Overwatch: „I Hanjo“ – Spieler erreicht niedrigsten Rang in Rekordzeit
Der größte Loser von Overwatch ist ein Gewinner.

Overwatch-Spieler Dale „Hanjo“ Brown erreichte bereits in Season 1 den niedrigsten Rang, der in Overwatch möglich ist. Diesmal hat er zusammen mit einem Freund sogar einen Weltrekord aufgestellt.

Die meisten Spieler dürften wohl davon träumen die Karriereleiter in Overwatch so schnell wie möglich ganz nach oben zu erklimmen. Dale „Hanjo“ Brown verfolgt andere Ziele, er strebt nur nach dem Niedrigsten. Bereits am ersten Tag von Season 3 haben Brown und sein Freund Jon „WrstReaperNA“ Kingham gemeinsam Rang 1 erreicht und waren somit die ersten weltweit. Damit haben die beiden Nordamerikaner es das erste Mal geschafft, den koreanischen Spielern zuvor zu kommen.

overwatch-i-hanzoDer Abstieg nach unten war kein Spaziergang

Auch wenn man jetzt meinen sollte, der niedrigste Rang sei einfacher zu erreichen als der höchste, hat es Kingham und Brown einige Mühe gekostet dorthin zu gelangen. Sie starteten die Reise nach unten bereits in Season 2. Nachdem sich Brown nach Season 1 einen gewissen Ruf verschafft hatte, stand für die folgenden Seasons eine große Gruppe hinter ihm, um ihn zu unterstützen. Der Abstieg nach unten war trotzdem kein Spaziergang, sondern eher ein mühseliger Sturz.

„Season 2 war ein Abrackern. In Seasons 1 kostete es ca. 15 Matches pro Rang, um die letzten 15 Ränge abzusteigen. In Season 2 vervielfachte sich das Äquivalent auf ungefähr 27. Nur 2 SR pro Match zu verlieren, gestartet bei Rang 600, machte es schwierig diese 2 zu verlieren. Vor allem, weil die Warteschlangen stets schlimmer wurden. Einmal hatten wir eine Warteschlange, die Stunden gedauert hat.“ – Dale „Hanjo“ Brown

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Team Hanjo denkt immer in Extremen

Kingham startete Season 2 sogar in Rang 800. Er hatte Tage, an denen er nichts anderes tat als sich ganz nach unten zu kämpfen, um sein Ziel erreichen zu können. An einigen Tagen spielte er sich sogar 10 Stunden am Stück runter. Da die Jungs unfassbar lange auf die Matches warten mussten, haben sie natürlich versucht die Matches so interessant wie möglich zu gestalten. Die Gruppe entschied sich, die Matches so lang andauern zu lassen wie es nur ging. Team Hanjo denkt in Extremen – ganz egal, was das Ziel ist.

„Ich glaube, eines Nachts, hat unser Bastion-Spieler, iBeepl, den Rekord erreicht, in dem ein Spieler die meisten Tötungen in einem einzigen Match bekam. Wir haben herausgefunden, dass man einige Maps im Prinzip für immer spielen kann, wenn niemand den Kontrollpunkt erobert. Wir hatten ein Match, das dauerte so 50 Minuten und er hat weit mehr als 100 Tötungen in diesem erreicht. Ich hatte auch schon mal mehr als 100 in einem Match“ – Dale „Hanjo“ Brown“

bastion overwatch

Spawn-Camping ist sogar in Hanjo-Tier verpönt

Team Hanjo kämpft, um zu verlieren, und das heißt, dass sie tatsächlich für ihren Verlust kämpfen. Wer am Ende der Leiter kämpft und so viel Erfahrung wie Team Hanjo mitbringt, hat nicht wirklich Schwierigkeiten seinen Gegnern dort überlegen zu sein. Team Hanjo hat es bereits geschafft, die anderen Teams soweit zurück zu drängen, dass sie diese am Spawn-Punkt campen konnten. Alles ist erlaubt, aber Spawn-Camping ist sogar in Hanjo-Tier absolut schlechte Gamer-Etiquette.

Außerdem stachelten sie damit den Verdacht anderer Spieler an, dass es sich bei Team Hanjo um ein Haufen dreckiger Smurfs handelt, die schlechtere Spieler fertig machen, um sich daran zu amüsieren. Team Hanjo hätte sogar fast den Ban-Hammer von Blizzard bekommen.

Obwohl Team Hanjo schon auf Blizzards Liste stand, wurden die Low-Tier-Jäger trotzdem nicht des Spiels verbannt. Brown glaubt, dass Blizzard genau weiß, was Team Hanjo wirklich treibt und guckt sich das ganze anscheinend mit einem Augenzwinkern an. Trotzdem werden Spieler manchmal extrem sauer auf Team Hanjo, wie man an der Chatbox im unteren Bild erkennen kann:

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Spieler verbesserten ihre Skills im Match gegen Team Hanjo

Auf der anderen Seite, helfen Brown, Kingham und der Rest der Crew, Spielern mit niedrigem Rang besser zu werden. So war sich Kingham sicher, dem schlechtesten Reinhardt-Spieler der Welt begegnet zu sein, auf ihrer Reise in die untersten Rang-Gewölbe. Dieser Reinhardt verlor und verlor. Ein Spieler von Team Hanjo, wollte herausfinden, wie schnell er denn wieder von ganz unten nach oben steigen könnte und entschloss sich, den katastrophalen Reinhardt einzuladen und ihm gleichzeitig zu helfen, seine Skills zu verbessern.

Andere Spieler verbesserten ihre Skills dadurch, schlichtweg immer wieder gegen Team Hanjo zu spielen. Brown konnte einen Spieler beobachten, der seinen Rang bei 1200 startete und mit 1900 die Season beendete: „Wir haben ihn gezwungen 700 SR besser zu werden, nur durchs Existieren.“ Hier verhilft Team Hanjo einem Junkrat zum Heptakill.

 

Treffsicherheit hat einen großen Einfluss auf den Rang

Für Season 3 hatten Brown, Kingham und ihr Team einen Plan, um allen anderen zuvor zu kommen. Denn der Hanjo-Style hat viele Nachahmer gefunden. Während Season 2 hat ein Team Hanjo – Mitglied herausgefunden, dass Treffsicherheit einen großen Einfluss auf den Rang hat. Während der Platzierungen schoss das Team also mit Absicht so viel daneben wie es nur ging. Kurz nach den Platzierungen, kamen Kingham und Brown auch schon ans Ende der Leiter, auf Rang 1. Die Platzierungen sind abhängig vom Rang in der vorherigen Saison und dem Ergebnis der Platzierungsspiele. Sie mussten diesmal nicht weit gehen, um zurück zu ihrem seltsamen, kleinen Königreich zu gelangen.

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Kingham möchte vorerst nicht aufhören, nach dem Niedrigsten zu streben. Es mache ihm eine Menge Spaß.

„Es macht viel Spaß. Wir sind sogar ein bisschen berühmt geworden. Ich bin total keine kompetitive Person, weil ich auch nicht sehr gut in eSports-Spielen bin. Ich bin Bronze in League of Legends, ich bin Silber in Counter-Strike. Es war mir nie ein großes Erstreben, um zu sehen, wie gut ich sein kann. Ich fühle mich irgendwie so, als ob ich der Schlechteste wäre. Das zieht mich an diesen Spielstiel wohl auch an, da es … ich würde sagen, der sorgenfreiste ist, um Overwatch kompetitiv zu genießen. Ich stresse mich selber nur, wenn ich versuche in Gold zu bleiben und Streaks zu verlieren und so. Das macht mir einfach viel mehr Spaß.“ Jon „WrstReaperNA“ Kingham

I Hanjo!

Am meisten gefalle Brown, dass er von anderen Spielern erkannt werde. Es ist lustig für ihn zu sehen, wenn andere Spieler reagieren mit: „Warte mal, bist Du DIESER Hanjo?“, oft gefolgt von einem: „Oh Gott, ich hasse Dich.“ Denn Hanjo ist dafür verantwortlich, dass es eine Menge Nachahmer ins Spiel geschafft haben, die sagen „I Hanjo“ und damit das Signal setzen, dass sie nach dem tiefsten streben. Aber hey, zumindest weiß man dann schon vorher, dass man von diesem Hanzo-Spieler nicht allzu viel erwarten kann.

Die einen streben nach dem Höchsten und die anderen eben nach dem Niedrigsten. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tiefen Leistung!

Autor(in)
Quelle(n): kotaku
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