19-Jähriger muss 15 Monate ins Gefängnis, 2 Jahre kein Gaming – Wegen Swatting

In den USA wurde jetzt der 19-Jährige Casey Viner verurteilt. Der war in einen Swatting-Vorfall verwickelt, bei dem ein Unschuldiger im Dezember 2017 ums Leben kam. Seinen Ursprung nahm der tragische Vorfall bei einer Wette zu Call of Duty: WW2, bei der es um 1.50$ ging. Viner sagte, er hätte das Swatting für einen harmlosen Scherz gehalten.

Das ist das Urteil: Der 19-Jährige Casey Viner wurde am Freitag von einem Bezirksgericht in Wichita, Kansas, zu 15 Monaten im Gefängnis verurteilt.

Außerdem darf er 2 Jahre lang keine Aktivitäten unternehmen, die mit Gaming zusammenhängen, nachdem er seine Strafe abgesessenen hat. In der Zeit wird er unter Aufsicht stehen.

Staatsanwalt und Verteidiger hatten eine Strafe von 2 Jahren gefordert, die aber zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Nach ihrer Forderung wäre Viner zu 6 Monaten Hausarrest verpflichtet worden. Anwalt und Verteidiger hatten zudem die Gaming-Einschränkung gefordert.

Doch der Richter sagte, hier müsse eine Freiheitsstrafe her, um die Schwere der Tat widerzuspiegeln und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass das System funktioniert.

Gesetz

Wie nimmt der Junge das Urteil an? Es heißt, der 19-Jährige hätte mehrfach geschluckt und wäre niedergeschlagen gewesen, als er das Urteil vernahm.

Er hätte zur Galerie im Gerichtssaal hochgesehen, wo seine Eltern saßen: Die Mutter verließ den Gerichtssaal in Tränen, der Vater verbarg den Kopf in den Händen.

Viner sagte, es tue ihm furchtbar Leid, was passiert sei. Er hätte nie beabsichtigt, dass so etwas geschieht. Er denke jeden Tag daran.

Viners Anwalt sagte, der Junge sei selbst 20 Tage vor dem Vorfall geswattet worden. Er bereue die Tat sehr. Viner habe in den letzten Monaten 10 Kilo abgenommen und über die Schwere seiner Tat nachgedacht, die das Ergebnis von etwas war, das er für einen harmlosen Scherz gehalten hatte.

Viner war nur zwei Wochen vor dem Swatting-Vorfall 18 geworden.

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Wette um 1.50$ kostet Unschuldigen das Leben

Das hat der 19-Jährige gemacht: Wir haben schon häufiger über den Swatting-Vorfall aus 2017 und seine Nachwehen berichtet. Nach allem, was man weiß, war der heute 19-Jährige Viner mit dem heute 20-Jährigen Shawn Gaskill eine Wette über 1.50$ zu einem Call of Duty Spiel eingegangen.

Die beiden gerieten in Streit und Viner beschloss den 20-Jährigen zu „swatten“, nachdem der ihn aufforderte, „doch was zu versuchen.“ Beim Swatting wird telefonisch eine Notfall-Situation vorgetäuscht in der Absicht, dass die Polizei mit Einsatzkräften ausrückt.

Der 20-Jährige hatte Viner aber nicht die eigene Adresse, sondern eine falsche Adresse gegeben. Viner gab diese Adresse an Tyler Barriss weiter, einen 26-Jährigen, der als Swatter bekannt war. Der tätigte dann den Anruf.

Barriss täuschte eine Geiselnahme vor und weckte den Eindruck, das sei eine Situation auf Leben und Tod.

Dieser Anruf führte zu einem Polizei-Einsatz in Wichita, Kansas, bei dem ein Unbeteiligter ums Leben kam. Der 28-Jährige Andrew Finch lebte unter der falschen Adresse, die Gaskill an Viner weitergeben hatte.

Die Polizei fuhr zu dem Haus von Finch, baute sich dort auf und forderte den vermeintlichen Geiselnehmer auf, herauszukommen. Finch trat aus dem Haus und wurde erschossen, weil die Polizei dachte, er hätte eine verdächtige Bewegung gemacht.

Viner hat nachher zugegeben, er hätte versucht, den Vorfall zu vertuschen, in der Hoffnung, der Strafe zu entgehen. Aber eine forensische Untersuchung von Viners iPhone hatte eine gelöschte Nachricht gefunden, in der er sagte: „Ich war in den Tod von jemanden verwickelt.“

Gefängnis

Das ist der aktuelle Stand:

  • Der 19-Jährige Casey Viner ist jetzt zu 15 Monaten verurteilt worden.
  • Der 20-Jährige Shawn Gaskill hat offenbar einen Deal mit den Behörden abgeschlossen – dadurch könnte er straffrei ausgehen. Das berichtet NBCNews.
  • Der „Swatter“ selbst, Tyler-Barris, hat eine Haftstrafe über 20 Jahre erhalten – dem wurde eine Vielzahl von Straftaten zur Last gelegt.
  • Die Familie des Toten hat die Stadt Wichita und die Polizisten verklagt. Der zuständige Staatsanwalt dort hatte entschieden, kein Verfahren gegen den Polizisten zu eröffnen, der den Schuss auf Finch abgab.

Swatting ist ein wiederkehrendes Problem im Gaming:

Fortnite: Weltmeister Bugha wird geswattet, während er auf Twitch live ist
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Quelle(n): NBC NewsWBay
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