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Wild West Online angespielt: Einblicke aus der Alpha

Wild West Online angespielt: Einblicke aus der Alpha

Das Western-MMO Wild West Online startete in die geschlossene Alpha-Phase. Ich statte dem Spiel einen Besuch ab und begebe mich auf die Suche nach Gold und Banditen. Die wichtigste Frage: Was ist das für ein Spiel? Ein Western-Epos wie Red Dead Redemption? Oder ein Survival-Spiel á la ARK Survival Evolved.

Ich hatte mit dem Wilden Westen lange nicht viel am Hut. Gut, ich habe als Kind ein paar Folgen „Lucky Luke“ geschaut, aber das war es dann auch.

Dann kam gegen 2010 das Open-World-Spiel “Red Dead Redemption” raus und Mann, hat mich der Trip in den wilden Westen an die Konsole gefesselt! Nun möchte Entwickler 612 Games mit seinem neuen Projekt Wild West Online neue Maßstäbe setzen. Jetzt am Freitag startete das Spiel in eine erste Alpha und ich habe mir das angeschaut.

Wild West Online ist noch in einem frühen Stadium (Technical Alpha) und alle Eindrücke sind unter Vorbehalt und beziehen sich auf die aktuelle Version.

Das Spiel verspricht eine offene Welt, in der ihr selbst entscheiden könnt, womit ihr euer Brot verdient. Werdet ihr ein Sheriff und beschützt die Städte oder verdingt ihr euch als Bandit, startet Banküberfälle und raubt unschuldige Spieler aus?

Meine ersten Minuten als waschechter Cowboy

Bevor es überhaupt losgeht, erstellt man einen Charakter. Hier merkt man, dass sich das Spiel in einer Alpha befindet, denn eine wirkliche Auswahl an Anpassungen gibt es nicht. Schnell noch den Namen eingeben und dann steht dem Spielen nichts mehr im Wege. Sobald ihr mit dem dürftigen Editor fertig seid, startet ihr zufällig auf der Karte, bei mir ist es in diesem Fall mitten im Nichts.Ausgerüstet mit einem Revolver und einer Spitzhacke geht es erst einmal in die Grafik-Einstellungen. Währenddessen kommt ein anderer Spieler auf die glorreiche Idee, mich zu töten. Hier merke ich, dass PvP und Survival eine große Rolle spielen werden. Ich sterbe … also zurück auf Anfang.

Und was muss ich jetzt machen?

Nach dem Wiedereinstieg befasste ich mich mit der Frage, was ich eigentlich genau machen soll. Laut den aufgelisteten Features von Wild West Online kann man nämlich machen, was man will. Ich schlag den Weg ein, mit meiner Spitzhacke Gold zu sammeln und nehme mir vor, das Gold in der Stadt gegen ein paar Moneten einzutauschen.Mit der Taste „H“ können wir unser Pferd rufen, um nicht den ganzen Weg laufen zu müssen. Was mich ein bisschen nervt: Mir fehlt die Mini-Map. Zwar könnt ihr jederzeit die große Karte aufrufen, bleibt aber währenddessen bewegungsunfähig. Mit einer kleinen Map irgendwo in der Ecke auf dem Bildschirm könnte ich mich viel leichter zurecht finden.

Nach einer wilden Spritztour mit meinem Ross finde ich dann eines der sogenannten „Safehouses“. Hier kann ich quasi abspeichern, also das Inventar in einer Beute-Kammer sichern. Für viel mehr fehlt mir an der Stelle noch das Gold.

Auf dem Weg zum Gold

Also wieder ab aufs Pferd und endlich eine geeignete Mine zum Goldschürfen finden. Um die Suche ein bisschen zu erleichtern, gibt es spezielle Karten, die euch verfügbare Materialien, wie zum Beispiel Gold-Gestein, anzeigen. Auf dem Weg liegen einige Dörfer, die man begutachten kann.Außerdem gibt es die Möglichkeit, Sachen in den Häusern zu stehlen. Allerdings sinkt damit euer Ruf und ihr könntet leicht zum Banditen werden. Daneben gibt es noch diverse Camps, in denen man Items aufheben darf, ohne den Ruf zu verschlechtern.

Nach einem ausführlichen Spaziergang finde ich dann endlich Gold, das ich mit meiner Spitzhacke bearbeiten kann. Nun hab ich Gold in meinen Taschen und will es verkaufen gehen, muss dabei aber auf der Hut vor feindlichen Spielern sein.

Wenn man vom Teufel spricht: Ein Spieler der ist auf Ärger aus und will mir an den Kragen. Nun stehen wir uns beide gegenüber, ausgerüstet mit unseren Revolvern.

Wie in einem Western bin  ich höchst angespannt und die eine oder andere Schweißperle läuft mir übers Gesicht. Dann kommt der erste Schuss und ich kann den Feind schlussendlich den Garaus machen. Nun reite ich siegreich in die Stadt und verkaufe mein Gold an den Händler.

Wie spielt sich Wild West Online?

Das Western-MMO läuft für eine Alpha recht stabil. Ich hatte nur mit wenigen Rucklern zu kämpfen und im Allgemeinen lief das Spiel recht flüssig.

Im Gameplay würde Wild West Online bei anderen Survival-Titeln wie zum Beispiel ARK: Survival Evolved einordnen. Man kämpft am Anfang mit einem kargen Equipment und versucht zu überleben. Bis auf ein paar Außenposten und in der Stadt herrscht PvP und man achtet ständig argwöhnisch auf Spieler, ob diese feindlich gesinnt sind oder keinen Ärger machenWas mich ein bisschen genervt hat, war mein Pferd. Sobald ich mich zu weit vom Ross entferne, verschwindet es, und ich musste es erneut rufen. Soweit kein Problem. Allerdings spawnt das Pferd bis zu 200 Meter in der Pampa. Hier müsste der Entwicklern noch einmal zurück ans Reißbrett und kleine Feinheiten vornehmen, aber das Western-MMO ist ja noch längst nicht fertig.

Fazit: Wird Wild West Online seinem Hype gerecht?

Ich muss zu erst einmal sagen, dass man schon eine Menge in der Alpha machen konnte. Mann schoss sich gegenseitig über den Haufen, sammelte Gold oder ritt stundenlang quer durch die Wüste. Laut einem Hinweis des Entwicklers, sollte man sich in dieser Alpha auf das Sammeln von Rohstoffen konzentrieren und das hat wunderbar geklappt.

Wie ihr in meinen letzten Sätzen erfahren konntet, habe ich mich auch erfolgreich gegen Banditen gewehrt und das Gold sicher zum Händler verfrachtet. Was mir ein bisschen gefehlt hat, war es an die Hand genommen zu werden. Es gab zwar ein Tutorial auf der offiziellen Seite, aber eines im Spiel wäre mir lieber gewesen.

Man weiß halt am Anfang nicht so recht, was man eigentlich genau machen soll. Das Spiel ist ein Sandbox-Titel, man kann tun und lassen, was man will.Für mich wirkt das Spiel wie ein weiterer Survival-Titel. Klar, das Setting im wilden Westen hört sich erfrischend an, aber auch hier geht es wie in anderen Genre-Vertretern ums nackte Überleben. Man kann sammeln, craften und sich gegenseitig die Birnen ausknipsen.

Ich hätte gerne die angepriesenen Überfälle durchgeführt, allerdings scheint es so, dass diese in der Alpha noch nicht verfügbar waren. Allgemein gibt es für meinen Geschmack einfach zu wenig PvE-Inhalt. Klar, der Fokus steht auf PvP, doch manchmal wirkt die Welt dafür zu verlassen. Vielleicht habe ich auch nur zur falschen Zeit gespielt.

Wenig Ähnlichkeit mit Red Dead Redemption – eher ein Survival-MMO

Bleibt noch die Frage offen, ob der Western-Shooter eine gute Alternative zu Red Dead Redemption ist? Derzeit erinnert mich das Spiel eher an einen Survival-Titel wie zum Beispiel ARK: Survival Evolved, nur mit Pferden und Cowboys. Hier müsste noch eine gute Story mit Quests folgen, um wirklich an RDR anknüpfen zu können.

Für eine Alpha war Wild West Online in Ordnung, doch einige Features waren noch nicht in vollem Umfang dabei. Vielleicht bekommt man mehr in den nächsten Alpha/Beta-Phasen zu sehen.


Bei der Vorstellung hatte Wild West Online wohl mit einem gezielten Leak die Nähe zu Red Dead Redemption 2 gesucht, in der Zwischenzeit sind Zweifel am Spiel aufgekommen:

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