World of Warcraft: Verliebt in Yrel – Mecker Mittwoch

Da hielt mein Chef es doch für eine grandiose Idee, mir eine neue Themenidee zukommen zu lassen. „Yrel – der Jar Jar Bings von World of Warcraft?“ klang für ihn zumindest wir ein guter Aufhänger – höchst bedauerlich, dass er das nicht Schuhmann vorgeschlagen hat, denn ich bin definitiv auf der „Pro-Yrel“-Seite!

Wer oder was ist ein Yrel?

Jar Jar Binks

Yrel ist wie Jar Jar Binks? Niemals…

Aber gut, klären wir erst mal die wichtigste Frage: Wer ist eigentlich Yrel? Die blauhäutige Dame ist eine Draenei aus „Warlords of Draenor“ und vor allem als Allianzler wird man sie des Öfteren zu Gesicht bekommen.

Ganz gleich, welcher Fraktion ihr angehört, trefft ihr sie aber in jedem Fall schon in der Einführungsmission, die Euch durch das dunkle Portal und mitten in das Feindesland der eisernen Horde bringt. Dort rettet ihr sie aus einer misslichen Lage und als ich das erste Mal ihre Stimme und den tollen Draenei-Akzent (lies: griechischer Akzent) hörte, war es eigentlich schon um mich geschehen.

Ich hatte wirklich Sorge, Blizzard würde sie am Ende der Einführungssequenz sterben lassen – aber Glück gehabt! Sie blieb mir erhalten und das noch für eine ganze Weile. Warum genau beschweren sich aber nun so viele über Yrel?

Warum beschwert man sich über Yrel?

Warlords of Draenor“ trieft nur so vor starken, männlichen Persönlichkeiten. Gerade unter den namensgebenden Warlords findet man nur Männer, was aber natürlich an der schon zwei Jahrzehnte alten Hintergrundgeschichte liegt. Da wäre es natürlich seltsam, wenn auf einmal eine große Orcanführerin auftaucht, von der noch niemand gehört hat. Aber um die Frauen als Spielerschaft nicht ganz zu vergraulen, muss man natürlich dennoch ein paar starke, weibliche Persönlichkeiten anbieten. Und genau das ist Yrel, in den Augen vieler Fans, eben nicht.

Man rettet sie zu Beginn aus der Gefangenschaft und auch danach ist sie massiv auf die Hilfe anderer angewiesen. Trotzdem weist man ihr Truppen zu, die sie kurzerhand bei einer gescheiterten Mission in den Tod schickt. Wären wir als Spielerinnen und Spieler nicht zur Stelle, hätte sie wohl selbst bei dieser Mission das Zeitliche gesegnet. Aber auch danach wird vieles nicht besser. Immer wieder müssen wir sie motivieren, beschützen, unterstützen und ihr Mut zusprechen, während sie sich langsam in den Rängen der lichttreuen Draenei nach oben arbeitet. Für viele ist sie damit keine „starke Frau“, sondern einmal mehr das zu beschützende Püppchen, das ohne unsere Hilfe nicht überleben kann. Aber ist sie das?

Was sie wirklich ist…

Warum denke ich nun also, dass man ihr unrecht tut? Warum ist sie mehr, als das Klischee der schwachen Frau in Videospielen?

Das liegt eindeutig an der Entwicklung, die sie durchmacht. Sie beginnt in Ketten – einem der finstersten Momente in ihrem Leben, von ihrem Volk wurden gerade Tausende abgeschlachtet, als wir sie retten. Kurz darauf weist man ihr große Verantwortung zu – sie wird als Truppenführerin eingesetzt, obwohl sie in keinster Weise darauf vorbereitet ist. Sie scheitert an diesen Aufgaben (zumindest teilweise), verliert trotzdem nicht das Gute aus den Augen und kämpft weiter für das Licht und ihr Volk.

Garrosh

…Yrel ist eher wie Garrosh.

Na, an wen erinnert Euch das? Mit welchem Charakter hat sie ungeheure Parallelen? Richtig, mit Garrosh Höllschrei!

Auch dieser (fast sympathische) junge Orc wurde in einer finsteren Stunde gefunden (depressiv trauernd in Nagrand), hat viel zu viel Verantwortung auferlegt bekommen (als Kriegshäuptling der Horde) und scheiterte daran fürchterlich (Korrumpierung durch die Sha/ Vernichtung der „alten“ Horde).

Die Schwierigkeiten, die beide Persönlichkeiten durchmachen, sind sehr ähnlich. Doch woran der starke, harte Garrosh gescheitert und dem Wahnsinn verfallen ist, da bleibt Yrel standhaft, lässt sich nicht unterkriegen und behält stets den Glauben an ihr Ziel. Sie wird in kürzester Zeit zu einer absoluten Heldin aufgebaut, die dennoch von gesunden Zweifeln geplagt wird. Und alleine diese Tatsache macht sie in meinen Augen stärker als alle Warlords zusammen – sie reflektiert, zweifelt, überdenkt und holt Rat ein. Eine Umsicht, die fast allen männlichen Helden von Warcraft fehlt.

Also bleibt mir letztlich nur in kreischender Stimme zu sagen:

 „LEAVE YREL ALONE!“ – denn auch diese Dame hat nette Hörnchen am Kopf und Dämonen müssen bekanntlich zusammenhalten.

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