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10.000 Dollar für Raumschiffe in Star Citizen – Wer macht denn sowas?

Raumschiffe für das kommende Weltraum-MMO Star Citizen zu kaufen, kann ganz schon teuer werden. Manche Backer geben dafür mehrere Tausend Dollar aus.

110 Millionen Dollar konnte Chris Roberts über seine Crowdfunding-Kampagne für die Entwicklung von Star Citizen einnehmen. Einen nicht geringen Anteil an dieser Summe haben die Unterstützer, die sich eines oder mehrere der teuren Raumschiffe kaufen. Ein Fan erklärte, dass er bisher rund 2.000 Dollar für das Spiel ausgegeben habe, indem er sich immer wieder ein neues Raumschiff kaufen würde. Hätte seine Frau ihn nicht zurückgehalten, dann wäre es ein deutlich höherer Betrag geworden.

Star Citizen10.000 Dollar und mehr

Doch das ist noch nichts im Vergleich zu anderen, die mehr als 10.000 Dollar in das MMO “investiert” haben. Denn wer dies tut, der bekommt Zugang zum exklusiven Million Mile High Club und gehört damit der “Elite” in der Spielwelt an. Ein Soldat erklärt, dass er während seiner Stationierung in Bahrain rund 13.000 Dollar für das Spiel ausgab. Er begann mit einem recht teuren Einstiegspaket und gab die Bonuszahlungen für seinen Auslandseinsatz für immer mehr Raumschiffe im Spiel aus.

Ein Verkäufer von Audio und Video Software erklärt, er habe sogar rund 20.000 Dollar ausgegeben – und damit würde er sich noch nicht mal unter dem einen Prozent befinden, die zu den Top-Backern von Star Citizen zählen. Es würde Personen geben, die schon zu Beginn mit 10.000 Dollar eingestiegen seien und seitdem immer mehr Geld für Schiffe ausgegeben haben. Er sagt von sich, dass er nicht reich sei, aber im Monat genug Geld für sich habe, um es auszugeben, wie er es möchte – und hier steckt er eben jede Menge in Star Citizen. Andere würden ihre Lieblings-Sportmannschaft unterstützen und Merchandise kaufen, er tut dies eben mit Star Citizen.

Es ist ein Hobby

Während sich andere von solchen Summen ein Auto kaufen, ist es für Fans von Star Citizen “normal”, dieses Geld in ihr Hobby zu stecken. Man würde es ja in der Regel auch nicht auf einmal ausgeben, sondern über einen längeren Zeitraum. Es sei einfach das Geld, das man übrig habe, um damit Spaß zu haben. Diese Fans erklären, dass Star Citizen das Projekt ist, dass sie momentan am meisten interessiert und da steckt man dann eben immer mal wieder etwas Geld rein.

Diese Backer haben trotz vieler negativer Kommentare rund um den sehr langen Entwicklungsprozess von Star Citizen nicht die Hoffnung verloren. Sie sind nach wie vor guter Dinge und freuen sich auf die Fertigstellung des Spiels. Sie sind fest davon überzeugt, dass Star Citizen erscheint und ein großartiges Spiel wird. Sie glauben, dass sie den Überblick über den Entwicklungsprozess haben und man ist froh darüber, dass das MMO ohne einen großen Publisher im Rücken entwickelt wird. Denn durch einen Publisher könnte sich ein ganzes Spiel verändern. Es wäre als Spiel A angekündigt und würde als Spiel X auf den Markt kommen. Das sei bei Star Citizen nicht der Fall.

Gerade die Backer, die viel Geld investieren, tun dies auch aus nostalgischen Gründen. Es sei das Spiel, auf das man seit 20 Jahren gewartet hätte. Ein neues Wing Commander oder Privateer. Star Citizen sei all das und noch mehr in einem einzigen Paket. Anderen wiederum gefällt einfach das Design und das Konzept der Schiffe und des Universums.

Star Citizen ShooterDas fertige Spiel ist nicht so wichtig

Für viele Backer ist dieser Prozess des Unterstützens auch fast wichtiger geworden als das eigentliche Spiel. Man freut sich über jedes Update, jedes neue Schiff, jedes Modul und darüber, mit Feedback dabei zu sein. Man könnte es fast als eine Art “Metagame” bezeichnen, bei dem die Community und der Prozess, bei der Entwicklung dabei zu sein, fast schon zu einem eigenen Spiel wird, bei dem das Endprodukt beinahe in den Hintergrund rückt. Für einige könne dies noch viele Jahre so weitergehen. Allerdings ist man sich einig, dass man zumindest das Single-Player-Spiel Squadron 42 so bald wie möglich spielen möchte.

Man hat auch als “Superbacker” wenig Verständnis für diejenigen, die sich über den Enwicklungsprozess ärgern. Man versucht, diesen Personen aus dem Weg zu gehen. Chris Roberts hätte einfach eine so großartige Idee gehabt, dass die Finanzierung durch die Decke ging und selbst die Entwickler überraschte, die nun etwas überfordert damit sind, wie sie das Geld in das Spiel investieren sollen. Dadurch wächst es und wächst und wird immer ambitionierter, aber auch cooler. Und das braucht eben alles seine Zeit. Man solle sich nur den Shooter-Aspekt ansehen, der gar nicht geplant war und eine neue Dimension ins Spiel bringt, was viele sehr begeistert.

Star Citizen ist ein Phänomen: Geraden den Unterstützern, die sehr viel Geld investieren, geht es gar nicht so sehr um das fertige Produkt, sondern darum, an dem Entwicklungsprozess beteiligt zu sein. Doch wer dies nicht möchte und wer sich nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, dass ein Crowdfunding-Projekt auch den Bach runtergehen kann, der sollte sich in Zukunft einfach von Kickstarter fernhalten.

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Andreas Bertits blickt auf über 10 Jahre Berufserfahrung im Gaming-Journalismus zurück. Er war 6 Jahre Redakteur des Spielemagazins PC Games, bevor er sich selbstständig machte und ist nach wie vor leidenschaftlicher Gamer.
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