Im Oktober ist Dispatch für PS5 und auf Steam erschienen, ist aber erst seit Mitte November vollständig. Bereits zu Release hat das Adventure-Game Lob abbekommen – jetzt zeigen die Entwickler, wie erfolgreich sie wirklich sind. Die Bewertungen der Spieler sind eindeutig.
Was ist das für ein Spiel?
- Ihr spielt in Dispatch Robert Robertson, einen Ex-Helden, der nun in einer Art Vermittlungszentrale für Superhelden arbeitet. Das Gameplay könnt ihr euch grob wie die berühmten Telltale-Games vorstellen, Indie-Entwickler AdHoc besteht schließlich aus Ex-Mitarbeitern.
- Hauptsächlich trefft ihr narrative Entscheidungen in Cutscenes, müsst euch im Gameplay aber auch darum kümmern, den richtigen Helden zu gemeldeten Verbrechen zu schicken. Jeder hat seine Stärken und Schwächen.
- MeinMMO-Redakteur Niko war nach den ersten Episoden bereits begeistert: Ein neues Superheldenspiel auf Steam vermeidet die größte Schwäche von Marvel und The Boys, könnte eine der besten Storys des Jahres bieten
- Dispatch erinnert dabei mehr an eine Serie als an ein Spiel, insbesondere, da es über Wochen hinweg in Episoden erschienen ist. Am 12. November sind die letzten Episoden erschienen.
So gut kommt Dispatch an: Die Entwickler haben auf BlueSky mitgeteilt, dass nicht einmal ganz einen Monat nach dem initialen Release auf Steam und PS5 über 2 Millionen Spieler Dispatch zocken. Damit haben sie schon fast das Ziel erreicht, das eigentlich für den Zeitraum von 3 Jahren vorgesehen war (via GameseIndustry).
Auf Steam alleine startete Dispatch mit über 65.000 Spielern in der ersten Woche, laut SteamDB. Mit dem Release der letzten Episode explodierten die Zahlen dann auf über 220.000. Dazu kommen Spieler auf PS5.
Mit 97 % positiven Reviews ist Dispatch auf Steam „äußerst positiv.“ Damit zählt Dispatch schon fast zu den Spielen, die auf Steam das „God Tier“ erreicht haben. Der Erfolg kommt dabei nicht von ungefähr.
Dispatch hat eine erstklassige Besetzung, aber vor allem die Story überzeugt
Die Story des Adventures lebt von den Charakteren, die das Spiel lebendig machen und insbesondere durch ihre Interaktionen mit dem Spieler eine wichtige Rolle erfüllen. Hinter den Charakteren stecken dabei viele berühmte Stimmen, wie etwa:
- Aaron Paul (Jesse Pinkman aus Breaking Bad) als Robert Robertson III
- Laura Bailey (Jaina Proudmoore aus Warcraft) als Invisigal
- die YouTuber MoistCr1TiKaL als Sonar und Jacksepticeye als Punch Up
- Travis Willingham (Knuckles aus Sonic, Gazlowe aus WoW) als Phenomaman
- Matthew Mercer (Cole Cassidy aus Overwatch) als Shroud
Viele dieser Namen kennt ihr vermutlich nicht nur aus Serien, Anime, Filmen und Spielen, sondern auch als Mitglieder der legendären Rollenspiel-Truppe Critical Role, die erst im November mit The Mighty Nein eine neue Serie auf Amazon veröffentlicht hat.
Das größte Lob in den Bewertungen bekommt jedoch die Story, oder genauer: die Interaktion mit der Story. Viele Spieler sind sich einig, dass sich Dispatch zwar eher wie eine Serie anfühle, man durch die Gespräche aber das Gefühl habe, Teil davon zu sein und nicht nur zuzusehen.
Insbesondere der Humor findet häufig Erwähnung in den Rezensionen sowie die Charaktere selbst, die hervorragend dargestellt seien. Dass genau NPCs ein storygetriebenes Spiel erfolgreich machen, haben auch andere Entwickler erkannt: Neues Rollenspiel auf Steam lernt von Baldur’s Gate 3, bekommt sogar Hilfe von einem seiner Stars, spielt aber im Weltraum
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Ich hab Dispatch vollständig durchgespielt und war zunächst auch auf der “10/10 Spiel” Schiene aber mittlerweile habe ich doch einige Kritikpunkte. Die Charaktere sind richtig toll gemacht, die Voice Actors top besetzt und der Dispatch-Teil des Games selbst macht echt Spass.
Ich bin jedoch ins Spiel mit der Erwartung, dass wir einerseits mehrere Romance Optionen haben würden, d.h. nicht nur Frauen, sondern auch z.B. Flambae – hauptsächlich wegen des LGBTQ-Tags auf Steam, und andererseits dass wir die Option hätten, auch gar keine Romanze einzugehen. Klar, es gibt das Ende “Kept Romance Out of the Workplace”, aber Fakt ist, dass man die Avancen von Invisigal nicht vollständig umgehen kann.
Und das ist meiner Meinung nach einer der grössten “Icks” des Spiels. Der Hauptcharakter Robert wird quite literally sexuell belästigt. Wären die Rollen getauscht, wäre das Spiel höchstwahrscheinlich etwas weniger in den Himmel gelobt. Invisigal benutzt ihre Fähigkeiten und spioniert Robert nach; schaut ihm beim Umziehen zu, folgt ihm in die öffentlichen Toiletten, belästigt ihn, sie sagt ihm wortwörtlich: “Ich hatte ‘n Traum, wir hatten Sex.” Sie küsst ihn, während sie unsichtbar ist – you cannot avoid it. Und Malovela fässt Robert auch einfach so an. Bruh, stell dir vor so n Arbeitskollege grabscht dich an??
Und ja es ist n Game. “It’s just a game.” Ich weiss. Aber das ist für mich kein Argument, um mein Gehirn abzuschalten und Probleme, die sehr wohl echt sind und passieren, in Spielen nicht wahrzunehmen. Das zu normalisieren und als Humour abzuschreiben läuft bei mir nicht. Klar, das Spiel acknowledged das ganze mit den HR Witzen etc. aber es hinterlässt doch einen komischen Nachgeschmack.
Aber unter den ganzen Blonde Blazer/Invisigal Fans gehen solche Sachen halt unter.
Ich find das Spiel nice, die Story ist spannend und die Spielmechaniken grösstenteils fun, aber für mich ist das Spiel doch nur ne 6/10.