5 Dinge, die ihr nur in eurem ersten MMORPG erlebt

Erinnert ihr euch noch das erste MMORPG, das ihr gespielt habt? Wir haben fünf Erfahrungen für euch, die ihr sicher mit diesem Spiel verbindet.

Das erste MMORPG hat bei vielen Spielern einen festen Platz im Herzen. Nur hier erlebt man viele Erfahrungen zum ersten Mal, entdeckt eine Welt zumeist ohne Vorwissen und taucht in ein großes, unbekanntes Spiel ein.

Es gibt eine ganze Reihe von Erlebnissen, die Spieler mit ihrem ersten MMORPG verbinden. Wir haben für euch 5 Dinge, die ihr (wahrscheinlich) nur in eurem ersten MMORPG erlebt.

1. Das Lernen einer neuen Sprache

Wer zuvor noch nie ein MMORPG gespielt hat und dann in eine der vielen Fantasy-Welten eintaucht, der könnte sich auf den meisten Servern wundern, ob er nicht aus Versehen eine falsche Sprache gewählt hat. Ein Blick in den Chat offenbart kryptische Nachrichten wie:

  • „lf 2 dps range only strat baron run“
  • „wts mana pot 10s /w me“

Auch wenn man dann eine Gruppe gefunden hat, die offenbar die eigene Sprache spricht, kann es immer wieder zu Verständigungsproblemen kommen. Was zur Hölle sind Mobs? Ist Aggro etwas anderes als ein Rapper-Ausdruck? Und hat man einen „Bodypull“ nicht irgendwo im Fitness-Studio schon mal gemacht?

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So viel versteht man im ersten MMORPG.

Hier werden nun viele mit dem Kopf schütteln und denken „Ach, das weiß man doch!“ Aber warum genau wissen wir das? Richtig, weil wir es in unserem ersten MMORPG lernen mussten.

MMORPG-Spieler sprechen eine eigene Sprache, die rasch in Fleisch und Blut übergeht. Viele Begrifflichkeiten lassen sich auch auf andere Spiele übertragen, doch der Wortschatz in umfangreichen Games, wie es MMORPGs im Regelfall sind, ist noch einmal deutlich größer.

2. Noob und kein Problem damit

Setzt man zum ersten Mal einen Schritt in ein MMORPG, war die Vorbereitung in der Regal klein. Vielleicht wurde das Spiel von einem Freund empfohlen, man hat einen Bericht gelesen oder ist einfach neugierig geworden, wovon die ganzen Werbe-Anzeigen auf YouTube immer handeln.

Vor allem Veteranen aus der Vanilla-Version von World of Warcraft dürften sich daran noch erinnern. Damals waren einfach viele Spieler unerfahren mit MMORPGs, da WoW viele neue Spieler in das Genre gelockt hat.

lost ark noob header

Es war kein Problem, als Krieger auf Stufe 30 noch die Lederhosen zu tragen, weil Intelligenz doch bestimmt irgendwie nützlich ist. Kaum jemand fand es seltsam, wenn ein Hexenmeister mit einem Dolch herumlief, der ihm Beweglichkeit verliehen hat. Dass man als Jäger in einem Dungeon auch mal im Nahkampf mithilft, weil die Pfeile ausgegangen sind, das war „logisch“ und nicht „Dummheit, dass man sich nicht vorbereitet hat“.

Diese Gelassenheit haben viele Spieler nur bei ihrem ersten MMORPG, weil sie selbst noch ein Amateur sind und nicht nur eine neue Spielwelt erkunden sondern ein ganz neues Genre.

In jedes andere Spiel geht man mit Vorwissen, kennt die Grundmechaniken und versteht Zusammenhänge zwischen Ereignissen in einem MMO besser. Egal wie sehr man es auch zu vermeiden versucht – keiner von uns kann so unbedarft an das zweite MMORPG herangehen, wie er oder sie es noch beim ersten getan hat.

3 Dinge, die ich als Noob in WoW: Classic falsch gemacht habe

3. Der große Fehler im Auktionshaus

Hand aufs Herz. Wer hat nicht schon einmal im Auktionshaus seines ersten MMORPGs eine Transaktion getätigt, die er nur wenige Minuten oder Stunden danach bitter bereut hat? Wer hat sich noch nicht beim Preis eines Gegenstandes über den Tisch ziehen lassen, den man unbedingt für eine Quest benötigt?

Ich erinnere mich noch gut daran, mir damals eine Bronzeröhre für irgendeine Guffel-Quest für knapp 70 Silber gekauft zu haben, nur um eine Stunde später zu hören, dass ein Mitspieler in der Gilde ja 20 von den Dingern rumfliegen hat und die in der Produktion eigentlich nur 3 Silber kosten würden.

WoW Goblin Auction House Symbol title

Da wird gelächelt, genickt und der entsprechende Quest-NPC immer wieder im Vorbeigehen verflucht.

Solch kleine Fehler sind noch zu verschmerzen. Doch wer eine große Summe Ingame-Geld für etwas ausgibt, das er eigentlich gar nicht braucht oder eine Kommastelle beim Preis verwechselt, der kann das erspielte Geld von Stunden oder Tagen mit nur einem Klick verlieren.

In allen kommenden MMORPGs begeht man einen solchen Fehler nicht mehr. Da ist man im Regelfall dann selbst die Person, die andere mit überteuerten Gegenständen abzocken will …

4. Die latente Sucht nach der Rückkehr

Wie bei fast allen Dingen, die man zum ersten Mal erlebt, nehmen auch MMORPGs einen großen Platz ein und verankern sich tief in den Erinnerungen.

Das beste Beispiel dafür hat World of Warcraft mit „WoW Classic“ im vergangenen Jahr geliefert. Trotz großer Vorbereitung der Entwickler konnten sie dem Ansturm der Spieler kaum gerecht werden. Hunderttausende Spieler wollten wieder zurück in die „alte“ World of Warcraft um noch einmal ihre ersten Stunden zu erleben und sich einmal mehr in der Welt zu verlieren, die damals der Einstieg in die MMORPGs für sie war.

final fantasy xiv shadowbringer tänzer header

Ähnlich verhält es sich auch bei aktuelleren MMORPGs. Wer mit SWTOR zum ersten Mal in das Genre eingetaucht ist, hat bei jeder Erweiterung den Drang, doch mal wieder reinzuschauen und sei es nur für ein paar Wochen. Das geht WoW-Veteranen so, aber auch Fans von Final Fantasy oder jedem anderen MMORPG, das mehr als ein paar Jahre Laufzeit auf dem Buckel hat.

Dieses Gefühl wird übrigens anhalten. Zwar haben die meisten von uns diesen Augenblick an dem sie sagen „Das war’s, ich kehre XYZ endlich den Rücken zu!“ – doch zwei Jahre später ist der Drang dann doch zu groß und wir ändern unsere Meinung.

5. Freundschaften, die lange halten

Der letzte Punkt steht sicher zur Diskussion und beruht auf meiner persönlichen Erfahrung und der meines Umfeldes, weshalb sich das nicht zu 100 % bei allen so widerspiegeln muss.

Doch meiner Meinung nach schließt man im 1. MMORPG viel mehr Freundschaften, die dann Jahre oder gar Jahrzehnte halten. Noch heute habe ich viel Kontakt zu Spielern, die ich damals über World of Warcraft kennenlernte. Bei späteren Titeln, wie SWTOR, Age of Conan oder SWTOR ist das nur in geringerem Maße zutreffend.

Ich kann nicht einmal genau ausmachen, woran das liegt und komme zu dem Schluss, dass es eine Mischung aus all den vorherigen Punkten ist. Dadurch, dass man im 1. MMORPG noch ein „Noob“ ist, benötigt man die Hilfe anderer Spieler. Gemeinsam an ihrer Seite lernt man das Spiel, lässt sich etwas erklären oder erkundet die Spielwelt.

In späteren MMORPGs mit mehr Erfahrung ist man womöglich zielgerichteter, hat einen kürzeren Geduldsfaden und ist deshalb auch weniger mit anderen Spielern in einer Gruppe, die ähnlich denken. Für ein soziales Gefüge ist das nicht unbedingt förderlich.

Welche Erlebnisse verbindet ihr mit eurem ersten MMORPG? Welche Erfahrungen habt ihr gesammelt und stimmt ihr diesen Punkten zu?

Warum wir seit 4 Jahren auf ein neues großes MMORPG warten
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SapiusDC
1 Monat zuvor

Zu Punkt 5, ich glaube einfach dass viele Spieler heute immer nur noch geringe Ausdauer bei diversen MMOs haben und relativ schnell ein neues Spiel suchen… Das hindert das Knüpfen von Kontakten automatisch. Es ist natürlich nicht unmöglich, aber deutlich schwieriger durch die Fluktuation

KushiRecordZ
1 Monat zuvor

Vielleicht liegt es auch am unpersönlichen Matchmaking, der Verfügbarkeit von Discord/Teamspeak/Reddit etc wo man sich für z.B. Raids zusammenschließen kann. Ich weiß noch in meinem ersten MMORPG waren diese Dienste nicht existent/verbreitet. Man hat sich im globalen Chat gefunden oder einfach Leute angeschrieben die vor einem standen und manchmal sind dabei auch gute Freundschaften oder einfach schöne lange Unterhaltungen entstanden.

HUPILA
1 Monat zuvor

Ich stimme alle Punkten von 1-4 zu! vor allem Punkt Nr. 3 musste ich schmunzeln. Mein erstes MMO war Tibia im Jahr 2006, da wurde ich beim handeln übern Tisch gezogen. STRG+ Q hieß es im Chat um zu handeln, dabei lag das Item in einer Nische vor mir, während der der Interesse hat in der Box daneben steht. Tja… die Tasten Kombi hat mich zum ausloggen bewegt. Als ich mich einloggte stand ich 1Feld von mein item weg, während der Dieb in meiner Nische vor mir stand. Wie unverholfen man mit 13 war 🙄

Melvorx
1 Monat zuvor

Strippen in Westfall für bisschen Kupfer/Silber. grin

Suchtus
1 Monat zuvor

Habe auch diese Erfahrungen gemacht. Besonders die mit den netten Leuten kennenlernen. Spiele mit vielen von denen die ich damals in lotro kennengelernt habe noch heute. Und mit einer ganz besonderen Hobbit dame bin ich heute sogar verheiratet.

Zyronerus
1 Monat zuvor

Die Community, die noch vor 15 Jahren spielte, fehlt mir unheimlich. Man war noch nett und freundlich, hilfsbereit, Progress war Nebensache. Selbst wenn man heute bei einem frischen Start eines MMORPG’s mitmacht und eigentlich niemand anfangs weiß, was wirklich abgeht, benehmen sich die meisten trotzdem wie der letzte Dreck.

Außerdem war es schön bei dem allerersten Magier mit dem Stab zuzuschlagen statt Skills zu benutzen. Das war hinterher die größte Erleuchtung für mich, als ich die dann mal gefunden hatte.

Ron
1 Monat zuvor

Ganz ehrlich, ich glaube das ist nur Nostalgie: Man vergisst die nervigen Momente und die schönen bleiben einem eher in Erinnerung. Das was du da schreibst, das liest du ja von jeder Generation: Ah, wie schön damals WoW / CoD / Fortnite / Destiny / Aion / FF11 / Silkroad Online / Warhammer Online etc. ja noch war und wie scheiße heute alles ist. Da kannst du selbst ganz frische Spiele, wie bspw. Apex nehmen und da würden dir Leute auch heute erzählen, dass die ersten 4 Wochen doch so unglaublich und toll waren – dabei ist das Spiel grad erst in der vierten Season.
Ich lese das hier ja wöchentlich mit Destiny – wenn du dir die Stories anschaust, wie die Leute Destiny 1 empfunden haben, dann kommt dir das ein Stück weit wie die reinste Perfektion vor, ein Spiel, welches runder nicht sein kann. Die Realität sah aber folgendermaßen aus: Bugs bis oben hin, bis heute lassen sich zahlreiche Raidphasen glitchen, die Verbindung war die größte Katastrophe, die ich je sah: Eisenbanner macht heute keinen Spaß, aber wenigstens ist es spielbar, in D1 gab es da nur Kontaktabbrüche, Lags, man ist ständig rausgeflogen uvm. Selbst als großer Fan muss ich sagen, dass die Kampagne bzw. die Story von D1 der größte Müll war, den ich je gespielt habe. Da wirkte die Story von CoD dagegen schon damals so, als hätten sich die kreativsten Köpfe der Welt zusammengetan – so schlecht war D1. Daran erinnern sich die Leute aber nicht mehr, sondern eben an den geilen Strikeloot, als Antheon das erste Mal fiel oder zum ersten Mal der Leuchtturm erreicht wurde. ^^

Zyronerus
1 Monat zuvor

Das ist keine Nostalgie. Damals musste man noch miteinander interagieren, um voran zu kommen. Ohne eine Gruppe ging nichts und wenn dein Ruf scheiße war, dann hat dich halt niemand mitgenommen. Heute gibt es überall LFG und schnelle, unpersönliche Runden – da muss halt niemand mehr nett und freundlich sein. Es geht ja auch so. DAS hat alles kaputt gemacht, meiner Meinung nach.

Ron
1 Monat zuvor

Das stimmt, diese neuen Änderungen gibt es, aber man muss ja nicht auf diese eingehen. Es finden sich viele Leute, die die gleiche Meinung haben, wie du und dann eher ein soziales Erlebnis suchen – das ist auch in WoW noch lange nicht ausgestorben. Ich sehe das bei einem guten Freund, der das seit Release mit den gleichen Leuten spielt. Natürlich sind in der Zeit neue hinzukommen, aber insgesamt stört sich die Gruppe nicht an LFR, weil die da eben ihr eigenes Ding machen. Die sind auch mittlerweile alle so gute Freunde und Bekannte geworden, dass die sich einmal im Jahr eine Jugendherberge buchen und sich dort übers Wochenende zum Grillen etc. treffen – inklusive Nachwuchs bei vielen der älteren Spieler.

Zyronerus
1 Monat zuvor

Ja, das stimmt. Man (oder ich) muss sich mit dem Trend nicht abfinden. Wahrscheinlich bin ich einfach nur verbittert, weil ich für mich persönlich noch nicht so eine Gruppe gefunden habe. Vielleicht dann im nächsten Game smile

Ron
1 Monat zuvor

Wird mit Sicherheit klappen smile

Nico
1 Monat zuvor

1. hat ich schon bei mehren Spielen – oft entwickeln sich abkürzungen in Spielen und wenn man da nicht gleich zu release Spielt bekommt man auch nicht mit ohne nachzufragen was das heißt^^

3. ja klar, aber ich bin ehrlich ich hasse Auktionshäuser an sich selbst. Ich vermisse die Spiele wo es Spielershops gibt.

4. bin zwar Star Wars fan etc aber SWTOR holt mich nicht mehr zurück. Es geht seit dem 3ten addon in eine komplett falsche Richtung

VoodooNimbul
1 Monat zuvor

Genau so war es auch für mich vor 15 Jahren. Ich habe letztens wieder mal bei WoW und SWTOR reingeschaut… aber ganz ehrlich, bei aller Nostalgie. Ich kann das nicht mehr spielen – es ist halt alles veraltet. Sowohl Gameplay, als auch Grafik.

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