Ein AA-Studio hat mich mit seinen eigenwilligen RPGs begeistert, jetzt muss es wohl schließen

Spiders Studio Schließung

Es gibt nur noch wenige Studios, die sich auf AA-Produktionen mit begrenztem Budget und Singleplayer-Fokus spezialisieren. Eines dieser Studios kommt aus Frankreich und muss jetzt wohl seine Pforten schließen.

Um welches Studio geht es? Spiders ist ein in Paris sitzendes Studio, das 2008 gegründet wurde und sich nach den ersten Gehversuchen mit Adventures (Sherlock Holmes Versus Jack the Ripper, Gray Matter) auf Action-Rollenspiele spezialisiert hat.

Zwischen 2012 und 2016 sind bei Spiders mit vergleichsweise kleinem Budget und wenig Zeit Spiele wie „Of Orcs and Men“, „Mars: War Logs“, „Bound by Flame“ oder auch „The Technomancer“ entstanden – alles Titel, die das Potenzial des Studios andeuteten, denen nach einigen Stunden aber die Luft aus ging und die dadurch in der Mittelmäßigkeit versanken.

Als dann 2019 GreedFall und 2022 Steelrising erschienen, merkte man den Titeln die längere Entwicklungszeit an: Sie besaßen zwar weiterhin ihre Ecken und Kanten (und verschenktes Potenzial), machten mir aber dennoch großen Spaß:

  • GreedFall hat mich an alte BioWare-RPGs erinnert, aber mit einem frischen Szenario, das Dreispitz, Musketen und Magie mischt, und einer spannenden Welt. Auf Steam steht es gerade bei 76 Prozent positiv.
  • Steelrising ist hingegen ein Soulslike, das euch nach Paris zur Zeit der französischen Revolution führt, wo König Louis XVI. seine Maschinenwesen auf die Bevölkerung hetzt. Ich mochte das Setting, die Welt und die Kämpfe, auch wenn die großen Vorbilder von FromSoftware nie erreichen werden konnten. Auf Steam steht das Spiel aktuell bei 73 Prozent positiv (und ist im Sale für knapp 6 Euro zu haben).
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Greedfall 2 spielt drei Jahre vor den Ereignissen des ersten Teils

Nacon hat kein Geld mehr

Was ist mit Spiders? Wie die Webseite origami.ng berichtet, muss Spiders in Kürze wohl schließen. Der Grund liegt bei Bigben Interactive und Nacon, die in finanzielle Schieflage geraten sind.

Im Februar 2026 musste Nacon, die Muttergesellschaft von Spiders, Insolvenz anmelden und ein Sanierungsverfahren beantragen. Für einige der Sparten, darunter Spiders, wollte man dann offenbar interessierte Käufer finden.

Am 29. April 2026 will der Insolvenzverwalter laut des Berichts wohl beim Handelsgericht die gerichtliche Liquidation beantragen. Bei einer Schließung des Studios wären über 70 Mitarbeiter betroffen.

Zuletzt hatten die Entwickler von Spiders mit GreedFall: The Dying World den Nachfolger von GreedFall veröffentlicht – zuerst im Early Access und dann, im März 2026, in der finalen Version. Teil 2 besitzt erneut besondere Stärken wie die unterhaltsame Story oder die besondere Welt, wirkt aber auch in vielen Bereichen noch unfertig und krude.

Die Verkaufszahlen des GreedFall-Nachfolgers sollen enttäuschend ausgefallen sein, auf Steam steht das Spiel bei 62 Prozent positiv bei nur 883 Wertungen. Wenn der Bericht stimmt, wird es keine Möglichkeit für das Team mehr geben, zumindest einige der Schwächen und Baustellen auszumerzen oder es mit einem Teil 3 noch einmal besser zu machen. Sehr schade.

Laut origami.ng wollte sich Nacon auf Nachfrage noch nicht offiziell zur Zukunft von Spiders äußern. Ein anderes Projekt mit dem Codenamen Dark, an dem das Studio parallel zum Early Access von GreedFall 2 gearbeitet hatte, wurde bereits im vergangenen Jahr eingestellt. Um eine Erfolgsmeldung auf Steam geht es indes hier: Firma von HandOfBlood veröffentlichte Zwergen-Spiel auf Steam, Entwickler feiert 250.000 Verkäufe: „Es wurde einfach immer besser“

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