In Halo geht es um den Master Chief. Das neue Remake Campaign Evolved hat nun aber eine neue Figur eingeführt, die unser Held erst überzeugen muss – und das passt einigen Fans überhaupt nicht.
Das ist gerade die Diskussion: Um das neue Remake Halo: Campaign Evolved tobt schon vor dem vollständigen Release eine Diskussion. Der Shooter startete am 23. Juli 2026 in den Advanced Access, übers Wochenende entbrannte dann eine Debatte um eine neue Figur: Lieutenant Williams ist eine weibliche Soldatin der ODST, die in den Prequel-Missionen auftaucht.
Einige Spieler empfinden die Figur als nervig: Sie sei ein „Girlboss“, der aus politischen Gründen in das Spiel gezwängt worden sei. Der Charakter sei nicht gut geschrieben und darüber hinaus unattraktiv. Außerdem ist sie wohl kein großer Fan des Master Chiefs und lässt das diesen auch mit einigen schnippischen Kommentaren spüren.
Andere weisen die Kritik zurück: Dass eine Soldatin der ODST nicht allzu gut auf die Spartans zu sprechen sei, entspreche sehr wohl der Lore von Halo. Auf X erreichen Threads zu dem Thema eine Million Aufrufe und mehr.
Nun hat sich auch ein Entwickler zu dem Thema geäußert: Niles Sankey, der selbst an früheren Halo-Teilen sowie Destiny gearbeitet hat.
Frauen in Spielen sind schon in Ordnung, aber…
Was sagt der Entwickler? Sankey verfasste am 27. Juli einen Post auf X, in dem er erklärte, es sei kein Problem, Frauen in Spielen zu haben – wohl aber, wenn sie künstlich hineingeschustert würden:
Frauen im Spiel zu haben, ist in Ordnung (z.B. war Kat in Reach gut geschrieben). Ich habe schon Frauen in meine eigenen Spiele geschrieben. Das Problem ist künstliches Writing und ein Mangel an Gespür.
Es ist eindeutig, dass die Entwickler mehr Diversität in die Story zwingen mussten, also machten sie den neuen Hauptcharakter zu einer Frau, als ob es 50/50 sein MUSS, gleichmäßig verteilt gegen sämtliche Logik.
Dann verwenden sie die Entschuldigung von „Lore“, um einen schlecht geschriebenen Charakter zu schaffen, der den Spieler sofort zurechtweist, obwohl das im Kontext lächerlich ist.
Das End-Resultat ist ein klischeehafter Girlboss, der dem Spieler sagt, wie furchtbar sie sind, in einem Spiel, in dem euer (hauptsächlich) männliches Publikum ohnehin sehr skeptisch gegenüber erzwungener Politik ist. Aber die Entwickler/führenden Köpfe haben nie innegehalten und sich gesagt: „Hmm, vielleicht erreicht das End-Resultat hier nicht unsere Ziele, unsere Kern-Demografie zurückzugewinnen.“
Es ist taktlos und dazu auch noch schlecht ausgeführt. Und das schadet der Marke, das schadet den Verkäufen, und es wird den Ruf eines Studios zerstören (oder was auch immer davon übrig ist).
Niles Sankey via X
Zuvor hatte Sankey einen Clip geteilt, indem der Master Chief der Soldatin im Dialog ins Gesicht schlägt, und darüber spekuliert, wie wohl das Gespräch ablief, in dem die Figur entwickelt wurde.
Hinweis: Williams ist nicht die neue Hauptfigur in Halo: Campaign Evolved. Es geht weiterhin um den Master Chief. Sie ist lediglich eine neue Figur in den Prequel-Missionen.
Was steckt eigentlich dahinter? Die Diskussion um Lieutenant Williams wird eigentlich auf 2 Ebenen geführt: Der ausgesprochenen, auf der man nur kritisiert, dass dieser spezielle weibliche Charakter eben nicht gut geschrieben sei, und deplatziert wirke. Und der weniger offenen Ebene, auf der es um den Platz von Frauen und politischen Minderheiten in Spielen geht.
Dabei sagt Sankey schon indirekt: Frauen dürfen schon vorkommen, solange sie „richtig“ sind. Auch wenn sich der Entwickler rein auf die Art bezieht, wie der Charakter geschrieben ist, wird in anderen Threads immer wieder deutlich: Spieler stören sich daran, dass Williams nicht konventionell attraktiv genug sei, zu maskulin.
Der Entwickler mag mit seinen Aussagen zwar polarisieren, dennoch scheinen sie einen Nerv zu treffen. Auch Spieler, die Diversität begrüßen, bevorzugen Repräsentation, die nicht Token-haft wirkt.
Statt diese Diskussion basierend auf diesem gemeinsamen Nenner zu führen, wird das Narrativ jedoch wieder auf eine Kulturkampf-Ebene gezogen. Da wird eben behauptet, progressiv eingestellte Menschen („woke“) würden Spiele absichtlich ruinieren, um ihre politische Agenda durchzudrücken.
Darunter leide am Ende das Spiel und auch das Gaming als Hobby. Denn plötzlich gehe es nicht mehr darum, was Campaign Evolved eigentlich als Remake taugt, sondern nur noch um einen NPC, der auch nur in den optionalen Prequel-Missionen auftaucht.
Auch der Streamer Asmongold hat eine klare Meinung dazu, wie Frauen in Videospielen auftreten sollten. Wie seine Version des „guten Writing“ aussieht, könnt ihr hier auf MeinMMO nachlesen: Asmongold hat einen Tipp für Spiele-Entwickler: „Wenn sie nicht attraktiv ist, darf sie nicht reden“
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