EA-Spiele sollen keine Lootboxen mehr haben – Außer bei FIFA & Co.!

Nach dem Debakel um Battlefront II will man bei EA umdenken. In Zukunft wird es keine Lootboxen mehr geben. Mit einer Ausnahme: Sportspiele wie FIFA 18 sollen weiterhin zufallsgenerierte Pakete gegen Echtgeld behalten.

Was ist bei EA passiert? Der Publisher-Riese Electronic Arts (EA) hat jüngst einen neuen Chief Design Officer bekommen: Patrick Söderlund. Der ist auch für die Monetarisierungsysteme der EA-Games verantwortlich und hat in einem Interview mit der Seite Gamesindustry.biz ein paar erfreuliche Worte für alle Feinde von Lootboxen.

Lootboxen sorgten für gigantischen Ärger

Feindbild Lootbox: Eine der wichtigsten Aussagen von Söderlund war der Verzicht auf RNG-Lootboxen in kommenden EA-Spielen. Damit sind alle Systeme gemeint, bei denen man eine Art Wundertüte gegen Echtgeld im Spiel kauft, die dann alles Mögliche enthalten kann.

Star-Wars-Battlefront-2-Ewok hunt 4

Umdenken nach Battlefront II: Dieses System grenzt an Glücksspiel, führt dazu, dass Spieler Unmengen an Geld für teils nutzlosen Kram ausgeben und hat bei Battlefront II zu einem gewaltigen Shitstorm samt Image-Schaden und wirtschaftlichen Verlusten geführt.

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Keine Lootboxen, kein Pay2Win – dafür kosmetische Items!

Daher will man nun einen anderen Kurs bei der Monetarisierung einschlagen: Künftig sollen EA-Games keine Lootboxen mehr enthalten. Stattdessen sollen sich Spieler gezielt die Dinge kaufen, die sie auch wirklich wollen.

Star Wars Battlefront 2 Lootboxpreise

Kein Pay2Win mehr! Und dann soll es in den Cash-Shops von Anthem, Battlefield 5 und Co. nur noch rein kosmetische Items geben. Keinesfalls Dinge, die den Spielfortschritt verbessern oder gar spielerische Vorteile gewähren. All dies gab es damals in Battlefront II, was die Spieler noch mehr auf die Palme brachte.

Ausnahme FIFA und Co.

Gilt das jetzt für wirklich alle EA-Games? Nein, denn eine wichtige Ausnahme gibt es weiterhin: Sportspiele, wie das kommende FIFA 19, werden weiterhin ihre Form der Lootbox haben. Bei FIFA wären das die Spieler-Packs für den Modus „FIFA Ultimate Team“ (FUT).

fifa-19-neymar-trick

Lootboxen sind in FIFA akzeptiert: Das hat den Grund, dass Spieler diesen Modus seit jeher ohne viel Kritik unterstützen würden und gerne Geld für Spieler-Pakete ausgeben. Außerdem, so Söderlund, ist FUT nur einer von vielen Modi in einem FIFA-Game.

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Genug Spiel fürs Geld: Man habe immerhin noch die Story, den Online-Modus, Turniere und massig Updates. Man bekäme also genug für sein Geld, auch wenn man den FUT-Modus nicht spielen mag. Der Modus mit den Lootboxen kann also getrost ignoriert werden. Bei Battlefront II hingegen war das nicht möglich, da die Lootboxen ein integraler Bestandteil des Progressionsystems waren.

Söderlunds Statement zu dem Thema lautet daher wie folgt:

Man muss es aus der Perspektive betrachten, was fair ist. Fairness ist das Wichtigste. Wenn man ein Produkt von uns erwirbt, sollte man den vollen Wert für das Geld bekommen, das man ausgibt. Es sollte eine faire Wirtschaft im Spiel existieren, damit man nicht für den Sieg zahlen kann. Wir wollen nicht, dass man Geld ausgeben kann, um besser als andere zu sein. Das ist uns wichtig. Wir betrachten aber den Markt und sehen, dass es für die Leute okay ist, für andere Dinge zu zahlen, beispielsweise wie sie in Spielen aussehen. Das scheint völlig in Ordnung zu sein.

Wie seht ihr den Kurswechsel von EA? Ist es das Ende der Lootbox oder glaubt ihr, das EA bei der nächstbesten Gelegenheit erneut die RNG-Wundertüten zurückbringen will?

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Quelle(n): GameStar, GamesIndustry
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DarokPhoenix

Super, dass die Spieler hier richtig reagiert haben, GZ. Das wird auch andere Entwickler abschrecken und wir sind die FK Lootboxen endlich los. Man darf nicht vergessen dass hinter EA auch externe Programmierer sitzen die eine sehr gute Arbeit leisten würden, auch wenn EA über aller Vernunft gierig ist. Erst die Spieler abzocken und sich dann ändern wollen ist halt nicht so einfach. Ich denke EA wird sich davon nicht erholen.

Peacebob

Die Philosophie hinter EA ist klar. Es sollen nicht gute Spiele entwickelt, sondern der Gewinn maximiert werden.
Ob das nun mit oder ohne Lootboxen passiert ist egal. Der Kunde wird bei EA nie ein wirklich gutes Spiel bekommen, weil EA in erster Linie an das Geld der Kunden will. Spielspaß ist nur ein Mittel zum Zweck und wird immer gegen den maximalen Umsatz abgewogen. Das Ergebnis einer solchen Rechnung wird nie wirklich gut sein!

Zum Glück gibt es noch andere Publischer/Entwickler, welche gute Produkte produzieren/verkaufen wollen und so ihre Gewinne einfahren.

DarokPhoenix

Richtig

Peacebob

Nur zu dumm das sie ständig weitere Entwickler aufkaufen und ihnen die Seele rauben. Bei Bioware ist das ganze besonders traurig. Hier wurden gleich zwei meiner Lieblings-Franchises gegen die Wand gefahren und es werden sicher nicht die letzten bleiben.

DarokPhoenix

Auch richtig. Es liegt aber Hoffnung in der Luft. EA kann nun nicht weiter die gleich Masche fahren und muss sich etwas anderes überlegen. Die Sponsoren und Investoren sitzen im Nacken. Die Qualität der Spiele dürfte sich nun ein klein wenig erhöhen. Ob und wie sich was verändert, ist aber schwierig einzuschätzen. Das kommt drauf an, wie sich die Firmen entscheiden werden.

Peacebob

EA hätte aber auch schon vor lange etwas ändern können. Sie wurden ja auch schon vor Jahren mehrfach zu schlechtesten Firma der USA gewählt. Ob das nun gerechtfertigt war oder nicht steht auf einem anderen Blatt aber geändert hat sich allem Anschein nach nichts. Die Vorwürfe sind heute andere als Früher aber die Ideologie hinter EA ist noch immer die selbe.
Es wäre schön wenn EA aus seinen Fehlern lernen würde aber ich glaube nicht daran.
Dafür sind die Finanziellen Einbußen noch viel zu gering.

Alitsch

Wir sprechen hier von EA Sie tun es definitiv nicht aus guten Willen Sie haben betimmt eine equivalente Alternative gefunden oder Idee die Sie bis Lootboxen abgeschaft werden

diese wiederum einführen

Anderseits ist EA den Shitstrom gewonnt jedoch nicht Disney also würde Ich an Stelle von EA auch drauf verzichten bis Grass darüber gewachsen ist um bestehenden Investeron nicht verunsichern oder die zukunftige Investoren wie Disney nicht abschrecken .

Spieler mögen schnell den Shitstrom vergessen aber nicht die Analysten /Risikoexperten bei der Firmen

Frystrike

Ja die alternative ist ein direkter Cash Shop alla Rainbow Six siege. Du kannst einfach direkt kaufen was dir gefällt. Dazu wird es bestimmt ein System geben bei dem du “Lootboxen” so bekommst wo dann ein random skin drin ist. Wie gesagt ich denke das System hinter Rainbow Six Siege funktioniert ziemlich gut und wird wahrscheinlich von anderen übernommen.

Mampfie

Wer Lootboxen kauft kommt ziemlich nahe an das Wort “Opfer” heran.

self1sch

Jaja und alles ist wieder gut….
Dass sie den Gamern dann über einen anderen Weg das Geld aus der Tasche ziehen werden, ist wohl hoffentlich auch jedem klar 😉

DrBuhmann

Ja du hast Recht. Es ist keine Wohlfahrtsorganisation.
Und die brauchen keinen anderen Weg. Cosmetics allgemein verkaufen sich sehr gut auch ohne den Glückspielmechanismus Lootbox.

treboriax

Ich denke, wichtiger als der Shitstorm zu Battlefront II war der Umstand, dass diesmal tatsächlich viele potenzielle Käufer ihren Worten Taten folgen ließen und das Spiel konsequent – trotz schnellen Preisverfalls – boykottiert haben.

So ein Shitstorm ist meist so schnell wieder verflogen, wie er kam. Aber wenn die Umsätze hinter den Erwartungen zurückbleiben, hat das Konsequenzen.

Frystrike

Wie ich das gelesen habe wurde Battlefront II alles aber nicht boykottiert. Die haben doch wahnsinnige Verkaufszahlen davon gefeiert?

Joey

Warscheinlich auch viele Vorbestellungn alleine schon weil Star Wars draufsteht ohne vorher zu wissen worauf man sich einlässt.

treboriax

In Relation zu anderen Spielen evtl., aber am Ende blieben die Verkaufszahlen zehn Prozent unter der Erwartung.
https://www.forbes.com/site

Tebo

Sehr sehr positive Entwicklung.
Ist schon fast zu schön um wahr zu sein, das gerade von EA zu hören.

Also war es doch richtig das man aufsteht und sich beschwert.

vanillapaul

Geht doch. Das ein großes Unternehmen immer erst übers Geld lernen muss, um zu begreifen das die Kunden wichtiger als die Aktionäre sind.

Koronus

Immerhin war der Battlefront 2 EA Shitstorm für etwas gut. Man hat ihnen gezeigt, dass man eher die Spieler und nicht die Aktionäre beachten muss wie sie es damals noch bei der Ankündigung den Aktionären versprochen haben, dass man mit dem FIFA System in anderen Spielen noch viel mehr Geld scheffeln wird.

Insane

Mir hat mal jemand gesagt, dass alles das was vor den Wörtern “aber” und “außer” kommt, keine Rolle spielt 😀

Frystrike

Fifa und Co heißt, FIFA, NHL, NFL, NBA also Spiele bei denen es den Ultimate Team Modus gibt.

Jürgen Horn

Genau das. Also nicht Anthem und Battlefield 5.

Psycheater

Naja, Ich denke man muss da einerseits die gesetzliche Entwicklung in Brüssel abwarten und auch wie sich die Spieleindustrie und auch die Communitys verändern. Das spielt in dieser recht heiklen Thematik ja doch eine sehr große Rolle

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