ArcheAge erklärt Probleme, stellt Lösungen vor: Will stärkere Items außerhalb des Cash-Shops einführen, Belagerungen fixen

Bei ArcheAge ist ein Interview mit Scott Hartsman erschienen, das auf die Probleme des vergangenen Jahres zurückschaut. Außerdem möchte man mit XLGames reden, um auch außerhalb des Cash-Shops stärkere Items einzuführen und die Belagerungen zu reparieren.

scott-hartsmann
Im Gespräch mit buffed: Trion Worlds CEO Scott Hartsman.

Die deutsche MMO-Seite buffed hat ein Interview mit Scott Hartsman, dem CEO von Trion Worlds, geführt. Dort geht er auf die Probleme ArcheAges ein, die sich in den letzten drei Monaten doch gehäuft haben.

Hartsman betont, dass die Härte der Kritik der Spieler an ihrer Begeisterung und Leidenschaft für ArcheAge liege.

Außerdem löse eine komplexe Sandbox mit stark kompetitiver Natur wie ArcheAge häufig Frust bei den Spielern aus, der sich dann in Kritik Bahn bricht, die häufig Trion Worlds und deren Beziehung zu XLGames zum Ziel habe. Ganz egal, ob dieser Frust nun einer „realen“ Grundlage entspringt oder einer nur vermeintlichen.

ArcheAge Auroria

Hartsman betont die guten Seiten der Probleme

Als er auf Schwierigkeiten angesprochen wird, betont Hartsman immer wieder die guten Seiten. So habe man die Spieler für die Serverwartung entschädigt; die APEX, als klar war, dass sie exploitet wurden, binnen 30 Minuten aus dem Spiel genommen, Spieler gebannt und anderen einen Credit-Malus aufgebrummt. Zudem hätten sich die Mitarbeiter förmlich zerrissen, um die Schwierigkeiten bei dem mehrtägigen Serverdown zu lösen.

Von einer Serverzusammenlegung sei man im Moment noch weit entfernt. In Korea habe man so etwas durchgezogen, das sei mit allerlei Spaß verbunden gewesen, als die Spieler einen neuen Landrush erlebten. Heute sei der zusammengelegte Server-Custer einer der beliebtesten im koreanischen ArcheAge.

ArcheAge_volles-Boot

Belagerungen fixen, stärkere Items außerhalb des Cash-Shops

Bei der Untersuchung des APEX-Exploits habe man sich die Daten angeschaut und sei zum Entschluss gekommen, dass dem Spieler ein paar höherwertige Items außerhalb des Cash-Shops guttäten. Darüber will man mit XLGames reden.

Ebenso hat man die großen Schwierigkeiten weitergegeben, die die Belagerungen im Moment noch haben. Da ging die erste Welle wohl ziemlich daneben. Wie die Interviewerin von buffed feststellt, hatten die Belagerungsmauern eine Millionen Lebenspunkte, eine Belagerungswaffe machte allerdings nur einen Schadenspunkt.

ArcheAge Headstart Rush

War Zeitdruck das Hauptproblem?

Mein MMO meint: Das Interview ist schon sehr PR-lastig. Also zu sagen: Wenn wir Server zusammenlegen, verliert jeder das, was er bis dahin gebaut hat, aber ein Neustart macht sicher auch Spaß, dürfte eine durchaus kontroverse Meinung sein. Ende September war das für ArcheAge Producerin Victoria Voss (in unserem Interview mit ihr) noch ein Worst-Case-Szenario. Bei Hartsman klingt das nun schon durchaus denkbar.

Außerdem ist es schon ein bisschen ironisch, dass Hartsman davon spricht, die Spieler würden ihre Kritik an der Kooperation XLGames-TrionWorlds aufhängen. Wurde die Schwierigkeit dieser Kooperation doch immer wieder von Trion Worlds angeführt, um Schwierigkeiten im Spiel zu erklären.

Vielleicht der entscheidendste Punkt des Interviews ist eine Stelle, in der Hartsman davon spricht, dass vielleicht die Zeit gefehlt habe für intensivere Tests und dass die ArcheAge sicher gutgetan hätte – so wie bei Rift. Wenn man sich die letzten drei Monate ArcheAge anguckt, scheint da der Hund begraben zu sein.

Wenn man von Termin zu Termin hetzt und sich weder Rast noch Ruhe gönnt, passieren Fehler. Das hat in diesem Jahr auch WildStar gelernt, die von der Idee, jeden Monat frischen Content liefern zu können, abrücken mussten, nachdem ihnen klar war: Da bringen wir zu viele Bugs ins Spiel.

Wer aber 6 Wochen nach heftigen Release-Problemen schon mit dem so wichtigen Auroria-Patch anrückt …

ArcheAge

In hohem Tempo passiert schon mal ein Malheur

Man wollte wohl unbedingt den Release-Termin im September halten, strategisch günstig vor der WoW-Erweiterung Warlords of Draenor. Es ging dann im Schweinsgalopp von Closed-Beta, einer Messe in Seatlle, hinein in eine Open-Beta, den Headstart und ins Release. Dabei ging einiges zu Bruch.

Der relativ frühe Release von Auroria (6 Wochen nach dem Start) wurde dann komplett vermasselt, zumindest in den USA. Dabei war das der Punkt, auf den einige Spieler, gerade die Core-Gamer, lange hingearbeitet hatten.

Dass es ArcheAge so eilig hatte, all diesen Termin zu halten, scheint sich dann auch im Ablauf widerzuspiegeln. Unter Zeitdruck geht zum einen eben Zeit für Feedback von Spielern verloren (der Test-Server kam erst im Dezember), zum anderen wird auch die Arbeit der Mitarbeiter unter dieser Dauerbelastung gelitten haben.

Und was ist eigentlich mit Steam?

Dass es Probleme mit der technischen Seite von ArcheAge geben würde, scheint sich schon vorm Release abgezeichnet zu haben. Über den Ausschluss von Steam etwa, hat man Monaten nichts gehört.


Wer sich für die Hintergründe bei ArcheAge interessiert, dürfte auf unserer Themenseite zum Sandpark-MMO fündig werden.

Quelle(n): Interview Hartsman (buffed.de)
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Naruk

Letztenendes ist es wie es ist. “Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.” oder oder so änlich.
AA is mir nach den turbolenzen der letzten wochen ziemlich egal geworden. ich habe meinen Blick jetzt auf Black Desert und bin da sehr optimistisch das es dort besser läuft ^^

Svatlas

Mir ist es leider auch vollkommen egal geworden. Wirklich schade, aber das haben Sie total vermasselt. Das Interview liest wieder nur einmal mehr so….wir haben ja soviel getan…. Da wird gesprochen Sie haben Leute nach dem exploiten gebannt und in einem Artikel hieß es “Es waren nur 12 Leute”. Wow tolle Arbeit. Aber im Endeffekt haben Sie gar nichts gemacht, damit das Spiel besser wird. Die vorhandenen Exploits einfach veröffentlicht und Auroria und Co zusätzlich verhauen. Soviel Unfähigkeit kann man einfach nicht mehr rechtfertigen. Ein wirklich tolles Spielkonzept wurde durch Geldgier und Faulheit komplett versaut um es mal auf den Punkt zubringen.

Gerd Schuhmann

Ich fand auch, das war eins dieser Interviews, wo man dann das Vertrauen der betroffenen Spieler in die ganze Industrie gefährdet. Da sind andere Studios deutlich offener dabei, wenn’s darum geht, Probleme zu kommunizieren und zu sagen, wie man das ändern will. Ich hab den Eindruck, dass man von diesem ganz krassen PR-Zeug relativ weggeht.

Wer sich mal Smedley anhört von SOE … klar, der glaubt an seine Spiele. Aber der spricht auch Klartext und nicht PR-Sprech. Und auch so die Köpfe bei WoW, WildStar, TESO klingen nicht derart nach PR. Es lenkt heute eigentlich keiner mehr Kritik irgendwie ab und zur Seite. Ja, da haben wohl Leute nicht verstanden, was eine Sandbox ist.

Es ist klar schwer, das nach außen zu verkaufen, wenn’s nicht gut läuft, wenn’s Probleme gibt, aber hier find ich’s zu krass.

Ich würd auch gern wissen, wie das jetzt den Leuten geht, die kurzfristig eingestellt wurden, im September/Oktober, als man vom Erfolg von ArcheAge überrascht war und Leute rekrutiert hat. Was macht man mit denen jetzt? Da hängen ja auch Existenzen dran.

Es ist im Moment eine wirklich sehr ungute Erfahrung für viele Beteiligten, denke ich. Wie das gelaufen ist und was es hätte werden können. Mal gucken, wie es jetzt noch läuft, aber das Problem ist halt, so ein Ding ist nicht nur Imageschaden für Trion Worlds oder XLGames, sondern auch für die übergeordneten Sparten F2P, Sandbox, Asia-MMO, MMO allgemein.

Man sieht bei ArcheAge klar, dass es Zeit für so eine Sandbox ist, mit Crafting, Wirtschaft und vor allem starker Gildenzusammengehörigkeit. Aber mir hat das jetzt gezeigt, dass die Sandbox dann noch polierter sein muss in den Grundprinzipien als eine Sandbox. Und das Vertrauen in den Publisher muss unbedingt da sein.

Da seh ich ehrlich gesagt Black Desert dann auch kritischer in den Zukunftsaussichten, da bin ich mal gespannt.

Svatlas

Da stimme ich Dir zu. Das Vertrauen ist futsch. An sich hätte Archeage ja funktioniert, wenn sie die wichtigen Elemente gefixt hätten vor dem Release. Aber alle wichtigen Elemente haben von Anfang an nicht geklappt. Sei es der Release(Betrug an den Foundern), das Housing (Exploit verseucht), Auroria (Performance 0fps + nie wieder einnehmbar, Bugs), Cashshop(Geldgier Items) etc etc etc. Die Liste könnte man noch lange fortführen. Aber was macht Trion?!? Die stellen sich immer als Götter in weiß hin und das kotzt einen einfach nur noch an (entschuldige). Das schlimme daran ist ja…..die halten uns Kunden ja wirklich für total verblödet und Gehirn amputiert.

Genau diese Einstellung hat viele erst bewegt auf zuhören. Mich inkl. Statt offen damit umzugehen(wie du es sagtes), versuchen Sie die Leute im dunkeln zulassen und meinen wir können ja nicht selbstständig denken.

Kann nur hoffen das die anderen Entwickler nicht so dumm sind, wie es Trion zur Zeit abzieht. Das ist absolut lächerlich und eine Schande…. Ich hätte wirklich nie gedacht das die so drauf sind, aber das ist der erste Entwickler der bewusst seine Kunden für blöde hält und das auch klar nach außen kommuniziert.

Dabei hat das Spiel den Nerv der Zeit getroffen und die sind so blind und sehen es nicht. Die haben AA wirklich nur als letzte Aussaugstation gesehen, anders kann ich mir dieses Verhalten nicht mehr vorstellen. Die Server zeigen ja einen klaren Trend….Seid 1-2 Woche sind die gekürzten Server auch wieder auf niedrig(nonstop).

Die neuen Mitarbeiter werden genauso behandelt wie wir Kunden. Da bin ich mir sehr sicher. Hier hast Du Deine Papiere und geh……Friss oder stirb.

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