Trolle, Verfassung und ein Polit-Star vertreiben US-Armee von Twitch

Die US-Armee zieht sich von Twitch zurück. Zu viele Skandale haben wohl dafür gesorgt, dass Einsätze auf der Streaming-Plattform nun ausfallen.

In den Zeiten des Internets muss auch die US-Armee neue Wege gehen, um Aufmerksamkeit zu erzielen und neue Rekruten zu erreichen. Twitch war dafür die perfekte Plattform, um ein wenig Werbung zu machen und mit jungen Leuten in Kontakt zu kommen, die sich womöglich für die Armee verpflichten lassen. Beim Streamen von Spielen wird über die Armee und die Ausbildung geplaudert und einfach ein „freundlicher Kontakt“ zu den Nutzern aufgebaut – das wollte man zumindest vermitteln.

Doch damit dürfte nun Schluss sein, denn der Twitch-Kanal der US Army stand in den letzten Wochen immer wieder in der Kritik. Vor allem zwei Gründe sorgten dafür, dass es immer wieder heftige Diskussionen gab.

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Fake-Gewinnspiel und Banns waren Probleme

Rekrutierung durch Fake-Gewinnspiel: Auf dem Twitch-Kanal hatte die US-Army ein Gewinnspiel beworben, das offenbar junge Gamer ansprechen sollte. Eigentlich sollte man einen coolen 200-Dollar-Controller für die Xbox gewinnen können, doch tatsächlich führte der Link nicht zur Gewinnspielteilnahme, sondern zu einer direkten Anmeldung und Verpflichtung bei der Armee.

Das verstieß nicht nur gegen die Richtlinien zur Austragung von Gewinnspielen auf Twitch, sondern ist auch moralisch äußerst fragwürdig, ob man junge Leute so in eine lebensverändernde Entscheidung locken will.

Verpflichten über ein Gewinnspiel? Moralisch fragwürdig, finden viele.

Sperren von Kritik: Der zweite „Skandal“ war das Sperren von Trollen und Kritikern auf dem Twitch-Kanal. Viele User kamen immer wieder in den Chat, um kritische oder zynische Fragen zum Vorgehen des Militärs zu stellen. Sie wollten etwa wissen, was denn das „Lieblings-Kriegsverbrechen der Armee gewesen sei“. Solche Fragen wurden immer wieder rasch gelöscht und entsprechende Nutzer mit Banns versehen.

Der Twitter-Nutzer “jordan” zeigte sogar einen “Speed-Run”, wie schnell man beim Channel der Navy gesperrt wird.

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Das Löschen von Kommentaren ist auf Twitch das gute Recht der Channel-Betreiber – jedoch problematisch, wenn der Betreiber die Armee und damit ein Staatsorgan ist. Das „Freedom of Speech“ ist in Amerika noch weitreichender als in weiten Teilen Europas, das Löschen von Meinungen – besonders in Bezug auf die Regierung – ist extrem problematisch.

Was hatte das nun für Folgen?

Seit einigen Tagen herrscht auf dem Twitch-Kanal der US-Army Funkstille und es gibt keine Streams mehr. Die Diskussionen rund um die Streams, das Gewinnspiel und das Löschen von Meinungen, haben aber noch lange nicht abgenommen.

Der Kanal ist aber auch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und hat inzwischen die amerikanische Politik erreicht.

Es gibt viele Aufforderungen, die gesperrten Nutzer wieder zu entbannen und solche Kommentare künftig zuzulassen, denn das wäre von der Verfassung gedeckt.

Alexandria Ocasia-Cortez (auch „AOC“ genannt) vom US-Kongress hat sich inzwischen auch mit dem Thema befasst. AOC gilt als „Polit-Star“ der Demkokraten in den USA mit einem guten Image und ist zugleich die jüngste Abgeordnete. Sie hatte nach den Vorfällen eine Gesetzesänderung vorgeschlagen, die sie nun vorantreiben will. Die Änderung soll dafür sorgen, dass das Militär ihr Geld nicht mehr dazu nutzen darf, um „eine Präsenz auf Twitch.com oder jeder anderen Videospiel-, E-Sports- oder Streaming-Plattform aufrechtzuerhalten“ (via Dexerto).

Bis diese ganze Sachlage geklärt ist, dürfte auf dem Twitch-Kanal also erst einmal nicht mehr gestreamt werden – obwohl es auch weiterhin eine Partnerschaft mit Twitch gibt. Zum Magazin GameSpot sagte ein Sprecher des Militärs:

„Das Team hat das Streaming pausiert, um interne Regeln und Prozeduren zu prüfen, ebenso wie die Plattform-spezifischen Regeln, um sicherzustellen, dass diese für alle Teilnehmer klar sind, bevor wir wieder streamen.“

Zusammengefasst dürften die vergangenen Wochen wohl kein gutes Licht auf die US-Armee geworfen haben. Die Operation war wohl ein Fehlschlag.

Oder wie ist eure Meinung zu den Vorfällen?

Quelle(n): gamerant.com, gamespot.com
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Robi

die us armee sollte ihren twitch acc in die hall of shame zu den anderen verlorenen schlachten stellen & es nie wieder anfassen…

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