Rassismus in MMOs – Wie Rust aufzeigt, dass man es besser machen kann
Kolumne: Das ist die Meinung von unserem Autor Andreas

Rassismus macht auch vor Computerspielen nicht Halt – oft sogar auf eine Weise, dass man es gar nicht bewusst mitbekommt. Das Survival-MMO Rust hält einem Rassismus vor Augen und zeigt, wie man damit umgehen kann.

Wem ist direkt aufgefallen, dass es im RPG The Witcher 3: Wild Hunt nicht eine einzige farbige Person gibt? Man mag nun anmerken, dass das Spiel auf slawischer Mythologie basiert und es in der Region zu Zeiten des Mittelalters wohl eher keine Personen mit schwarzer Hautfarbe gab. Aber zum einen weiß man dies nicht mit Sicherheit und zum anderen spielt The Witcher 3 in einer Fantasywelt, in welcher man farbige Menschen hätte berücksichtigen können. Dies ist in vielen Spielen, darunter auch MMOs, ähnlich. Meist sieht man weiße Helden durch die Welten wandern.

Unterschwelliger Rassismus

Rassismus ist also auch in Computerspielen ein Problem, obwohl einem dies meist nicht wirklich bewusst ist. Wie könnten Entwickler sich dieses Problems annehmen? Mehr farbige NPCs oder Protagonisten integrieren? Das wäre eine Möglichkeit. Doch auch dabei muss man aufpassen, dass man die Farbigen nicht nur deswegen „einschiebt“, weil man diese Völkergruppen berücksichtigen muss.

Rust Erstellung Charakter
…wie Gott mich schuf.

Das Survival-MMO Rust geht einen interessanten Weg. Erstellt man sich zu Beginn einen Charakter, so wird diesem automatisch eine Hautfarbe zugeordnet. Man kann also – genau wie im echten Leben – nicht selbst bestimmen, welche Hautfarbe man haben möchte. Dadurch erlebt man vielleicht selbst Rassismus im Spiel, obwohl man im realen Leben überhaupt nicht davon betroffen ist. Rust geht damit einen sehr wichtigen Schritt. Rassismus kann man vielleicht nur dann wirklich verstehen, wenn man selbst davon betroffen ist. Man geht anschließend eventuell auch anders damit um und lernt daraus.

Rust Alpha

Auch für Spiele-Entwickler ist dies ein wichtiger Schritt, denn andere Völker in ein Spiel zu integrieren, ohne, dass dies auf irgendeine Weise mit Rassismus in Verbindung gebracht werden kann, ist nicht einfach. Nur mit Toleranz und Verständnis ist dies möglich und wir haben offenbar noch einen weiten Weg vor uns, bevor wir einen Punkt erreichen, an dem Rassismus kein Thema mehr ist.

Ist das überhaupt Rassismus?

Leider zeigt sich das Problem auch bei Rust, denn vor allem viele weiße Spieler sind nicht damit einverstanden, einen Helden zu spielen, der eine andere Hautfarbe hat. Man möchte selbst bestimmen können, wie die Spielfigur aussieht, sodass man sich mit ihr identifizieren kann. Verständlich, denn bisher haben die meisten Games eine Menge Möglichkeiten geboten, den Helden zu individualisieren. Dass Rust aber einen anderen Weg einschlägt, ist sehr wichtig. Vielleicht denken wir dadurch etwas mehr darüber nach, was Rassismus wirklich bedeutet – auch in Spielen. Damit wäre schon etwas gewonnen.

Quelle(n): playrust.com
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Chris Utirons
Chris Utirons
4 Jahre zuvor

Mir is bis jetzt in Spielen genau das Gegenteil aufgefallen, denn es ist egal welche Hautfarbe oder aus welchem Land man kommt ich spiele in Guild Wars 2 auf einem internationalen Server (SFR) und hab bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht. Man hat zusammen Spaß egal wer da mit einem kämpft.

Elikal Ialborcales
Elikal Ialborcales
4 Jahre zuvor

GW2 hat aber jetzt auch eine besonders gute Community.

Elikal Ialborcales
Elikal Ialborcales
4 Jahre zuvor

Naja… also Rassismus würd ich das jetzt nicht gleich nennen. Ich spiele meist dunkelhäutige Charactere, und es fällt mir schon auf dass

A) es fast gar keine dunkelhäutigen Spieler-Charactere gibt. (Spielen Schwarze wenig MMOs? Oder erstellen sie lieber hellhäutige Chars??)

B) dass es nur sehr wenige dunkelhäutige NPCs gibt.

Zur Verteidigung muss ich aber sagen, Fantasy basiert ja auf Märchen und im wesentlichen europäischen Mythen, Elfen, Zwerge, Prinzessinnen usw. und also solche sind da natürlich ebenso selten „Schwarze“ wie wenn man afrikanische Mythen als Spiel umsetzen würde und dort „Weiße“ erwarten würde.

Als schwuler Mann stört mich manchmal, dass in Spielen schwule und lesbische Charactere fast nie vorkommen, als gibt es in dieser alternativen Welt nur weiße Heterosexuelle. Das finde ich jetzt weder homophop noch rassistisch; aber schon gedankenlos. Mich hats zB in Guild Wars II sehr gefreut, dass zwei Figuren der Story ein lesbisches Paar waren, das fand ich schön und mal nen echten Fortschritt. (Scheinbar akzeptieren Heteros Lesben als Figuren eher, warum auch immer.)

Ich finde schon richtig und wichtig, dass wir darüber diskutieren und die Spiele sich inklusiv entwickeln. Ich würd jetzt nur nicht gleich Rassismus rufen, das ist mir ne Nummer zu groß. Ich denke, Developer und Programmierer von Spielen sind einfach Menschen, die Spiele so machen, dass sie sich selbst und ihre Welt in die Spiele einbringen, und die Mehrzahl der Programmierer sind nunmal weiße, heterosexuelle Männer. Da sollte man sagen: Leute denkt mal dran, ihr seid nicht allein auf der Welt. Es gibt auch Frauen, Schwarze und Schwule/Lesben. Aber ich sehe auch wir entwickeln uns da, und das ist auch bitter nötig, da Games IMO bisher ziemlich reaktionär sind, im Vergleich etwa zum Fernsehen, dass da viel progessiver ist.

Warum gerade Spiele so konservativ sind, finde ich aber auch erstaunlich.

Damian
Damian
4 Jahre zuvor

Ich glaube gerade pubertierende Jungs sind konservativer als jeder andere Menschenschlag, weil sie in ihrer eigenen Identität noch sehr unsicher sind… Zumeist wächst sich das mit den Jahren aus… Aber die meisten Games werden gerade für diese Zielgruppe konzipiert und zeigen deshlab auch zumeist eher reaktionäre Stereotypen…

Elikal Ialborcales
Elikal Ialborcales
4 Jahre zuvor

Hmm, aber sagte man nicht früher, junge Menschen sind noch weltoffen, während die Älteren immer konservativer werden? ^^

Ich meine vielleicht hast du ja auch Recht. ^^

Michael
Michael
4 Jahre zuvor

Wenn die pubertierende Jungs irgendwann gemerkt haben, dass sie nicht der Nabel der Welt sind, dann kommt bei vielen die Erkenntnis, dass es egal ist was für eine Hautfarbe, Sexualität oder was für ein Geschlecht ein Mensch hat. Dass Menschen nicht gleich, sondern gleichwertig sind. Aber das dauert eben und ich denke schon, dass die meisten Spiele eben 10-14jährige Jungs ansprechen wollen.

Das Traurige daran ist aber, dass die meisten der oben genannten Jungs sich vergleichsweise „normal“ entwickeln, während die gleichaltrigen Menschen, die nicht zur dominanten weißen, heterosexuellen und männlichen Gruppe gehören, schon in den ersten Jugendjahren erhebliche Krisen durchmachen müssen, u.a. WEIL es nicht „normal“ ist.

Yuhuni
Yuhuni
4 Jahre zuvor

gute Erklärung, finde ich einleuchtend

Koronus
Koronus
4 Jahre zuvor

Und dieses MMORPG wird failen. Man kann in unserer heutigen kapitalistischen Welt nicht einen Hit leisten und gleichzeitig auf so eine Weise die Spieler belehren wollen. Danke das ich weiß, dass ich dieses Spiel nie spielen werden möchte.

Rob
Rob
4 Jahre zuvor

Das ist doch nicht euer Ernst?!
Ich finde es auch erforderlich, dass bei WoW auch Vietnamesen mit Migrationshintergrund, Transsexuelle, Schwule, Skinheads, Briefmarkensammler, Superreiche und Inuits vorkommen. So dass sich auch wirklich niemand diskrimminiert vorkommt. Und ja ich weiß, dass Schwule keine Rasse sind… Diese Diskussion hatten wir schon mal und sie ist immer noch überflüssig. Spiele sind Fantasyprodukte und jeder hat die Freiheit, die Welt so zu bauen, wie er mag. Und wenn es nur Zwergpygmähen als Char gibt, ist das völlig in Ordnung, auch wenn ich nicht dieser Volksgruppe angehöre. In Spielen ist grundsätzlich alles erlaubt, denn niemand ist genötigt, auch nur Kenntniss davon zu nehmen. Kopfschüsse zu verteilen finden die meisten auch nicht akzeptabel. Aber im Spiel ist es ok. Jede nicht sachliche Ungleichbehandlung ist im RL zu verurteilen. Aber bitte lasst uns damit in Spielen in Ruhe.

Zeekro
Zeekro
4 Jahre zuvor

Sehe ich genauso. Sowas von überflüssig diese Diskussion.
Genau das ist Rassismus, wenn man ständig der Meinung ist, das eine gewisse Bevölkerungsgruppe benachteiligt wird. Es spaltet die Menschen zu denken „Der ist anders als ich.“

Ist nicht eben genau das das Grundübel? Das man Menschen nur auf ihre Oberflächlichkeiten reduziert.

Und warum gehts eigentlich immer um dunkelhäutige? Wieso schimpft keiner das keine Indianer oder Chinesen in diversen Videospielen vorkommen? Merkt ihr was? Anscheinend ist diese „eine Rasse“ ja ganz besonders „anders“, wenn sie von uns übermäßig viel Aufmerksamkeit und „bemutterung“ bekommt. Genau das ist Rassismus und nicht ein paar Videospiele-Entwickler, die ihre Fantasy-Welt nicht nach dem neuen „Gutmenschen“-Regelwerk der BRD gestaltet haben.

Elikal Ialborcales
Elikal Ialborcales
4 Jahre zuvor

Naja, dass wir hier wenig Debatten über den Mangel an Indianern haben, dürfte wohl daran liegen, dass in Deutschland relativ wenige Indianer leben.

Wenn Menschen anderer Rasse, Sexualität oder weibliche Gamer meinem, sie kommen in Spielen zu kurz, kann man das als weißer Hetero-Mann einfach mal so stehen lassen. Als solcher sind Sie nämlich extrem privilegiert. Da tut ein wenig Verständnis für andere mal gut.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Jahre zuvor

Wir importieren uns aber auch einige Probleme wirklich rüber, hab ich den Eindruck. Oder zumindest in der „Größe.“

Sicher ist Rassismus auch in Deutschland ein Problem. Aber jetzt Homosexualität – das sollte doch wirklich in den meisten Gegenden voll im Mainstream angekommen sein.

Unser Außenminister war schwul, einige der bekanntesten Entertainer sind schwul oder lesbisch. Das wird auch nicht bei jedem so thematisiert. Sicher ist das nicht 100% gleich und alles super-toll, aber es ist jetzt auch kein Thema, dass in Deutschland wirklich so präsent sein müsste – wie in anderen Gegenden der Welt. Wir haben da, soweit ich das einschätzen kann, schon eine andere lockere Kultur.

Rassismus … ist in Deutschland sicher auch ein heikles Thema, aber nicht so heikel wie in den USA oder Frankreich, denke ich, wo dann wirklich mal Vorstädte brennen.

Und Sexismus … ich weiß nicht, ob das in Deutschland und in unserer Kultur so eine Nummer ist wie in den USA. Von den 3 sicher noch am ehesten, aber irgendwie … ja, ist das so präsent für viele?

Ich will das wirklich nicht runterspielen, ich geh auch mit offenen Augen durch die Welt, sehe, was die NSU macht, weiß, was PEGIDA ist, weiß, dass es in Einzelfällen für Homosexuelle verdammt schwer sein kann. Aber ich denke wir sind in all den Themen deutlich weiter als vor 20 Jahren. Sicher sind da noch nicht alle angekommen, aber alle wird man auch nicht kriegen. Irgendwelche Vereinsmeier, Machos oder Globalisierungs-Verlierer haben noch Vorstellungen aus den 50ern und dann ist es unser Job zu sagen: Nein. So nicht.

Aber das sind alles keine so präsenten Probleme, denke ich. Deshalb reagieren in Deutschland glaub ich auch so viele bisschen genervt bei den Themen. Da denkt man: Leute, wir haben’s verstanden. Du bist schwul und das ist gut so. Lass uns mal über was anderes reden. Das interessiert mich einfach nicht. Das ist das Problem, warum „Gutmenschen“ als Nervsäcke gelten, weil sie einem immer ihre Themen aufzwingen. Das ist bei allen so, die anderen Leute ihre Themen aufzwingen, die nerven immer. Auch wenn sie gute Gründen.

Diese „Du bist weiß, du bist heterosexuell, also bist du privilegiert“ – das ist doch auch Quatsch. Der kommt vielleicht aus einem Alkoholiker-Elternhaus oder ist dick oder ist linkisch oder ist sozial gehemmt. Warum ausgerechnet „schwul“ dann heute noch so ein Ding ist … tjo.

Ich finde „lesbische Türkin aus Akademiker-Familie“ hat im Leben schon Vorteile und Privilegien vor „heterosexuellem Kind eines arbeitslosen Maurers mit Alkoholproblem.“ Ist dann die Fraktion, finden sich beide in der Fiktion wieder? Weiß ich nicht. Ich finde mich in der Fiktion auch nicht wieder, weil alle „Helden“ wortkarge Muskelberge sind. Mich repräsentiert Vin Diesel auch nicht oder The Rock. smile

Man definiert sich doch nicht als „weiß“, „Mann“ und „heterosexuell“ und dann ist fertig. Da kann man doch noch viel weitergehen: Warum werden Hanseaten immer so seltsam dargestellt, warum hat der Ruhrpott-Soziolekt so viele Klischees, was ist mit Blondinen, warum sind Dicke immer faul und eklig usw.

Elikal Ialborcales
Elikal Ialborcales
4 Jahre zuvor

Ich wills ja auch nicht so hoch hängen. Auch als schwuler Gamer sitze ich meist da, und MEIST ist mir eher egal, obs da jetzt schwule Charaktere gibt oder nicht.

Es aber als „unwichtiges Gutmenschenthema“ abzutun, vor allem wenn man selbst gar nicht Minderheit ist, wie der Vorredner, ist mir einfach zu selbstgerecht.

Wie gesagt, ich würde das jetzt nicht Rassismus oder Sexismus nennen, eher Ignoranz oder Selbstbezogenheit.

„I am a white, straight man. You can’t even hurt my feelings.“ um mal den genialen Loius CK zu zitieren.Ja, auch weiße Heteromänner können Probleme haben. Kein Thema. Aber dann nicht aufgrund ihrer grundlegenden Eingenschaften, das ist einfach was anderes. Wenn dich dauernd Leute suspekt anschauen, weil du Schwarz oder Türke bist, ist das einfach was anderes, wie wenn man Hanseat ist oder der Vater trinkt! Dem Schwarz-Sein oder Türke-Sein entkommt man nämlich nicht. Vom trinkenden Vater und aus Hamburg kann man aber wegziehen, und das sieht dir keiner an.

Wie gesagt, ich mache darum kein Drama. Aber so einfach von „wir haben doch alle Probleme“, sorry das ist mir jetzt zu vereinfacht.

Stell dir vor in 99% aller Spiele wären 99% aller Figuren Schwarze. Würdest du da nicht irgend wann mal sagen, Leute muss das so sein?

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Jahre zuvor

Ich weiß halt nicht: Wirst du als Schwarzer in Deutschland komisch angeguckt? Oder als Türke? Wo?

Ich bin irgendwie anders und extrem behütet aufgewachsen. Bei mir war das nie so ein Thema offenbar.

Ich hab mal Interviews gesehen mit Nelson Müller oder Phillip Rösler und da wollte der Interviewer in eine „War bestimmt hart als „Schwarzer/als Vietnamese“ in Deutschland-Ecke.

Und … nö. Nix. Bei beiden nicht.

In den USA ist „Schwarz sein“ sicher ein riesen Thema, weil damit so viele Vorurteile verbunden sind. Da ist man nicht „schwarz“, sondern gehört einer bestimmten Bevölkerungsgrupep ist. So wie das etwa bestimmten Volksgruppen auch in Frankreich ging: oder früher mit „Gastarbeitern“ hier in Deutschland.

Aber in Deutschland sind das ja dann „Einzelne“ eher, Exoten eher, wo man nicht diese Assoziationen hat: Der gehört zu dieser Bevölkerungsgruppe. Du denkst ja in Deutschland nicht unbedingt: Das ist ein Schwarzer, der ist sicher im Slum aufgewachsen. wenn halt aus 60 Kindern in einem Jahrgang, 2 Türken sind, 1 Italienerin, eine Phillipinin, 2 Polen und ein Schwarzer. Das ist was anderes, als wenn du eine Vorstadtschule hast, wo alle Schwarz oder alle Weiß sind wie in den USA:

Deshalb glaube ich, dass wir „bestimmte“ Probleme in unseren Vorstellungen auch importieren.

Louis CK, den ich auch sehr mag, der kommt nicht aus Deutschland. Der kennt unsere Kultur nicht. Das ist schon ein anderer Lebensstil, auch wenn uns langsam, der US-Lebensstil wie der eigene vorkommt.

Also ich glaub schon, dass in Industriegebieten, wo verstärkt Gastarbeiter eingesetzt wurden, und die dann auch „unter sich blieben“, dass es da ähnliche Verhältnisse gibt wie in den USA.

Michael
Michael
4 Jahre zuvor

Nicht böse sein, aber: In was für einer Welt lebst du? wink Jedenfalls nicht in derselben wie ich glaub ich. Der Alltagsrassismus und -sexismus ist doch überall, man muss halt nur mal die Augen aufmachen. Bestes Beispiel: Ich hab mal für eine Hochschule gearbeitet, also an einem Ort, wo mehrheitlich gebildete Leute arbeiten. Da kommen Sprüche wie „die Putzfrau hier ist auch ne Russin“… „in Berlin gibts zu viele Türken“… „nicht, dass dein Sohn schwul wird“, „Veganer essen nur Zeug was vom Baum fällt“, „Frauen/Männer sind soundso“. Und das beste war, als ein Professor zu den Kollegen gesagt hat, dass sich die Frauen an der Hochschule zu wenig um ihn „kümmern“.

Bei uns sind es weniger die dunkelhäutigen Menschen, sondern mehr die Sinti/Roma, Osteuropäer, Türken und Muslime. Das heißt nicht, dass es hier besonders ungemütlich für die Bevölkerungruppe ist (eigentlich ist Dtl in vielen Dingen ein Vorzeigeland was Integration angeht), aber es gibt viele Vorurteile und damit auch Diskriminierung. Übrigens: Ein Rumäne mit dem ich zusammen zocke, beschwert sich regelmäßig, dass ihn die Deutschen bzw. Westeuropäer immer für einen „Gypsy“ (also „Zigeuner“) halten: Rumänien = Osteuropa = klauen = Zigeuner

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Jahre zuvor

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, wo das alles nicht so problematisch ist. Deutschland besteht ja aus mehr als Berlin und dem Ruhrpott. smile

Natürlich sind das Probleme, dieser Stammtisch-Rassimus, es wär ja Quatsch so zu tun, als würden ausgerechnet wir hier auf einer Insel der Seligen leben.

Aber im Verhältnis dazu, wie es in den USA ist. Was du da beschreibst – das sind z.T. Frotzeleien, politisch nicht korrekter Humor, der Spaß dran, aus der Rolle zu fallen.

Ich sag mal: Frauen kaufen gerne Schuhe. Wenn man da schon sagt: uuuuuuuuh, das ist aber gewagt. So eine perfekte Welt, in der jeder mit maximalem Respekt behandelt wird, ist auch Quatsch. „Die Putzfrau hier ist auch Russin“ – ja mei. Genauso lästern sie in Berlin doch über Schwaben oder in Bayern über Preußen. Und wenn’s hart auf hart geht, ist das völlig latte.

Zwischen Angehörigen einer Gruppe gibt’s das Bedürfnis Identität zu schaffen, indem man andere frotzelt oder vermeintlich ausgrenzt. Wer den Anspruch hat, das komplett abzuschaffen, der wird ein unglücklicher Mensch sein. Es kommt da schon auf den Grad an: Was lässt man zu, wo muss man einschreiten.

Mit den Sinti/Roma – das ist sicher eine der Volksgruppen, die wirklich europaweit diskriminiert werden. Wobei es auch denen in Deutschland noch besser geht als in Osteuropa, glaub ich.

Ich denke es ist wie du sagst: Es ist hier nicht ungemütlich für eine Bevölkerungsgruppe und wir sind bei den Themen schon relativ weit. Deshalb ist das nicht verwunderlich, dass solche Debatten uns nicht so bewegen wie in den USA und dass es viele eher nervt.

Das liegt nicht darin, dass wir da „taub“ sind, sondern dass die Probleme einfach nicht so relevant sind. Wenn man das gesehen hat, mit den Polizeiübergriffen an Schwarzen durch weiße Polizisten in den USA. Das haben wir hier nicht.

Dass die Bildzeitung die NSU-Morde anfänglich als „Döner-Morde“ bezeichnet hat, bis dann Leute gesagt haben: Sag mal, habt Ihr sie noch alle? Da sterben Menschen. Das ist eigentlich ein gutes Beispiel dafür, wie man mit so einem „Alltags-Rassismus“ umgeht. Man widerspricht dem, wenn’s zu weit geht und macht es demjenigen bewusst. Das wurde ja zum Unwort des Jahres sogar gewählt und ich denke da ist heute keiner stolz drauf und man wird das nächste Mal sicher einen anderen Namen finden.

Michael
Michael
4 Jahre zuvor

Hm ich weiß nicht so recht. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der es völlig unangebracht war, seine Heimat (also Deutschland) abzufeiern. Und da finde ich die heutige Begeisterung für die deutsche Nationalmannschaft noch das Harmloseste. In einer Zeit, in der es riesen Skandale waren, in denen monatelang in den Talkshows nichts anderes besprochen wurde, als die Asylantenheime angezündet wurden. Und heute? Da gibt nen Tag lang nen Startseitenartikel auf Spiegel Online und das wars.. kümmert keinen, dass hier reihenweise Brandanschläge auf Asylantenheime durchgeführt wurden, teilweise mit großem Erfolg. Dann kommt noch die riesige Bewegung Pegida, die ja Massen bewegen. Dann die starke AfD, die auf Eurokritik und Ausländerfeindlichkeit setzt. Eine erfolgreiche Partei wie die AfD wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen. Ja, da gab es die DVU, Republikaner, NPD usw, aber das waren alles lokale Luftnummern. Die Stimmung hat sich schon sehr geändert, vor allem wenn man ins europäische Ausland schaut. Dort sitzen ja Parteien wie die NPD/AfD in der Regierung.

Bei so einer Entwicklung würde ich mich als integrierter Mensch mit Migrationshintergrund schon fragen, was der Scheiß eigentlich soll. Allerdings ist ja nicht alles so düster wie es vll in meinem Text rüberkommt grin Zum Beispiel fand ich es großartig, dass die Homoehe in Irland durch eine Volksbefragung herbeigeführt wurde und auch in Deutschland ist die Mehrheit der Bevölkerung für eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Jahre zuvor

Und AfD und Pegia stießen beide auf große Kritik. Und zerlegen sich grade selbst.

Das ist ja nicht so, als würde das unwidersprochen stehen. Das muss man sich ja auch vor Augen halten. Ich glaub eine Partei wie die AfD wäre auch vor 20 und 40 Jahren noch viel eher denkbar gewesen als heute. Da waren halt „etablierte“ Parteien noch deutlich konservativer und härter drauf. Dass die AfD so hochkam, lag daran, dass die Merkel-CDU in die Mitte gerutscht ist. Die war noch vor 10 Jahren mit Roland Koch und einigen anderen am rechten Flügel deutlich stärker besetzt.

Das ist alles nicht so einfach.

Michael
Michael
4 Jahre zuvor

Nein, einfach ist es nicht. Auch unterstelle ich nicht allen AfD-Wählern, Pediga-Anhängern irgendwelchen Rassismus, aber die Stimmung ist (in meiner Wahrnehmung) bezüglich Ausländer eine ganz andere als noch vor 15-20 Jahren. Das sagen ja auch rechte Leute die ich kenne, die sagen ja selbst „endlich darf man das sagen“.

Damian
Damian
4 Jahre zuvor

Sehr interessanter Artikel…
Ich finde den Zugang den Bioware in Mass Effect oder Dragon Age gefunden hat richtig gut. Da gibt es Charaktere in allen Farben und mit allen sexuellen Orientierungen und dass noch ohne jeden sexistische Chauvenismus (wie z.B. im Witcher!). So sollte es sein! Perfekt!

Elikal Ialborcales
Elikal Ialborcales
4 Jahre zuvor

Ich weiss, dass „Gutenmenschentum“ gerade bei Spielern verhaßt ist, aber ich sage ganz ehrlich: für mich war der sexistische Chauvinismus von Witcher ein wesentlicher Grund, es nicht zu kaufen. Sorry, so was unterstütze ich nicht.

Damian
Damian
4 Jahre zuvor

Da bin ich ganz bei Dir! Muss ohnehin den Kopf darüber schütteln, dass es in Verruf gekommen ist, sich zu bemühen, humanistisch zu denken und zu handeln…

Elikal Ialborcales
Elikal Ialborcales
4 Jahre zuvor

Da ist was dran. Ich zähle mich irgendwie durchaus nicht zu Weicheiern oder so. Ich hab im Allgemeinen kein Problem selbst mit sog. „Killerspielen“. Aber irgendwo möchte ich da auch noch drin sein, ne rote Linie ziehen. GTA zb war mir zu menschenverachtend. Folter als Game fand ich einfach zu gruselig.

Ich erinnere mich noch an Ultima IV – Quest of the Avatar. Damals bekam man Abzüge, wenn man Leute einfach killte. Richard Garriot sagte damals, es sei doch absurd wenn Leute „den Held“ spielen, und dann alles umnieten und klauen wo geht.

Csar
Csar
4 Jahre zuvor

Naja es gibt natürlich noch das Beispiel von GTA San Andreas, in dem man auch überhaupt keine Wahl hatte und einen Schwarzen spielen musste. (Was ich nicht schlimm fande) Natürlich wäre es auch unlogisch gewesen einen Weißen als Gangmitglied einer Gangster-Gang in LA zu spielen, aber soweit ich mich noch erinnern kann gab es damals auch gewisse Aufschreie.
Natürlich gibt es immer wieder solche Diskussionen über Rassiusmus, sowohl in Spielen, als auch in der Realität. Ich für meinen Teil bin ein sehr toleranter Mensch, dem es sowohl in der realen Welt, als auch in der digitalen egal ist ob die Menschen schwarz, weiß, brauch, gelb, grün, Orks, Roboter, Elben oder was weis ich Gott was sind. Auf die inneren Werte kommt es an.
Und zum Thema Spiele: Es sollte halt echt realistisch bleiben, heißt gezwungen Schwarze einzubauen, welche wie in schlechten Horrorfilmen grundsätzlich als erstes sterben ist mindestens genauso schlecht wie keinen einzubauen. Nur wenn sich Leute aufregen, dass es in einem Zweiten Weltkrieg Shooter auf Seiten der Deutschen keine Schwarzen gibt, bzw. in einem Spiel der Griechischen Mythologie keine schwarzen Herrscher und Krieger gibt hört es halt auf, da dies nunmal so ist. (War nur ein Beispiel, will auf kein spezielles Spiel hinaus!)

Csar
Csar
4 Jahre zuvor

Achja und allgemein gehen mir diese politsch korrekten Rassenbeschreibungen und die allgemeine Disskusion was jetzt rassistisch oder geschlechterdiskriminierend ist oder nicht ziemlich auf den Sack!!! Bei Mario oder Link hat sich auch niemand beschwert dass er ein Kerl war, der eine Frau gerettet hat. Heute müsste man begründen warum da keine Frau eine Frau rettet oder ein Kerl einen Kerl. Man wir haben wichtigere Themen und nur weil es ein paar Idioten in östlicheren Ländern und dem Vatikan nicht kapieren wollen, dass dies eigentlich gar kein Thema sein sollte über das zu diskutieren ist müssen wir uns nicht so den Kopf drüber zerbrechen!
Sorry war ein bisschen viel… die Debatten gehen mir langsam auf den Zeiger, egal wo!

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Jahre zuvor

Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Mir ist es bei der „betont progressiven“ Spiele-Presse, die es in Deutschland so gut wie nicht gibt, die im englischsprachigen Raum aber schon da ist, da nervt es mich z.T. auch, einfach weil es so massiert ist.

Wenn man jedes Thema aus dem Blickwinkel anschaut, wirkt es auf mich gezwungen.

Aber trotzdem: Ab und an mal so ein Thema kann sicher nicht schaden. Und grade „Rust“ war in der Hinsicht wirklich mal ein gewagtes Experiment.

Gorden858
Gorden858
4 Jahre zuvor

Abgesehen von der Abwesenheit von anderen Hautfarben wird das Thema Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten in W3 allerdings sehr prominent durch die Verfolgung von Magiebegabten und „Nichtmenschen“ (Elfen, Zwerge etc.) behandelt.

IT-Profi Notfallhotline Ratgeb
IT-Profi Notfallhotline Ratgeb
4 Jahre zuvor

Bei Dragon Age geklaut or wut?!?

Nookiezilla
Nookiezilla
4 Jahre zuvor

Als hätte es The Witcher nötig.

Koronus
Koronus
4 Jahre zuvor

Inwiefern hat das Warcraft 3?

Atom
Atom
4 Jahre zuvor

Witcher 3

Koronus
Koronus
4 Jahre zuvor

AAAAAAAAHHH. Oh. Shit Capslock.

Möbius
Möbius
4 Jahre zuvor

Tolkien wurde damals im Herrn der Ringe Rassismus vorgeworfen. Wie kann eine fiktionale Welt per Definition rassistisch sein, wenn der Autor entscheidet, daß in seiner Welt alle Wesen grün sein sollen?

Br
Br
4 Jahre zuvor

In dieser fiktionalen Welt nicht – ist doch klar. Aber die Fiktion gibts nicht ohne die Realität – siehe Witcher3-Beispiel.

Gorden858
Gorden858
4 Jahre zuvor

Gibt es in der Witcher-Welt nicht auch ein sagenumwobenes Land namens Zerrikania oder so. Dort sollen bis zum Horizont nur Sandwüsten vorherschen (und Drachen leben und verehrt werden). Die Menschen dort sollten doch sehr wahrscheinlich farbig sein.

Möbius
Möbius
4 Jahre zuvor

Dieser fiktionalen Welt könnten aber alle Menschen mit weißer, schwarzer, gelber und roter Hautfarbe Rassismus vorwerfen.

Csar
Csar
4 Jahre zuvor

In einem Land in dem es Elben und Orks gibt, heißt das noch lange nicht, dass es schwarze Menschen gibt. Wenn der Autor seine Welt dort so sieht ist finde ich alles gut.

Elikal Ialborcales
Elikal Ialborcales
4 Jahre zuvor

Der Punkt ist einfach, wenn du zu den Priveligierten weißen Hetero-Männern gehörst, spürst du den Stich der Diskriminierung nicht. Klar, für dich ist alles normal, in einer fiktiven Welt zu sein, in der alle wie du sind.

Ist man schwarz, schwul oder Frau fällt einem eventuell aber schon manchmal auf, dass es NIEMAND gibt, der wie man selbst ist. Klar, es gibt schlimmeres im Leben, aber es ist auch nicht unbedeutend.

Stell dir mal vor, du wärst Schwarz, du schaust den tollen Film, spielst das Spiel, und ALLE Guten sind Weiße, und ALLE Schwarzen/Dunkelhäutigen sind böse. Stells dir einfach umgekehrt vor. Du bist ja wohl ein Weißer. Nun spielst du ein total populäres MMOs in einer sehr bekannten und beliebten fiktiven Welt, aber ALLE guten Helden sind Schwarze, und alle Weißen wären Kriminelle. So. Stell dir das einfach mal vor. Denkst du nicht, es würde ich irgendwie stören?

doc
doc
4 Jahre zuvor

Wenn man nach der Logik wirklich Diskriminierung unterstellen könnte, könnte ich dir auch Diskriminierung unterstellen, weil du in keinem deiner Beitrag hier je einen Asiaten, Nahostländischen, Indischen, sämtliche Gender oder gar Behinderte erwähnt hast. Es gibt nicht nur Schwarze oder Homosexuelle!

Ich denke Diskriminierung kann man wirklich nur unterstellen, wenn mit Absicht bestimmte Gruppierungen verweigert, aber nicht weil sie fehlen bzw eventuell nicht bedacht wurden.

In „the Witcher“ wird bspw. Rassismus genug thematisiert nur halt nicht mit einer bestimmten in unserer Realwelt befindlichen Bevölkerungsgruppe.

Ich finde es immer schade, wenn solche Themen das eigentlich Spiel komplett überschatten.

Möbius
Möbius
4 Jahre zuvor

Der Punkt ist, daß ich mit meiner fiktionalen Welt, in der alle Wesen grün sind, gar nicht deine von dir angesprochen Filme,Spiele und MMOs meine, sondern damit was ganz anderes zum Ausdruck bringen wollte. Auch wäre es mal interessant zu lesen, aus welchem Grund Tolkien Rassismus-Vorwürfe gemacht wurden und werden.

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