Wissenschaftler haben eine einfache Lösung gegen Hitze: Statt einer Klimaanlage reichen zwei Dinge und ein bisschen Bastelei

Ventilator und Schlafzimmer

Laut Wissenschaftlern benötigt man nur zwei Dinge für eine gute Kühlung: Transparentes Klebeband und Alufolie. Warum das funktioniert, liegt vor allem an der Wellenlänge der Wärme.

Das Phänomen der passiven Strahlungskühlung ist ein Verfahren zur Temperatursenkung, bei dem Wärme direkt in den Weltraum abgeleitet wird. Der Schlüssel zur Effizienz liegt hier im sogenannten atmosphärischen Fenster, also dem Infrarotbereich mit Wellenlängen von 8 bis 13 Mikrometern.

Forscher haben herausgefunden, dass sich diese Methode auch auf der Erde mit denkbar leichten Mitteln anwenden lässt. Dazu benötigt man nur Alufolie und durchsichtiges Klebeband. Davon berichtet das Magazin Photonics.com, die Studie selbst wurde im Journal of Photonics for Energy veröffentlicht.

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Alufolie und Klebeband schicken Wärme ins Weltall zurück

Wie funktioniert der Trick? Es werden zwei Lagen eines transparenten Klebebands auf einen stark sonnenreflektierenden Untergrund aufgebracht, beispielsweise auf die gängige Aluminiumfolie. Wichtig ist außerdem, dass man die Alufolie vor dem Fenster anbringt und nicht dahinter im Zimmer, da man ansonsten das Fensterglas zum Platzen bringen kann.

Eine solche Konfiguration weist eine hohe Emissivität auf und ist selbst bei großen Einfallswinkeln der Sonnenstrahlen wirksam.

Die Emissivität gibt an, wie viel thermische Strahlung ein Material im Vergleich zu einem idealen schwarzen Körper abgibt.

Die chemische Struktur von Acryl und Polypropylen im Klebeband absorbiert und gibt folglich auch Wärmeenergie genau im erforderlichen Wellenlängenbereich ab. Denn die Materialstruktur arbeitet im passenden Wellenlängenbereich der Wärmestrahlung.

In diesem Bereich absorbiert die Atmosphäre wenig, deshalb kann Wärme leichter ins Weltall entweichen und erwärmt nicht die Luft drumherum. Das sorgt für einen spürbaren Abkühlungseffekt in der Wohnung.

Die Forscher weisen übrigens daraufhin, dass der Ersatz durch eine Schicht aus aufgedampftem Silber noch besser funktioniert. Aber dieses Material dürften die wenigsten von euch zu Hause im Schrank liegen haben.

Gibt es auch Nachteile? Zum einen ist die Kühlung nicht so schnell wie mit einer Klimaanlage, zum anderen kann es Kleberückstände auf Oberflächen geben. Einige Experte empfehlen daher, die Klebestreifen regelmäßig zu wechseln.

Insbesondere muss man auf die Beschaffenheit des Fensterrahmens achten: Holz, lackierte Flächen und manche Kunststoffe sind empfindlicher als Glas und lassen sich anschließend nur schwer reinigen (via radiosaw.de).

Ein weiterer Nachteil, auf den einige hinweisen: Die hochglänzende Folienoberfläche reflektiert das Sonnenlicht so stark, dass Nachbarn oder der Straßenverkehr extrem geblendet werden können. Daher solltet ihr solche Folie nicht an einer stark befahrenen Straße anbringen, da ihr sonst Personen gefährden könntet.

Wenn es draußen immer heißer wird, lüften viele Menschen nachts. Doch bei sehr hohen Temperaturen ist das kaum noch ausreichend. Denn eure Wohnung speichert die Hitze in den Mauern und Möbeln. Wer wirklich gegen die Hitze gewappnet sein will, muss mittlerweile andere Maßnahmen treffen: Experten sagen, dass das Öffnen der Fenster nachts und das Schließen tagsüber nicht mehr die beste Strategie gegen die Hitze ist

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