World of Warcraft: So soll der neue Patch alte Probleme lösen

Im aktuellen Patch 6.2 für World of Warcraft hat sich einiges geändert. Nicht nur wurden die Vorbereitungen geschaffen, um das Fliegen in der aktuellen Erweiterung Warlords of Draenor zu ermöglichen, sondern auch Maßnahmen ergriffen, um die Spieler raus aus den Garnisonen und in die Welt zu bringen. Ion Hazzikostas, der Game Director, erklärte im Interview mit PCGamesN, warum diese Schritte notwendig wurden und was sie bezwecken sollen.

Warum Fliegen nun doch erlaubt wird

Fliegen ist für viele eine Pest. Andere können sich ein Leben ohne Flugtier nicht vorstellen. Jetzt wurde ein Mittelweg gefunden.

Fliegen ist für viele eine Pest. Andere können sich ein Leben ohne Flugtier nicht vorstellen. Jetzt wurde ein Mittelweg gefunden.

Es gab lange Zeit große Diskussionen um das Fliegen in WoD. Es lässt sich recht leicht feststellen, dass die Welt mit dem Hintergedanken entwickelt wurde, dort niemals in die Lüfte steigen zu können: Schätzte warten an schwer zugänglichen Orten, seltene Feinde müssen erst gefunden und viele Geheimnisse zu Fuß gelöst werden.

„Fliegen ist in Bezug auf die Erforschungsfreiheit der Spieler großartig, allerdings untergräbt es große Mengen des Gameplays“, heißt es von Hazzikostas. Beispiele dafür kennt wohl jeder, der nicht erst seit diesem Addon spielt: Wenn ein Boss am Ende eines gut bewachten Lagers steht, überfliegt man seine Lakaien einfach, erschlägt den Obermotz, steigt auf den Greifen und verschwindet wieder. Das ist zwar hocheffektiv, aber die Entwickler hätten sich in dem Fall das Design des ganzen Lagers auch sparen können.

„Eine Weile lang haben die Spieler sich damit abgefunden, dass sich das Gameplay auf dem Boden abspielte. Als es Ihnen aber bewusst wurde, dass sie womöglich nie wieder in die Lüfte aufsteigen und ihre hart erarbeiteten Flugmounts nutzen können, wandelte sich das schnell in Unzufriedenheit.“

Es musste ein Kompromiss gefunden werden, der Spielern die Fähigkeit des Fliegens gewährte, zugleich aber sicherstellte, dass neue Inhalte so wahrgenommen wurden, wie die Entwickler es beabsichtigt hatten.

Die Lösung dafür scheint nahezu perfekt zu sein: Spieler müssen erst einen Erfolg abschließen, für den es erforderlich ist, nahezu alle Inhalte der Spielwelt erst auf dem Boden zu bewältigen. Dies zwingt jeden dazu, sich mindestens einmal mit der Geschichte, der Welt und ihren Geheimnissen auseinanderzusetzen, bevor sie – wenn sie es wollen – auf Zweitcharakteren alle Areale überspringen.

Das Ende der Einsamkeit (in der Garnison)

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Die Garnison war eine eierlegende Wollmilchsau – und führte zu einer Welt ohne Interaktion der Spieler.

Ein Großteil der Neuerungen von Patch 6.2 ermutigt Spieler dazu, sich wieder verstärkt mit der Spielwelt zu beschäftigen. Während alle Berufe zuvor in den gemütlichen Hallen der eigenen Garnison gemeistert werden konnten und wenig bis gar keinen Kontakt zu anderen Spielern benötigten, müssen sich die Helden jetzt selbst in den Dschungel stürzen.

 

„Ein Großteil der Inhalte von Patch 6.2 zielt darauf ab, die Spieler wieder in die Spielwelt zu bringen. Dinge wie die Berufe und das Herstellen von Gegenständen, die bisher durch die Benutzung der Garnisonsgebäude und -missionen im in Abgeschiedenheit zu bewältigen waren, erfordern es jetzt, dass Spieler in den Tanaandschungel eindringen, um die mächtigsten aller Gegenstände herzustellen.“

Weiter heißt es von Hazzikostas: „Wir wollen sicherstellen, dass wir nicht aus dem Blick verlieren, was ein MMO im Kern ausmacht: Interaktionen zwischen Spielern in der offenen Welt.“ Gerade diese Möglichkeiten des Zusammenspiels werden mit dem neuen System der wöchentlichen Ereignisse mehr in den Fokus gerückt. Als Beispiel eignet sich hier die Zeitwanderung, die in regelmäßigen Abständen alte Instanzen attraktiver macht, indem sie passable Beute und eine solide Herausforderung bieten. Hierfür wird die Stärke der Spieler herabgesetzt, sodass die Spielerfahrung ungefähr der von vor 2 oder 3 Addons entspricht. Dafür ist es auch egal, ob ein Spieler in der Gruppe Stufe 97 und ein anderer erst 86 ist. „Es ist ein kleiner Schritt, um die Barrieren einzureißen, die Spieler daran hindern, mit anderen zusammenzuspielen.“

Die Werft – Mehr Risiko, weniger Zwang

World of Warcraft Ship Destroyer Horde

Die Werft soll spannender als die Anhänger sein, gleichzeitig aber weniger Zeit fressen.

Trotz der großen Kritik gibt es auch viele Spieler, die nicht mehr auf die Garnison verzichten wollen. Auch diese Zielgruppe wollte man zufriedenstellen, ohne sie endlos lang an die eigene Hauptbasis zu fesseln und das System der Anhänger blind zu wiederholen. Aus diesem Grund gibt es die Werft, bei der jede Mission auch ein Risiko darstellt. „Anders als Anhänger sind Schiffe entbehrlich. Sie werden in der Werft gebaut, aber wenn eine Mission scheitert, kann man sie permanent verlieren. Dann müssen neue gebaut werden, um die alten zu ersetzen.“ Natürlich sind die Belohnungen aus diesen Missionen dann auch ein wenig höher, so winken beispielsweise seltene Pets für erfolgreiche Flottenkommandanten. „Spieler werden nicht das Gefühl haben, alle 30 Minuten zurückkehren zu müssen, um die Schiffe auf eine neue Mission zu schicken.“

Es wurde sichergestellt, dass die Spieler schwierige Entscheidungen treffen müssen, denn aus dem Verhalten in den Anhängermissionen hat man laut Hazzikostas viel gelernt: „Die Spieler unternehmen viel, um jedes Risiko auszumerzen. Wenn die Erfolgschancen einer Aufgabe bei 96% liegen, dann wird ein Spieler alle möglichen unangenehmen, zeitverschlingenden Dinge in Kauf nehmen, um die zusätzlichen 4% zu erreichen und auf Nummer sicher zu gehen, dass absolut nichts schief gehen kann.“

Höllenfeuerzitadelle: Einer der coolsten Raids seit Langem

WoW Archimonde

In der Höllenfeuerzitadelle wartet neben Archimonde auch so manch ein bekannter Dämon der Vergangenheit.

Von all den neuen Inhalten, die mit dem neusten Update eingeführt wurden – seien es Pet-Battles, der Tanaandschungel, die Zeitwanderung oder die Werft – ist der Game Director aber von einem recht klassischem Element am meisten angetan: Dem neuen Raid.

 

 

„Die Höllenfeuerzitadelle ist einer der coolsten Schlachtzüge, die wir je entwickelt haben. Es hat enthält ein bisschen was für jeden. Es ist ein Mix aus Nostalgie, für Fans der alten Dämonen-Raids, mit einigen bekannten Bossen der Vergangenheit und sehr kreativen, neuen Mechaniken. Unser Team hat sich diesmal wirklich alle Ketten gesprengt, als sie diese gigantische orcische Zitadelle erbaut haben, die nun von dämonischen Energien durchflutet ist.“

Wer sich selbst einen Eindruck von all diesen Dingen machen will, der sollte einfach in World of Warcraft einloggen – der Patch ist seit gestern live.

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Quelle(n): pcgamesn.com
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