So killte die winzige Spielwiese die riesige Server-Anlage von Fortnite neulich

Am 27. Juni sollte eigentlich der zeitlich begrenzte Spielmodus Spielwiese (Playground) an den Start gehen. Doch schon nach kurzer Zeit gingen die Server von Fortnite in die Knie – egal bei welchem Spielmodus. Was ist da passiert? Welche Gegenmaßnahmen ergreift Epic, um solche Katastrophen zukünftig zu verhindern?

Der Witz bei Spielweise: Während normalerweise 100 Spieler in ein Match können, ist die Spielwiese nur für 1-4 Spieler zugelassen. Die Kapazität der Spielwiese ist also winzig. Ist eine voll, muss eine neue eröffnen. Dieser kleine Unterschied killte Fortnite neulich.

Das ist passiert: Die Sternschanze in Hamburg ist ein beliebtes Ausgehziel mit vielen Bars. Nehmen wir einmal an, jede Bar kann 100 Gästen gleichzeitig Zutritt gewähren. Alle Leute, die über die Sternschanze schlendern, können sich frei aussuchen, wo sie einkehren möchten.

Wird nun die Menge der zulässigen Gäste in jeder Bar auf 1-4 reduziert, passiert folgendes:

  • Viele Leute müssen vor den Kneipen stehen bleiben, erlangen keinen Zutritt und werden sauer
  • Es können nicht schnell genug neue Kneipen eröffnet werden, um alle Leute unterzubringen.

Im Fall von Fortnite sind die Kneipen Server, die leicht alkoholisierten Gäste sind die Spieler.

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Das lief mit Einführung der Spielwiese schief

Spielwiese erfordert deutlich mehr Server: Fortnites Matchmaking wird über einen Mechanismus gesteuert, der sich Matchmaking Service (MMS) nennt. Dieser ordnet die Spieler freien Servern zu. Hierbei werden bevorzugte Regionen und die Serverauslastung berücksichtigt.

Nehmen wir unsere Analogie der Sternschanze zur Hilfe, fungiert der MMS als eine Art Führer, der den Gästen die für sie passende Bar aussucht und sie dorthin begleitet.

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Wenn nun nicht mehr (wie in einem normalen Match üblich) 100 Spieler auf einem Server unterwegs sind, sondern nur noch 1-4 (je nach Squad-Größe), wird die benötigte Serveranzahl im schlimmsten Fall verhundertfacht, da sich die Gesamtanzahl der Spieler nicht verändert hat, wohl aber die Server, die sie benötigen.

Epics vorherige Maßnahmen reichten nicht: Auch wenn sich Epic auf das Event „Spielwiese“ vorbereitet hat, waren die Server plötzlich mit einer gigantischen Menge an Spielern konfrontiert, die gleichzeitig einen freien Server suchten. Da der Matchmaking Service darüber hinaus nun deutlich mehr Server auf freie Kapazitäten untersuchen musste, verlangsamte sich der Prozess zusätzlich.

Wie ein betrunkener Partygast stolperten die Suchroutinen über ihre eigenen Füße, konnten aber nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen – es kam zum Crash. Da die Server-Cluster zwischen der Spielwiese und den übrigen Modi nicht getrennt waren, erwischte es alle laufenden Modi in Fortnite – ein globaler Ausfall.

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Quelle: FortniteInsider

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Epics Maßnahmen zur Wiederherstellung der Services

Spielwiese wird vom Rest des Spiels getrennt: Epics erste Maßnahme bestand darin, den Server-Cluster der Spielwiese vom Rest abzukoppeln. Dies sollte verhindern, dass weitere Probleme mit der Spielwiese keine anderen Modi beeinflussen können.

Darüber hinaus konnte Epic nun beliebig viele Änderungen an den Servern vornehmen, um kurzfristig auf Einschränkungen der Services reagieren zu können. Was folgte waren tiefgreifende Änderungen in der Server-Architektur.

Epic ist es gelungen, dass System dynamischer zu gestalten. Spielerzugriffe auf das Matchmaking wurden erheblich beschleunigt, freie Kapazitäten schneller erkannt.

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Epic brachte die Server während der Tests ans Limit: Jede Änderung benötigte einen Belastungstest der Architektur. Zu diesem Zweck wurden Millionen von virtuellen Accounts erstellt, die alle gleichzeitig auf das System zugriffen. Auf diese Weise wurden weitere Bugs im System identifiziert und behoben.

Erst als wirklich alle Handgriffe saßen und keine Crashes mehr produziert wurden, wurde die Spielwiese am 02. Juli endlich wieder freigegeben.

Was hat Epic aus dem Drama gelernt? Nach eigener Aussage hat Epic einiges über das eigene Matchmaking und die potentiellen Fehlerquellen darin gelernt. Die Änderungen, die im Rahmen der Arbeiten an der Spielwiese vorgenommen wurden, waren richtig und notwendig.

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Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Crash werden auch zukünftig bei neuen Modi und Spielerzuläufen hilfreich sein.

Epic gibt aber auch zu: Das war härter als gedacht. Die Probleme wurden in der Form nicht vorhergesehen, werden aber für die Zukunft des Spiels hilfreich gewesen sein.

Was haltet Ihr davon? Haben euch die Server-Crashes sehr verärgert?

Die Spielwiese ist zwar aktuell nicht aktiv, könnte aber noch sehr wichtig für Fortnite werden!

Autor(in)
Quelle(n): Epic Games
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