MMORPG mit Teepartys statt Kämpfen schließt, bevor es überhaupt veröffentlicht wurde

Vom MMORPG Ever, Jane hat vermutlich kaum jemand gehört. Nun musste es schließen, weil die Entwickler kein Geld mehr für den weiteren Betrieb haben.

Was ist das für ein Spiel? Ever, Jane basierte auf den Romanen der britischen Schriftstellerin Jane Austen, die von 1775 bis 1815 lebte. Diese wurde vor allem durch „Stolz und Vorurteil“ bekannt. Ihre Bücher drehten sich um Romantik und den kulturellen Status der Frauen Ende des 18. Jahrhunderts.

Das MMORPG Ever, Jane ermöglichte es Fans, diese Welt zu erleben und dort eine Art virtuelles zweites Leben zu genießen. Hier gab es keine Dungeons voller Monster, keine Kämpfe, sondern Tee-Partys mit Freunden, Liebeswerben um die Angebetete und die Verbreitung von Gerüchten, um anderen zu schaden. Spieler konnten sehr kuriose Charaktere erstellen wie beispielsweise einen schwulen Rechtsanwalt, der nebenbei als Opernsänger arbeitete.

Das MMORPG versetzte euch in das Städtchen Tyrehampton, wo ihr in die Rolle einer Bewohnerin oder eines Bewohners schlüpfen und euren Alltag erleben konntet. Dieser war geprägt von Klatsch und Tratsch, dem Treffen mit Freunden, Bällen und Partys. Es handelte sich um ein sehr soziales Onlinespiel, das voll auf den Rollenspiel-Aspekt abzielte und sich eben an Fans von Jane Austen richtete.

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Das Video zeigt, wie sich das MMORPG Ever, Jane spielte.

Entwickler müssen das Aus bekannt geben

Warum wird es nun eingestellt? Ever, Jane hatte es seit der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne im Jahr 2013 nicht leicht. Das MMORPG hatte nie viele Spieler und die Entwicklung schritt nur langsam voran. Es kam nie über die Beta hinaus. Hinzu kam, dass die Grafik selbst für die Verhältnisse von 2013 veraltet wirkte.

Der Release von Ever, Jane war für das Jahr 2020 geplant. Im August des vergangenen Jahres musste das Team aber bekannt geben, dass der Termin aufgrund einer turbulenten Zeit nicht eingehalten werden konnte. Nun wurde erklärt, dass Ever, Jane gar nicht mehr erscheint.

„Mit großer Trauer müssen wir bekannt geben, dass wir das Spiel einstellen“, heißt es auf der offiziellen Website. Am 20. Dezember schlossen die Server.

Als Grunde nannte das Team, dass ihm schlicht das Geld ausgegangen sei. Die Idee, ein Abo einzuführen, um die laufenden Kosten zu decken, kam bei der Community nicht so gut an.

Kann es noch weitergehen? Das Entwicklerstudio hofft, dass sich vielleicht ein Retter findet, der auf hohem Ross angeritten kommt und das Spiel kauft, damit es weiterlaufen kann. Ob das aber passiert, ist eher unwahrscheinlich. Dafür spricht das MMORPG eine zu kleine Nische an.

MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch hat einige weitere MMORPGs genannt, von denen er glaubt, dass sie 2021 schließen müssen.

Quelle(n): PCGamer
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Meinmmouser

Die Idee und das Konzept mal beiseite gelassen, aber das Spiel sieht einfach extrem schlecht und langweilig aus.

Bodicore

Naja der Schnitt der MMO Community kann ja nicht mal eine Teetasse halten und müsste einsam sterben weil ihre Ausdrucksweise einer Dame von Welt nicht mal ein mitleidiges Lächeln entlocken könnte.

Aber Duelle. die könnten funktionieren.

Andy

Wieviele das wohl überhaupt gespielt haben? Also freiwillig…

Mark Mitterbacher

Was erwarten denn bitte manche Entwickler? Der Markt ist ohnehin schon übersättigt. Für die meisten kann man sagen: Wer kein WoW, FFXIV oder ESO spielt, wird in GW2, SWTor oder Herr der Ringe hängen. Wie angemerkt, “die Meisten” Dann noch die kleinen Free2Play Dinger, die ihre kleine Fanbase haben. Es braucht einfach kein Spiel mehr ohne Inovation mit gleichzeitigem Nostalgiegefühl und wenn, dann sollen Teepartys die beste Idee sein? Auf welche Zielgruppe war das bitte ausgelegt? 100 Leute die den Roman gelesen haben, überspitzt gesagt? Hey kommt schon. Das was ich mir vielleicht noch Abseits eines inovativen MMORPGs vorstellen kann, wäre ein mit Leidenschaft entwickeltes Harry Potter oder Fluch der Karibik MMO. Aber selbst da sollte Hingabe wie in den oben genannten 6 Spielen stecken.

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