Hearthstone: Auch Top-Spieler haben richtig Ärger mit ihren Eltern

Bei Blizzards Online-Kartenspiel Hearthstone hat nun ein Machtwort des Erzeugers die Karriere eines talentierten Spielers früh zumindest auf Eis gelegt .

Bei Turnieren oder Dokumentationen zu League of Legends sieht man oft junge Zocker, die von ihren Eltern voll unterstützt werden. Das Geschäft gerade bei LoL ist hart, da ist man mit Mitte 20 schon kurz vorm Karriere-Ende oder sogar drüber. Die Spieler reisen schon jung um die halbe Welt, müssen früh selbstständig sein, unterbrechen ihre Ausbildung, ihre Schule für das kurze Zeitfenster der eSport-Tauglichkeit. Doch nicht immer geht das gut.

Wenn du das machst, sind wir geschiedene Leute

Hearthstone Video

Auch um Blizzards Hearthstone ist eine eSport-Szene entstanden und für manche ist das ein erstrebenswerter Lebensweg, so auch für Marcus “BOXception” Kwak. Der hat sich für das Finale der ESL qualifiziert, konnte da um einen Teil des Preisgeld von 25.000$ spielen. Man hätte ihm auch die Reise nach Kalifornien bezahlt, doch das „elterliche Okay“ kam nicht.

Zwar ließ sich wohl die Mutter überzeugen, beim Vater biss er aber auf Granit. Der Vater machte klar: Wenn er nach Kalifornien fährt, dann sind wir geschiedene Leute, du bekommst keinen Cent mehr von mir. Der Hearthstone-Könner gab daraufhin seinen Spot auf, will erstmal das College fertig machen und auf eigenen Beinen stehen.

Wenig Verständnis für eSport bei Eltern-Generation

Hearthstone

Im reddit-Forum erzählte er seine Geschichte, auch andere namhafte Spieler kennen das Dilemma. So mancher von ihnen hat sich über die Zockerei mit seinen Eltern verkracht.

Denn auch wenn Hearthstone ein eSport ist, hat die Eltern-Generation da weniger Verständnis dafür, als wenn der Filius vielleicht zu einem Basketball- oder Tennis-Turnier aufbrechen würde. Das Problem zeigt sich immer wieder, zuletzt bei bissigen Kommentaren eines Sport-Reporters zur Übertragung von Heros of the Storm im Sportfernsehen.

Beendet ist eine mögliche Esport-Karriere des jungen Zockers noch lange nicht, nur auf Eis gelegt, wie er sagt. Nach dem College will er seine Optionen neu überdenken.

Quelle(n): Dailydot, Kotaku
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AdrienFlood

Sobald man was im Leben erreicht, kann man doch nicht das Gamen als Zeitverschwendung bezeichnen. Wenns doch Spaß macht 🙂 Und auch bei Kindern. Mein Gott, solange sie was für ihre Zukunft tun, ist das meiner Meinung nach ok 🙂

Gerd Schuhmann

Ja, man braucht eben 30.000 Zeichen, wenn man diskutieren will. Was glaubst du denn?

Wenn man über “Die Eltern müssen den Jungen vom Spielen abhalten, das ist deren Verantwortung. Die wissen es besser” hinaus möchte, dann muss Gedanken entwickeln. Und das braucht Platz. Denn das andere ist Stammtisch-Niveau. Das ist bis zur ersten Ecke gedacht und stehengeblieben.

Also möchtest du mit Samthandschuhen angefasst werden, weil du ein Leser bist? 🙂

“Sehr professionell wie hier mit Followern umgegangen wird?” – Weißt du, wie man “professionell mit Followern umgeht?” Man lässt sie reden und sagt nix dazu. 🙂 So wollen wir hier grad nicht sein. Aber es ist doch nicht professionell jedem Recht zu geben. Wenn du eine Diskussion anfangen willst, dann kannst du auch eine Diskussion haben, aber die wird nicht so laufen: Ich respektiere deine Meinung, du nennst da sehr, sehr gute Punkte. Du hast mich überzeugt.

Manchmal denke ich, die Leser haben eine ganz andere Wahrnehmung. Ich bin doch kein PR-Fuzzy von irgendeiner Firma, der zu allem Ja und Amen sagen muss, oder der Grußonkel. Ich bin doch kein Customer-Service, der von irgendeinem Konzern dafür bezahlt wird, irgendwelchen Richtlinien zu folgen.

Das seh ich ja überhaupt nicht ein. 🙂 Ich freu mich drüber, wenn Leser über Artikel diskutieren wollen. Das können wir gerne machen, aber dann auch vernünftig.

Aber du hast mich ertappt: Ich leide im Moment unter einem Spielesucht-Problem genau. Wenn ich hier fertig bin mit der Seite, dann geh ich immer nach Hause und zock noch 8 Stunden TESO. Also jeder, der die Seite hier verfolgt, dem müsste klar sein, dass ich grade gar keine Zeit dafür habe ein “Spielesuchtproblem” zu entwickeln. 🙂

Gerd Schuhmann

Ich glaube nicht, dass es für Hearthstone eine Altersbeschränkung gibt. Und was das mit “6-12 Stunden bis spät in die Nacht hinein zu tun hat”, ist mir ein Rätsel.

Du willst halt über “das böse Gaming” reden, das die armen Kinder süchtig macht und ins Verderben führt. Und hier geht es um einen konkreten Fall: Ein Spieler ist so gut, dass er zu einem Turnier eingeladen wird. Und darf nicht fahren, weil sein Vater Vorbehalte hat.

Du machst daraus: Oh Gott, der Vater muss ihn davor schützen, dass er sein Leben wegschmeißt.

Da projezierst du deine Ideen, die du hast, auf einen Fall, der dich überhaupt nicht interessiert, um das zu sagen, was du sagen willst.

Und grade “Hearthstone” passt halt überhaupt nicht zu diesem Klischee, dass da Kinder in Kellern 48 Stunden irgendwelche Shooter zocken und dann tot vom Stuhl fallen.

Diese Diskussion, ob Kinder oder auch erwachsene Menschen ihr Leben mit dem Zocken “vergeuden”/”Vertrödeln”/”Das Leben darüberhinaus verpassen”/”im Leben dadurch nicht klar kommen”/”bestimmte Ziele nicht erreichen.” Das ist mal echt eine heftige Diskussion, die man durchaus führen kann, aber a) nicht auf so einem Niveau und b) da müsste man sich richtig Zeit für nehmen.

Da geht’s ins Philosophische rein: Was ist Glück, was ist ein erfülltes Leben, wer “vergeudet” sein Leben, wenn er nicht bestimmten Zielvorgaben entspricht, die Eltern oder die Gesellschaft aufstellt usw.

Ich glaube nicht, dass das Gaming hier Ursache ist, sondern eher ein Symptom. Wer sich in eine andere Welt flüchten möchte, dem kann das Gaming diese Möglichkeit geben, aber das ist nicht die Ursache dafür.

Wobei das auch ein Fall von sozialer Wertung ist. Wer sich völlig aus der Realität verabschiedet, kann sozial geächtet werden – wie ein Gamer etwa. Er kann aber auch damit sozial geachtet werden und dann wird das romantisiert – wie ein Künstler, der voll in seinem Werk aufgeht. Oder er kann zur Stütze der Gesellschaft werden wie totale Workaholics, z.B. Bänker, die im Prinzip auch den ganzen Tag in einer Phantasie-Welt leben, wo das aber völlig okay ist.

Wenn man die Idee hat: Leute müssen möglichst ausgeglichen werden, nichts im Übermaß machen, sich nicht verlieren – das ist völlig realitätsfremd. Wenn man sich unsere Welt mit offenen Augen anschaut, dann kommt Erfolg immer durch Exzess und einen total irren Lebenswandel.

Wenn man sich mal Sportler anguckt: Natürlich haben die keinen “ausgeglichenen” Lebenswandel, sondern das ist total irre. Und genauso geht es den Top-Leuten im Beruf. Es fängt ja keine Erfolgsgeschichte damit an, dass einer sagt: Und dann war 17:00 Uhr da musste ich aber dringend nach Hause, um meinen Lebenswandel ausgeglichen zu gestalten.

Also dieses Sucht-Verhalten, das Exzessive, ist in meinen Augen dasselbe. Das hängt mit Realitätsflucht, mit Belohnungsverhalten, mit dem Gefühl zu tun, eine Aufgabe zu haben, die zu erfüllen. Und da kann man sagen: Gaming ist ein Placebo, das gibt dir ein Gefühl, was erreicht zu haben, ohne dass du was erreicht hast.
Nur: Auch das ist komplett eine Wertung von außen. Dass einer einen Wert beimisst. Das ist so eine Tendenz zum urteilen: In unserer Gesellschaft ist das eben Geld als Zeichen der Wertschätzung. Wer mit seinem exzessiven Lebenswandel halt 10.000 Euro im Monat verdient, der ist kerngesund und wird respektiert.
Wer damit nichts verdient, ist irgendwie eine gescheiterte Existenz.

Der im Moment wohl gefragteste Autor der Welt, George R.R. Martin: Der ist im Moment ein Superstar, weil die Bücher, mit denen er die letzten 30 Jahre verbracht hat, jeder lesen will.
Der könnte genauso gut auch 30 Jahre seines Lebens damit verbracht haben, was zu schreiben, was keinen juckt. Dann wär er ein seltsamer bärtiger Typ, den keiner kennt. Und genau von der Sorte gibt es da draußen sicher Tausende.

Aber noch mal: Dieser Text hier gibt diese Diskusson nicht her, die du führen willst bzw. du willst es ja nicht führen, sondern du willst deinen Standpunkt, den du hast, unters Volk bringen.

Gerd Schuhmann

Der hat ja nicht gesagt: Papa, kann ich nach Kalifornien fahren, um da Crack zu rauchen.

Sondern: Kann ich da hinfahren, um an einem Turnier teilzunehmen, wo ich Preisgeld gewinnen kann.

Es ist halt die Frage: Wie sieht man Gaming. Du siehst es als gefährliches Ding, das junge Menschen vom rechten Weg abbringen kann.

Das ist sicher richtig. Aber in dem Kontext kann das Fußball oder Basketball genauso. Die haben nur einen anderen sozialen Stellenwert.

Gerd Schuhmann

Es ist halt eine unterschiedliche soziale Wertigkeit. Wenn er gesagt hätte: Papa, ich muss nach Kalifornien, ich hab da ein Tennis-Turnier oder ob er sagt: Ich muss nach Kalifornien, ich hab da ein Hearthstone-Turnier.

Darum ging es mir in dem Artikel. Du willst jetzt hier über was ganz anderes reden und machst das mit zahlreichen Ausrufezeichen. 🙂

Stahlhammer

Wer zu fett oder zu faul für richtigen Sport ist, der probiert es halt hier.
Warum sollen die Bewegungslegastheniker nicht auch mal Erfolg haben, haben sonst ja schon nicht viel Grund zur Freude im Leben.
Schade das manche Eltern auch noch diesen letzten Funken Hoffnung zerstören.

Chris Utirons

Wir pauschalisieren die Welt mit Dr. Stahlhammer 😉

Capscreen

Wobei man dazu sagen muss, dass man bei Hearthstone mit Mitte 20 nicht vor dem Karriere Ende steht. Bei LoL geht es um schnelle Reaktion und Aktion und das lässt bei den meisten mit 25-27 nach. Bei Hearthstone gibt es sowas allerdings nicht, weshalb man dort auch länger mitspielen könnte.

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