Mutter will 87 Accounts ihres Sohnes erben, Gericht entscheidet, ob das geht

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Eine Mutter aus China muss mit dem Verlust ihres Sohnes klarkommen. Sie möchte seine digitalen Güter für sich beanspruchen und kämpfte dafür vor Gericht. Nun gibt es ein Urteil. 

Worum streitet die Mutter? Der Sohn verstarb im Alter von 36 Jahren an Krebs. Zwischen 2010 und 2021 hat er 87 Gaming-Accounts bei dem chinesischen Spieleentwickler Changyou registriert. Auf den Accounts hat er wohl durch jahrelanges Spielen wertvolle Ingame-Gegenstände angehäuft. 

Nach seinem Tod fordert die Mutter die Videospielfirma auf, die Konten auf ihren eigenen Namen zu überschreiben. Der Spieleentwickler weigert sich jedoch und verweist auf seine Nutzungsbedingungen. Demnach hätte das Unternehmen alle Rechte an Kontodaten, Spielcharakteren, virtuellen Gegenständen und In-Game-Währungen. 

Der Fall landet vor dem Gericht in Peking und es hat sich nun für eine der beiden Seiten entschieden. 

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87 Gaming-Accounts haben einen neuen Besitzer

Wie geht der Fall aus? Das Gericht in Peking entscheidet zu Gunsten der Mutter. Sie erhält Anspruch auf die 87 Gaming-Accounts und all die In-Game-Gegenstände. Die Firma muss innerhalb von 15 Tagen die Konten auf den echten Namen der Mutter umschreiben. 

Das Gericht stellt dabei jedoch fest, dass die Mutter nicht das Eigentum an den 87 Accounts geerbt hat, sondern nur das Nutzungsrecht sowie den angehängten wirtschaftlichen Wert. 

Worauf beruht sich das? Schon im Jahr 2021 meldete der Software-Riese Tencent in China ein Patent für einen Service an, mit dem man künftig digitale Besitztümer effektiv seinen Erben hinterlassen kann

Tatsächlich gab es auch im selben Jahr eine neue Regelung im Zivilgesetzbuch der Volksrepublik China. Wir haben uns mal bis zu Artikel 127 auf GTAI hindurchgewühlt, der übersetzt sinngemäß besagt:

„Wo Gesetze spezifische Bestimmungen für den Schutz von Daten und online-virtuellen Vermögenswerten vorsehen, sind diese Bestimmungen zu befolgen.“

Demnach gelten die Accounts formell als zivilrechtlich schützenswertes Eigentum. Das ist der Grund, wieso die Frau sich in diesem Rechtsstreit durchsetzen kann.

Was passiert jetzt mit den Ingame-Items? Die Frau kündigte bereits an, dass sie nur ein geringes Einkommen und keine familiäre Unterstützung hätte. Deshalb wolle sie die Accounts verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. 

Durch die Übertragung des Nutzungsrechts kann die Mutter die Accounts nun auch wie geplant verkaufen.

Dabei handelt es sich nicht um den ersten Fall, der vor Gericht gelandet ist. Eine Witwe in China wollte das digitale Vermögen ihres Mannes übernehmen und bekam ebenfalls Recht, doch auf eine Sache musste sie verzichten: Sie erbte den Gaming-Account ihres Mannes, aber auf eine Sache muss sie trotzdem verzichten

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