstunden, die man für alle Quests braucht (wenn man sehr, sehr flott spielt) knapp 20 “Filme”, wovon einige nur kurze Kamerafahrten zu einem Feind sind, andere mehrminütige Cinematics. Das macht auf 40 Stunden vielleicht “Filme” von maximal 30-40 Minuten – das sind weniger als 2 % der Spielzeit und du kannst die jederzeit abbrechen oder überspringen.
Wenn dich der Leerensturm enttäuscht hat, ist das natürlich schade, aber es ist eben der Überrest einer vernichteten Welt, ähnlich wie K’aresh.
Dein Argument mit dem “Level-Stop” verstehe ich auch weiterhin nicht, denn die ganze Spielwelt der aktuellen Erweiterung skaliert doch mit dir. Also selbst wenn du im ersten Gebiet schon 80 werden solltest, bleibt ja alles auf deiner Stufe.
Aber ganz ehrlich: Du schreibst seit 10 Jahren bei jeder Erweiterung quasi den gleichen Text. Du bist absolut jedes Mal enttäuscht. Aber du kommst nicht zu dem Schluss, dass WoW vielleicht einfach nicht mehr dein Spiel ist.
Spiel doch Classic. Das ist doch offenbar das Spiel, was du willst.
Mit dem erreichen des Endlevels ist für mich eben die Luft raus, für andere beginnt das Spiel ab diesem Zeitpunkt.
Der Weg dorthin ist mir eben zu schnell ….kann man verstehen, muß man aber nicht.
Du hast aber Recht….Midnight ist nicht mehr mein Spiel.
Ich habe es jetzt auch verstanden.
Mich haben die neuen Bilder der Gebiete vor dem Erscheinen blenden lassen.
Blizzard hat die Erweiterung eben für Kinder oder Jugendliche entwickelt.
Für alte MMORPG Spieler Ü50 bietet Blizzard ja Gott sei Dank Classic an.
Blizzard hätte statt 30 – 40min Filme lieber manpower in Questgebiete und Geschichte investieren sollen.
Als ich in der neuen Hauptstadt einen Dackel auf einem Kissen tragen musste ist in mir alles gestorben was mich an Warcraft erinnert.
Stimmt, Schweineschei*e durchwühlen zu müssen, ist selbstverständlich wesentlich Erwachsener… das ist das, auf das “alte MMORPG Spieler Ü50” dann also scheinbar geschichtenmässig so abfahren?
Stimmt, weil Hunde finden ist ja auch nicht schon eine Quest in Mulgore im klassischen WoW …
WoW lohnt sich wenn man auf Geschichten für 6-Jährige ala Arielle, die Meerjungfrau steht. Alles ist rosig, bequem und harmlos und selbst wenn man ganz oberböse Gegner hat, wird am Ende doch alles gut.
Ich glaube, das kann man auch wirklich nur behaupten, wenn man die Quests in World of Warcraft nicht liest. Denn sonst wüsstest du, wie düster einige der Aufgaben im aktuellen WoW sind.
Nur um dir mal ein Beispiel zu nennen: Einer der Amani-Trolle muss sich als Jäger beweisen und nimmt dabei die Hilfe des Spieler-Charakters in Anspruch. Am Ende versucht er den Spieler-Charakter zu hintergehen und will ihn töten. Er scheitert dabei, wird von den anderen Amani dabei erwischt. Seine Strafe ist, dass er nun mehrere Jahre lang mit einem Speer durch den Oberkörper gerammt von der Ausbildungshütte der Amani-Jäger aufgespießt dort als Mahnmal verbringt, aber als Troll (mit hoher Regeneration) dabei am Leben gehalten wird.
Seine Lektion: Wenn du betrügst, mach es richtig.
In einer anderen Quest geht es darum, dass ein kleines Mädchen das Trauma nicht überwinden kann, ihr Geschwister bereits verloren zu haben, weil es früh gestorben ist.
In einer Quest in Silbermond helfen wir einem Magister dabei, eine adlige Frau auszurauben, die angeblich eine Schmutzkampagne gegen ihn fährt. Doch in der Quest stellt sich dann heraus, dass dieser Magister seit Wochen und Jahren die Obdachlosen und Armen der Stadt ausnutzt und sie in dämonischen Ritualen opfert – nachdem er ihnen erst Hoffnung gemacht hat, für ihn länger arbeiten zu können. Das ist eine ziemlich finstere Questreihe. Da gibt es kein Happy End. Es gibt nicht einmal eine klare “gute” Seite, denn auch die adlige Frau ist definitiv nicht “gut”.
In noch einer anderen Quest finden wir heraus, warum der Leerensturm heute so aussieht, wie er aussieht: Ein genialer, aber gnadenloser Forscher hatte die Aufgabe, “den Krieg für immer zu beenden” – und das hat er geschafft mit einer Waffe, die den ganzen Planeten ausgelöscht und Milliarden getötet hat.
Daher werte ich deinen Kommentar einfach mal als das was er ist: Ein Troll-Kommentar.
Danke für den Artikel. Aber Du hast vielleicht nicht eine ganz realistische Perspektive als echter Profi – ich schaue mit jeder Erweiterung immer gerne mal bei WoW rein, bin aber objektiv ein eher langsamer Spieler mit unterirdischen Reaktionszeiten. Dass heisst konkret, dass ich zuverlässig aus jeder Gruppe herausfliege – einfache Mythics, random dungeon groups, sogar Dailies, weil das “Endgame” ja nur aus Sekunden-optimierten Dauerruns besteht.
Solange es tools wie Details! (Damage Meter) gibt, wird sich das nicht ändern – da geht nur komplett solo. Gilden funktionieren da auch nur begrenzt…
Solo macht durchaus Spass – WoW ist nicht umsonst so alt und erfolgreich – aber wer auf Deinen Plan da heute einsteigt, wird sich ein dickes Fell zulegen müssen…
Die Lösung für dich ist wirklich eine Gilde. Es gibt Gilde mit “langsameren” Spielern, mit nicht so guten Reaktionszeiten. Die schaffen dann halt nicht die härtesten Inhalte, aber die feiern auch Erfolge, halt eben auf ihrem Niveau.
Damage Meter ist inzwischen Teil des Grundspiels von World of Warcraft – das wird sich auch nie wieder ändern.