Ich hab schon über ein Dutzend Gaming-PCs zusammengebaut, doch ein Traum in Pink war mein Endgegner

Computer als Hobby zusammenzubauen, ist eine Leidenschaft unseres Tech-Autors Jan Hartmayer. Sein ganzes Umfeld wendet sich an ihn, und er hat auch bereits über ein Dutzend Gaming-PCs für die unterschiedlichsten Personen gebastelt. Nun musste er aber am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn alles schiefgeht. 

Die Aufgabe war eigentlich simpel: Pink sollte es sein. Ich hatte schon lange vor, meiner Freundin den Gaming-PC ihrer Träume zu bauen, und als es so weit war, bekam ich diese klare Vorgabe. Dabei war uns beiden wichtig, dass sowohl Leistung als auch Ästhetik übereinstimmen. Ich hätte jedoch nie gedacht, dass mir ausgerechnet dieser PC so viel Zeit und Nerven kosten würde.

Vielleicht hätte ich lieber auf die Steam Machine warten sollen, um mir einiges an Ärger während des Aufbaus zu ersparen.

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50 Shades of Pink: Wie die Gehäusewahl zum Albtraum wurde

Das erste Problem: Ein Gehäuse mit Farbton Pastellrosa und in der richtigen Größe zu finden, war nahezu unmöglich. Vor allem, da ich vor der Recherche nicht einmal wusste, WIE viele unterschiedliche Rosa-Töne es eigentlich gibt.

Das lag aber nicht daran, dass die geforderte Farbe unauffindbar war oder meine Partnerin Sonderwünsche hatte. Sondern daran, dass ich es natürlich unbedingt übertreiben musste und eine 35 Zentimeter lange RTX 4090 in ein möglichst kleines Gehäuse quetschen wollte. 

Denn in meinem Ehrgeiz wollte ich keinerlei Abstriche bei der Gaming-Performance machen. Meine Partnerin soll auch mit ihrer absoluten Wunsch-Ästhetik beim Zocken ebenso viel Leistung haben wie ich selbst.

Nachdem klar war, welche Ansprüche wir an das Gehäuse hatten, begab ich mich auf die Suche nach dem passenden Case. Dabei fand ich etliche verschiedene Modelle, welche aber alle die gleichen Probleme mit sich brachten:  

  • Die Grafikkarte hatte schlichtweg nicht genügend Platz. 
  • Der Farbton stimmte nicht mit dem gewünschten überein.

Ich habe sogar zwischenzeitlich überlegt, ein andersfarbiges Gehäuse selbst anzumalen und mit Lack zu überziehen. Jedoch haben erste Versuche gezeigt: Ich kann zwar eine Fläche lackieren, aber perfekt wird die Oberfläche, wenn ich es selbst mache, nicht.  

Nach etlichen Tagen der Recherche fand ich dann endlich den heiligen Gral der rosa PC-Gehäuse. Das Thermaltake The Tower 300 Case in Bubble Pink. Es hatte alles, was ich mir wünschen konnte. Die Ästhetik stimmte, es war genügend Platz für die Mega-GPU, und das alles bei einer recht kompakten Stellfläche.

So viele Teile sind mir noch nie kaputtgegangen

Nachdem ich alle Komponenten erhalten hatte, konnte ich endlich mit dem Zusammenbau loslegen. Dabei war es für mich der erste PC, bei dem ich das Mainboard und die Grafikkarte nicht wie gewohnt horizontal, sondern vertikal einbaute. 

Das führte dazu, dass ich mehrfach Teile ein- und ausbauen musste, weil ich sie in der falschen Reihenfolge einsetzte. Das an sich ist zwar nervig, aber machbar. Die erste Verzweiflung spürte ich, als ich den Computer starten wollte. 

Dabei erlebte ich einen Moment, vor dem alle PC-Bauer am meisten Angst haben. Ich betätigte den An-Knopf und puff, nichts passiert. Kein Start, keine Lichter, sondern nur Stille. Das führte mich auf eine Fehlersuche und es stellte sich heraus, dass mein Netzteil defekt war. Nun gut, das kann vorkommen, sagte ich zu mir selbst. Einmal beim Hersteller eingeschickt und ausgetauscht, ging der PC nun endlich an. 

Aber mit dem Start kamen auch kleine Rauchwolken aus dem Inneren des rosa Traums. Einmal bemerkt, habe ich schnellstmöglich den Rechner vom Strom getrennt und mich erneut auf die Fehlersuche begeben. Es stellte sich heraus, dass meine Wasserkühlung ein kaputtes Stromkabel hatte. Na toll, ein weiteres Teil war defekt. 

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon fast am Verzweifeln und fragte mich, ob ich die Teile selbst beschädigt hatte. Aber ich gab nicht auf und versuchte es mit einer anderen Wasserkühlung erneut. Dieses Mal gab es keine Rauchwolken, aber die Pumpe sprang dennoch nicht an. Das heißt, der Computer wurde nicht gekühlt und stürzte nach wenigen Minuten wegen einer Überhitzung ab. 

Zwei Wasserkühlungen und ein Netzteil später

Nach etlichen Stunden der Fehlersuche und am Rande des Wahnsinns fand ich endlich das Problem. Das Pumpenkabel der Wasserkühlung war am falschen Steckplatz im Mainboard angeschlossen. 

Das ist ein einfacher Fehler, der mir so noch nie passiert ist, und ich habe ihn schlichtweg einfach übersehen. Hätte ich früher ins Handbuch des Mainboards geschaut, wäre das Problem in wenigen Minuten behoben gewesen. Heute erinnere ich mich jedes Mal daran, wenn ich eine Wasserkühlung sehe, und werde so einen Anfängerfehler hoffentlich nie wieder machen. Deswegen lernt aus meinen Fehlern und werft einen Blick in die Anleitung, selbst wenn ihr denselben Schritt schon dutzende Male durchgeführt habt. Wer dabei mehr Hilfe braucht, kann außerdem auf unsere fünf Anfängerfehler beim PC-Bau, die es zu vermeiden gilt, zurückgreifen.

Aber am Ende war ich mit den Nerven am Limit und stand währenddessen kurz davor, einfach aufzugeben. Aber ehrlicherweise wollte ich unbedingt das Projekt fertigstellen und meiner Freundin ihren Wunsch erfüllen. Schlussendlich waren wir beide sehr mit dem Ergebnis zufrieden, und ich konnte ihr einen ansprechenden pinkfarbenen Rechner mit ordentlich Leistung zur Verfügung stellen. Außerdem freut sich meine Partnerin jedes Mal, wenn sie den Gaming-Rig hochfährt, und das allein ist für mich Dank genug. Genauso wie ich wollte unsere Autorin Jasmin vor einiger Zeit einen schicken Gaming-PC basteln und berichtet von ihrem Erlebnis: Bei meinem Gaming-PC bin ich nur nach Optik gegangen, weil ich keine Ahnung von Hardware habe

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