Damit ich bei der Hitze auf mein Trinkziel komme, muss mir ein fröhliches Llama helfen

Waterllama App Vorstellung Titelbild

Es ist immer wichtig, genug zu trinken. Aber besonders bei Hitze ist es essentiell, den Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten. MeinMMO-Redakteurin Sophia Weiß trinkt zwar viel, aber oft das Falsche. Eine geniale App hält ihr jetzt den Spiegel vor.

Im Hochsommer knechtet uns das Wetter regelmäßig mit Temperaturen um und über 30 Grad. Abkühlung ist der erste Gedanke, der einem dabei kommt. Aber es ist auch wichtig, regelmäßig und vor allem genug zu trinken. Trinken ist nämlich wirklich lebenswichtig, da der Körper sich ohne genug Flüssigkeit nicht am Leben halten kann.

Die Verbraucherzentrale schreibt zum Beispiel, dass Wasser essentiell ist, um Nährstoffe durch den Körper zu transportieren, Schadstoffe über die Niere auszuscheiden und die Körpertemperatur zu regulieren. Besonders letzteres ist an heißen Sommertagen wichtig – es schwitzt sich schlecht, wenn man seinen Körper so oft bewässert wie einen Kaktus.

Damit ich meine persönlichen Trinkziele erreiche, habe ich mir eine Tracking-App geholt. Die hat allerdings erstmal mit Unwissen bei mir aufgeräumt: Nicht alles, was ich so am Tag trinke, hydriert mich genug – manche Sachen hydrieren mich sogar negativ, weil ich deswegen öfter pinkeln gehen muss. Und genau für diesen Reality-Check liebe ich Waterllama, eine Tracking-App für iOS.

Wie viel sollte ich am Tag trinken?

Da wir bei MeinMMO keine Gesundheitsexperten sind, haben wir hier für euch Infos von der Verbraucherzentrale, der Techniker Krankenkasse und der AOK zusammengetragen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt jedem Erwachsenen Menschen am Tag 1,5 Liter Wasser zu trinken. Die tatsächlich benötigte Menge könne aber an heißen Tagen und bei zum Beispiel Sport und schwerer Arbeit drei- oder gar viermal höher liegen. Die AOK stimmt hier zu. Die Techniker Krankenkasse hingegen empfiehlt direkt die zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag zu trinken.

Auf der Webseite der AOK werden auch direkt Tipps gegeben, wie man sich beim Sport hydriert: Sie empfiehlt, alle 15 bis 30 Minuten ca. 0,3 bis 0,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen und ab einer Stunde Bewegung mindestens alle 15 Minuten ein bisschen zu trinken.

Waterllama lässt mich nicht schummeln

Ich habe mir Waterllama vor etwa drei Monaten installiert, weil ich mit dem Flüssigkeits-Tracking meines Ernährungs-Trackers unzufrieden war. Die App wurde 2019 von einem ukrainischen Ehepaar entworfen und 2022 von Apple mit einem Preis für Kultureinfluß ausgezeichnet.

In der App füllt man, indem man seine Getränke einträgt, Tag für Tag einen Scherenschnitt einer wählbaren Figur mit bunten Balken. Jeder Balken repräsentiert dabei ein anderes Getränk, was zu tollen Farbkombinationen führt. Außer man trinkt wie ich vorrangig Wasser, Schwarztee und Energydrinks. Dann bleibt der Block recht blau und olivfarben.

Waterllama bietet nativ über 150 Getränkearten an, lässt den Nutzer aber auch Getränke selbst hinzufügen. Ich habe zum Beispiel Energy Drink Zero eingetragen, um meinen Konsum an kalorienfreien koffeinhaltigen Getränken sauber abbilden zu können.

Besonders gut finde ich aber, dass die App auch den Hydrationsgrad der verschiedenen Getränke berücksichtigt: Kaffee ist zwar eine Flüssigkeit, hydriert aber nur zu 90 %. Das liegt vermutlich daran, dass Kaffee harntreibend wirkt und man daher schneller bzw. öfter aufs Klo muss (via bzfe.de).

Auch kann ich nicht drei Maß Bier im Bierzelt in mich reinkippen und sagen, ich habe mein Hydrationsziel von drei Litern Flüssigkeit erreicht. Bier mit leichtem Alkohol hydriert in der App sogar -40 % – man muss also bei Alkoholkonsum eigentlich noch mehr nichtalkoholische Flüssigkeit zu sich nehmen. Den dehydrierenden Effekt von Alkohol beschreibt auch die AOK auf ihrer Webseite.

Einfach und schnell Getränke eintragen – So funktioniert Waterllama

Damit ich da auch immer am Ball bleibe lässt mich die App automatisierte Reminder einstellen. Aktuell pingt sie mich auf meiner Apple Watch alle zwei Stunden an. Man kann das Feature aber auch komplett abstellen.

Einträge erstellen ist auch recht einfach: Am unteren Bildschirmrand werden die selbst ausgewählten Getränkesorten angezeigt. Mit einem Klick öffnet sich ein Menü, in dem per Tastatureingabe oder Schieberegler die getrunkene Menge in Millilitern eingegeben werden kann. Mit dem Button bestätigen und schon hat man sein Getränk getrackt.

Das tägliche Flüssigkeitsziel kann man übrigens entweder via Eingabe der eigenen Daten wie Geschlecht, Gewicht, Aktivitätsgrad und aktuellem Wetter berechnen lassen oder selbst festlegen.

Neben den Kernfunktionen hat die App natürlich auch ein paar Spielereien: Sie gibt Tipps rund ums Trinken oder fordert zu mehrtägigen Getränke-Challenges auf. Ich habe einmal die Tee Rex-Herausforderung mitgemacht, bei der ich zehn Tage in Folge mindestens einmal täglich Tee tracken musste für einen T-Rex als neue Getränkefigur.

Die Getränkefiguren, deren Scherenschnitt man täglich befüllt, haben alle die gleiche Funktion. Sie sind aber sehr liebevoll und detailliert gestaltet. Das Freischalten geht komplett kostenlos mit täglichen Einträgen oder eben Herausforderungen.

Kostenlos ist aber nicht alles an Waterllama: Die App kann for free heruntergeladen und getestet werden. Aber für eine dauerhafte und vollständige Nutzung wird ein Abo nötig. Die Kosten liegen hier bei 0,99 Euro im Monat. Man kann die App aber auch für einen Einmalpreis kaufen, der meist zwischen 7,99 Euro und 9,99 Euro liegt.

Klickt auf die Bilder, um sie zu vergrößern und euch die UI von Waterllama genauer anzusehen:

Waterllama – taugt das was oder eher nicht?

Tatsächlich sind der Preis beziehungsweise die Verkaufspraktiken bislang das einzige Manko an Waterllama aus meiner Sicht. In meiner Testphase wurde mir in der App immer wieder das Einmalkaufangebot vorgeschlagen, versehen mit einem Timer, der zeitliche Exklusivität suggerierte.

Mir hat die App nach ein paar Tagen Testen gefallen, also habe ich zugeschlagen. Während der Recherche für meinen Artikel habe ich aber herausgefunden, dass dieses Lifetime-Angebot nicht einmalig ist: Laut iosapps.de und HealthAppInsider.com ist das Angebot dauerhaft verfügbar. Das gibt dem in der App ausgeübten Kaufdruck dann im Nachgang doch noch einen faden Nachgeschmack.

Das sehr verspielte Design ist außerdem vermutlich nicht jedermanns Sache. Mich macht es glücklich und ich wähle jeden Tag mit Freuden ein neues Trinktierchen.

Für mich erfüllt Waterllama entsprechend absolut den Zweck als einfache und ansprechende App zum Flüssigkeitstracken. Dadurch, dass die App ihre Daten auch an Apple Health schicken kann, habe ich die Infos entsprechend auch in meiner zentralen Datenbank und kann sie mit meinen sonstigen getrackten Gesundheitsdaten zusammenbringen. Und ich habe auch noch Spaß dabei.

Muss ich Waterllama nehmen zum Wasser Tracken? Natürlich gibt es noch viele andere Apps, die einem das saubere Tracken von Wasser, Kaffee, Bier und Co. ermöglichen, auch viele mit weniger verspielten Designs. Oder auch für Android. Hier ein paar Beispiele:

Water Minder – iOS & Android

Laut HealthAppInsider das beste Gesamtpaket für eine App zum Tracken. Die App sieht auch ein ganzes Stück schlichter aus, als es Waterllama ist und könnte daher App-Puristen eher ansprechen.

Plant Nanny – iOS & Android

Mit Plant Nanny seid ihr die Eltern einer kleinen digitalen Pflanze, die ihr pflegt und wässert, indem ihr eure Getränke trackt. Mehr noch als Waterllama ist die App gamifiziert. Für die GameStar war die App etwas zu aufwendig, wird aber für Leute empfohlen, die spielerisch mehr trinken wollen.

Hydro Coach – iOS & Android

Hydro Coach belegt bei HealthAppInsider Platz 3 und taucht auch in der Vorstellungsrunde von GameStar auf. Die App sei sehr gut für Android-Smartphones aufgrund der möglichen breiten Datensynchronisation. Zudem gibt es eine Wetteranbindung und ein Social-Feature, dass es euch ermöglicht, Freunde zu adden.

Wassertracker – iOS & Android

Die GameStar schreibt, Wassertracker sei die umfangreichste App in ihrem Test. Das Design ist modern und klar. Zudem überlädt die App den Nutzer laut dem Test nicht.

Apple Health, Google Fit & Samsung Health

Wer aber keine Lust auf zusätzliche Apps hat, kann auf iPhones via der Health-App selbst und auf Android mit Google Fit oder bei Samsung-Geräten auch mit Samsung Health einfach direkt den Flüssigkeitsverbrauch eintragen.

Ganz egal, ob mit oder ohne App, ihr solltet jetzt für die nächsten Hitzewellen im Sommer gewappnet sein. Aber: Genug trinken ist zwar wichtig, reicht aber an den meisten richtig heißen Tagen nicht aus für das körperliche Wohl. Die MeinMMO-Redaktion hat für euch daher insgesamt 19 Tipps zusammengetragen, wie ihr dem Hochsommer trotzt und euch abkühlen könnt.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Vorstellung weiterer Wasser-Tracking-Apps nachbearbeitet und aus dem Fließtext eine Aufzählung mit Kurzbeschreibungen der jeweiligen App hinzugefügt.
Quelle(n):
  1. Titelbild

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