Pokémon GO: Gefängnisstrafe für russischen Spieler – zockte in Kirche

Weil er in einer Kirche Pokémon GO spielte und ein Video darüber veröffentlichte, könnte dieser russische Spieler nun für 3,5 Jahre ins Gefängnis kommen.

Pokémon GO ist ein Mobile-Spiel, das man vorzugsweise draußen spielen soll, um dort PokéStops zu besuchen und wilde Pokémon zu finden. Der russische Pokémon-Spieler Ruslan Sokolovsky spielte das Game in einer Kirche und machte ein Video darüber, was ihm nun zum Verhängnis wird. Mehrere Jahre Gefängnis könnten die Strafe dafür sein.

Er wusste, welche Strafen es dafür gibt

Im August 2016 hat Sokolovsky das besagte Video hochgeladen, in dem er Pokémon GO in einer Kirche spielte und damit gegen die russischen Gesetze verstieß – Vorwurf: Animierung zu religiösem Hass. Übrigens wurde die Band „Pussy Riot“ ebenfalls wegen dieses Vorwurfs 2012 eingesperrt. Der Fall dieser Punk-Band bekam weltweite Aufmerksamkeit.

Am Anfang seines Youtube-Videos zeigte Sokolovsky einen Clip, in dem darauf hingewiesen wurde, welche Strafen es gibt, wenn man Pokémon GO in Kirchen spielt. Dass jemand dafür bestraft wird, weil er mit seinem Smartphone in einer Kirche spielt, konnte er allerdings nicht nachvollziehen. Er ließ sich also nicht abhalten und ging in die „Kathedrale auf dem Blut“ in Jekaterinburg, um dort Pokémon zu fangen. Orthodoxe Gebete begleiteten den Fang-Versuch eines wilden Quapsel. Am Ende des Videos erwähnt er, dass er das „seltene Pokémon Jesus“ leider nicht fangen konnte. Das Video gibt es mit englischen Untertiteln auf seinem Youtube-Kanal.

Kurz nachdem er das Video veröffentlichte, wurde Sokolovsky verhaftet und befindet sich seitdem in Haft. Nun kommt sein Fall vor Gericht und ihn könnten laut Kotaku bis zu 3,5 Jahre Gefängnis erwarten.

Sokolovsky sagt dazu, dass er vielleicht ein Idiot, aber kein Extremist ist. „Früher wurden Leute für Jahrzehnte in Lager gesperrt, weil sie beispielsweise Witze über den Kommunismus und Stalin machten. Heute wollen sie mich für 3,5 Jahre einsperren, weil ich obszöne Witze über Orthodoxie und den Patriarch Kyrill machte. Das ist in meinen Augen brutal und grausam. Ich verstehe nicht, wie das möglich sein kann. Aber wie wir sehen, ist es tatsächlich möglich“, schreibt Sokolovsky in einem Statement für die russische News-Seite Meduza.


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Quelle(n): Kotaku
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