In der gamescom-Woche ist in Korea ein neues MMORPG mit dem Namen Zeus live gegangen. Den globalen Launch kann sich das Spiel wohl sparen. Vor allem das Bezahlmodell ist wild.
Was ist das für ein MMORPG? Zeus: God of Pride stammt von Entwickler AButton und Publisher Com2uS und ist am 26. August 2026 im koreanischen Heimatmarkt für PC und Mobile erschienen. Ob ein globaler Launch folgen soll, hängt wohl vom Erfolg des Spiels in Korea ab. Wenn wir auf das erste Feedback der Spieler blicken, kann sich das Spiel die Reise in den Westen aber wohl sparen.
Zwar hatte ich erst das Spiele-Angebot aus Asien verteidigt, mit dem Hinweis auf diverse kleinere Perlen oder auch spannende Projekte mit großen Ambitionen, die hier im Westen in dieser Form aktuell niemals entstehen würden. Doch bietet Zeus leider all das, über das westliche Spieler ganz oft berechtigterweise klagen, wenn es um neue Online-Rollenspiele aus Korea oder China geht:
- Recht schicke, aber gleichzeitig auch generische Unreal-Engine-5-Grafik
- Großer Fokus auf Grind und PvP
- Mobile-Release mit Auto-Funktionen und für Smartphones optimiertes UI
- Free2Play-Modell mit Pay2Progress- beziehungsweise Pay2Win-Elementen und Zufallskäufen
Einer der koreanischen Teaser-Trailer zu Zeus zeigt das Setting, das an die griechische Mythologie erinnert:
Pay2Win … äh Pay2Talk
Was berichtet die Community? Besonders kurios finden wir den Erfahrungsbericht von No_Natural_777 auf Reddit. Der Spieler zeigt einen Screenshot, auf dem eine Ingame-Benachrichtigung zu sehen ist: „Du hast deine täglichen, freien Chat-Nachrichten genutzt. Ab jetzt wird eine Gebühr fällig. Möchtest du Währung investieren, um die Nachricht loszuschicken?“
Der Spieler vermutet dahinter die pure Gier der Entwickler. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Entwickler auf diese stark fragwürdige Art den Chat-Spam von Bots und Goldverkäufern eindämmen möchten. Das ist ein großes Problem in vielen Free2Play-MMORPGs mit Echtgeld-Währung.
Es ist aber klar, dass alle normalen Spieler es gar nicht cool finden, jetzt auch noch für Basis-Funktionen wie den Chat zur Kasse gebeten zu werden, weil die Entwickler anders die Bots und den Echtgeldhandel nicht in den Griff bekommen.
Dieser Mix aus Mobile-Erfahrung, Grind, Pay2Win und Pay2Talk dürfte hier im Westen gar nicht gut ankommen. Dabei hat Zeus sogar ein spannendes Ziel, das wir gar nicht schlecht finden: Wie invenglobal.com berichtet, liegt ein Fokus der Entwickler darauf, ein kompetitives PvP-MMORPG zu entwickeln, an dem nicht nur die zahlenden Wale Spaß haben, sondern jeder.
Wie möchten sie das erreichen? Nun, indem man die Wale und die Free2Play-Spieler in bestimmten Endgame-Inhalten nicht aufeinandertreffen lässt. Stattdessen kämpft man in Modi wie dem 1vs1-Kolosseum oder beim Arcadia-Festival gegen KI-Gegner, welche die Kampffähigkeiten und das Aussehen echter Nutzer widerspiegeln sollen.
Wie gut das in der Praxis funktioniert, können wir derzeit nicht sagen. In anderen MMORPGs wie WoW merkt man es aber doch, ob man auf den Schlachtfeldern gegen die KI kämpft oder andere Spieler. Dort sind solche KI-Modi aber auch nur eine nette Zusatzoption und kein Teil vom kompetitiven Endgame-PvP.
Was haltet ihr von Zeus und der Monetarisierung der Chat-Funktion? Und würdet ihr KI-Modi im PvP gerne häufiger sehen? Verratet es uns gern in den Kommentaren! Mehr zu den typischen Eigenheiten asiatischer Online-Rollenspiele erfahrt ihr hier: 5 Fehler, die MMORPGs aus Asien vermeiden müssen, wenn sie bei uns Erfolg haben möchten
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Kommentare
Kann mir keiner erzählen, dass es keine besseren Methoden gibt, um Botspam in Chats zu bekämpfen.
Setzt man halt ein Level-Cap ein, reduziert schon mal die Möglichkeit, mit Hilfe von Bots ständig neue Accounts zu erstellen. Dann verhindert man Copy&Paste kompletter Nachrichten. Oder das Chatfenster muss mindestens 2-3 Sekunden offen sein, bevor eine Nachricht abgeschickt werden kann.
Können gut programmierte Bots zwar alles umgehen, aber man sollte es den Leuten halt so schwer machen, dass sich das Geschäft einfach irgendwann nicht mehr rentiert. Dazu jeden, der nachweislich RMT betreibt, permabannen, ohne Ausnahme.
Aber ne, lieber Chat paywallen, dann muss man sich keinen Aufwand machen und verdient noch dran. Ist klar.