Eine neue Studie aus den USA zeichnet ein alarmierendes Bild: Millionen Kinder haben Schwierigkeiten beim Lesen und Rechnen. Experten warnen, dass die Folgen noch Jahrzehnte spürbar sein könnten.
Was genau haben die Forscher herausgefunden? Die Annie E. Casey Foundation hat untersucht, wie es um das Wohlbefinden von Kindern in den USA steht. Besonders schlecht schneidet dabei der Bildungsbereich ab. Die Zahlen des veröffentlichten Berichts zeigen einen deutlichen Rückgang bei grundlegenden Fähigkeiten:
- 70 % der Viertklässler können nicht altersgerecht lesen (2019: 66 %)
- 73 % der Achtklässler erreichen keine ausreichenden Mathematikkenntnisse (2019: 67 %)
- Nur noch 46 % der Drei- und Vierjährigen besuchen eine Vorschule
Die Experten sehen darin ein ernstes Warnsignal. Lesen und Mathematik gelten als die wichtigsten Grundlagen für den späteren Schulabschluss, den Berufseinstieg und die wirtschaftlichen Chancen im Erwachsenenalter.
Ist Corona schuld?
Die Gründe für die Ergebnisse sind divers. Die Pandemie spielte laut den Forschern eine große Rolle. Schulschließungen, Distanzunterricht und die psychischen Belastungen der Corona-Zeit hätten viele Kinder nachhaltig zurückgeworfen. Doch die Probleme begannen offenbar schon vorher. Wissenschaftler der Harvard University sprechen von einer „Lernrezession“, also einem Rückgang, der bereits seit mehr als zehn Jahren anhält (Fortune).
Als mögliche Ursachen nennen sie die zunehmende Nutzung von Smartphones, sozialen Medien und digitalen Lernangeboten, die oft nicht den erhofften Bildungserfolg bringen. Hinzu kommt eine neue Sorge: Künstliche Intelligenz könnte Lernprobleme verschärfen, wenn Schülerinnen und Schüler Aufgaben immer häufiger an Chatbots auslagern und dadurch weniger selbstständig denken (Betzold).
Wie sieht die Situation in Deutschland aus? Die Entwicklung erinnert stark an aktuelle Ergebnisse aus Deutschland. Der IQB-Bildungstrend 2024 zeigte, dass die Leistungen deutscher Neuntklässler in Mathematik und den Naturwissenschaften auf einen historischen Tiefstand gefallen sind.
34 Prozent der Schülerinnen und Schüler verfehlen inzwischen die Mindeststandards in Mathematik für den Mittleren Schulabschluss. 2018 lag dieser Wert noch bei 22 Prozent, wie das deutsche Schulportal zusammenfasst.
Auch die Forscher in Deutschland sehen die Corona-Jahre als wichtigen Faktor, sprechen jedoch ebenfalls von langfristigen Problemen, die schon vor der Pandemie begonnen haben (Tagesschau).
Was denkt ihr über die Entwicklung? Habt ihr den Eindruck, dass Kinder und Jugendliche heute größere Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen haben als früher?
Die Studie aus den USA zeigt, dass viele Kinder nach wie vor mit den Folgen der vergangenen Jahre kämpfen und neue Entwicklungen die Lage nicht verbessern. Manche Kinder bringen aber auch ihre ganz individuellen Päckchen an Problemen mit in die Schule. In dem Fall braucht den richtigen Ansatz: Weil seine Tochter mit Problemen in der Schule zu kämpfen hat, wird ihr Vater das erste Mal zum Spielleiter in Dungeons & Dragons
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