MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes hat den neuen Teil von Splatoon schon bei der Ankündigung aufgegeben. Doch hinter dem Nintendo-Spiel versteckt sich ein toller Shooter, der nach nur kurzer Zeit zu einem Highlight geworden ist.
Ich mag die Splatoon-Reihe. Teil 2 und 3 habe ich zwar nicht unendlich lange gespielt, aber die Multiplayer-Runden sind einfach spaßig. Das Movement in Kombination mit den Farb-Mechaniken spielt sich gut und fühlt sich in einer Flut von Multiplayer-Shootern immer noch frisch an.
Splatoon Raiders klang für mich anfangs trotzdem nach einer dummen Idee. Ein Single- bzw. Koop-Shooter, in dem man gemeinsam gegen Fischgegner kämpft? Das ist im normalen Splatoon ein einzelner Modus.
Vergessen und in eine Schublade gepackt, stieß ich dann aber auf interessante Reviews, die den Titel als Loot-Shooter
bezeichnen. Als alter Borderlands-Fan musste ich mir das Spiel dann doch anschauen.
Gameplay kann Nintendo einfach
Vorweg: Splatoon Raiders fühlt sich genauso gut an wie die anderen Teile der Reihe. Die Waffen haben schönes Trefferfeedback, die Farben werden gut genutzt, um das übrige Leben der Gegner anzuzeigen, und das Movement in eingefärbten Bereichen sorgt für einen schönen Flow. Dieses tolle Spielgefühl merkt man bereits beim ersten Level.
In Raiders kommt noch ein kleiner Mech hinzu, den man immer dabei hat und der automatisch mitkämpft. Drückt man die X-Taste, kann man ihn an eine bestimmte Stelle rufen, und springt man in seiner Nähe, wird man hochgeschleudert. Das lässt sich ziemlich gut einsetzen, vor allem, wenn man plötzlich von Gegnern umzingelt ist oder einfach mal einen neuen Schusswinkel braucht.
Hinzu kommen noch Tanks, von denen man 2 mitbringen kann. Ihr könnt aus insgesamt 3 Tanks wählen, die jeweils andere Gadgets haben. Der lila Tank setzt etwa auf Geschütztürme oder Fallen, während der blaue Tank mobile Gadgets wie einen Enterhaken dabei hat.
Diese Gadgets könnt ihr upgraden und modifizieren, um einen eigenen Spielstil zu entwickeln. Das synergiert auch gut mit den verschiedenen Waffen. So gibt es Sniper-Gewehre, Maschinenpistolen oder den bekannten Farbroller, den man im Nahkampf einsetzen kann.
Und genau daraus setzt sich auch der Loot zusammen. Es gibt Waffen, Upgrades für die Gadgets oder Ressourcen, um Statuswerte oder das Lager zu verbessern.
Splatoon Raiders hat viele Möglichkeiten zum Buildbau, ohne sich zu sehr auf reine Stats zu fokussieren. Mir hat das besonders gut gefallen, weil ich mich nicht krass
in Foren informieren musste. Durch die simplen und später tiefer werdenden Mechaniken wird vor allem Experimentierfreude geweckt – die das Missionsdesign nur fördert.
Ein Gameplay-Loop, perfekt für den Feierabend
Wie vorher bereits erwähnt, hat Splatoon Raiders keine Multiplayer-Kämpfe, stattdessen gibt es klassische Missionen. Da gibt’s mehrere Arten von:
- Lineare Level, in denen ihr einen bestimmten Kristall erreichen müsst
- Wellenkämpfe in einem kleinen Gebiet
- Bosskämpfe
- Offenere Level, in denen ihr eine bestimmte Ressource farmen müsst
- Kleine Challenge-Level, in denen ihr mit bestimmten Gadgets eine Art Parkour bestehen müsst.
Das Schöne an den Leveln ist, dass sie meist zwischen 5 und 8 Minuten beendet werden können. Dadurch ist Splatoon Raiders für mich perfekt, um vor dem Schlafengehen noch 1, 2 Level zu zocken, um ein bisschen zu farmen. Anders als bei Grindsessions in Spielen wie Borderlands, in denen man unzählige Male einen Boss klatscht, um eine Waffe zu bekommen.
Gezieltes Farmen geht in Splatoon Raiders zwar nicht, aber die kurzen Level machen auch nach dem 10. Mal noch Spaß, einfach weil das Movement so unfassbar spaßig ist. Ist ein Level mal zu schwer, holt ihr euch einfach Hilfe von anderen Spielern. Schafft ihr ein Level nicht, ist das aber auch kein Problem. Man ist so schnell zurück und kann sein Build so einfach umbauen, dass bei mir nie wirklich Frust aufkam, auch wenn manche Level echt knackig sind.
Und selbst wenn ihr keinen Bock auf Farming und Endgame habt: Ihr könnt einfach die Hauptstory zocken und das sogar im Koop – und allein die lohnt sich schon.
In einer Zeit, in der die Gaming-Industrie mich frustriert hat, war Splatoon Raiders eine tolle Erfahrung, weil es eben so auf das Gameplay und den Spaß fokussiert ist. Nach langem fühlte ich mich wieder wie ein Kind, das im neuen Nintendo-Spiel versinkt und alles drumherum vergisst. Das hat Splatoon Raiders bei mir geschafft und das kann ich dem Spiel nur zugutehalten. Einen weiteren Loot-Shooter findet ihr hier: Ein neuer Loot-Shooter auf Steam erinnert an Borderlands, ohne euren Kartoffel-PC zum Glühen zu bringen
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
Kommentare