Diablo 3: Season-Start ist wie ein Klassentreffen

Bei Diablo 3 hat am Freitag die Season 5 begonnen. Unser Autor Schuhmann erzählt von seinen Erlebnissen.

Je mehr ich über Spiele schreibe, desto schwieriger wird es, Zeit zu finden, sie in Ruhe zu spielen. Hing ich früher mit meinen Gildenkollegen tagelang in der World of Warcraft aufeinander, bevorzuge ich mittlerweile kleine Dosen Hearthstone, Armored Warfare oder schau mir eben zur Beta oder zum Launch das neuste Spiel an, über das wir auf der Seite berichten.

Meine Kumpels von früher spielen hingegen über Stunden eine LoL-Partie nach der anderen, sind in Team-Shootern wie Payday 2 unterwegs oder erliegen plötzlich dem Fallout-Virus.

Der Diablo-Virus infizierte meine Freunde

Es ist selten, dass wir noch zusammenspielen. Besonders neidisch war ich jahrelang auf die Diablo-3-Manie, die sie ungefähr 3mal im Jahr zu infizieren schien. Dann zockten sie 2 Wochen wie die Irren, brüllten „Schnitzel! Schnitzel!“ ins Teamspeak und waren wie hypnotisiert.

Ich hatte mir damals Diablo 3 nicht geholt. Die letzten Erfahrungen, die ich mit der Diablo-Franchise verband, waren ein toller Sommer und unglaublich hohe Telefonkosten. Mein Vater wirft mir die damalige Telekomrechnung heute noch vor.

Diablo 2 war damals mein erstes „richtiges“ Online-Spiel und das noch vor der Zeit, bevor es hier eine Flat gab. Keine gute Kombination.

Diablo 3 Butcher

Bei der Season 4 hängten sie mich nach einer Pinkelpause ab!

Auf jeden Fall gab ich dann irgendwann letztes Jahr nach, kaufte mir Diablo 3 und die Erweiterung. Und ich war dann am Start, als die Season 4 begann. Im Trio levelten einige alte Kameraden und ich nach oben. Ich konnte wenigstens so 2, 3 Stunden auf deren Stufe mithalten. Dann hieß es: Wir machen eine Pinkelpause und während die beiden anderen Irren nach 2 Minuten wieder zurück waren, dachte ich mir: Nee, ich werd zu alt für den Scheiß. Ich brauch mindestens mal dreißig Minuten. Und das war irgendwie nicht konsensfähig.

Als ich dann am nächsten Tag wieder einloggte, hatte der eine die Nacht durchgespielt, der andere zwar 6 Stunden geschlafen, war aber dann schon wieder seit 5:00 Uhr morgens dran. Beide waren völlig außer Reichweite und ich fand erst wieder Anschluss, als sie ihre Twinks hochzockten.

Diesmal sollte es anders sein! Mein Ziel: Eine heftige Diablo-Session – direkt zum Start!

The-Division Beta

Hindernis Nummer Eins: Der Job.

Hindernis I: Rechtzeitig rauskommen trotz The Division

Jetzt trifft es sich, dass die Season 5 bei Diablo 3 um 17:00 Uhr an einem Freitag begann. Und das sollte ausgerechnet der Tag werden, an dem wir in der Redaktion so viel zu tun hatten wie selten.

Morgens kamen die Beta-Daten für The Division rein, vormittags hatte Bungie den Händler Xur bei Destiny wieder irgendwie doof angeordnet und der musste umpositioniert werden. Außerdem begann um 19.00 Uhr am Abend auch noch der Headstart für Blade&Soul – eigentlich müsste ich da auch mal vorbeischauen. Und das waren nur die Highlights.

Stufe 1

Und mit der Dame sollte ich auch noch spielen!

Mein Plan: Bis 16:00 Uhr alles fertig haben.

Ich hab also den Tag halbwegs gestaltet, hab dem Sukkubus genügend Futter gegeben, damit auch nach 16:00 Uhr noch News auf der Seite erscheinen und wollte mich vom Acker machen, als genau dann das weltweite Embargo für „The Division“ platzte und mir der Chef, selbst im Stress, nur Links zuschmiss von Artikeln, die man jetzt eigentlich unbedingt machen müsste.

Nach meiner vernünftigen und beherrschten Entgegnung: „Alter, es ist 16:10 an einem Freitag! Ich will jetzt zocken!“ beschlossen wir allerdings, dass auf die nächsten Tage zu verschieben.

Hindernis II – „Eigentlich planen wir ja nix, wir sind nur zufällig zusammen online“

Nun ist es allerdings unmöglich, mit meinen Online-Kollegen irgendeinen Termin abzusprechen, dass wir zusammen hätten Diablo 3 spielen können.

Denn, nach ihren Aussagen, plane man nie zusammen zu spielen, sondern sei nur zufällig zur gleichen Zeit online und logge dann die nächsten 16 Stunden halt nicht mehr aus.

Als ich gegen 16:40 bei denen landete, standen sie denn auch schon „zufällig“ parat, wieder loszulegen. Ich hatte eigentlich vor, in dieser Saison einen Kreuzritter zu spielen. Das spielte aber schon ein anderer – und da ich davon ausginge, zusammen loszulegen, machte ich mir einen Barbar.

Diablo3-Barbar

Dann, nach kleinen Schwierigkeiten einzuloggen, die Überraschung: Die wollten gar nicht mit mir spielen, die Säcke. Die hatten sich irgendeinen „Solo auf Stufe 70 in diesen handlichen 432 Schritten!“-Guide besorgt und mussten nun alle wie die Irren solo spielen.

Die ersten 5 Stufen auf „Meister“, dann die Schwierigkeit runterschrauben auf Schwer, dann die Nephalemportale, dann diese Waffe craften, jenes Rüstungsset besorgen, das da machen, das da machen.
Tja, wurde wieder nix aus der gemeinsamen Reise. Ich versuchte mich dann halbwegs selbst durchzuschlagen und aus dem komplizierten Gemurmel, dass die anderen von sich gaben, ein paar Informationen zu ziehen, was dafür sorgte, dass ich auf der komplett falschen Schwierigkeitsstufe mir die Zähne an den Mobs ausbiss und schnell 20 Stufen hintendran war.

Als ich 24 Stunden später auch 70 wurde, waren die anderen schon in 3stelligen Paragonbereichen. Wieder nix mit Mithalten geworden.

Endlich Stufe 70 - da spielte der Rest schon Qual V aufwärts.

Endlich Stufe 70 – da spielte der Rest schon Qual V aufwärts.

Ist halt Diablo

Das Lustige ist: Im Endeffekt hat es keinen Unterschied gemacht, es war ein toller Abend. Denn wie ein später dazukommender Spieler sagte, den ich schon seit Monaten nicht mehr gesehen hatte: Mann, meine ganze Battle-Friendlist ist on und alle spielen Diablo 3.

Das Teamspeak füllte sich im Laufe des Abends, es wurde viel Quatsch geredet, man sah Leute wieder, die man schon vermisst hatte, und im Endeffekte musste man nicht zusammenspielen, um sich zu amüsieren. Das Austauschen im Teamspeak reichte. Der Season-Start zu Diablo ist wie ein Klassentreffen.

Archon-DiabloAls ich dann gegen Ende mal fragte: „Und wie ist die neue Saison so?“, da hoffe ich auf druckreife Antworten, bekam aber zwischen Hack und Click gemurmeltes „Ist halt Diablo.“

Bei näherem Nachfragen gab’s dann ein paar Details: Das mit dem Massaker-Bonus ist cool, der Speedbonus, wenn man Dinge zerstört, fühlt sich auch cool an, und die Anzeigen sind jetzt besser. Man erhöhte dann auf „Ist halt Diablo, aber bisschen bequemer.“

Ach ja, und dass Kadala eine „Bitch“ ist, soll ich auch noch ausrichten.


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