Journalisten haben einen AirTag in einem gebrauchten Buch versteckt, weil sie überprüfen wollten, wohin Großbestellungen von alten Büchern hingehen. Dabei wurde festgestellt, dass Amazon wohl Bücher in großem Stil kaufen soll, um diese für KI-Training zu verwenden und diese anschließend zu zerstören. Amazon streitet die Vorwürfe ab und erklärte, dass man zur Verbesserung der eigenen Dienste gebrauchte Bücher kaufen würde.
Schon länger gibt es Vorwürfe, dass Firmen gedruckte Bücher kaufen, um damit ihre KI zu trainieren, nur um anschließend die Bücher dann zu vernichten. Im Jahr 2025 stand deswegen die Firma Anthropic (Claude) vor einem Gericht, man entschied aber zugunsten des KI-Unternehmens.
Nun hat 404 Media, ein Online-Nachrichtenportal, mit einem Buchhändler gemeinsame Sache gemacht und einen AirTag in einem gebrauchten Buch versteckt. Damit wollte man herausfinden, wo die gebrauchten Bücher am Ende landen. Besonders pikant: Das Buch ließ sich laut Journalisten bis in eine KI-Trainingsanlage von Amazon in Las Vegas zurückverfolgen.
Amazon streitet die Vorwürfe ab, dennoch ist man sich bei 404 Media sicher, dass man damit einen stichfesten Beweis hat, dass KI-Firmen Bücher für das Training vernichten würden.
Buch mit AirTag landet in einer KI-Trainingsanlage von Amazon und wird dort vernichtet
Was wurde genau gemacht? Das Magazin 404 Media gab in einem ausführlichen Bericht bekannt, dass man Kontakt zu einem Buchhändler aufgenommen habe, der sich bereit erklärt habe, einen AirTag in einem seltenen Buch zu verstecken, das Teil einer Großbestellung gewesen sei.
Die Bestellung mit dem AirTag konnte anschließend zu einer KI-Trainingsanlage von Amazon in Las Vegas zurückverfolgt werden.
Amazon selbst lehnte es ab, sich zu den Erkenntnissen von 404 Media zu äußern und erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, dass man Bücher kaufe, um die eigenen Produkte zu verbessern. KI und auch die Weiterverwertung der Bücher wird nicht näher erklärt.
Amazon kauft Bücher über kommerzielle Kanäle ein, um die Produkte und Dienstleistungen, die unsere Kunden nutzen, weiterzuentwickeln und zu verbessern.
KI-Firmen kaufen massenweise gebrauchte Bücher, aber das führt zu neuen Problemen
Buchhändler stehen hier vor einem Dilemma: Auf der einen Seite verdienen sie damit gutes Geld, denn in Antiquariaten werden innerhalb kürzester Zeit massenweise Ladenhüter bestellt, die sonst keiner haben möchte. Davon berichtet beispielsweise die Tagesschau. Es gehe hier nicht gerade um wenig Geld. So zitiert das Magazin einen Buchhändler:
Da wurde etwa ein Buch für fünf Euro verkauft, welches 40 Euro Versandkosten verursacht hat. In der Summe ergab das bei uns einen mittleren fünfstelligen Betrag. Es kam jeden Tag ein sehr, sehr beachtlicher Auftrag herein.
Geld, auf das man nicht unbedingt verzichten wollte, da die Bücher ohnehin sonst niemand haben wolle.
Auf der anderen Seite werden hier wertvolle Bücher vernichtet und gehen unwiederbringlich verloren. Und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wettert dagegen, „In unseren Augen ist solch eine Trainingspraxis ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht.“
AirTags sorgen immer wieder für kuriose oder seltsame Erkenntnisse. In einem Fall hatte ein Deutscher Pakete mit einem AirTag versehen, die er nach Nordkorea schicken wollte. Wie viele Pakete kamen am Ende wirklich an? Lest es auf MeinMMO: Ein deutscher YouTuber will Pakete nach Nordkorea schicken – Ein kleines Gadget zeigt ihm, wie DHL dabei trickst
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
Kommentare