Die Comic-Legende Stan Lee hat viele Helden von Marvel erschaffen, die bis heute zu den wichtigsten Figuren in der Popkultur gehören. Manchmal hatte er bei seinen Ideen aber auch eigennützige Ansprüche. So auch bei einem der wichtigsten Superhelden-Teams, das bis heute von Fans geliebt wird.
Um welches Team geht es? Stan Lee hat bis zu seinem Tod im Jahre 2018 viele wichtige Marvel-Schurken mit Partnern wie Jack Kirby kreiert. Dazu gehören unter anderem:
- Die Fantastic Four (1961)
- Hulk (1962)
- Thor (1962)
- Spider-Man (1962)
- Daredevil (1964)
Unter seiner Feder entstanden auch bekannte Superhelden-Teams wie die Avengers oder 1963 auch die X-Men. Die Mutanten unter Professor X stellen aber nicht nur im Marvel-Universum eine Besonderheit dar. Stan Lee wollte ein Team haben, bei dem er sich weniger für die Superkräfte überlegen muss.
In Spielen traten die X-Men auch schon gegen Videospielfiguren an:
Ich kann sie nicht alle von einer radioaktiven Spinne beißen lassen
Was war sein fauler
Grund für die X-Men? 2004 führte Lisa Terrada mit Stan Lee ein Interview für die Living Television Collection. Dabei sprachen sie über diverse Punkte seiner Karriere, über die Konkurrenz zu DC und über die Entstehungsgeschichte mehrerer Helden. Darunter auch über die X-Men. Lee erklärt, wie er auf die Idee der Mutanten kam:
Jedenfalls wollte ich noch eine Gruppe entwerfen, eine weitere Gruppe von Superhelden, aber ich hatte es langsam satt, mir immer wieder auszudenken, wie sie an ihre Superkräfte kommen. Ich konnte ja nicht alle von einer radioaktiven Spinne beißen lassen oder einer Gammastrahlen-Explosion aussetzen.
[…] Und ich habe den feigen Ausweg gewählt. Ich sagte mir: „Warum sage ich nicht einfach, dass sie Mutanten sind? Sie wurden schon so geboren.“ Wir alle wissen, dass es im echten Leben Mutanten gibt. Da gibt es einen Frosch mit fünf Beinen, solche Dinge eben. So muss ich mir keine neuen Ausreden ausdenken. Ich bekomme so viele, wie ich will.
Stan Lee über die Entstehung der X-Men (Quelle: YouTube)
Im Marvel-Universum sind Mutanten Menschen mit dem X-Gen, das ihnen Fähigkeiten gibt, die bei jedem Mutanten anders sind. Als Homo superior
ist der zentrale Konflikt vieler X-Men-Comics der Hass vieler Menschen gegen Mutanten, weil sie anders
sind. Auch wenn später weitere Hintergründe zum X-Gen dazugedichtet wurden, war es ursprünglich einfach nur ein Gen, das jede Fähigkeit hervorbringen konnte.
Mit dieser Idee ging Stan Lee dann zu seinem Publisher-Boss. Anfangs wollte er sie die Mutants
nennen. Die Idee an sich fand sein Chef wohl ganz gut, aber den Namen nicht. Für ihn sei dieser Name schwierig, wenn niemand der Leser wisse, was ein Mutant ist. Er kam dann auf die Idee X-Men
, passend zum Anführer der Gruppe Professor Xavier.
Diesen Namen fand sein Chef besser, auch wenn Stan Lee selbst verwirrt war, warum dieser Name plötzlich okay ist: Wenn ein Leser nicht weiß, was ein Mutant ist, wie soll er dann wissen, was ein X-Man ist?
Auch über 60 Jahre später sind die X-Men besonders
Wie besonders sind die X-Men heute? Die X-Men sind auch abseits ihres X-Gens nicht einfach ein Team wie die Avengers. Bereits zu ihren Anfängen könnte man sie als Metapher für die Bürgerrechtsbewegung der USA in den 1950er- und 1960er-Jahren verstehen.
In einem Artikel für die University of Alabama at Birminghamschrieb Brian Powell über die Repräsentation der Bürgerrechtsbewegung in Marvel-Comics. Er vergleicht dabei die Charaktere Professor X
und Magneto
mit Dr. Martin Luther King Jr. und Malcolm X, die während der Bewegung zentrale Figuren waren.
Die Sentinels, riesige, Mutanten jagende Roboter, seien für ihn eine Antwort auf Polizeibrutalität während Unruhen in Los Angeles im Jahr 1965.
Auch heutzutage befassen sich viele X-Men-Comics mit dem Thema Rassismus, Ausgrenzung und Hass. Ein gutes Beispiel ist auch die Animationsserie X-Men ’97, die 2024 erschien. Dort gibt es einen Prozess für den Schurken Magneto, der jetzt Gutes tun möchte. Dabei hinterfragt er, warum er seine Kräfte für Menschen nutzen soll, die Mutanten hassen und am liebsten auslöschen würden. Mehr zu den X-Men lest ihr hier: Eine unterschätzte Heldin in Marvel bekommt endlich die Geschichte, die sie verdient
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Marvel hat schon immer viel Wert auf das Zwischenmenschliche und den Alltag abseits des Heldendaseins gelegt. Gerade die X-Men fand ich deshalb als Teenager sehr spannend. Ich kann mich noch erinnern wie ich Anfang der 90er immer in den Örtlichen Comicladen gegangen bin… die hatten eine Neuauflage der 80er Comics (auf Englisch) damals und ich hab mitgenommen, was ich kriegen konnte. Oftmals waren das dann zusammenhanglose Ausgaben – man wusste nicht was vorher passiert war (bis auf die Anmerkungen in den mit * markierten Kästchen am Rand) und auch nicht wie es danach weitergeht. War trozdem eine schöne Zeit.
Off Topic:
Aufgezählt werden danach allerdings nur Helden, während der Text suggeriert, dass jetzt eine Aufzählung von Schurken kommt.
Was will uns der Autor damit sagen? 🤔😉