Ashes of Creation: Wer Spieler wirbt, verdient Cash – Pyramidensystem?

Um das Kickstarter-Projekt „Ashes of Creation“ gibt es aktuell etwas Wind. Das Spiel hat schon viel Geld eingenommen, Vorwürfe eines „Pyramiden-Systems“ kamen auf. Das MMORPG setzt auf ein Referral-System. Wer neue Spieler wirbt, verdient echtes Geld an ihnen.

Ashes of Creation ist ein MMORPG, das gerade auf Kickstarter eine Menge Geld einspielt und Staub aufwirbelt. Das Spiel setzt auf frische Ideen im Game-Design, aber auch im Marketing. Die kommen bei einigen Fans nicht ganz so gut an.

Ashes of Creation hat ein „Referral“-System etabliert, um mehr Leute zu erreichen. Wer Freunde oder Fremde dazu bringt, sich über seinen Referral-Link für Ashes of Creation anzumelden, der ist künftig daran beteiligt, wenn diese Freunde im Spiel Geld ausgeben. Er erhält 15% der Einnahmen. Das Referral-System ist hier bei Ashes of Creation beschrieben.

Spieler können das dieses Referral-Geld nutzen:

  • um damit ihre Abo-Kosten für Ashes of Creation zu finanzieren,
  • um sich im Shop des Spiels Items zu kaufen
  • um sich das Geld Cash auszahlen lassen. Und genau hier liegt der Knackpunkt

Pyramidensystem-Vorwürfe

Das Ganze ist deshalb so pikant, weil der Chef der Firma hinter Ashes of Creation, Steven Sharif, früher in einem sogenannten „Multi Level Marketing“-Unternehmen tätig war. Diesen Unternehmen wird vorgeworfen, auf ein Schneeballsystem zu setzen.

Das ist ein System, das wie eine Pyramide aufgebaut ist.

Pyramiden-Systeme laufen so, dass man Sub-Unternehmer findet, die Produkte und Lizenzen kaufen und diese wiederum an eigene Subunternehmer weiterverkaufen. Dann ist man an deren Profiten beteiligt. Das geht solange gut, wie sich neue „Lizenznehmer“ finden lassen.

Ist man oben auf der Pyramide, kann man eine Menge Geld verdienen. Steht man auf der unteren Stufe der Pyramide, funktioniert das nicht so blendend. Das System benötigt ständig neue Teilnehmer, sonst kollabiert es.

Es gibt Horror-Geschichten von Menschen, die so einen Haufen Geld verlieren. Familien und Freundschaften zerbrechen am Druck, den das System verursacht. Die Produkte, um die es geht, haben oft nur geringen Wert.

Einige Fans von Ashes of Creation fürchten nun, dass so ein „Pyramidensystem“ auch bei Ashes of Creation laufen könnte.

ashes of creation karawaneChef war früher Top-Verkäufer von Säften und Vitaminen in einer „Multi-Level-Marketing“-Firma

Sharif erklärt selbst in einem Posting auf reddit, er habe früher für die Firma Xango Säfte und Vitamine verkauft. Mit 20 war er einer der Top-Verkäufer in der Firma. Das sei aber schon 7 Jahre her, mit 24 ist er ins Investment eingestiegen. Sharif sagt, dass solche „Multi-Level-Marketing“-Firmen einen schlechten Ruf hätten, aber es gebe auch gute.

Ashes of Creation habe damit auf jeden Fall nichts zu tun. Er wache morgens auf und denke nur an das Spiel. Dem gelte seine ganze Leidenschaft.

Referral notwendig, weil Medien nur Geld wollen

Das Referral-System bei Ashes of Creation sei kein „Multi-Level-Marketing“, das habe ja ohnehin nur eine Stufe. Es sei im Prinzip wie ein Affiliate-Programm, das etwa auch Amazon nutze. Das System sei gut fürs Spiel. Man habe sich dazu entscheiden, denn es stärkt die soziale Natur und das Wachstum des Spiels.

Andernfalls müsste man Millionen von Dollars ausgeben, um das Game über Werbung, Facebook oder eMails zu promoten. Damit werfe man Konzernen Geld in den Rachen. Denn die Medien interessierten sich nicht für solche Spiele, sondern nur für Geld und ihren Umsatz.

ashes of creation Town 2

Referral-Systeme für Cash – Hm

Mein-MMO meint: Wir glauben nicht, dass Ashes of Creation auf ein Pyramiden-System setzt. Aber: Es erreicht schon eine neue Stufe des aggressiven Marketings.

Auch andere Games nutzen solche „Referral“-Systeme. Sogar Blizzard lockt ja mit Belohnungen, wenn andere sich anmelden und nennt das „Refer-a-Friend“. Allerdings: Dabei geht es um „virtuelle Belohnungen“, nicht um Cash wie bei Ashes of Creation.

Diese Art des Referral-Systems „motiviert“ viele Spieler dazu, für das Game zu werben – auch solche, die mit dem Spiel überhaupt nichts zu tun haben. Denen geht es nicht um Leidenschaft, sondern darum ein paar Mäuse zu verdienen.

Auch wir haben schon Einladungen anonym von portugiesischen Menschen über Facebook erhalten, die uns dazu kriegen wollten, in Ashes of Creation zu investieren.

FB MMOWer Kopfgeld für neue Spieler ausschreibt, der zieht damit nicht unbedingt eine „leidenschaftliche Community“ heran, sondern Söldner.

Dass Medien nur über ein Spiel berichten, wenn das Spiel auch für Unsummen Werbung auf dieser Seite schaltet, ist ein beliebter Vorwurf in der Gemeinschaft der Aluhut-Träger. Im Fall von Ashes of Creation ist es aber nachweislich falsch. Die internationalen MMO-Seiten haben bereits in der Gründungsphase ausgiebig über das Spiel berichtet, auch ohne dass dort Werbung geschaltet worden wäre, weil’s einfach ein interessantes Spiel ist.

Aber wenn jemand damit reich geworden ist, in einem Pyramidensystem Multi-Level-Marketing-System Vitamine und Säfte zu verkaufen, dann hat er sicher einen eigenen Blick auf die Welt.

Aktuell steht Ashes of Creation bei Kickstarter kurz vor 2 Millionen US-Dollar.

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Autor(in)
Quelle(n): reddityoutube Darion
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