Grund 2: Kerniges Mit- und Gegeneinander
Während man in der Natur auf Rotwild, Hasen, Wildschweine, wilde Hunde und Wölfe trifft, gehen die Bewohner der Siedlungen ihrem nachvollziehbaren Tagesablauf nach – der Tag-Nacht-Wechsel gibt die Richtung vor. Ein Handwerker steht etwa auf, zieht sich an, isst was, geht zur Arbeit, schaut zum Feierabend in der Taverne vorbei und torkelt dann besoffen nach Hause.
Verstärkt wird die Immersion durch auflockernde Ereignisse wie eine Prügelei zwischen NPCs oder aus dem Busch herausspringende Banditen, die es sich in der Nähe bestimmter Straßen gemütlich gemacht haben. Toll ist zudem, dass die Bewohner auf Heinrich, seinen Ruf, seine Erscheinung und seine Taten reagieren.
Der Story-Trailer zu Kingdom Come Deliverance 2:
Wer den Bewohnern hilft, sich ans Gesetz hält und auf seine Erscheinung achtet (regelmäßig waschen wirkt Wunder!), darf sich über nette Begrüßungen, entgegenkommende Antworten (etwa im Zuge von Quests) und Rabatte bei Händlern freuen.
Wenn man hingegen wiederholt in die Privatsphäre der Menschen eindringt und Leute regelmäßig vor den Kopf stößt oder sogar verletzt, drohen Geldstrafen, Prügel, Pranger, eine regionale Ächtung sowie die Verweigerung von Dienstleistungen. Kaum ein anderes Rollenspiel bietet eine derart konsequente Spielweise für das Ausleben des eigenen Heinrichs.
Die bodenständigen Texte und Dialoge unterstützen die Glaubwürdigkeit der Bewohner weiter. Ein Adliger spricht dabei aber ganz anders als ein Arbeiter oder ein Kleriker. Fluchen können sie übrigens alle ganz wunderbar, wenn der Anlass stimmt. Noch mehr sprachliche Vielfalt gibt’s dadurch, dass man auf Kumanen, Italiener, Deutsche, Franzosen und mehr trifft.
Grund 3: Uns-Heinrich
In Kingdom Come spielt man keinen strahlenden Ritter, der zum Held geboren wurde und von Anfang an eine gewisse Expertise mitbringt. Stattdessen schlüpft man in die Haut von Heinrich, dem Sohn eines Schmieds, der zu Beginn von Teil 1 weder lesen noch kämpfen kann. Auch als Dieb taugt er erstmal nicht.
Dass der bodenständige Junge vom Dorf dennoch das Ende vom ersten Kingdom Come erlebt, liegt nur daran, dass Heinrich, aber auch die Spieler dem Credo „Übung macht den Meister“ folgen und mit jeder Lektion ein klein bisschen besser werden. Man erarbeitet sich wortwörtlich den eigenen Erfolg, was zuweilen frustrierend, aber letztlich auch sehr befriedigend sein kann.
Teil 2 findet übrigens einen – mit Blick auf die Handlung – nachvollziehbaren Grund, durch den Heinrich zu Beginn des neuen Abenteuers einige seiner Skills verliert. Doch keine Sorge: Man muss nicht wieder bei null anfangen. Heinrich kann in Teil 2 beispielsweise von Anfang an lesen. Zudem sorgen die sinnvollen Veränderungen bei den Kämpfen dafür, dass man leichter erste Erfolgserlebnisse sammelt.
Auf der nächsten Seite geht es weiter mit den Gründen 4 und 5.

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