Marco Risch vom YouTube-Kanal Nerdkultur hat sich das neue Spiel zu James Bond, First Light, angesehen und findet, dass der neue 007 abseits der Kinoleinwand ein Highlight werden könnte.
Wer ist Marco Risch? Er betreibt seit 2015 auf YouTube den Kanal Nerdkultur, wo er sich in Kritiken, Analysen, News und Interviews mit Filmen und Serien auseinandersetzt.
Zudem spricht er gemeinsam mit seinem Kollegen Yves Arievich einmal pro Woche im Podcast Nerd & Kultur über Themen aus der Popkultur. Sowohl der YouTube-Kanal als auch der Podcast sind Teil des Webedia-Netzwerks, zu dem auch MeinMMO gehört.
In seinem neuen Video erzählt Marco von seinen Erfahrungen beim Anspielevent des kommenden 007-Spiels James Bond: First Light. Besonders angetan ist der Film-Experte vom neuen Protagonisten, der sich von seinen Vorgängern abhebt.
Ein echter 007
Was sagt Marco über den neuen Bond? Das Spiel führt eine neue Version der beliebten Figur ein, anstatt sich einen Schauspieler aus den Filmen zum Vorbild zu nehmen. Spiele wie Golden Eye oder Legends taten in der Vergangenheit genau das.
Marco zufolge würde der Spiele-Bond, der von Patrick Gibson verkörpert wird, eine gute Figur machen. Nach der dreistündigen Anspielsession könne er ihn zwar noch nicht abschließend bewerten, aber er findet, dass die Entwickler von IO Interactive einen eigenen Ansatz für die Figur gefunden hätten.
Patrick Gibsons Version würde sich wie eine Mixtur aus Bond-Einflüssen anfühlen, aber hätte dennoch etwas Einzigartiges. Zum einen ist Patrick Gibson mit 31 Jahren der bislang jüngste Darsteller des Charakters. Sean Connery war bei seinem ersten Auftritt in 007 jagt Dr. No 32 Jahre alt.
Das Spiel würde sich näher an die Romanvorlage halten und von den Anfängen der Figur erzählen. Bond ist noch nicht der, den wir aus den älteren Filmen kennen. Mit dabei sei laut Marco aber schon in den ersten Missionen der unverwechselbare Humor und die lässigen One-Liner, wie man sie aus den Filmen kennt.
Gerät man mit Bond beispielsweise in eine prekäre Situation, kann man eine Bluff-Mechanik nutzen und sich mit einem flotten Spruch rausreden. Was die Charakterisierung angeht, sieht Marco am ehesten Ähnlichkeiten zum Bond von Daniel Craig. Patrick Gibsons würde die Figur mit Leichtigkeit und Selbstbewusstsein verkörpern – er sei perfekt für eine neue Generation an Fans.
Bekannt, und doch neu
Passt das Spiel zu den Filmen? Marco zufolge wären gewisse Elemente im Spiel ähnlich wie schon in den Filmen. Das fängt etwa beim Intro-Song an, der von David Arnold komponiert wurde. Er war für bislang fünf Bond-Soundtracks verantwortlich und sein Stil würde auch First Light gut untermalen.
Auch das Marketing, das teure Uhren und Autos enthalte, wäre ähnlich wie im Kino. Insgesamt zeigt sich Marco angetan von der cineastischen Inszenierung des Spiels und seines Hauptcharakters. Man merke, dass IO Interactive zuvor an der Hitman-Reihe gearbeitet hat, es gebe aber auch deutliche Einflüsse von Uncharted.
Insgesamt sei First Light sehr viel mehr ein klassisches Bond-Spiel, als es andere Titel aus dem Franchise waren. Marco sei neugierig, wie die Welt den neuen 007 aufnehmen wird. Er selbst zeigt sich gespannt – dass ein Spiel so etwas erreichen kann, hätte er nicht gedacht. Auch MeinMMO-Redakteur Niko freut sich auf den Titel: Das neue Spiel zu James Bond sieht aus wie Hitman, ändert dabei das wichtigste Detail, könnte für mich deswegen richtig gut werden
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Von dem, was ich bisher gesehen habe von dem Spiel, muss ich für mich feststellen, dass es für mich in keinster Weise die Figur “James Bond” aus Ian Flemings Feder darstellt.
Das soll nicht heißen, dass das Spiel schlecht ist, keinesfalls!
Aber mich erinnert der Spielcharakter an alle möglichen Agenten der Neuzeit, von Jack Ryan über Ethan Hunt bis zu Jason Bourne vielleicht noch. Aber sicher nicht an einen James Bond, mit dem ich aufgewachsen bin (ja, mit Ü50 ist man nicht erst bei Craig eingestiegen).
Zum einen mache ich es am jungen Aussehen fest. Für mich ist es nicht glaubhaft, dass ein visuell Mittzwanziger bereits als “bester Agent Ihrer Majestät” betitelt wird, kurz nachdem er seine Ausbildung beendet hat. 10 Jahre später ist das eher glaubhaft.
Zum Zweiten ist es aber auch der Zeitgeist, der nicht mit der Figur zusammenpasst. Der klassische James Bond ist u.a. geprägt von einer Spur Chauvinismus. Hübsche Frauen, schnelle Autos, coole Sprüche – ja, das ganze “Playboy”-Programm, aufgelockert durch Charme und (Galgen-)Humor, das macht James Bond zu dem Agenten, der u.a. von Sean Connery, Roger Moore oder Pierce Brosnan so prägnant dargestellt wurde.
Mir ist völlig klar, dass ein solches Bild nicht in die heutige Zeit passt. Aber dann wird es schwierig, sich einer Figur zu bedienen, die literarisch und historisch so definiert ist. Ich kann auch nicht “Nero” als sympathischen Zeitgenossen umschreiben, der nur das Beste für Rom wollte. Genausowenig könnte man “Mutter Theresa” zu einer “toughen Bitch” umschreiben.
Wo es funktioniert hat, war bei der Neuauflage von Sherlock Holmes mit Benedict Cumberbatch. Da hat man aber eben die Essenz, die Sherlock ausmacht, sehr gut in die Neuzeit übertragen können.
Nimmt man Bond aber seine charakteristischen Züge weg, weil sie altbacken, überholt und nicht mehr zeitgemäß sind, dann bleibt halt doch ein Ryan, Hunt oder Bourne übrig.