6 Gründe, warum Heroes of the Storm gescheitert ist

Für das „Scheitern“ von Heroes of the Storm gibt es viele Gründe. Wir nennen einige davon und erklären, was hätte besser laufen sollen.

Vor einigen Wochen gaben die Entwickler von Heroes of the Storm bekannt, dass mehrere eSports-Turniere in der Zukunft nicht mehr stattfinden würden. Außerdem wurde das Entwickler-Team verkleinert und angekündigt, dass man nun einen „anderen Rhythmus“ bei den Veröffentlichungen finden würde – offenbar langsamer.

Für viele Spieler ist damit klar: Die Zukunft von Heroes of the Storm ist düster und das MOBA von Blizzard ist faktisch „tot“. Doch woran ist Heroes of the Storm eigentlich gescheitert? Immerhin vereinte Blizzard hier die beliebtesten Helden aus allen Blizzard-Universen und hätte alleine daraus eine große Zugkraft ziehen können.

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Wir listen einige Gründe auf, warum Heroes of the Storm gescheitert ist.

Der gesättigte Markt

Der MOBA-Markt war von Anfang an recht klar aufgeteilt. Auch wenn Blizzard mit den Warcraft 3-Funmaps eigentlich der Ursprung von MOBAs ist, hat sich League of Legends als eigenständiges Spiel rasch an die Spitze gesetzt. DOTA (2) hat sich auch ein großes Stück vom Kuchen gesichert und so ist das Genre mehr oder weniger zwischen diesen beiden Riesen aufgeteilt. Zwar gibt es noch kleinere Vertreter, wie etwa SMITE, das durch eine ungewöhnliche Perspektive besticht, doch verglichen mit LoL und DOTA ist auch das nur ein kleines Licht.

Hinzu kam, dass Heroes of the Storm zeitweise auch nur ein Mod für StarCraft 2 sein sollte, bevor man auf eine eigene Engine umstieg und ein eigenständiges Projekt daraus machte. Das verschlang Zeit und gab anderen MOBAs nur noch mehr Zeit, Spieler an sich zu binden.

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LoL bindet seine Spieler … auf vielfältige Weise.

Die Bindung an andere Spiele

MOBAs sind, stärker als viele andere Spiele, sehr gut darin, Spieler dauerhaft an sich zu binden. Wer nämlich mit Echtgeld kosmetische Gegenstände kauft und tausende Stunden in ein Spiel steckt, der hat diese „Leistung“ stets im Hinterkopf. Es ist schwer, sich von einem Spiel zu trennen, in das man bereits 500€ gesteckt oder 7000 Spielstunden investiert hat. Warum sollte man dann also zu einem anderen Spiel wechseln?

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Diese Hürde ist groß und dürfte vor allem viele „klassische“ Gamer, für die Zocken ihre Hauptbeschäftigung in der Freizeit ist, von einem Wechsel abgehalten haben.

Heroes of the Storm war auch nie sonderlich gut darin, diesen Wechsel besonders reizvoll zu gestalten. Die einzigen Momente, an die wir uns erinnern können, waren die „Mega-Bundles“, in denen 20+ Helden für einen günstigen Preis erhältlich waren. Doch das alleine war nicht genug um jemanden dazu zu bringen, League of Legends oder DOTA den Rücken zu kehren.

Toxizität in der Community

HotS Whitemane Full Artwork

Wer ein MOBA gespielt hat, wird in jedem Fall schon mal beleidigt, beschuldigt oder anderweitig belästigt worden sein. Gerade Spiele wie League of Legends sind dafür bekannt, dass ein rauer Ton herrscht und der Chat gerne mal für Anfeindungen missbraucht wird.

Das war auch in Heroes of the Storm nicht anders. Zwar besaß auch HotS ein eigenes Report-System, um störende Spieler zu melden, die im Laufe der Zeit mit immer härteren Strafen belegt wurden, doch fühlte es sich nur selten so an, als würde das System helfen. Viel zu oft hatten Spieler den Eindruck, dass ihre Meldung einfach im Nirvana verschwindet und gar keine Auswirkung hat.

Bei vielen Spielern gab es den Gedanken: Lohnt sich das Melden überhaupt? Warum soll ich mir das Spiel noch antun, wenn ich immer nur beleidigt und harsch angegangen werde?

Das miserable Matchmaking

Ein weiterer Punkt ist das Matchmaking von Heroes of the Storm. Während in den verschiedenen Ligen, wie der Helden-Liga oder der Team-Liga das Matchmaking über die Jahre solide wurde, ist das im „Schnellen Spiel“ nicht der Fall. Das ist allerdings der Modus, in dem sich die Vielzahl der „Casual“-Spieler herumtreibt, die nicht stark kompetitiv und nur „zum Spaß“ spielen will.

HotS Loss History

Doch genau diese Spieler finden nur selten Spaß. Denn ein Matchmaking, das Spieler nach Können einordnet, scheint hier nicht gegeben zu sein. Die Häufigkeit der Matches, in denen eine Seite mit dem drei-, vier- oder fünffachen an Kills gewinnt oder einen Levelvorsprung von vier oder fünf Leveln besitzt, ist viel zu häufig.

Das sorgt dafür, dass viele Spieler nicht den Eindruck haben, ein Match überhaupt gewinnen zu können, was wiederum schnell an der Frustrationstoleranz nagt.

Wir haben das in unserem Artikel aufgegriffen: Heroes of the Storm macht am meisten Spaß, wenn man es nicht spielt.

Die uninteressanten Lootboxen

Das große Update „Heroes of the Storm 2.0“ brachte jede Menge kosmetische Gegenstände ins Spiel, mit denen Charaktere individualisiert werden können. Spraylogos, Voicelines, Skins, Mounts, Banner-Symbole, Ansage-Sprecher und vieles mehr steckten nun in Lootboxen, die man für Echtgeld kaufen oder sich im Spiel verdienen konnte.

HotS Loot Chest

Die Rate, mit der man Lootboxen freischaltet, ist gering. Auch die Inhalte sind in vielen Fällen langweilig. Bei all den kosmetischen Gegenständen gibt es extrem viele Dinge, die einfach nur uninteressant und langweilig sind, selbst dann, wenn man den zugehörigen Helden spielt.

Hinzu kommt auch noch der Fakt, dass Lootboxen in unterschiedlichen Qualitäten daherkommen. Die „gewöhnliche“ Lootbox hat eine hohe Chance, auch nur gewöhnliche Dinge zu enthalten – in anderen Spielen wäre das „grauer Müll“ und genau so fühlt es sich auch an.

Doch nicht nur der „graue Müll“ ist das Problem, sondern auch, dass man ihn immer und immer wieder erhält. Duplikate sind der Regelfall. Wer in 10 Lootboxen drei Mal irgendwelche Chat-Smilies für Chromie bekommen hat, obwohl er diesen Charakter sowieso nicht spielt, der hat keine Lust mehr. Da trösten auch die 5 „Splitter“ nicht, die man für Duplikate bekommt.

Overwatch hat dies besser gelöst. Hier wurden nach einigen Monaten die Lootboxen so verändert, dass Duplikate eine Seltenheit sind und man in jeder Box wirklich das Gefühl hat, „etwas neues“ zu bekommen. Das ist bei Heroes of the Storm nicht der Fall.

Hots Winter Veil Jaina

Die Lootboxen sind langweilig und kontraproduktiv für alle Spieler, die gerne einen bestimmten Skin haben wollen. „Früher“ konnten fast alle Skins mit Echtgeld gekauft werden. Wer „Winterhauch-Jaina“ sein wollte, der wusste genau, wie viel Geld er dafür auf den Tisch legen musste.

Immer wieder konnte man auf Reddit lesen: „Jetzt, wo ich mir nicht mehr gezielt das kaufen kann, was ich haben möchte, gebe ich gar kein Geld mehr für HotS aus.“

Ein Mischsystem wäre vermutlich die beste Lösung gewesen. Dann hätten Spieler sich noch immer Lootboxen verdienen, aber auch begehrte Skins gezielt mit Echtgeld kaufen können.

So war nur ein kleiner Teil der Spielerschaft zufrieden.

Die „Das Spiel ist tot“-Spirale

Der letzte Grund für das Scheitern hält noch an und dürfte „hausgemacht“ sein. Denn die Art und Weise, wie Blizzard angekündigt hat, dass das Team von Heroes of the Storm kleiner und die Entwicklung langsamer wird, führte direkt zu dem Folgeschluss: „Das Spiel ist tot“.

Hots Tracer Murky Trailer

Diese Stimmung breitete sich rasend schnell unter den Spielern aus und auf YouTube gibt es einige Videos von größeren Streamern, die ihr Spiel deinstallieren. Das steckt wiederum auch viele „normale“ Spieler an, die ansonsten einfach fleißig weitergespielt hätten.

Die negative Stimmung hält jedoch an und selbst unter jedem Kommentar, der fragt „Wie werde ich besser mit Held X?“ kommen Reaktionen, die nachfragen: „Warum willst du noch Zeit in ein totes Spiel stecken?“

HotS-Profis fühlen sich von Blizzard verraten und bangen um ihre Existenz

Diese Spirale dreht sich weiter und weiter, sie verjagt immer mehr Spieler, die sich dieser Ansicht anschließen – und das, obwohl bereits ein neuer Held angekündigt wurde.

Das waren unsere Gründe für das Scheitern von Heroes of the Storm. Was glaubt ihr, warum konnte sich HotS nicht am Markt durchsetzen? Was waren die Verfehlungen der Entwickler und für welche Umstände konnten sie vielleicht gar nichts? Lasst es uns in den Kommentaren diskutieren!

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Laboon
Laboon
11 Monate zuvor

Naja, ich hörte auf, weil alle meine Champs totgenerft wurden. War auch der Grund um damals mit WoW aufzuhören. Jetzt fass ich nichts mehr von Blizzard an….

TimTaylor
TimTaylor
11 Monate zuvor

Hots hat mich ehrlich gesagt noch nie groß gepackt, das Game ist einfach zu simpel irgendwie. Mir fehlen da die Items/Skills auf den Chars um individuell und auf dem eigenen PlayStyle zu reagieren. Diese paar Mini-Skills da zu setzen war irgendwie langweilig, hätte man meiner Meinung sogar gleich ganz weg lassen können. Zum anderen fand ich die Bindung an Blizzards-Charakter super dumm, hat mir gar nicht gefallen.

Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck ????

Bjb
Bjb
11 Monate zuvor

Für mich ist es auch zur Zeit das beste MOBA ich hasse LOL und Dota.Das was mich an HOTS aber stört ist das Rang System Mmr und wenn man sich einrangt….Deswegen hatte ich aufgehört.

DDuck
DDuck
11 Monate zuvor

Es ist sehr, sehr traurig. Ich habe HotS nie so richtig intensiv gespielt aber habe zwischendurch doch immer mal wieder für ein paar Wochen regelmäßig auf ein paar Runden reingeschaut. Die Lizenz an sich, die natürlich ohnehin schon bei Blizzard liegt, ist unfassbar mächtig. Das ist ohnehin ja auch mit der einzige Grund, warum überhaupt noch Leute bei dem Spiel sind und bleiben: die aus anderen Spielen bekannten Maps und Helden. Den größten Fehler, den Blizzard gemacht hat, war einfach viel zu lange zu warten. Als HotS raus kam, war Dota 2 schon seit 2 Jahren auf dem Markt und… Weiterlesen »

Cassiar
11 Monate zuvor

Ich finde aktuell wirkt das Spiel so belebt wie noch nie! Alles andere als tot.
Für mich ist es aktuell das beste moba, auch ohne esports

Gehirnknochenbizeps
Gehirnknochenbizeps
11 Monate zuvor

Ich muss sagen am Anfang hat mir Hots echt keinen Spaß gemacht, fühlte sich alles irgendwie clunky an vor Allem wenn man es mit dem Konkurrenten LoL vergleicht. Vor einem Monat habe ich das Spiel wieder angefangen und echt in’s Herz geschlossen. Matchmaking ist wie hier geschildert nicht optimal aber ich finde es total in Ordnung, und mich persönlich hindert es nicht Spaß an dem Spiel zu haben. Ich finde zusätzlich das man überhaupt nicht zu wenig Lootboxen bekommt. Wenn man so viel Zeit reinsteckt wie man es in Mobas eben tut kann man sich nach 2-3 Runden auf eine… Weiterlesen »

Robert Hatkeinenamen
Robert Hatkeinenamen
11 Monate zuvor

Wer für Skins soviel Geld ausgibt hat völlig die Verbindung zum echten Leben verloren. Die jährlichen Umsätze mit Skins beweisen allerdings das sehr viele Menschen abgehoben sind. :p

abc
abc
8 Monate zuvor

Die Aussage finde ich etwas gewagt…..

Ich habe mir (vor allem bei lol) schon sehr viele Skins und andere kosmetische Dinge gekauft. Und? Bin ich jetzt ein schlechterer Mensch als du?

Ich verdiene genug Geld, um mir das leisten zu können. Muss ich das Geld jetzt auf mein Sparkonto packen oder für was anderes ausgeben, nur weil du es als falsch empfindest?

Manche gehen jeden 2. Tag essen, andere haben teure Hobbies, und ich gönne mir halt was schönes in einem Videospiel…

POWERS
POWERS
11 Monate zuvor

Als treuer Fan des Spiels, spiele ich weiter und wenn ich als Letzter das Licht ausmache!

Julian Von Matterhorn
Julian Von Matterhorn
11 Monate zuvor

So doof es jetzt klingt, aber für mich ist es einfach schrecklich mit nem Diablo gegen Arthas oder so ein Quatsch zu spielen.
Jedes System ist in sich toll – crossover aber uncool.

Und die Casual Scheisse natürlich.

Stormcaller
Stormcaller
11 Monate zuvor

Schöner Artikel! Habe HotS auch immer als das Casual-Moba gesehen, auch wenn es sicher Wege gegeben hätte, Spielmodi für die Hardcore-Spieler einzubauen. Gleichzeitig war und ist das QM bei HotS einfach mies. Der einzige Grund, warum ich es noch so lange casual’n werde, bis es irgendwann offline geht, sind die Blizzard-Helden mit denen ich quasi aufgewachsen bin und die Tatsache, dass ich mich nicht groß einlesen oder mit den Helden beschäftigen muss, um sie spielen zu können.

Plague1992
Plague1992
11 Monate zuvor

Mich hat diese „Casual“-Mentalität immer abgreschreckt mit der sich Blizzard hervorheben wollte. HotS wollte von Anfang nie ein richtig ernstes, kompetetives Spiel sein, was ja auch vollkommen berechtigt ist, aber dann sollte man sich nicht vielleicht ein Genre raussuchen welches den e-sport auf ein völlig neues Level gehoben hat und unweigerlich damit verbunden ist. Später als klar wurde dass man mit dieser „Nische“ keinen Erfolg hat ( In Gegensatz zu WoW und HS etc.), hat man irgendwie versucht alle Lager zu befriedigen, später kam Ranked, der e-sport wurde gepushed, das ganze Gameplay wurde immer mehr dem „Standard“ angepasst und am… Weiterlesen »

Belpherus
Belpherus
11 Monate zuvor

Grund 1 ist der Hauptgrund meiner Meinung nacht. Hots kam zur zu den Zeiten raus, wo Dota 2 und Lol sich um den Platz 1 gestritten haben. Nahezu jedes andere Moba aus der Zeit ist gescheitert. Smite ist denke ich das einzige, welches bis heute noch am Leben ist.

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