Diese In-Ears haben mich bei Zugfahrten und durch Museen begleitet und mich fast nirgendwo im Stich gelassen

Diese In-Ears haben mich bei Zugfahrten und durch Museen begleitet und mich fast nirgendwo im Stich gelassen

Die Liberty 5 von Soundcore sind eine In-Ears für rund 100 Euro. MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann hat die In-Ears getestet. Klang und Software können im Test überzeugen, die Touch-Steuerung und die Haltung im Ohr eher weniger.

Soundcore, die Musik-Marke von Anker, hat mit den Liberty 5 In-Eears für rund 100 Euro auf den Markt gebracht. Der Hersteller betont die gute Geräuschunterdrückung, die lange Akkulaufzeit und die gute Sprachqualität bei Telefonaten.

Ich hab mir die In-Ears privat auf Amazon gekauft und im Alltag viel genutzt und sie auf Zugfahrten eingesetzt und im Museum getragen. Und in den meisten Fällen konnten mich die In-Ears überzeugen.

Wer hat da getestet?

Benedikt ist Tech Editor auf MeinMMO und hat ein Faible für Peripherie und teste Mäuse, Tastaturen und Gaming-Headsets. Insbesondere Gaming-Mäuse gehören zu seinen absoluten Favoriten. Er zockt neben dem PC auch gerne auf seinem Steam Deck.

Transparenzhinweis: Das hier getestete Modell hat er sich privat über Amazon bestellt.

fragt meinmmo benedikt

Benedikt Schlotmann
Hardware-Redakteur MeinMMO

Design und Aufbau

Lieferumfang: Im Lieferumfang der In-Ears sind neben den eigentlichen In-Ears und dem Ladecase noch Aufsätze für die In-Ears und ein USB-C-Kabel zum Aufladen enthalten. Ein Netzteil ist nicht dabei, aber in den meisten Haushalten dürfte eh eines vorhanden sein.

Verarbeitung

Die Verarbeitung: Bei der Verarbeitung unterscheiden sich die In-Ears samt Case nicht sonderlich von anderen Vertretern in diesem Bereich: Das Case besteht vollständig aus Kunststoff und die In-Ears selbst ebenfalls.

Der schwarze Kunststoff ist im Alltag jedoch kratzanfällig. Wer seine Kopfhörer mit seinem Schlüsselbund in die gleiche Tasche packt, hat später hässliche, tiefe Kratzer im Etui der In-Ears. Ich habe das Problem damit gelöst, indem ich mir von einem Drittanbieter ein zusätzliches Neopren-Stoffcase gekauft habe, wo ich die In-Ears samt Case transportiere.

Soundcore Liberty 5 Ansicht mit Verpackung Packshot
Soundcore Liberty 5, Ansicht mit Verpackung

Software

Auf dem PC gibt es keine Software von Soundcore, was ich ziemlich schade finde. Auf dem Handy hingegen könnt ihr die offizielle Soundcore-App verwenden. Die App ist übersichtlich und aus meiner Perspektive intuitiv aufgebaut.

Verbindet ihr eure In-Ears, werden diese sofort über die App erkannt und ihr könnt sie anschließend weiter einrichten: So könnt ihr die Touch-Funktion der Ohrstöpsel weiter verfeinern und die Geräuschunterdrückung ein- oder ausschalten. Software- und Treiber-Updates laufen ebenfalls über die App und haben bei mir problemlos funktioniert.

Über die Software könnt ihr außerdem einen Equalizer für eure Musik einstellen: Soundcore bietet hier von Haus aus schon gut 30 voreingestellte Optionen, die sich an verschiedene Geschmäcker richten sollen. Zusätzlich könnt ihr das Feature Dolby Audio einschalten oder deaktiviert lassen.

Im Großen und Ganzen bin ich mit der App absolut zufrieden und diese erfüllt meine Bedürfnisse sehr gut.

Komfort und Geräuschunterdrückung (ANC)

Ergonomie: Ich habe recht kleine Ohren. Im Alltag habe ich daher die kleinste Größe der Aufsätze verwendet. Damit sitzen die In-Ears ziemlich gut in meinen Ohren, aber leider auch nicht perfekt. Mein absoluter Favorit in diesem Bereich kommt übrigens ebenfalls von Soundcore und sind die Soundcore Life A2 NC, denn die saßen nicht nur hervorragend, sondern ihr konntet sie auch im Ohr eindrehen, sodass sie nicht mehr verrutscht sind. Selbst beim Sport saßen diese bombenfest.

Die Liberty 5 von Soundcore sitzen bei weitem nicht so rutschfest wie das ältere Modell: Ich ertappe mich regelmäßig dabei, wie ich die In-Ears wieder zurück ins Ohr drücke. Bei Nässe und starker Bewegung, etwa beim Sport oder im Regen, rutschen die In-Ears ebenfalls gerne heraus und ich muss sie nachdrücken. Das macht die Liberty 5 für mich insgesamt deutlich weniger attraktiv im Alltag.

Soundcore Liberty 5 Ansicht von oben offen
Soundcore Liberty 5, Ansicht von oben. Die In-Ears liegen glatt im Ohr.

Wie sieht es mit der Geräuschunterdrückung aus? Die Liberty 5 bieten die Möglichkeit, laute Geräusche zu reduzieren oder zumindest zu dämpfen. Und das funktioniert im Alltag sehr gut: laute Geräusche, etwa das Rattern der Straßenbahn oder eine laute Hauptstraße, sind für die In-Ears von Soundcore absolut kein Problem. Mit lauten Stimmen oder Sprache kommt das ANC (Active Noise Cancelling) deutlich schlechter zurecht. Ein schreiendes Baby im Museum oder eine wütende Mutter, die gerade auf ihre beiden Kinder einschimpft, hört man trotz ANC sehr deutlich.

Insgesamt kann mich die Geräuschunterdrückung trotzdem überzeugen. An das hervorragende ANC der Sony WF-1000XM4 kommen die Liberty 5 jedoch nicht heran, dafür kosten sie aber auch nur die Hälfte.

Klangqualität

Beim Klang können die Liberty 5 einiges bieten. Technisch unterstützen die In-Ears den hochauflösenden AAC- und LDAC-Codec und außerdem Dolby 3D-Audio. Dank App könnt ihr den Klang obendrein sehr stark auf eure eigenen Bedürfnisse anpassen.

Was mir jedoch aufgefallen ist: In der Grundeinstellung wirkt der Klang überraschend basslastig und nicht ganz so homogen. Immerhin lässt sich der Klang kinderleicht über die App anpassen. Ich habe den Bass etwas heruntergefahren und schon hören sich die In-Ears ausgewogener an. Die starke Bass-Betonung ist dennoch hörbar. Für basslastige Techno-Musik ist das super. Filigrane Klaviermusik oder feine Frauenstimmen in Hochtonlage wirken dann eher dünn oder zu leise.

Dolby 3D-Audio wirkt hingegen eher wie ein nettes Gimmick.

Was für In-Ears nicht unüblich ist: Die Soundstage, also die Klangbühne, beschreibt, wie genau ihr Klang oder Geräusche auf einer virtuellen Bühne gezielt einordnen könnt. Bei In-Ears ist diese Bühne vergleichsweise klein und auch die Liberty 5 können es nicht mit richtigen Kopfhörern aufnehmen. Das liegt auch an der kleinen und engen Bauweise von In-Ears und ist ein verbreitetes Problem.

Soundcore Liberty 5 Frontalansicht
Soundcore Liberty 5, Frontalansicht

Akkulaufzeit, Mikrofon und Verbindung

Akkulaufzeit: Die Akkulaufzeit wird mit 12 Stunden angegeben, mit Ladecase sollen die In-Ears sogar auf 48 Stunden kommen.

Ich nutze die In-Ears im Alltag fast täglich und muss das Ladecase in der Regel alle 7 bis 10 Tage aufladen. Das ist ein wirklich guter Wert. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Für die etwa 6,5-stündige Zugfahrt von Frankfurt (am Main) nach Wien (in Österreich) reicht die Akkulaufzeit etwa völlig aus, ist also auch für lange Fahrten genügend. Wenn die In-Ears dann abends im Hotel im Gehäuse landen, sind sie am Morgen wieder aufgeladen.

Ansonsten wirbt der Hersteller damit, dass die In-Ears nach 10 Minuten Ladezeit wieder genug Energie für 5 Stunden haben.

Wie gut hält die Verbindung? Normalerweise verbinde ich die In-Ears via Bluetooth und hier ist die Verbindung stabil. Lasse ich das Handy auf dem Tisch liegen und laufe in die Küche, habe ich mindestens eine dicke Betonwand und oft zwei geschlossene Türen dazwischen. Die Verbindung bleibt bestehen.

Soundcore Liberty 5, in der offenen Schrägansicht.

Fazit: Faires Gesamtpaket mit gutem ANC und zu starkem Bass

Für wen lohnen sich die Liberty 5? Die Liberty 5 stellen für knapp 100 Euro ein faires Gesamtpaket aus Klang und allgemeinen Features dar. Die Geräuschunterdrückung (ANC) kann die meiste Zeit überzeugen, nur aggressive Einzelstimmen, etwa zwei Personen, die sich lautstark über den Kinderwagenstellplatz in der Straßenbahn streiten, lassen sich nicht ausblenden.

Klanglich bekommt ihr ebenfalls einiges geboten, solltet aber den Equalizer verwenden, da der Klang sonst etwas zu basslastig wirkt. Für Sport sind die Liberty 5 wegen ihrer schwachen Festigkeit eher weniger geeignet.

In-Ear-Kopfhörer sind klein und handlich und daher praktische Reisegefährten. Doch welche sind die richtigen für mich? MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann hat gleich ein 9 Exemplare davon getestet: Ich habe 9 In-Ear-Kopfhörer blind getestet – Meinen Geheimtipp gibt’s für unter 100 Euro

Fazit & Bewertung
Die Liberty 5 von Soundcore haben mich im Urlaub bei Bahnfahrten und in Museen begleitet und konnten mich die meiste Zeit überzeugen. Das ANC ist die meiste Zeit wirklich gut und Störgeräusche lassen sich sehr gut ausblenden. Klanglich bekommt ihr ein rundes, wenn auch nicht ganz homogenes Gesamtpaket.

Was mich im Alltag am meisten stört, ist die schwache Sitzfestigkeit der In-Ears im Ohr. Mache ich Sport oder bewege mich schnell, dann sitzen die Liberty 5 zu locker im Ohr und ich muss sie wieder nachdrücken. Auf Dauer keine Lösung, die mir gefällt. Die Touch-Funktion der In-Ears finde ich ebenfalls nur bedingt intuitiv. Das ANC kann mich fast immer überzeugen, kommt aber mit Einzelstimmen nicht klar: Lautes Kindergeschrei lässt sich etwa nur dämpfen, nicht filtern. Im Museum ist es dennoch eine Wohltat, wenn das Geschrei nicht mehr ganz so laut ist.

Sucht ihr ein faires Gesamtpaket aus Klang, ANC und Ergonomie, dann bekommt ihr mit den Liberty 5 eine gute Empfehlung. Sportbegeisterten Menschen würde ich hingegen zu anderen Modellen raten, die fester sitzen.
Pro
  • ausgewogene Geräuschunterdrückung (ANC)
  • angemesssene Akkulaufzeit (12 + 48 Stunden)
  • sehr gute, intuitive und umfangreiche App auf dem Handy
  • gute Verbinungsqualität (Bluetooth)
  • schlankes und unauffälliges Design
Contra
  • Dolby Audio 3D eher nettes Gimmick
  • sitzen recht locker in den Ohren
  • Touch-Steuerung wirkt wenig intuitiv
  • Klang etwas zu basslastig
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