Rassismus in MMOs – Wie Rust aufzeigt, dass man es besser machen kann
Kolumne: Das ist die Meinung von unserem Autor Andreas

Rassismus macht auch vor Computerspielen nicht Halt – oft sogar auf eine Weise, dass man es gar nicht bewusst mitbekommt. Das Survival-MMO Rust hält einem Rassismus vor Augen und zeigt, wie man damit umgehen kann.

Wem ist direkt aufgefallen, dass es im RPG The Witcher 3: Wild Hunt nicht eine einzige farbige Person gibt? Man mag nun anmerken, dass das Spiel auf slawischer Mythologie basiert und es in der Region zu Zeiten des Mittelalters wohl eher keine Personen mit schwarzer Hautfarbe gab. Aber zum einen weiß man dies nicht mit Sicherheit und zum anderen spielt The Witcher 3 in einer Fantasywelt, in welcher man farbige Menschen hätte berücksichtigen können. Dies ist in vielen Spielen, darunter auch MMOs, ähnlich. Meist sieht man weiße Helden durch die Welten wandern.

Unterschwelliger Rassismus

Rassismus ist also auch in Computerspielen ein Problem, obwohl einem dies meist nicht wirklich bewusst ist. Wie könnten Entwickler sich dieses Problems annehmen? Mehr farbige NPCs oder Protagonisten integrieren? Das wäre eine Möglichkeit. Doch auch dabei muss man aufpassen, dass man die Farbigen nicht nur deswegen „einschiebt“, weil man diese Völkergruppen berücksichtigen muss.

Rust Erstellung Charakter

…wie Gott mich schuf.

Das Survival-MMO Rust geht einen interessanten Weg. Erstellt man sich zu Beginn einen Charakter, so wird diesem automatisch eine Hautfarbe zugeordnet. Man kann also – genau wie im echten Leben – nicht selbst bestimmen, welche Hautfarbe man haben möchte. Dadurch erlebt man vielleicht selbst Rassismus im Spiel, obwohl man im realen Leben überhaupt nicht davon betroffen ist. Rust geht damit einen sehr wichtigen Schritt. Rassismus kann man vielleicht nur dann wirklich verstehen, wenn man selbst davon betroffen ist. Man geht anschließend eventuell auch anders damit um und lernt daraus.

Auch für Spiele-Entwickler ist dies ein wichtiger Schritt, denn andere Völker in ein Spiel zu integrieren, ohne, dass dies auf irgendeine Weise mit Rassismus in Verbindung gebracht werden kann, ist nicht einfach. Nur mit Toleranz und Verständnis ist dies möglich und wir haben offenbar noch einen weiten Weg vor uns, bevor wir einen Punkt erreichen, an dem Rassismus kein Thema mehr ist.Rust Alpha

Ist das überhaupt Rassismus?

Leider zeigt sich das Problem auch bei Rust, denn vor allem viele weiße Spieler sind nicht damit einverstanden, einen Helden zu spielen, der eine andere Hautfarbe hat. Man möchte selbst bestimmen können, wie die Spielfigur aussieht, sodass man sich mit ihr identifizieren kann. Verständlich, denn bisher haben die meisten Games eine Menge Möglichkeiten geboten, den Helden zu individualisieren. Dass Rust aber einen anderen Weg einschlägt, ist sehr wichtig. Vielleicht denken wir dadurch etwas mehr darüber nach, was Rassismus wirklich bedeutet – auch in Spielen. Damit wäre schon etwas gewonnen.

Autor(in)
Quelle(n): playrust.com
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