Wir dachten, Plastiktüten und Strohhalme seien Ursache für Meeresverschmutzung, aber was die Müllhalde im Pazifik füllt, ist etwas völlig anderes

Titelbild Müll im Wasser Unsplash

Meeresverschmutzung ist ein großes Thema geworden, da viel Müll jährlich im Meer landet. Forscher haben mittlerweile festgestellt, dass der größte Müll tatsächlich aus einem bestimmten Bereich stammt: nämlich von Fischerei- und Aquakulturaktivitäten. Und dieser Müll ist für Lebewesen des Meeres wohl noch viel tödlicher als Plastikdeckel und alte Becher.

Sprechen wir über Meeresverschmutzung, dann fallen uns oft Plastiktüten, Strohhalme und ähnliche Plastikutensilien ein, die von vielen Touristen achtlos ins Wasser geworfen oder am Strand vergessen werden. Und in den meisten Fällen stimmt das auch:

So schreibt etwas der Deutsche Bund für Naturschutz, zu den häufigsten Abfällen im Meer würden Zigarettenkippen, Plastikflaschen und Flaschendeckel, Plastiktüten, Einweggeschirr und Trinkhalme gehören. Aus diesem Grund gibt es seit Jahren immer schärfere Regeln, um den Müll zu reduzieren.

Plastikstrohhalme wurden in der EU verboten, Flaschendeckel sind mittlerweile fest mit dem Flaschenkorpus verbunden.

Doch schaut man sich den Müll im Pazifik jedoch genauer an, so stellt man fest, dass dort noch ganz andere Dinge unterwegs sind: nämlich große Mengen aus Fischerei- und Aquakulturaktivitäten, die aus Ländern stammen, die intensiv Fischfang betreiben.

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Forscher haben den größten Müllstrudel der Welt untersucht und vor allem Fischerei-Müll gefunden

Was fanden Forscher heraus? 2022 überprüften Forscher die Müllberge im Pazifik und stellten fest, dass die größte Plastikverschmutzung im Meer tatsächlich von Nationen stamme, die starken industrialisierten Fischfang betreiben würden.

Dafür untersuchten sie den sogenannten „Great Pacific Garbage Patch“: Das ist eine riesige Ansammlung von Plastikmüll und Meeresstrudeln im nördlichen Pazifischen Ozean zwischen Hawaii und Kalifornien (via nationalgeographic.de, Paywall). Ihre Ergebnisse haben sie in einem Bericht auf Nature.com veröffentlicht.

Aus dem Bericht geht hervor, dass zwischen 75 % und 86 % der Masse des im „Great Patch“ angesammelten, mehr als fünf Zentimeter großen schwimmenden Plastiks aus Fischerei- und Aquakulturaktivitäten auf hoher See stammen könnten.

Und dieser Fischerei-Müll ist für die Natur wohl ein größeres Problem als Strohhalme oder Flaschendeckel. Das schreibt etwa die Natur- und Umweltschutzorganisation WWF.

Fischerei-Müll ist für Meerestiere wohl tödlicher als Strohhalme und Plastikbecher

Was ist das Problem? Netze, Angelschnüre und Reusen sind dazu gemacht worden, Meerestiere zu fangen oder direkt zu töten. Diese vergessenen oder verlorenen Werkzeuge werden daher oft auch als „Ghost Gear“ bezeichnet und können noch Jahre nach ihrem Verlust Tiere einfangen. Der WWF hat dieses „Ghost Gear“ als größere Gefahr für das Meer bezeichnet als normaler Plastikmüll.

Laut des WWF landen jedes Jahr mehr als 12 Millionen Tonnen Plastik im Meer, davon sollen etwa 10 % Fischereiausrüstung ausmachen:

Jährlich werden zwischen 500.000 und 1 Million Tonnen Fischereiausrüstung im Meer entsorgt oder gehen dort verloren. Ausrangierte Netze, Leinen und Seile machen mittlerweile etwa 46 % des Great Pacific Garbage Patch aus.

An diesem „Ghost Gear“ verenden jedes Jahr tausende Tiere, die sich in dem Müll verheddern, sich daran verschlucken oder ersticken.

Ein Unterwasser-Rechenzentrum mit Tausenden Servern ist jetzt offiziell in Betrieb. China setzt dabei auf Windkraft und Meerwasser und könnte damit eines der größten Probleme moderner KI gelöst haben: Kühlung. Mehr dazu lest ihr auf MeinMMO: China versenkt 2.000 Server im Meer und löst damit ein großes Problem von KI

Quelle(n):
  1. xataka.com

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