Von wegen Engpass: Händler verkaufen RAM für viel Geld und ihre Lager sind bis zum Rande gefüllt

Titelbild Arbeitsspeicher im Geschäft

Alle sprechen von Engpässen bei RAM und SSDs, doch die Lager der Händler sind reichlich gefüllt. Spieler schimpfen über die hohen Preise und hoffen, dass diese bald wieder sinken.

Wer Arbeitsspeicher oder eine SSD kaufen will, wird von hohen Preisen konfrontiert. Immer wieder ist von massiven Engpässen die Rede, wenn es um diese Produkte geht.

Ein Blick auf die Lager von einem Einzelhändler zeigt ein anderes Bild. Verschiedene Bilder zeigen die Regale von Micro Center, einer US-Kette, die bis zum Rand mit SSDs und Arbeitsspeicher gefühlt sind. Von „Engpässen“ kann hier zumindest keine Rede sein.

Auf Reddit teilte ein Nutzer mehrere Bilder aus seiner örtlichen „Micro Center“-Filiale. Auf den Bildern sieht man deutlich, dass die Regale und Lagerflächen bis zum Rand mit Arbeitsspeicher und SSDs gefüllt sind. So schreibt der Nutzer zu seinem Post:

Hier ist es ziemlich leer, aber ja, es ist schon erstaunlich, dass von einem Mangel die Rede ist, obwohl die Regale bis zum Rand voll sind. Haltet alle noch durch; ich hoffe, dass die Preise hier bald einbrechen. RAM wird generell etwas billiger.

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Warum ist RAM so teuer? Die aktuelle Situation in 2 Minuten erklärt

Nicht nur Einzelhändler sorgen für die hohen Preise am Markt

Wer ist für die hohen Preise verantwortlich? Grundsätzlich sollte man beachten, dass es gleich mehrere Faktoren für die hohen Preise gibt und nicht nur Micro Center alleine für die Preise verantwortlich ist:

  • Samsung, Micron und SK Hynix produzieren den überwiegenden Teil der DRAM-Chips weltweit. Sie steuern den Preis über das Angebot: Verknappen sie die Produktion, steigen die Einkaufspreise für RAM-Modulhersteller (wie Corsair, Kingston) drastisch. Hinzu kommen Rohstoffkosten (etwa für Silizium), die je nach Weltlage steigen oder sinken können.
  • Modulhersteller (Assemblierer): Sie kaufen die Chips und bauen die Riegel. Steigen ihre Einkaufskosten für Chips, müssen sie die Preise erhöhen, um Verluste zu vermeiden. Diese Preise geben sie dann als Großhandelspreise an Händler weiter.
  • Die Händler wie Micro Center geben diese gestiegenen Großhandelspreise an den Endkunden weiter, und das sind dann Personen, die ihren Gaming-PC aufrüsten wollen.

Einige Nutzer kritisieren jedoch, dass das nur die eine Seite der Medaille sei: Vermutlich, so mutmaßen einige Nutzer (via Reddit.com), haben viele Händler ihre Warenbestände bereits vor den Preiserhöhungen gekauft, sodass sie nur ihre Gewinnspanne erhöhen würden. Den Vorwurf kann man jedoch nicht wirklich überprüfen und weder bestätigen noch verneinen.

RAM wird seit Monaten immer teurer, doch ein Nutzer hat wohl Glück gehabt: Er bestellte sich einen Riegel Arbeitsspeicher und bekommt stattdessen gleich eine ganze Kiste geliefert. Bisher fehlen jedoch wichtige Beweise, die seinen Kauf wirklich belegen: Nutzer zahlt 280 Euro für Arbeitsspeicher, bekommt wohl versehentlich eine Kiste mit RAM geliefert, die viel mehr wert ist

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