Das Sci-Fi-Abenteuer Aphelion ist das neueste Spiel der Macher von storygetriebenen Games wie Life is Strange. MeinMMO-Redakteurin Jasmin hat sich voll auf das Game gefreut, denn sie ist ein großer Fan von bahnbrechenden Storys, vor allem im Weltall. Und das Spiel hat verdammt viel Glück, dass es eine gute Story hat, denn sonst hätte sie das Ende des Spiels auf der PS5 nie erreicht.
Seitdem Mass Effect in mein Leben getreten ist, habe ich großen Gefallen an Spielen gefunden, die die Weiten des Weltalls mit einer epischen Story verbinden. So habe ich beispielsweise weitere Perlen wie The Outer Worlds und I Was a Teenage Exocolonist entdeckt.
Aphelion fiel genau in dieses Beuteschema. Hinter dem Spiel steckt nämlich das Entwicklerteam von Don’t Nod, das für bahnbrechende Storys wie in Life is Strange bekannt ist. Auch Banishers: Ghosts of New Eden habe ich von ihnen genossen, da mich die Story immer weiter vorangetrieben hat.
Und genau so einen Effekt hatte ich jetzt auch bei Aphelion. Das Sci-Fi-Spiel hat mir gezeigt, dass für mich der Sieger der ewigen Frage feststeht, ob ein Spiel lieber auf Story oder auf Gameplay setzen sollte.
Zwei verschollene Astronauten im Weltall müssen sich finden
Die Prämisse von Aphelion erfindet zwar das Rad nicht neu, ist aber spannend genug, um ständig am Ball zu bleiben. Im Jahr 2060 ist die Erde weitestgehend unbewohnbar geworden und steht vor dem Kollaps. Die Menschheit sucht verzweifelt nach einer neuen Heimat.
Deshalb schlüpfen wir in die Rolle der ESA-Astronauten Ariane und Thomas. Sie werden als Vorhut an den Rand des Sonnensystems geschickt, um den mysteriösen Planeten Persephone zu untersuchen. Dieser ist komplett zugefroren, könnte aber in Zukunft von der Menschheit kolonisiert werden.
Allerdings geht der Landeanflug gehörig schief. Das Raumschiff stürzt ab und das Duo wird voneinander getrennt. Auf der feindseligen Oberfläche müssen Ariane und Thomas wieder zueinanderfinden. Das Problem: Ariane muss sich durch die gefährlichsten Witterungen wie Eisstürme kämpfen, während Thomas verhindern muss, dass er durch seine schweren Verletzungen bei der Landung verblutet.
Während der Geschichte gibt es viele einzigartige Entdeckungen und mit der Zeit lernt man den Planeten Persephone immer besser kennen. Genau diese Neugier hat mich auch bis ans Ende des 7-stündigen Spiels getrieben.
Denn ich wollte immer mehr Geheimnisse rund um den Planeten wissen und schlussendlich das Fazit miterleben, ob dieser Planet denn für eine neue Heimat für die Menschheit in Frage käme. Das ist auch genau das, was mich am Sci-Fi-Genre so fasziniert: Die Vorstellung von unendlich vielen Planeten, die sich alle voneinander unterscheiden und ihre eigenen Regeln haben, ist mega spannend.





Auch die Frage, ob Ariane und Thomas wieder zueinanderfinden, schwebte die ganze Zeit über meinem Kopf. Sie wird gegen Ende des Spiels beantwortet und wird für das große Finale noch einmal wichtig – ohne zu viel zu verraten.
Besonders positiv möchte ich zudem noch die einzelnen Basen hervorheben. Jedes Mal, wenn ich ein Gebäude betreten hatte, in dem es Labore, Krankenstationen oder forschungsrelevante Werkzeuge gab, habe ich mich wie ein richtiger Astronaut gefühlt. Hier merkt man den Entwicklern an, dass sie mit der European Space Agency zusammengearbeitet haben, um den Realismus im Spiel zu verstärken.
Diagramme, die herumlagen, fühlten sich wie echte Forschungsergebnisse an. Und auch die Technik, die man an jeder Ecke fand, wirkte nie zu abgedreht.
Das Gameplay trieb mich an den Rand des Wahnsinns
Im Kontrast zu der sonst so guten Story steht allerdings das Gameplay. Mit Ariane müssen wir uns durch die unterschiedlichen Terrains des Planeten kämpfen und dabei klettern und springen, was das Zeug hält. Das Klettern geht dabei nicht unbedingt so flüssig von der Hand, wie es eigentlich sollte.
Um nämlich nach einem Vorsprung zu greifen, muss man etwas Arbeit leisten. Es reicht nicht, den Joystick in eine Richtung zu bewegen. Man muss zusätzlich für jedes Mal, nachdem man nach einem Stein greift, eine Taste drücken. Zum Glück lässt sich die Option ausstellen. Das war eine meiner ersten Amtshandlungen in dem Game.
Ich kann mir vorstellen, dass diese Option die Immersion steigern soll, da es den Handgriff simuliert. Bei mir führte das allerdings nur zu Frust, denn wenn ich mal einen Knopfdruck verpasst habe, rutschte Ariane direkt aus.
Dasselbe mit dem Balancieren. Es gibt mehrere Stellen, an denen man über einen schmalen Steg balancieren muss. Dabei muss man den Joystick in die entgegengesetzte Richtung drücken, in der Ariane zu fallen droht.
Bei mir hat das aber ab und an gar nicht geklappt, weil der Ausschlag einfach viel zu stark war. Ariane fiel dann in den Abgrund. Da die Rücksetzpunkte nicht immer ganz fair verteilt sind, hat das bei mir zu viel Frustration geführt. Doch zum Glück kann man auch diese Option ausschalten, sodass Arian nicht mehr runterfällt und man nicht mehr ausbalancieren muss.
Und tatsächlich musste ich auch von der vorletzten Option Gebrauch machen, die das Spiel vereinfacht. Es gibt nämlich ab und zu Schleichpassagen, die in komplett dunklen Gebieten stattfinden. Ich bin zwar kein großer Fan vom Schleichen, doch an der Stelle hat es dazu beigetragen, dass sich das Spiel bedrohlicher anfühlte, weshalb ich es akzeptierte.
Allerdings bin ich so viele Runden orientierungslos in einigen Gebieten rumgelaufen, weil ich gar nicht wusste, wo ich als Nächstes lang muss. Nur eine kleine Taschenlampe leuchtete den Weg und das reichte bei weitem nicht aus, um vernünftig sehen zu können.
Deshalb musste ich mir die Kanten, an denen ich mich festhalten kann, anzeigen lassen. Sie werden dann mit gelb gestrichelten Linien hervorgehoben, sodass ich endlich, nach 20 Minuten Umherirren, sah, wo ich als Nächstes lang muss.
Das Gameplay war für mich also so ziemlich das Schlimmste, das ich persönlich erleben konnte. Lediglich die Passagen von Thomas fand ich okay. Hier gibt es nämlich den besonderen Kniff, dass sein Sauerstofftank beschädigt ist und er von Sauerstoffstation zu Station rennen muss, um genügend Atemluft zu haben.
Diesen Zeitdruck fand ich vollkommen okay und hier war es anhand der Station auch ersichtlich, wo und wann ich endlich frische Atemluft auffüllen kann.
Fazit: Die Story tröstet über das schwache Gameplay hinweg
Alles in allem bin ich allein durch die Story am Ball geblieben. Wäre sie auch nur mittelmäßig gewesen, hätte ich die sieben Stunden nicht überlebt und das Spiel vorher abgebrochen. Aber so habe ich mich wieder und wieder durch jede Passage gekämpft und Rücksetzpunkte ertragen, die teilweise echt unfair waren. Und das nur, um zu sehen, welches Geheimnis hinter dem Planeten steckt und ob die beiden Astronauten wieder zueinanderfinden.
Das Spiel hat mir gezeigt, dass mir die Story viel wichtiger als das Gameplay ist. Denn wenn das Gameplay herausragend ist, würde mir durch eine fehlende Story einfach die Motivation fehlen, das Spiel bis zum Ende durchzuhalten.
Es kann sein, dass bei euch der umgekehrte Fall ist und ihr lieber auf Gameplay als auf Story setzt. Dann solltet ihr euch allerdings überlegen, ob ihr zu dem Spiel greifen wollt. Wer allerdings den Fokus auf eine tolle, emotionale Story setzt, der ist hiermit bestens bedient.
Aphelion erscheint am 28. April 2026 für PC via Steam, PS5 und Xbox Series X|S.
Für wen ist Aphelion geeignet?
Du solltest Aphelion spielen, wenn du…
- dich schon immer wie ein echter Astronaut fühlen wolltest
- emotionale Stories mit vielen Plot-Twists magst
- das Weltall faszinierend findest
Du solltest lieber die Finger davon lassen, wenn du…
- eine geringere Frustrationsgrenze hast
- abwechslungsreiches Gameplay benötigst
- ein langes Spiel suchst, das eine Spielzeit im mindestens zweistelligen Bereich hat
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