Obwohl ich harte Soulslikes gewöhnt bin, tritt mir Crimson Desert richtig ins Gesicht – Aber dadurch wirkt ein Aspekt des Spiels viel stärker

Obwohl ich harte Soulslikes gewöhnt bin, tritt mir Crimson Desert richtig ins Gesicht – Aber dadurch wirkt ein Aspekt des Spiels viel stärker

In Crimson Desert ist es nicht möglich, den Schwierigkeitsgrad anzupassen. Dabei machen es einem die Gegner alles andere als leicht und nicht selten gibt es mächtig auf die Zwölf. MeinMMO-Redakteur Alex meint aber: Das ist gut so!

Ach, Crimson Desert, was habe ich anfangs geflucht. Wegen deiner Steuerung, wegen deiner teils seltsamen Physik oder wegen Dingen, die du einfach nicht oder nur wenig erklärst. Am meisten Frust bereitete mir aber ein Punkt: der Schwierigkeitsgrad.

Bosse, deren Angriffe teilweise weiter reichten, als die Animation einen annehmen ließ. Gegner-Horden, die erbarmungslos auf einen eindroschen und immer mehr aus ihren Löchern zogen. Angriffe, die 2/3 des Lebensbalkens einfach auffraßen, ohne eine Möglichkeit, dem zu entkommen. Die Schwierigkeit in Crimson Desert ist nicht gerade zimperlich und drückt sie einem, vor allem während der Hauptstory, mehrfach ins Gesicht – ohne eine Möglichkeit, sie über die Optionen anzupassen.

Nicht falsch verstehen, ich bin knackige Spiele mit schwierigen Kämpfen gewöhnt und habe auch etliche Soulslikes mit Geduld und einer steilen Lernkurve durchgezockt. Crimson Desert aber legt die Latte durch mächtige Gegner in Kombination mit einer wenig intuitiven Steuerung und den oft schwer erkennbaren Hitboxen schon sehr hoch. Dadurch hatte ich beim Spielen auch das Gefühl, dass gerade Spieler, die das Game nur für die Open World zocken wollen, durch den Schwierigkeitsgrad an ihre Grenzen kommen.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte mir zwischendurch nicht gewünscht, den Schwierigkeitsgrad zumindest leicht herunterstellen zu können. Zumindest, um einfach mit der Geschichte weitermachen zu können und nicht zum drölfzigsten Mal von ein und demselben Boss dermaßen eine übergezogen zu bekommen, dass selbst starke Gegner aus Elden Ring nur müde lachen können.

Doch was ich zu Beginn noch nicht wusste: Ich würde dem Spiel dafür später noch sehr dankbar sein und ich glaube, das werdet ihr auch.

Die Schwierigkeit in Crimson Desert – für mich eine Hassliebe sondergleichen

Denn irgendwann kam ich während der Story an einen Punkt, an dem ich keine Lust mehr hatte. Trotz dass ich nach einigen Versuchen das Moveset draufhatte und wusste, wie ich die schwammige Hitbox umgehen konnte, biss ich immer wieder ins Gras. Ich schaffte es zwar fast, den Boss zu besiegen, aber nur, um dann kurz vor Ende wieder dermaßen auf die Nase zu kriegen, dass ich das Zeitliche segnete.

Und ich bin ehrlich: Um meine hart zusammengeklaubten Wiederbelebungen auszugeben, war ich zu geizig. Denn wer wusste schon, was mich danach erwarten würde und ob ich sie dann nicht dringender brauchen würde? Also zog ich ermüdet los in die Open World und überlegte, wie ich mich besser vorbereiten konnte, um die Schwierigkeit auf anderem Wege etwas leichter zu machen.

Allein schon, um rauszufinden, ob auch Casual-Spieler Spaß an der Geschichte und dem Spiel haben könnten, wollte ich schauen, was möglich ist. Und keine Sorge, wenn ihr euch dazu zählt: Das könnt ihr, davon bin ich fest überzeugt! Denn es gibt Mittel und Wege, wie ihr die Möglichkeiten des Spiels nutzen könnt, um euch das Ganze leichter zu machen.

Falls ihr euch dafür interessiert, was möglich ist, findet ihr den passenden Guide dazu hier:

Und während ich so durch Pywel zog und die verschiedenen Möglichkeiten abklapperte, wurde mir etwas bewusst: Die hohe Schwierigkeit tut dem Spiel eigentlich sogar gut – egal, wie fähig ihr als Spieler seid.

Denn: Sie sorgt dafür, dass ihr euch Zeit nehmt. Zeit, euch mit der Welt zu beschäftigen, die euch wirklich viel zu bieten hat. Daher kam mir ein Gedanke: Würde man so durch die Story und die Bosse flutschen, würde man dann noch so viel Zeit mit ihr verbringen wollen? In den meisten Spielen vergeht vielen die Lust, sobald sie mit der Geschichte durch sind, und gerade hier wäre das sehr schade.

Trefft ihr also auf schwierige Gegner, die sich nicht mit ein paar Trys direkt besiegen lassen, lädt euch das Spiel automatisch ein, euch umzuschauen, auszuprobieren, vielleicht andere Quests vorher zu machen oder andere Ecken der wirklich riesigen Open World zu erkunden, bevor ihr es erneut versucht.

Crimson Desert stärkt sich damit also irgendwo auch selbst und sorgte zumindest bei mir dafür, dass ich die Stärken der Open World und all der Dinge, die ein MMO-Gefühl vermitteln, deutlich mehr zu schätzen wusste und automatisch mehr Zeit mit ihnen verbrachte, als ich es sonst vielleicht getan hätte, wären die Kämpfe in der Story einfach zu bewältigen.

Zusätzlich stärkt die Schwierigkeit noch einen anderen Aspekt: Sie lädt in vielerlei Hinsicht zum Experimentieren ein und belohnt Spieler, die sich dem annehmen, auch immens. Sei es, weil man den einen Kniff herausfindet, mit dem man den spezifischen Boss einfach dahinschmelzen lässt, das Geheimnis in einer zuvor ungesehenen Ecke eines Waldes, oder das Rätsel, hinter dem sich neue Teleporter und wertvolle Artefakte verbergen.

Der hohe Schwierigkeitsgrad führte also bei mir dazu, dass mein eigentlich ohnehin schon großer Entdeckergeist noch mehr entfacht wurde und ich die schiere Tiefe der Open World und all ihrer Inhalte erst wirklich zu schätzen lernte.

Crimson Desert ist also in meinen Augen auch für Spieler geeignet, die sich vor allem für die Open World oder die MMO-ähnliche Erfahrung interessieren. Bleibt ihr hartnäckig und sucht euch Möglichkeiten in Pywel, um eure Schwierigkeiten auszumerzen, schafft ihr es auch, eure Gegner wegzupusten. Denn als MMORPG-Fan seid ihr doch Grind ohnehin gewohnt, oder?

MeinMMO-Redakteurin Jasmin Beverungen hatte Crimson Desert schon auf der gamescom 2025 gespielt und dachte, sie hätte ihr perfektes Singleplayer-MMO gefunden, doch genau die Schwierigkeit macht ihr Sorgen: Crimson Desert wäre das perfekte Single-MMORPG für mich, aber es wiederholt den größten Fehler von Dark Souls

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BinAnders

Ich denke. dass somit das Spiel viel weniger Erfolg haben wird, als es könnte.
Und ich verstehe einfach nicht, warum man nicht wenigestens 2 Stufen einführt, und natürlich auch eine verbesserte Steuerung (Anpassungsmöglichkeit).
So verprellt man viele schon vor dem Kauf, oder schührt Frust nach dem Kauf, mit schlechten Bewertungen.
Warum legt man sich freiwillig Steine in den Weg? Mit dem Kopf durch die Wand, hat noch nie geklappt.

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