Nach den Entlassungen bei Microsoft haben die Mitarbeiter zum Protest aufgerufen. Unter ihnen sind auch Veteranen, die seit Jahrzehnten an bekannten Spielen wie Skyrim, Fallout und Doom gearbeitet haben.
Das Titelbild ist ein Symbolbild.
Warum wird protestiert? Am 6. Juli hatte Microsoft angekündigt, insgesamt 3.200 Stellen in seiner Gaming-Sparte zu streichen. 1.600 Mitarbeiter verloren sofort ihren Job, weitere 1.600 sollen zu einem noch unbekannten Zeitpunkt folgen. Besonders hart, traf es dabei die ZeniMax-Studios, zu denen Bethesda und ID Software gehören.
Laut der Gewerkschaft CWA fielen dort mindestens 440 Stellen weg. Am Mittwoch organisierte die CWA deshalb den Save Our Devs March
(zu Deutsch etwa Rettet unsere Entwickler
-Marsch) vor mehreren ZeniMax-Büros in den USA und Kanada. Das Magazin Aftermath war bei der Kundgebung in Rockville vor Ort und sprach mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern.
Mitarbeiter stehen für ihre Rechte ein
Was fordern die Mitarbeiter? Die Mitarbeiter wollen Microsoft mit dem Protest an den Verhandlungstisch bringen. Ihr größtes Ziel ist es, die Kündigungen zu kippen.
Sollte das allerdings nicht gelingen, fordern die Mitarbeiter bessere Abfindungen, eine längere Krankenversicherung und ein Recht, bei künftigen Stellenausschreibungen einen Vorrang zu haben. Die Gewerkschaft kündigte zudem an, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen.
Für viele geht es dabei um mehr als den eigenen Job. „Konzerngier zerstört unsere Spiele und unsere Existenzen“, sagte die ehemalige Quest-Designerin Stephanie Zachariadis bei der Kundgebung.
Der Protest sei auch ein Kampf um den Geist des Studios. Getroffen hat es auch langjährige Größen von Spielen wie Skyrim, Doom oder Fallout, wie die Designerin, die die Khajiit und Argonier aus The Elder Scrolls gestaltet hat, oder einen Entwickler, der in seinen 19 Jahren beim Unternehmen, das KI-System von Skyrim mit aufbaute.
Was bedeutet das für kommende Spiele? Xbox-Chefin Asha Sharma begründete die Kürzungen unter anderem damit, dass Arbeit teils durch bis zu 14 Management-Ebenen laufe. Vor Ort stieß diese Darstellung auf Skepsis, denn entlassen wurden nach Schilderung der Mitarbeiter vor allem erfahrene Entwickler und keine Manager.
Wie sehr die Kündigungen die Arbeit beeinträchtigen, beschreibt Nathan Hahn, technischer Produzent bei Bethesda, der die Entlassungen als erhebliche Störung
bezeichnet. Seine Aufgabe sei es, Roadmaps für die Fertigstellung der Spiele zu erstellen. Diese Pläne seien nun hinfällig, weil die Leute fehlen, die die Arbeit eigentlich erledigen sollten.
Auch das Wissen um die hauseigene Engine sei betroffen. Die basiere auf der Erfahrung von Entwicklern, die teils seit Jahrzehnten daran arbeiteten und nun entlassen wurden.
Im Studio stünden deshalb Mitarbeiter ratlos da, weil genau die Kollegen fehlen, die man sonst um Rat gefragt hätte. Dazu kommt, dass es bereits die zweite Entlassungswelle bei ZeniMax innerhalb von zwei Jahren ist und die Hälfte der angekündigten 3.200 Kürzungen noch aussteht.
Spielt ihr Spiele, deren Roadmaps nun wohl nicht mehr gültig sind? Schreibt sie gerne in die Kommentare! Wie schlimm es wirklich um die Entwicklerstudios von Microsoft steht, verrät ein bekannter Experte: Experte zeigt nach „Blutbad bei Xbox“ auf Opfer, an die aktuell kaum jemand denkt
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
Kommentare