Der YouTuber Timo „LIONTTV“ war in dem Podcast EDELTALK zu Gast und erzählte von seiner damaligen YouTube-Zeit. Er war in den 2010ern einer der Größten der Plattform, bis er ein Album veröffentlichte und eine massive Hatewelle gegen ihn losgetreten wurde.
Um wen geht es? Wer in den 2010ern auf YouTube unterwegs gewesen ist, kam an einem Namen nicht vorbei: LIONTTV oder Liont. Er war der Freund von Dagi Bee, ebenfalls ein sehr großer Name der Plattform und produzierte hauptsächlich Comedy-Videos.
Im Mittelpunkt stand er mit seiner Persönlichkeit oder auch die öffentliche Beziehung zwischen ihm und Dagi Bee. Sein YouTube-Kanal hatte im Jahr 2014 die 1-Million-Abonnenten-Marke geknackt und alles schien makellos für den YouTuber zu laufen bis er sein Album herausbrachte.
In dem Podcast EDELTALK auf YouTube berichtete Liont von seiner damaligen YouTube-Zeit und auch von seinem Absturz wegen des krassen Hasses gegen ihn.
Auch HandOfBlood war zu der Zeit ein großer YouTuber:
„Ich hatte alles erreicht“
Warum wurde Liont gehasst? Alles begann im Jahr 2015 als Liont sein Album Löwenkind veröffentlichte. Löwenkind war die Bezeichnung für seine Fans und das Album beinhaltete insgesamt 14 Songs. Mit dem Album ging Liont auch auf eine Tour.
Da das Album in dem Genre Hip Hop/Pop-Rap zu verzeichnen war und es auch in die deutschen Charts schaffte – davon sogar eine Woche auf Platz 2 (Quelle: offiziellecharts.de) –, geriet Liont in die Schusslinie von deutschen Rappern. Allen voran dem Rapper Gio.
Gio veröffentlichte daraufhin einen Disstrack – „Kein Rapper“ – gegen Liont, in dem er dem YouTuber verschiedene Dinge vorwarf, unter anderem Geldgier. In den 2010ern war es noch ziemlich verpönt, großartig Geld mit Social Media zu verdienen. Schnell wurde der Vorwurf gemacht, gierig nach Geld zu sein und seine Fans „ausbeuten zu wollen“.
Auch Dagi Bee und andere Lifestyle-YouTuber mussten sich das häufig anhören. Eine Aussage, die in der heutigen Zeit mit den sehr gut verdienenden YouTubern und Twitch-Streamern fast schon lächerlich scheint.
Wie wurde Hass zum Trend? Durch den Disstrack, aber auch durch das wiederholte Schießen von anderen YouTubern, wie beispielsweise HandOfBlood, wurde es zu einer Art Trend, Liont nicht zu mögen. Die Communities der verschiedenen YouTubern taten es ihren Vorbildern gleich und schossen sich auf Liont ein.
In EDELTALK erzählt Liont wie die Zeit damals für ihn war: Er erhielt zahlreiche Morddrohungen und fühlte sich als würde die ganze Welt ihn hassen.
Der Hass sei so weit gegangen, berichtet Liont, dass selbst Freunde beziehungsweise YouTube-Kollegen, mit denen er immer wieder kollaboriert hatte, sich von ihm distanzierten. Die Situation drängte Liont schließlich in eine Alkoholsucht und zu starken psychischen Problemen.
Liont meint weiter: „Es war diese Zeit bei YouTube, wo es wirklich nur funktioniert hat. Alles hat funktioniert. Egal, was du gemacht hast. […] deswegen war auch der Fall so heftig für mich. Ich war ganz oben angekommen, ich hatte alles erreicht. Es ging nicht noch höher. Und dann von da oben, watsch, komplett runter, doppelten Salto, Genickbruch, alles. Krank.“ (Quelle: YouTube ab Minute 27:56).
„Überhaupt nicht stolz drauf“
Wie steht es jetzt um Liont? Mittlerweile ist der Hate, aber auch der Hype um Liont versiegt. Liont begab sich in psychischen Behandlung und konnte heilen. Akteure, die damals an dem Schüren des Hass’ beteiligt haben, haben sich mittlerweile öffentlich entschuldigt.
Gio setzte sich mit Liont in einen Stream (Ausschnitt auf YouTube) und reagierte gemeinsam mit ihm auf den Disstrack. Sie ließen die Zeit Revue passieren und der Rapper entschuldigte sich bei dem YouTuber.
Auch HandOfBlood sah seinen Fehler ein und zeigte ebenfalls Reue: „Heute muss ich sagen, dass ich mich dafür sehr schäme, weil bei all dem Spaß, den man da vielleicht selber hatte oder wie toll ihr dann vielleicht auch diese Videos in Erinnerung habt, muss man einfach sagen, dass das übertrieben asozial war und wir ihm höchstwahrscheinlich ganz schön wehgetan haben. Ich bin da überhaupt nicht stolz drauf.“ (Quelle: YouTube ab Minute 00:08).

Auf seinem YouTube-Kanal LIONTTV erzählt Liont in seinem Podcast beispielsweise von seiner damaligen Zeit und Problemen. Aber auch Reactions zu verschiedenen Videos finden sich neben neuer Musik. Kurz gesagt: Der YouTube-Kanal von Liont scheint heutzutage alles zu beinhalten, worauf der YouTuber Lust hat.
Liont hatte vor allem damals Erfolg mit YouTube, weil er viel mit seiner damaligen Freundin Dagi Bee, ebenfalls YouTuberin, Inhalte erstellte. Ihre öffentliche Beziehung wurde in einer Doku thematisiert: Eine neue Doku zeigt Aufstieg und Fall des ersten Traumpaars von YouTube Deutschland
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Es ist ja löblich, sich danach zu entschuldigen, hinterher ist man immer schlauer. Die große Kunst besteht dagegen darin, es erst gar nicht soweit kommen zu lassen!! Daher sollte dies ein (weiteres) Mahnmal sein, nicht mit der Masse mit zu schwimmen! Es ist einfach oft nur destruktiv… leider beteiligen sich dabei bereitwillig, viel zu viele, ohne Sinn und Verstand, ohne Reflektion oder Empathie… solange bis die Betroffene Person dann zerbricht.
Ich wünsche mir, dass die Täter aktive Aufklärungsarbeit betreiben, ihre Communities zum Thema sensibilisieren und somit Prävention leisten. Nicht weniger- die Täter stehen in einer Schuld! Nur eine Entschuldigung ist zu wenig. Stellt euch vor, Liont hätte sich das Leben genommen- das ist nicht ganz abwegig oder gar ungewöhnlich! Und dann? Peinliches schweigen? Deswegen- Aktiv werden, nachdenken! BEVOR es wieder zu spät ist.
Der Stream ist dabei schonmal ein toller Anfang.