Pilot in Elite Dangerous wird auf Twitter für Alien-Gedicht gebannt

Tim Wellens liebt das Onlinegame Elite Dangerous. So sehr, dass er dem Titel ein Gedicht widmete – und dafür prompt von Twitter gesperrt wurde.

Man sollte auf Twitter schon aufpassen, was man so von sich gibt. Offenbar auch in einem Gedicht zu einem Computerspiel.

Elite-Dangerous-Thargoniden

Gedicht sorgt für Twitter-Sperre

Was ist passiert? Zum Tag des Gedichts veröffentlichte Frontier Developments über den offiziellen Twitter-Account von Elite Dangerous ein Gedicht, um die Spieler aufzufordern, in Gedichtform zu antworten.

Das ist ein typischer Limerick, ein 5-zeiliges Gedicht mit dem Reimmuster AABBA:

There once was a pilot from Lave,
Who wasn’t particularly brave.
He encountered a Thargoid,
Who he tried to avoid,
But now he’s one foot in the grave!

Der Elite-Dangerous-Fan Tim Wellens reagierte darauf und schrieb ein eigenes Gedicht:

Roses are red,
Violets are blue,
Thargoid or foe,
I will come to kill you. 

Daraufhin wurde sein Twitter-Account gesperrt. Die Begründung: Der Tweet verstoße gegen die Richtlinien, laut denen Androhungen von Gewalt verboten sind.

Aliens wie in Elite Dangerous könnte es wirklich geben, sagt Astrobiologe
Elite: Dangerous

Einwände werden nicht ernst genommen

Darum ist der Spieler wütend: Tim Wellens erklärt, dass er stinksauer deswegen ist. Und zwar, weil er durch die Sperre das Gefühl bekommen hat, von einem Computer beurteilt worden zu sein.

Denn selbst als er sich beschwerte, fiel dies auf taube Ohren. Wellens glaubt, dass sich kein Mensch diese Sache angeschaut hat und er nur mit einer KI spricht, gegen die er überhaupt keine Chance hat.

Tim Wellens versteht natürlich, dass Twitter Bots einsetzt, um bei der Fülle an täglichen Tweets die problematischen Nachrichten sperren zu können. Doch er hatte gehofft, dass sich wenigstens nach einer Beschwerde ein Mensch diese Sache ansieht und dann vernünftig entscheiden kann.

Denn sein Tweet war ja keine direkte Drohung an eine Person, sondern eine Reaktion auf ein Gedicht und „drohte“ in dem Sinn nur Aliens in einem Computerspiel oder Feinden, die er dort während des Spielens treffen konnte. All dies hatte gar nichts mit der realen Welt zu tun.

Skynet-Blizzard

Kein Einzelfall: Auch der Streamer Graeme Crawford wurde von Twitter gesperrt, als er am 3. Oktober als Reaktion auf ein Video eines Kumpels schrieb: „Ich werde dich töten, wenn ich nicht mehr krank bin“. Auch hier reagierten nur Bots auf seine Einwände und sein Account blieb gesperrt.

So reagiert die Community: Natürlich machten diese Sperren die Runde. Die Community von Elite Dangerous zeigt kein Verständnis dafür, wie Twitter reagierte.

RMJ schreibt auf PCGamer etwa: „Die Welt verwandelt sich in einen traurigen Ort.“

rep- auf Eurogamer meint: „Moderation auf Twitter ist eine Farce.“

Twitter muss natürlich auf Drohungen reagieren und nutzt hierfür einen Algorithmus. Doch, dass Einsprüche dann nicht von menschlichen Mitarbeitern überprüft werden, hinterlässt für viele einen faden Beigeschmack.

Alienflüsterer in Elite Dangerous tut alles, um mit Thargoiden zu sprechen
Autor(in)
Quelle(n): PCGamerEurogamer
Deine Meinung?
4
Gefällt mir!

3
Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
MeinMMO Kommentar-Regeln
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Scaver
Scaver
1 Jahr zuvor

Die Vermutung, dass Beschwerden nicht von Menschen bearbeitet werden, ist total falsch.Da sitzen Menschen und die entscheiden. Oft haben die aber nur wenig Entscheidungsspielraum. Es gibt meist klare Richtlinien, die keine Ausnahmen zulassen.Ich kenne das aus meiner Zeit bei der ESL. Egal wie es gemeint war und egal in welchem Kontext, es gab eine Liste mit „Aussagen“, die zu einer Sperre führten und wo keine weitere Diskussion zugelassen wurde. DAs betraf meist Gewalt und Volksverhetzung.Der Kontext, ob als Scherz, als Gedicht oder sonst etwas, war sch*** egal. Hat man so etwas geschrieben, gab es Strafen. Beschwerden zwecklos! Nicht weil da… Weiterlesen »

BranTarik
BranTarik
1 Jahr zuvor

Wer immer noch Twitter nutzt ist selber Schuld, wenn dann sowas passiert. Gibt genügend Alternativen zu der Seite wo viele einen Vogel haben. ????????

Mastodon oder Hubzilla oder GnuSocial oder dergleichen… ????

OnkelWu
OnkelWu
1 Jahr zuvor

Das sind die Folgen dieser „Anti Hate Speech“ Gesetze. In voreilendem Gehorsam zensieren, Twitter, Facebook, Google und Co alles weg, was sie auch nur annähernd in Schwierigkeiten bringen könnte. Richtig interessant wird es aber erst mit dem europäischen „Leistungsschutzrecht“ und den darin geforderten „Uploadfiltern“. KI soll darüber entscheiden, was wir in Zukunft noch lesen, wissen oder schreiben dürfen. Wie gut das funktioniert, zeigt dieser Fall. Maschinen verbitten uns den Mund, das hat ja noch nicht einmal Orwell vorausgesagt.

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.