7 Sprüche, die in absolut jeder Gaming-Werbung vorkommen

7 Sprüche, die in absolut jeder Gaming-Werbung vorkommen

Publisher stecken viel Geld und Mühe in die Vermarktung ihrer Spiele. Die Gaming-Trailer sollen beeindruckend und die Werbung soll überzeugend sein. Doch bei manchen Buzzwords und Floskeln übertreiben sie maßlos. Hier sind 7 davon.

Marketing ist eine sehr wichtige Angelegenheit, die riesige Summen an Geld verschlingen kann. Activision pumpte etwa satte 200 Millionen Dollar ins Marketing von CoD: Modern Warfare 2 (2009) bei einem Entwicklungs-Budget von nur etwa 40 bis 50 Millionen.

Die Publisher versuchen, ihre Spiele so attraktiv, cool, spannend und außergewöhnlich zu präsentieren, wie es nur geht. Und… übertreiben dabei hin und wieder etwas. Denn großen Versprechungen von fotorealistischer Grafik, völlig innovativen Features und Spielspaß für über 700 Stunden begegnen die Gamer mittlerweile eher mit Skepsis.

Hier sind daher 7 Floskeln, die in quasi allen Trailern und Gaming-Werbespotts vorkommen und die man in manchen Fällen echt nicht mehr hören kann.

„Content für die nächsten 10 Jahre“

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Viele Gamer müssen gut überlegen, wie und worin sie ihre begrenzte Zeit und ihr Geld investieren. Spiele, die Langzeitspielspaß oder hohen Wiederspielwert bieten, klingen daher sehr verlockend. Es ist ja auch ein guter Deal, wenn man sein Geld investiert und in dem Game Hunderte von Stunden verbringen kann.

Multiplayer-Spiele und MMOs stehen da meistens an vorderster Front. Sie werden (im Optimalfall) fortlaufend mit Updates versorgt, die neuen Content liefern. Doch manchmal überschlagen sich die Spiele mit Versprechungen.

Riesige Roadmaps mit Content-Plänen für die nächsten 10 Jahre klingen in unserer Zeit, in der jeden Monat Spiele verschoben, abgebrochen und offline genommen werden, doch eher unglaubwürdig. Und erfahrungsgemäß überleben solche Spiele auch keine 10 Jahre, um den ganzen Content auch zu liefern.

„Die bisher größte Openworld!“

Open-World-Games sind ja an sich nichts Schlechtes. Sie haben ihre Vorzüge und ihr Zielpublikum, das sie gerne spielt. Nur hat sich bei diesem Spielgerne in letzten Jahren ein leicht megalomanischer Trend abgezeichnet, sie immer größer und größer zu machen.

Maps wie von älteren Spielen wie GTA San Andreas oder Skyrim, die eigentlich als riesig gelten, liegen geschätzt bei etwa „schlappen“ 38 Km². Im Vergleich dazu sind Games wie Ghost Recon Wildlands mit 440 Km² und Death Stranding mit 596 Km² absolut gigantisch.

Die riesigen Gebiete müssen aber auch mit Inhalten gefüllt werden und gerade da hapert’s bei so manchem gigantischen Open-World-Spiel. Repetitive Quests, Icon-Flut und öde Nebenaufgaben werden nicht spaßiger, wenn man sie auf einer größeren Karte verteilt. Größer ist daher nicht immer besser.

„Dynamische und lebendige Welt“

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Diese Floskel wird normalerweise immer im Zusammenhang mit der Open World benutzt. Denn neben der größten aller Maps wird in der Werbung auch angepriesen, wie „dynamisch“ und „lebendig“ die Welt ist. Sie fühlt sich ja fast wie echt an.

Nur leider ist das so gut wie nie der Fall. Die Dynamik beschränkt sich oft auf einen Tag-Nacht-Zyklus und Gegner, die nur in bestimmten Situationen aktiv sind. In manchen Fällen reagieren NPCs auf gewisse gescriptete Veränderungen beim Story-Verlauf. Doch so dynamisch und lebendig wie in Trailern angepriesen, wird es selten.

Daher haben sich die Versprechen von „dynamischen und lebendingen Welten“ mit der Zeit immer weiter zum PR-Sprech entwickelt, von dem man eigentlich nicht viel erwartet. Aber hey, vielleicht ändert sich das ja in Zukunft.

„Packende Story“

Eine der mit Abstand häufigsten Werbe-Floskel ist zweifelsohne „Packende Story“, was aber auch daran liegt, dass es bei vielen anderen Medien verwendet wird. Auch Filme und Bücher bedienen sich des prägnanten Spruchs, der Spaß und Spannung verspricht.

Begleitet wird dieser Spruch gerne von weiteren, die ihn stützen. Die Charaktere „begeben sich auf eine spannende Reise voller Abenteuer und Gefahren!“ oder sie „decken ein Komplott auf, der alle Länder in einen Weltkrieg führen wird!“ und so weiter.

Bei dieser Floskel wird das Versprechen häufiger eingehalten, als bei so manchen anderen, auch weil die Spannung im Auge des Betrachters liegt. Dennoch wird der Spruch in der Werbung so oft benutzt, dass er nur noch leer klingt.

„Brandneue Erfahrung“

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Die „brandneue Erfahrung“ hat vor allem in unserer Zeit starke Tendenz zu grenzenloser Übertreibung. Denn irgendwie war alles schon mal da, alles hat man schon mal gesehen und erlebt. Kaum etwas fühlt sich wirklich neu an.

Gerade der AAA-Bereich bewegt sich oft in sehr sicheren Gewässern von Genres und Gameplay-Elementen, die bereits getestet und für sicher befunden wurden. Bei dem nächsten Shooter, Open-World-Spiel oder Action-RPG von einer „brandneuen Erfahrung“ zu sprechen ist… mutig.

Außer natürlich, wenn der Spruch sich lediglich auf ein neues Spiel bezieht. In dem Fall wäre aber automatisch jedes Spiel eine solche Erfahrung und die Floskel hätte keinerlei Aussagekraft über den Inhalt des Spiels.

„Endlose Möglichkeiten“

Der Werbeslogan der „endlosen Möglichkeiten“ kann in mehreren verschiedenen Versionen vorkommen. Da gibt es zum Beispiel auch „Mehr Freiheit als je zuvor“ oder die „unendliche Build-Vielfalt“.

Meistens beziehen sie sich auf die Gameplay-Elemente, die mit der Gestaltung des eigenen Charakters zusammenhängen. Und während der Gedanke dahinter sicherlich nett gemeint ist, gilt hier wie bei der Open-World die Regel, dass mehr nicht immer besser ist.

Und seien wir mal ehrlich: Am Ende wird sich eh wieder nur eine Meta bilden, die alle benutzen. Man wird sich davor nicht retten können. Damit geht dann auch die ganze große Freiheit und die unendlichen Skill-Kombinationen flöten.

„Bestelle jetzt vor, um…“

Und zu guter Letzt kommt am Ende vieler Trailer der Aufruf, dass man jetzt vorbestellen soll. Das ist an sich nichts Verwerfliches, immerhin wollen die Publisher, dass man ihr Spiel kauft und spielt. Nur hängt da immer ein langer Rattenschwanz an.

Denn der „Bestelle jetzt vor…“-Spruch geht meistens weiter mit „… und sichere dir jetzt exklusive Skins, Avatare, Waffen, Bonus-Charaktere, Pakete mit seltenen Ressourcen oder Währungen“ und so weiter. Oftmals gibt es nicht nur ein Vorbestellbonus, sondern eine ganze Reihe, abhängig davon, bei welchem Laden oder in welchem Land vorbestellt wird.

Wenn Publisher mit ihren Preorders völlig eskalieren, gibt es auch mal einen Shitstorm seitens der Community, wie es etwa bei Deus Ex: Mankind Devided der Fall war (via Polygon). Es ist also besser für alle Beteiligten, damit auf dem Boden zu bleiben.

Und wie sieht’s bei euch aus? Welche Floskel, Buzzwords oder Versprechen aus Gaming-Werbung könnt ihr nicht mehr hören? Erzählt es uns in den Kommentaren.

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Luripu

Mein Klassiker ist immernoch:
Epische Story!!!Werde zur Legende.(Destiny)

Da das Spiel keine Story hatte(nur auf Sammelkarten),
ist es ein Paradebeispiel für falsche Werbeversprechen.

Arkell

Schlimm finde ich auch das Adjektiv „innovativ“, welches an nahezu jeden beliebigen Begriff im Gamingbereich angehängt werden kann: „innovatives Spielerlebnis“, „innovatives Questdesign“, „innovative Charakterentwicklung“ etc

McPhil

„Das beste XY allerZeiten“ ist auch ein Klassiker.

Krutoj

Für mich klingt das meiste davon inzwischen wie eine Drohung und sorgt dafür, dass mein Interesse am Spiel sinkt. Alleine wenn mit open world oder extrem viel Umfang geworben wird, ist mein Interesse direkt bei 0 und das Spiel hat es schwer mich noch zu überzeugen.

Ich vermisse Spiele wie Uncharted, die die Zeit der Spieler respektieren, und bei denen man nach 20 Stunden alles erlebt hat und die 20 Stunden waren dann auch durchweg spielenswert.

Wenn ich ein Videospiel Unternehmen hätte, würde ich werben mit:
– Keine gegnerischen Nebenaufgaben
– Keine Inhalte, die nur die Spielzeit strecken ohne einen spielerischen Mehrwert zu biegen
– Eine Spielwelt, die gerade so groß ist wie sie sein muss
– Das komplette Spiel kann innerhalb von 10-20 Stunden abgeschlossen werden
– Keine Enden, die man nur erreicht indem man das Spiel mehrfach durch spielt

Ich glaube es gibt inzwischen genug Leute, die die Nase voll haben von open world spielen und für die kürzere Spiele eine Offenbarung wären. Denn die Hauptzielgruppe der meisten Spiele, sind Leute, die über genügend Kaufkraft verfügen um sich Spiele zu kaufen, allerdings mangelt es an Zeit, weil Uni, Beruf und Familie ihren Teil fordern. Da muss nicht jedes Spiel ein 100 Stunden Commitment sein.

Das Problem mit AAA-Spielen, das auch im Beitrag abgesprochen wurde, ist, dass man sich nicht traut etwas anders zu machen. Jedes AAA-Spiel muss nach dem gleichen Schema funktionieren, dass sich in der Vergangenheit schon gut verkauft hat. Wenn sich AAA-Titel aber in eine Richtung entwickelt haben, die einem nicht gefällt, dann bedeutet das, dass man zumindest in der nahen Zukunft keine AAA-Spiele mehr spielen kann.

T.M.P.

Pre-Order-Boni haben natürlich einen echt widerlichen Beigeschmack wenn die Spiele nur halbfertig auf den Markt kommen. Das geht ja inzwischen soweit, dass man überrascht ist wenn ein Spiel zu Release ausnahmsweise mal gut spielbar ist.

Frech sind auch diese Trailer in hochwertiger 3D-Grafik für angestaubte 2D-Browsergames.

Nico

Naja in jeder Spielwerbung kommt das nicht vor ;P

KohleStrahltNicht

Was sind “ Buzzwords“?

Nyan-chan

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