War Thunder: Youtube-Skandal in Russland, Producer verliert über Knebelvertrag seinen Job

Beim Military-MMO War Thunder hat der Konflikt um einen Youtuber eine neue Stufe erreicht. Der Producer Pavel Kulikov verliert über die Affäre seinen Job.

Am Donnerstagnachmittag haben wir über die Verwicklungen von War Thunder mit einem Youtuber Kirill Fyodorov berichtet. Der hatte einen Stream mit einem Historiker so beworben, als interviewe er einen Mitarbeiter von Gaijin Entertainment, der hatte aber nur mal eine Auftragsarbeit für sie übernommen. Ein Mitarbeiter von War Thunder hatte daraufhin so viele Urheberrechts-Beschwerden eingereicht, dass Youtube Fjodorovs Kanal alconafter sperrte.

Unter einer News-Meldung auf der russischen Seite siliconrus.com fand ein reger Austausch zwischen dem Youtuber und dem Producer von War Thunder, Pavel Kulikov, statt. Beide warfen einander schlechten Umgang vor. Für eine Weile sah es aber so aus, als würde man das klären können. Der Youtuber gestand Fehler ein; Kulikov sagte, der Bann des Youtube-Kanals beruhe auf einem Missverständnis – ein Mitarbeiter habe da übereifrig gehandelt.

War Thunder Screenshot

Knebelvertrag sollte geheim bleiben, wurde öffentlich

Offenbar hat Kulikov in der Folge dem Youtuber einen „Kooperations-Vertrag“ angeboten, den man wohl nur als Knebelvertrag bezeichnen kann. Der Youtuber sollte wöchentlich 4 Folgen War Thunder auf seinem Kanal bringen und dabei nichts erwähnen, was ein schlechtes Licht auf War Thunder werfen könne. Bei Vertragsverstoß drohten 10.000 US-Dollar Strafe für jeden Vorfall.

Dieser Vertrag sollte eigentlich „vertraulich“ bleiben, der Youtuber spielte ihn allerdings der russischen Gaming-Seite „Kanobu“ zu und erhob Anschuldigungen gegen Kulikov, die auf eine Erpressung hinausliefen. In einem vertraulichen Gespräche solle Kulikov gesagt haben, man werde die „Strikes“ nur zurücknehmen, wenn Fyodorov den Vertrag unterzeichne und strenge Vertraulichkeit zusichere.

Die Vereinbarungen gingen noch weiter, wie Fyodorov gegenüber Kanobu angibt. So wäre es ihm auch verboten gewesen über die Konkurrenzspiele World of Tanks, World of Warships und Armored Warfare zu berichten. Themen, die in seinem Kanal gut ankamen. Fyodorov wäre dann völlig abhängig von Gaijin Entertainment gewesen, den Entwicklern hinter War Thunder.

WarThunder-Duell

CEO von Gaijin Software schaltete sich ein

In der Folge des Kanobu-Berichts schaltete sich der CEO von Gaijin Entertainment Anton Yuditsev ein und entschuldigte sich bei dem Youtuber. Er werde seinen Kanal natürlich zurückerhalten. Der Producer habe seine Befugnisse überschritten, auf eigene Faust und gegen die Richtlinien von Gaijin Entertainment gehandelt und wurde bereits seines Postens enthoben.

Auf Twitter entschuldigte sich Kulikov bei Youtuber Fjodorov und bedankte sich für 8 Jahre bei Gaijin Entertainment. Es scheint, als hätte er die Firma verlassen.

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Quelle(n): Kanobu
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