DFB-Boss Grindel attackiert FIFA 18 und PES: „Absolute Verarmung“

Das Vorhaben der großen Koalition, dem eSport mehr Beachtung zu schenken, kommt nicht überall gut an. DFB-Präsident Reinhard Grindel kritisiert eSport und virtuellen Fußball scharf. Er kann wohl mit FIFA 18 und PES wenig anfangen.

EA stellt bei FIFA schon länger die Weichen Richtung eSport. Spätestens seit der Weekend League, FUT Champions Cups und dem eWorld-Cup wird das immer deutlicher.

Die steigende Reichweite des eSports – nicht nur bei FIFA 18 – bleibt nicht unbemerkt: Die CDU/CSU und SPD haben nun im Koalitionsvertrag festgehalten, den eSport mehr fördern zu wollen und ihm möglicherweise sogar eine „olympische Perspektive“ aufzuzeigen.

Starken Gegenwind gibt es nun von Reinhard Grindel, dem Präsidenten des deutschen Fußball-Bundes (DFB).

„E-Sports ist für mich kein Sport“

Grindels Standpunkt ist eindeutig. Für ihn gehört Fußball „auf den grünen Rasen und hat mit anderen Dingen, die computermäßig sind, nichts zu tun“. Er sieht die große Konkurrenz für Fußballvereine auch nicht in anderen Sportarten, sondern in virtuellen Fußballsimulationen wie FIFA 18 oder Pro Evolution Soccer (PES).

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Der erfahrene FIFA-Profi Kai „Deto“ Wollin

Dem Plan der Koalition, Computerspielen eine „olympische Perspektive“ aufzuzeigen, kann Grindel nichts abgewinnen. Die Idee wäre „absurd“. Er hoffe, es komme nicht soweit.

Allgemein sei E-Sports für ihn kein Sport und das Befassen der Jugend mit digitalen Endgeräten sehe er als eine „absolute Verarmung“.

eSport-Bund-Deutschland antwortet auf Facebook

Der Präsident des eSport-Bund-Deutschland (ESBD) Hans Jagnow stellt sich entschieden gegen Grindels Aussagen. In einem Facebook Post des ESBD wird Jagnow zitiert: „Sich digitalen Innovation kompromisslos zu verschließen, ist selten eine gute Idee und ich kann davor nur warnen.“

Er spricht davon mit dem eSport eine junge Zielgruppe mit Werten wie Toleranz, Respekt, Fairplay und Teamfähigkeit zu erreichen. Die aktuelle Entwicklung sehe er als große Chance, um bewährten Vereinssport mit digitalen Angeboten zu ergänzen.

eSport bereits in Fußball Bundesliga angekommen

Trotz prominenten Gegnern wie dem DFB-Präsident hat der eSport längst seinen Platz in der ersten Fußball-Bundesliga gefunden.

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Sieben Bundesliga-Clubs haben bereits eigene eSports-Abteilungen. Laut gameswirtschaft sollen sich weitere acht Vereine, darunter auch der FC Bayern München, damit beschäftigen, professionelle FIFA-Zocker anzuheuern. Nur der BVB, der SC Freiburg und die TSG Hoffenheim nehmen Abstand vom FIFA-eSport.


Vor kurzem suchte die deutsche eSport-Szene allerdings ein Skandal auf. Ein Spieler verlor absichtlich gegen seinen Teamkollegen und wurde daraufhin suspendiert.

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Quelle(n): HeiseGamePro
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