Ein Indie-MMORPG auf Steam hat seine leitende Entwicklerin verloren. Die Community zeigt sich betroffen davon und drückt ihrem Ehemann und Mitarbeiter die Anteilnahme aus.
Um welche Entwicklerin geht es? Sandra Powers war leitende Entwicklerin beim MMORPG Project: Gorgon. Gemeinsam mit ihrem Mann Eric Heimburg arbeitete sie seit Jahren an dem Indie-Projekt.
Zuvor war sie an anderen MMORPGs beteiligt. Etwa an Asheron’s Call oder EverQuest II, ehe sie mit ihrem Ehemann begann, an Project: Gorgon zu arbeiten.
Das Spiel erschien 2018 im Early Access und ist mit 84 % positiven Bewertungen eines der bestbewerteten MMORPGs auf Steam. Die Spieler begeistert besonders das Oldschool-Gefühl, die Sandbox-Klassen und nicht zuletzt die Community selbst.
Die trauert nun um Sandra Powers, die laut ihres Ehemanns Eric Heimburg am vergangenen Wochenende verstorben ist. Auf Discord richtet er sich in einer Nachricht an die Fans des Spiels.
Was schreibt der Entwickler? In seiner Wortmeldung erklärt Heimburg, dass Sandra Powers verstorben sei. Zuletzt habe sie große Schmerzen gehabt, ihr Tod sei daher eine Erlösung gewesen.
Er selbst trauert und bittet die Community, Verzögerungen bei der fortschreitenden Entwicklung von Project: Gorgon zu verzeihen.
Die Arbeit fällt mir schwer. Ich verschiebe das Update um eine Woche, weil ich einfach nicht glaube, dass ich diese Woche genug schaffe. Ich entschuldige mich für die Verzögerung.
Eric Heimburg via Discord
Der geplante Patch wird sich also verspäten, was nur verständlich ist. Darüber hinaus zählt der Entwickler auf, welche Arbeiten noch auf ihn warten, und dankt am Ende der Community für die Geduld. Die hat dem Spiel schon früher ziemlich geholfen.
Was sagt die Community? Nach der Nachricht zu Sandra Powers Tod versammelten sich Teile der Community sofort auf Discord, um ihr Beileid auszudrücken.
- „Das ist so traurig zu hören! Ich fühle mit Ihnen. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen!“, schreibt Helio/Hantherece.
- „Es tut mir leid, das zu hören, das Leben ist wunderbar, ich bin sicher, sie hatte auch helle Momente, aber leider müssen wir alle ein Ende finden“, bedauert Hextor.
- „Es tut mir leid, das zu hören. Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst, um zu trauern und ihr Leben zu feiern. Wir alle lieben das Spiel, das ihr beide zusammen aufgebaut habt. Bitte entschuldige dich nicht für jede noch so kleine Verzögerung“, schreibt maca.
Damit spricht er vielen anderen Usern auf Discord aus der Seele. Sie drücken ihre Anteilnahme aus, sagen aber auch, dass sich der Entwickler nun nicht dafür entschuldigen müsse, dass sich kommende Update verspäten.
Er solle sich alle Zeit nehmen, die er braucht, um den Verlust seiner Frau zu verarbeiten.
Es ist rührend zu sehen, wie sehr die Community zusammenhält, um Anteilnahme und Verständnis zu zeigen. Sandra Powers wird den Spielern auch nach ihrem Tod als kreativer Kopf hinter Project: Gorgon in Erinnerung bleiben. Sie hat das MMORPG mit auf den Weg gebracht und geleitet. Ihre Arbeit bleibt.
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Traurige Nachricht. Mein Beileid. 😢
Zum Spiel muss man aber sagen auch, es ist nicht wirklich gut als MMORPG auch wenn die Bewertungen hoch sind, spielt kaum noch einer das Game und die Welt is sogut wie leer. Und es ist nun schon 7 Jahre in einem EA-Status, es wird definitiv nie eine Version 1.0. geben. Zu kleines Team um wirklich schnelle und große Fortschritte zu machen und es ist auch nur auf englisch spielbar, was einiges erschwert durch den “Oldschool-Feeling” was durch Gameplay und den Mechaniken ja vermittelt werden soll. Im Schnitt sind +/- 50 Leute online und zu den Peak wenn es sie mal wieder gibt 100-200.
Es ist eher ein Spiel für die 1-2 kleinen “Communitys” geworden, die sich aktuell im Spiel tummeln, ich würde jedem abraten sich das Spiel für die +/- 20 Euro zu kaufen, da man für wichtige “Inhalte” auch noch den VIP-Status (Art Abo) braucht um das Game wirklich genießen zu können.
Dem kann ich persönlich so gar nicht zustimmen (mit Ausnahme der offensichtlich langsamen Updates).
Ja, es sind keine tausende Leute permanent online, aber man findet eigentlich immer jemanden, wenn man eine Gruppe braucht/möchte. Und die Spieler die es hat sind im Vergleich zu sämtlichen großen MMOs dafür die freundlichsten, die ich in MMOs je erleben durfte.
Kam mit meinen mehreren Charakteren auch vollkommen ohne VIP klar, weiß also nicht, welche Inhalte davon so “wichtig” sein sollen.
Stimme dem zu, das Spiel macht mir mehr spass als jedes moderne MMO. Dort sind abertausende Spieler online, fühle mich trotzdem mehr allein als bei Project:Gorgon. Rest in Peace Sandra.
Hab mir grad mal Video angeschaut (Entenburg) und ich find sieht vom Kampfsystem und den Möglichkeiten besser als die bekannten kommerziellen MMOs aus. Vieleicht wird ja noch ein Release draus.
Die neuen Ideen sind da, braucht nur einen Investor. 7 Jahre EA ist wirklich langsam.
Nun man muss dazu sagen das das Spiel trotz des EA Status, mehr zu bieten hat als die meisten MMORPGs und über die Jahre immer mehr Content dazu gekommen ist. Und bei einem Spiel das dermaßen gut ist, habe ich auch nichts dagegen sollte es noch 7 Jahre im EA Status bleiben.
Das ist in absolut jedem Punkt falsch. Abgesehen von den langsamen Updates.
Das Spiel hat seit 6 Jahren konstant etwa 100-120 tägliche Spieler mit rund 600 Spielern die immer wieder aktiv sind und immer mal wieder zurück kehren. Die Community des Spiels ist somit die wahrscheinlich treueste und konstanteste die ich je bei einem MMORPG gesehen habe. Des weiteren braucht niemand den VIP-Status, er ist lediglich dazu da die Entwickler zu unterstützten und dafür noch ein paar kleine Boni wie zusätzliche Character Slots zu erhalten.
Grundsätzlich ist Project Gorgon wahrscheinlich eines der wenigen heutigen MMORPGs das wirklich noch die Seele dessen was MMORPGs sein wollen trifft. Ein Spiel in dem die Community viel mit einander interagiert und Kameradschaft und gegenseitige Hilfe das Spiel Geschehen bestimmen. In keinem anderen MMORPG kann man heutzutage so viele von Spielern gemachte Geschichten und Events erleben.